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ZWEI PUTZEN ALLE WEG


Auto Bild klassik - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 15.07.2021

Produkttest Felgenreiniger

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STRAHLEND vor glänzenden Ergebnissen: Im Vergleich zum letzten Test 2019 schneiden einige Felgenreiniger besser ab

AUFSPRÜHEN, ABDAMP- FEN, FERTIG. Hersteller von Felgenreinigern versprechen die mühelose Entfernung einer der hartnäckigsten Schmutzarten, die es am Auto gibt. Auch verkrusteten Bremsbelag-Abrieb sollen die Produkte kraftvoll lösen, jedoch ohne Materia-lien wie Aluminium, Lack, Gummi oder Kunststoffe anzugreifen.

AUTO BILD KLASSIK hat elf Felgenreiniger getestet. Eingekauft haben wir in Super- und Baumärk- ten, im Discounter, im Autozube- hör-Fachhandel, an der Tankstelle und im Internet. Der Preisunter- schied ist enorm: Umgerechnet auf einen Liter kostet das günstigste Produkt 3,99 Euro (Lidl), das teuerste exakt zehn Mal so viel: Aral verlangt 39,99 Euro! Schon mal vorab: Keines der beiden Produkte ist den Kaufpreis wert. Der Billighei- mer Lidl nicht, weil er nichts macht, außer Aluminium oxidieren zu lassen. Der teure Aral-Reiniger nicht, weil er für den hohen ...

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... Preis zu wenig leistet und in der Gesamtwertung vier deutlich günstigere Mittel teils erheblich besser abschneiden.

Die zwei strahlenden Testsieger kommen von Dr. Wack und von Sonax. Der P21S High End-Felgen- reiniger von Dr. Wack erzielt im Kapitel Reinigungsleistung 110 von 110 möglichen Punkten, Sonax folgt mit 105 Punkten. Beide Produkte säubern die Test-Felge von verkrustetem Schmutz so effektiv wie kein anderer Reiniger. Auf dem Testblech (siehe „So haben wir getestet“ und Tabelle) hinterlässt Dr. Wack nicht die geringste Spur von Bremsabrieb – einen minimalen Hauch besser als der Sonax Xtreme Felgenreiniger Plus Max Effect.

Dafür bleibt bei Dr. Wack im Gegensatz zu Sonax nach 20 Stunden Einwirkzeit eine schwach sichtbare Verfärbung auf eloxiertem Alu zurück. Zudem hat das Mittel keinen kindersicheren Verschluss: Punkte-Gleichstand. Beide zählen zu den besten Felgenreinigern, die man kaufen kann.

Wer es günstig und gut möchte, nimmt den Alu-Teufel Spezial-Felgenreiniger von Tuga. Der Preis- Leistungs-Sieger erzielt nach Dr. Wack, Sonax und Koch Chemie die viertbeste Reinigungsleistung, ein Liter kostet 9,76 Euro. Aber Achtung: Nicht zu lang einwirken lassen. Im Gegensatz zu Dr. Wack und Sonax ließ der Tuga-Reiniger im Materialverträglichkeitstest Wasserbasis-Lack aufquellen.

Erfreulich: Im Vergleich zum letzten Test von Felgenreinigern (AUTO BILD KLASSIK 6/2019) hat sich die Reinigungsleistung einiger Produkte verbessert. Blieben vor zwei Jahren noch fünf von zehn Testblechen tiefschwarz verschmutzt, so ist es aktuell nur noch eins: das von Lidl. Alle Ergebnisse im Überblick in der Tabelle am Ende.

SO HABEN WIR GETESTET

Um für jeden Felgenreiniger identische Testbedingungen zu schaffen, ist ein Felgenschmutz- Prüfstand eine der wichtigsten technischen Vorrichtungen.

Denn der Testschmutz auf jedem Testblech und an den Felgen muss aus Gründen der Vergleichbarkeit klar definiert und einheitlich sein. Aus diesem Grund testet AUTO BILD KLASSIK in einem Fachlabor. Dort sind für jeden Reiniger identische und reproduzierbare Testbedingungen darstellbar. Den für Felgen typischen Schmutz erzeugen wir auf einem speziellen Prüfstand: Eine Felge mit Testblechen an der Innenseite bzw. ein Komplettrad wird vier Tage lang von 140 auf 50 km/h heruntergebremst. Pausen zwischen den Bremsvorgängen sorgen nach Hitzeentwicklung infolge zahlreicher Bremsungen für Abkühlung. So entsteht eine mit Bremsbelag und Scheiben-Abrieb verkrustete Fläche, die jederzeit reproduzierbar ist.

Im ersten Test mussten die Reiniger auf den Testblechen zeigen, wie effektiv sie ohne Einwirken von Wasserdruck oder mechanische Bearbeitung mit Schwamm oder Bürste Schmutz ablösen. Dazu tauchten wir die schwarz verkrusteten Testbleche drei Minuten lang in Reinigerflüssigkeit ein und entnahmen sie dann. Anschließend wurden sie unter geringem Druck mit Wasser abgesprüht. Danach wurde die Reinigungswirkung optisch im Vergleich beurteilt.

Fotos der gereinigten Test - bleche zu jedem Produkt finden Sie in der Wertungs-Tabelle.

Zusätzlich testeten wir die Reinigungswirkung an verschmutzten Kompletträdern. Im ersten Durchgang mit einem Wasserstrahl, dann mit einem Hochdruckreiniger und zuletzt mechanisch mit einem Schwamm.

Ein wichtiges Testkriterium ist die Materialverträglichkeit. Dazu tauchten wir unverschmutzte Bleche aus Alu, aus unbehandeltem und aus verzinktem Stahl für 20 Stunden bei Zimmertemperatur in die Reinigerflüssigkeit.

Ebenfalls für 20 Stunden blieben die Reiniger auf Gummi, Chrom und eloxiertem Aluminium. Wie gut die Verträglichkeit auf Autolack ist, prüften wir auf einem Wasserbasislack-Testblech bei 80 Grad über zweimal je eine Stunde. Die Kunststoffverträglichkeit testeten wir auf Polycarbonat-Streifen. Diese wurden mit 0,5 Milliliter Reiniger versehen, in einen Rahmen eingespannt und dann für 48 Stunden bei 80 Grad Celsius in den Ofen ge - stellt. Auf den Polycarbonatunbehandeltem und aus verzinktem Stahl für 20 Stunden bei Zimmertemperatur in die Reinigerflüssigkeit. Ebenfalls für 20 Stunden blieben die Reiniger auf Gummi, Chrom und eloxiertem Aluminium. Wie gut die Verträglichkeit auf Autolack ist, prüften wir auf einem Wasserbasislack-Testblech bei 80 Grad über zweimal je eine Stunde. Die Kunststoffverträglichkeit testeten wir auf Polycarbonat- Streifen. Diese wurden mit 0,5 Milliliter Reiniger versehen, in einen Rahmen eingespannt und dann für 48 Stunden bei 80 Grad Celsius in den Ofen ge- stellt. Auf den Polycarbonat- Teststreifen entstanden bei aggressiv wirkenden Produkten feine bis tiefe Risse und Anätzungen, auf Lack zeigten sich bei einigen Reinigern Aufquellungen.

WAS TAUGEN FELGENREINIGER-TABLETTEN?

Neben den Flüssigreinigern haben wir Felgenreiniger-Tabletten der Marke Biobaula auf ihre Reinigungswirkung überprüft. Der Test auf den Felgenschmutz-Blechen ergab: Es war keine Reinigung erkennbar.

Nach drei Minuten Einwirkzeit und dem Abspülen blieb das Blech tiefschwarz. Mit einem stark alkalischen pH-Wert von 10,5 greift er zudem Aluminium stark an. Reinigungswirksame Tenside machen den geringsten Teil der Inhaltsstoffe dieser Tabletten aus. Hauptbestandteile sind Bindemittel, um eine feste Konsistenz zu erzielen. Das Prinzip: Zitronensäure und Carbonate reagieren beim Hinzugeben zu Wasser miteinander, Kohlendioxid entsteht. Das Sprudeln soll für die Durchmischung in der Sprühflasche sorgen. Die Tabletten lösten sich nur extrem langsam auf. Zudem zerbröselte eine komplett beim Versuch, sie der Verpackung, einer Aludose, zu entnehmen.

FAZIT

Lars Busemann

Wer die Tabelle des 2019er Felgenreinigertests neben diese legt, erkennt eine größere Anzahl sauberer Testbleche – erfreulich! Die Reiniger sind besser geworden, aber spitze sind nur zwei:

Dr. Wack und Sonax. Keiner putzt so sauber und gleichzeitig materialschonend wie diese beiden. Beim Preis-Leistungs-Sieger Tuga heißt es: Er reinigt zwar gut, aber nicht antrocknen lassen – der Lack auf der Felge könnte dann leiden.

Und Lidl? Lohnt sich nicht.