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Zwei Herzen in ei ner Brust


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Auto Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 13/2022 vom 08.06.2022

Vergleichstest · Mittelklasse-SUV mit Plug-in-Hybrid

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Bildquelle: Auto Zeitung, Ausgabe 13/2022

BMW

Connectivity

Das noch im BMW X3 verwendete BMW Operating System 7 gefällt mit einfacher Bedienung und intuitiver Menüstruktur. Die Eingabe zahlreicher Befehle gelingt meist problemlos per Sprachsteuerung, Touchscreen, Gesten (350 Euro) oder klassisch per präzisem iDrive-Regler auf der Mittelkonsole. Der X3 ist auch als xDrive30e serienmäßig rundum gut vernetzt. Sämtliche digitalen BMW-Services sind standardmäßig verfügbar. Apple CarPlay oder Android Auto sind auch nutzbar und das integrierte Navigationssystem ist ebenfalls im Serienumfang vorhanden. Die induktive Ladeschale mit drahtloser Verbindung des Telefons zum Fahrzeugsystem kostet 450 Euro extra. Das optimal im Blickfeld liegende Head-up-Display bietet BMW für 1150 Euro Aufpreis an.

Der Turbodiesel war bei den Mittelklasse-SUV lange die erste Wahl unter der Motorhaube. Den sparsamen und ...

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... kraftvollen Selbstzündern hatten die Benziner nichts entgegenzusetzen. Der Dieselskandal und strenger werdende Emissionsgesetze nahmen dem Diesel allerdings die Luft zum Atmen. Wenn der Staat dazu noch die Elektromobilität fördert, rücken neue E-Alternativen auch in den Fokus hartnäckiger Dieselenthusiasten. Aktuell reduziert sich der Listenpreis für Plug-in-Hybrid-Modelle im Segment zwischen 40.000 und 65.000 Euro (netto) um insgesamt 5625 Euro. Zieht man die Förderung zum Beispiel vom Grundpreis eines BMW X3 xDrive30e (292 PS) ab, ist dieser fast 6500 Euro günstiger als ein X3 xDrive30d (286 PS) oder fast 4000 Euro günstiger als ein X3 xDrive30i (255 PS). Hinzu kommt, dass bei einem Dienstwagen die zu tragende Steuerbelastung für den Nutzer statt des einen Prozents wie bei herkömmlichen Verbrennern lediglich 0,5 Prozent beträgt. Ein Angebot, dass man kaum ausschlagen kann. Aber was können die Plug-in-Hybrid-Modelle von BMW, Hyundai, Land Rover und Volvo? Was bringt die Kombination aus E- und Verbrennerantrieb? Der Vergleichstest zwischen den vier Plug-in-Hybrid-Modellen zeigt, dass sie die Fehler der ersten Teilzeitstromer abgelegt haben und eine durchaus attraktive Alternative zu den klassischen Antriebsphilosophien sein können.

Der Hyundai Santa Fe überzeugt mit sehr standfesten Bremsen

Motor/Getriebe

Die Umsetzung der Plug-in-Hybrid-Idee geht bei den vier SUV zwei unterschiedliche Wege. BMW und Hyundai integrieren die zusätzliche E-Maschine in den Antriebsstrang und schicken die elektrische Leistung zusammen mit der Kraft eines Vierzylinder-Turbos über ein Getriebe an alle vier Räder. Land Rover und Volvo trennen die beiden Systeme. Im Fall des Discovery Sport versorgt ein Dreizylinder-Turbo in Kombination mit einer Achtstufen – Automatik die Vorderachse. Der Elektro-Motor sitzt direkt an der Hinterachse ohne mechanische Verbindung zur Verbrennereinheit. Dieses Prinzip verfolgt auch Volvo. Die Schweden vertrauen aber auf einen leistungsstarken Zweiliter-Vierzylinder, der sowohl über einen Turbolader als auch über einen Kompressor unter Druck gesetzt wird. Volvo setzt auf Leistung: Nicht nur der Vierzylinder ist mit 253 PS der kräftigste Motor in diesem Quartett, auch die E-Maschine an der Hinterachse liefert mit 107 kW mehr Leistung als die Motoren der Rivalen.

Kein Wunder also, dass der Volvo BMW, Hyundai und Land Rover problemlos abhängt. Allerdings nur bis Tempo 180. Hier ist für den Schweden elektronisch begrenzt Schluss. Selbst der im Vergleich sehr zögerlich in Schwung kommende Hyundai fährt ihm dann langsam aber stetig davon. Der energischen Kraft des XC60 fehlt zudem die feine Dosierbarkeit, mit der der Discovery Sport, aber vor allem der X3 im Alltag überzeugen. Auch die Überblendung der beiden Antriebsquellen im Hybridmodus gelingt ihnen besser als den doch etwas unkultiviert loslegenden Verbrennern im Volvo und Hyundai. Während man bei ihnen immer informiert wird, welcher Antrieb gerade arbeitet, ist das im Teillastbereich beim X3 kaum auszumachen. Auch der kleine Dreizylinder im elektrifizierten Briten präsentiert sich bei der Laufkultur, solange man ihn nicht an den Drehzahlbegrenzer treibt, sehr zurückhaltend. Der Land Rover ist zudem der einzige im Quartett, der mit bis zu 7 kW über einen AC-Anschluss Energie nachlädt, während die anderen lediglich mit maximal 3,7 kW (BMW, Volvo) oder 4,6 kW (Hyundai) nachladen können. Und nur der Engländer verfügt über eine DC-Ladefunktion, die Schnellladen mit bis zu 32 kW erlaubt.

Die optimistischen Angaben zu den Verbräuchen und rein elektrischen Reichweiten verlieren bei den Modellen der vier Hersteller im Alltag allerdings schnell ihren Glanz. Dennoch reichen die von uns sowohl in der Stadt, über Land und auf der Autobahn ermittelten Reichweiten (siehe Daten Seite 47), um die meisten alltäglichen Fahrten ausschließlich elektrisch zu absolvieren. Zudem verbleibt immer genügend Energie im Akku, um den Verbrenner im Hybrid-Modus zu entlasten.

Auch wenn die kombinierten Verbräuche der beiden Antriebsquellen mit denen aktueller Dieselmodelle problemlos mithalten können, liegen sie dennoch deutlich höher als die vom Hersteller versprochenen sehr niedrigen Angaben. Der Hyundai Santa Fe punktet hier mit dem niedrigsten Verbrauch und der höchsten elektrischen Reichweite. Bei den Koreanern steht die Effizienz offenbar höher im Kurs als die dynamischen Qualitäten einer Plug-in-Hybrid-Antriebseinheit.

Hyundai

Connectivity

Die Aufpreisliste des Hyundai Santa Fe ist erfreulich kurz. Die serienmäßige Ausstattung fällt daher sehr umfangreich aus. Das integrierte Navigationssystem versteht sich wie auch die Smartphone-Integration via Apple CarPlay oder Android Auto in dieser Klasse bereits von selbst. Die gute Vernetzung über die Live-Services und BlueLink-Telematikdienste ermöglichen einen uneingeschränkten digitalen Zugang zum Fahrzeug – auch über die verfügbaren Remote-Services. Im Navigationssystem sind zudem lebenslange Karten-Updates inbegriffen. Die Bedienung fällt aufgrund der kleinteiligen Darstellung auf dem zentralen Display etwas umständlicher aus als bei der Konkurrenz. Für Musikliebhaber: Das Krell-Soundsystem ist beim Santa Fe Plug-in-Hybrid obligatorisch.

Land Rover

Connectivity

Von den umfangreichen Preislisten mit zahllosen Extras haben sich auch die Briten verabschiedet. Der Discovery Sport ist serienmäßig bereits umfangreich ausstaffiert. So gehören auch bei ihm bereits das Navigationssystem, die Smartphone-Integration für Apple oder Android-Handys (kabellos) und ein Online-Paket mit vielfältigen Remote-Funktionen zur digitalen Vernetzung zum Serienumfang. Amazons Alexa steht zur Kommunikation bereit und hilft, wo sie kann. Die Handhabung des gesamten Systems funktioniert über die großen und klar strukturierten Schaltflächen auf dem zehn Zoll großen Touchscreen ohne große Fehlversuche. Für 880 Euro beschallt das ausgewogen klingende Meridian-Surround-Soundsystem den Innenraum des Briten.

Der Volvo ist in 10,6 s auf Tempo 150, der Hyundai in 15 ,7 s

Karosserie

Die zusätzliche Antriebseinheit der Plug-in-Hybride, die einen sperrigen Akku mit sich bringt, fordert ihren Tribut bei der Variabilität. Zumindest gilt das für Land Rover und BMW. Während es für die klassischen Antriebseinheiten beim Discovery Sport die Option einer dritten Sitzreihe gibt, fällt diese bei der Plug-in-Variante weg. Beim BMW erhebt sich sogar ein kleines Plateau im Laderaum, das das Be- und Entladen großer Gegenstände im Vergleich zu den X3-Benzinern und-Dieseln mit ebener Ladefläche deutlich erschwert. Zudem reduziert sich das Ladevolumen beim X3 xDrive30e um 100 Liter. Beim Volvo muss der Kunde weder auf Laderaum noch Variabilität verzichten. Und Hyundai schafft es sogar, die dritte Sitzreihe für den Santa Fe auch mit Plug-in-Hybrid-Antrieb anzubieten. Ohnehin glänzt der Koreaner mit maximaler Funktionalität, die nicht nur zusätzliche Sitze im Heck bietet, sondern zudem eine in Längsrichtung verschiebbare Fondsitzbank (2. Reihe) wie auch beim Land Rover bereithält. Kleines Manko: Beim Übergang vom Laderaum zur Sitzbank bleibt beim Santa Fe eine kleine störende Kante. Und die Anhängelast reduziert sich von 2500 Kilogramm eines Santa Fe mit Dieselantrieb auf 1350 Kilogramm. Auch Land Rover erlaubt dem Discovery Sport nur 1600 Kilo, während der BMW 2000 und der Volvo sogar 2200 Kilogramm an den Haken nehmen dürfen.

Auch wenn der X3-Besitzer im Laderaum Einschränkungen hinnehmen muss: Hinterm Lenkrad findet er im Gegenzug dafür sehr großzügige Platzverhältnisse vor. Beim Volvo schränkt das Panoramadach die Innenhöhe ein, und die Frontscheibe neigt sich deutlich stärker nach hinten, als es im BMW der Fall ist. Im Hyundai zwingt wie auch im Land Rover der hohe Mitteltunnel die Beine in einen im Vergleich zum X3 und XC60 schmaleren Schacht. Hinten fehlt dem BMW jedoch der einladende Knieraum der Konkurrenz. Vorbildlich ist hingegen die Bedienung im Bayern. Sein System ist über die Jahre gereift und über-

zeugt mit logischen Menüpfaden, einer klaren Struktur, eindeutiger Symbolik und intuitiver Bedienbarkeit – nicht zuletzt, weil BMW neben Sprach- und Touchscreeneingabe weiterhin auf den während der Fahrt optimal zu bedienenden Dreh-Drück-Steller setzt. Selbst die reduzierten, über große Schaltflächen zu bedienenden Systeme im Briten und im Schweden verlangen mehr Konzentration. Beim kleinteiligen Menüangebot des Hyundai empfiehlt es sich anzuhalten, um präzise Eingaben zu machen – zumindest dann, wenn die Sprachsteuerung nicht richtig zuhören will.

Ebenso souverän, wie sich die Bedienung des X3 präsentiert, zeigt sich auch die Güte der Verarbeitung und Materialauswahl des in den USA produzierten SUV. Selbst übelste Erschütterungen auf schlecht gepflegten Pisten lösen im BMW keinerlei Knarzen und Poltern aus. Der Hyundai und auch der Volvo sind da deutlich anfälliger. Beim Koreaner stören zudem nicht nur die bei starker Aufheizung unangenehmen Ausdünstungen im Innenraum, sondern auch die ungünstig platzierten Hartplastikflächen rund um den Türöffner: Sie passen einfach nicht zum zumindest optisch hochwertigen Eindruck des Hyundai Sante Fe. Und der Brite? Der punktet mit einer souveränen Verarbeitung und einem ordentlichen Materialmix.

Fahrkomfort

Der Vorteil eines zusätzlichen E-Antriebs ist meist seine lautlose Form der Leistungsabgabe und Fortbewegung. Lediglich der Hyundai zoomt sich mit leichtem Sirren voran. Auch das Zuschalten des Verbrenners ist bei ihm akustisch deutlich wahrzunehmen. Das gilt auch für den Volvo. Zudem bleiben die Insassen in beiden Modellen auch nicht von störenden Fahrwerksgeräuschen verschont. BMW und Land Rover sind im Vergleich erheblich leiser unterwegs. Beim Discovery Sport stört nur die angestrengte Arbeitsweise des Dreizylinders, wenn er aus seinem Wohlfühlbereich der mittleren Drehzahlen herausgerissen wird. BMW hat sich da einfach mehr Mühe gegeben als die Konkurrenz: Selbst bei hohem Tempo halten sich die Antriebs-, Fahrwerks- und Abrollgeräusche vornehm zurück.

Viel Arbeit hat BMW auch in die Abstimmung von Federn und Dämpfern gesteckt. Geben sich alle vier SUV auf der Autobahn bei hohem Tempo noch standesgemäß komfortabel, werden die Unterschiede vor allem beim langsameren Dahingleiten durch die City deutlich. Hier agiert der BMW mit feinfühligem Ansprechverhalten und bringt auch auf gröberen Wellen den Aufbau schnell wieder zur Ruhe. Dennoch muss bei ihm die Hinterachse mit dem zusätzlichen Ballast des schweren Akkus einen Kompromiss eingehen. Vor allen in Kurven verhärtet dann die Dämpfung unter der einseitigen Belastung. Der Volvo überfährt Querfugen trotz optionaler Luftfederung aber dennoch spürbar hölzerner.

Volvo

Connectivity

Der Volvo XC60 T6 Recharge ist wie bei der Sicherheitsausstattung auch in Sachen Konnektivität serienmäßig nahezu lückenlos ausgestattet. Das Android-Infotainmentsystem mit Neun-Zoll-Touchscreen bildet dabei die Basis für die umfangreichen digitalen Services. Darin enthalten sind Google-Maps, -Assistant und -Play-Store mit unbegrenztem Datenvolumen. Vorbildlich funktioniert dabei die Zieleingabe per Sprachsteuerung. Auch alle anderen digitalen Funktionen lassen sich dank großer Touchflächen und reduziertem Menü ohne langes Studium der Betriebsanleitung anwählen. Die induktive Ladeschale ist selbstverständlich in der Serienausstattung enthalten. Das klanggewaltige Soundsystem von Bowers & Wilkins (1460 Watt) kostet 2650 Euro extra.

Sehr gelassen und ohne große Fehltritte gleiten Hyundai und Land Rover durch die Stadt. Ihre etwas sanftere Grundabstimmung ist dann doch etwas gemütlicher als die im Grundton sportliche Grundnote des X3.Die Sportsitze des BMW mit ihren einstellbaren Seitenwagen wiederum finden den passenden Kompromiss aus konsequentem Seitenhalt und entspanntem Langstreckenkomfort.Das gilt auch für die bequemen Sessel des Hyundai, die sich etwas mehr der Gemütlichkeit als dem Seitenhalt verschrieben haben. Rundum gut sitzt es sich im Volvo. Dank umfangreicher Einstellmöglichkeiten, ermüdungsfreier Polsterung, individuell einstellbarem Seitenhalt und viel Schulterabstützung sind sie die erste Wahl auf langen Strecken. Der Brite fällt hier mit seinen schmal geschnittenen Sitzen zurück.

Fahrdynamik

Dass der BMW X3 xDrive30e trotz schlechterer Fahrleistungen dem schnellen und leistungsstärkeren Volvo XC60 T6 Recharge auf dem Handlingparcours immer dicht im Windschatten hängt, liegt an seinem agilem Handling. Zwar ist er im Grenzbereich konsequent aufs Untersteuern ausgelegt, aber das ist die Konkurrenz von Land Rover und Volvo ebenfalls. Auch wenn dem X3 die letzte Verbindlichkeit in der Rückmeldung fehlt, findet er doch präzise in jeden Radius und informiert ausreichend früh über seine Grenzen. Volvo und Land Rover sind zwar etwas mitteilsamer von der Vorderachse, aber sie haben auch einen schmaleren Übergang in den Grenzbereich, der zudem früher ihre Dynamik einbremst. Der BMW macht die Meter, die er beim Sprint gegenüber dem Volvo verliert, in den Kurven wieder gut. Ein Geheimtipp für Dynamiker ist der Santa Fe. Er ist es, der hinter dem BMW am schnellsten durch die Pylonengasse wedelt. Auch wenn der Koreaner aus Mangel an Antriebsleistung bei den Rundenzeiten nicht ganz mithalten kann, gefällt er mit einer sehr kommunikativen, präzisen Lenkung und überdies einem im Vergleich zu den drei stoischen Untersteuern ausgesprochen neutralen, spielerisch kontrollierbaren Handling am Limit. Hervorragend zu dosierende und wirkungsvolle Bremsen runden die überraschend dynamische Vorstellung des Santa Fe ab.

Alle Abmessungen im Überblick

Alle Maße in cm

Im Fond bietet der BMW X3 weniger Beinfreiheit als seine Rivalen

Umwelt/Kosten

Die staatliche Förderung und der zusätzliche Bonus vom Hersteller addieren sich für die vier Plug-in-Hybride in diesem Vergleichstest auf 5625 Euro, weil sie nach Werksangaben die CO 2-Grenze von 50 g/ km einhalten. Das günstigste und umfangreich ausgestattete Angebot schnürt Hyundai mit dem Santa Fe Plug-in-Hybrid. Er ist mit 51.757 Euro inklusive testrelevanter Extras und abgezogener Förderung ein Schnäppchen im Vergleich zu BMW X3 und Volvo XC60, die über 60.000 Euro kosten. Auch dem Land Rover Discovery Sport P300e fehlt es wie den Konkurrenten ab Werk weder an einem Navigationssystem noch an einer guten digitalen Vernetzung. Dennoch bleibt auch er günstiger als die SUV-Modelle aus Bayern und Schweden. Die bekannt gute Fünf-Jahres-Garantie auf die Technik gilt für den Santa Fe Plug-in-Hybrid nicht. Bei ihm sind es nur drei Jahre. Ausnahme: Die Batterie – hier beträgt die Garantie acht Jahre wie bei der Konkurrenz.

FAZIT

Michael Godde

Der BMW X3 xDrive30e erarbeitet sich in diesem Vergleichstest einen souveränen Sieg. Er ist das kompletteste Gesamtpaket. Seine beiden Antriebsquellen kooperieren deutlich kultivierter miteinander, als es bei der Konkurrenz der Fall ist. Effizient ist er zudem. Die Qualität stimmt auch. Und beim Komfort leistet er sich trotz sportlicher Grundabstimmung keine Schwächen. Platz zwei geht an den Volvo XC60 T6 Recharge, der zwar mit Leistung punktet, aber Laufkultur und Feinfühligkeit beim Federungskomfort aus den Augen verloren hat. Rang drei geht an den effizienten und günstigen Land Hyundai Santa Fe Plug-in-Hybrid, der zudem erfrischend leichtfüßig durch jeden Radius gleitet. Der vierte Platz gehört dem Land Rover Discovery Sport P300e. Der Brite punktet mit solider Qualität und gelungenem Gesamtkomfort, hält und bei Effizienz, Größe oder Dynamik nicht ganz mit.