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Zweimal mit Gummi


ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 60/2018 vom 05.10.2018

Klaus Illmer hat gleichzwei Lieblingsmethoden fürs Forellenangeln mit Gummiködern:Dropshot mit Seitenarm und dasJiggen mit kleinen Gummis am sehr leichten Bleikopf. Hier erklärt er, wie man mit beiden Methoden erfolgreich ist.


Artikelbild für den Artikel "Zweimal mit Gummi" aus der Ausgabe 60/2018 von ANGELSEE aktuell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ANGELSEE aktuell, Ausgabe 60/2018

Klaus Illmer setzt beim Angeln mit Gummiködern am Forellensee auf zwei Techniken: Dropshot am Seitenarm (links) und ultraleichte Jigs.


Der Gummiköder wird an einem 30 Zentimeter langen Seitenarm angeboten. So spürt die Forelle beim Biss keinen Widerstand.


Das Dropshot-Angeln bietet den Vorteil, dass man mit dieser Methode „Hotspots“ sehr gründlich befischen kann. Die ...

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... herkömmliche Montage fürs Dropshotting ist folgendermaßen aufgebaut: Am Ende des Vorfachs (aus Fluorocarbon in der Stärke 0,16 bis 0,18 Millimeter) befestigt man ein Blei. Sogenannte Dropshot-Bleie sind mit einer speziellen Öse ausgestattet, in der die Schnur einfach festgeklemmt wird. Knoten ist also nicht nötig. Zusätzlich hat man den Vorteil, dass man bei einem Hänger nur das Blei verliert und nicht gleich die ganze Montage. Über glattem Grund lassen sich aber auch herkömmliche Birnenbleie mit normalem Wirbel einsetzen. Dann muss die Schnur allerdings festgeknotet werden. Auch die Verwendung von Klapp-bzw. Lotbleien ist möglich–solange sie an der Schnur halten.

Etwa 50–60 cm oberhalb des Bleies wird der beköderte Haken befestigt. Meist knüpft man den Haken direkt ins Vorfach. Ich dropshotte allerdings lieber mit einem Köder, der an einem Seitenarm (ebenfalls aus Fluorocarbon, etwas dünner als das Vorfach) angebracht ist. Warum der Seitenarm? Ganz einfach, weil ich denke, dass diese Anköderungs-bzw. Präsentationstechnik subtiler ist. Ein am Seitenarm angebotener Köder bietet der Forelle beim Biss ziemlich wenig Widerstand. Befände sich der Köder hingegen direkt am ziemlich gestrafften Vorfach, wäre die Gefahr groß, dass die Forelle den Braten riecht und wieder loslässt. Am Seitenarm hingegen hat der Köder schön viel Spielraum. Gleiches gilt für die Forelle beim Biss.

Mit der Dropshot-Montage kann man den Köder so lange vor dem Maul der Forelle spielen lassen, bis sie zubeißt.


SCHWEBENDE KÖDER

Gummiköder fürs Dropshotting gibt es mittlerweile in fast alles Farben, Formen und Größen. Wichtig ist, dass man zum einen ziemlich kleine Köder nimmt, die gut ins Maul der Salmoniden. Zum anderen sollten die Gummis auftreiben, damit sie über dem Grund schweben. Man kann zur Not auch sinkende Köder einsetzen, denen man dann mit einem Stück Styropor am Haken den nötigen Auftrieb verleiht.

Die Tiefe, in der man angelt, lässt sich über den Abstand zwischen Blei und Köder variieren. Ist der Abstand groß, angelt man weiter über dem Grund. Verkürzt man den Abstand, wird näher am Grund gefischt. Zu Beginn beträgt der Abstand zwischen Blei und Seitenarm rund 60 Zentimeter. Grundsätzlich bietet sich das Dropshotting an, wenn die Forellen grundnah auf Beutezug gehen. Verkrautete Gewässer eignen sich nicht fürs Dropshotting, weil sich das Grünzeug hier schnell am Haken festsetzen würde.

Der Gummiköder wird nicht wie beim Jiggen auf den Haken gezogen, sondern man führt den Haken der Größe 8 bis 10 vorne im Kopfbereich einmal durch den Köder. So kann der Gummiköder frei und verführerisch im Wasser spielen.

Man wirft die Dropshot-Montage an eine aussichtsreiche Stelle und strafft die Schnur. Dann lässt man den Köder durch leichtes Zupfen mit der Rute spielen. Das Blei darf dabei allerdings nicht vom Boden abgehoben werden. Mit dieser Vorgehensweise kann man Forellen, die sich an der Stelle befinden solange reizen, bis sie zubeißen. Ist nach einiger Zeit kein Biss erfolgt, versetzt man die Montage und wiederholt das Köderspiel. Beim Biss sind die Forellen nicht zimperlich, packen den Köder mehrfach und schluckt ihn häufig sogar. Ein zusätzlicher Anhieb ist meist nicht erforderlich.

Das Blei befindet sich ca. 60 Zentimeter unterhalb des Seitenarms.


Über einen Mikrowirbel verbindet man beim Dropshotten die geflochtene Hauptschnur mit dem Fluorocarbon-Vorfach.


Schlanke Köder arbeiten mit dem ganzen Körper. Bei voluminöseren Gummis bewegt sich meist nur der Schwanz.


Mehr Geruch: Aromatisierte Köder können das Fangergebnis verbessern.


JIGGEN MIT PERLE

Man kann am Forellensee natürlich auch erfolgreich jiggen. Allerdings stehen die Forellen auf deutlich kleinere Köder als Barsche oder Zander. Am Forellensee kommen schwimmende Gummiköder in Längen bis 4 Zentimeter zum Einsatz, die an 0,8 bis 1,5 Gramm leichten Jigköpfen (Hakengröße 4) präsentiert werden. Im Gegensatz zum Zanderangeln, bei dem man den Köder über den Gewässergrund hüpfen lässt, wird am Forellensee im Mittelwasser gejiggt, denn dort halten sich die Salmoniden meist auf. Im Sommer sollte man den Köder etwas flacher führen, im Winter etwas tiefer.

Wer noch feiner angeln möchte, verwendet keine herkömmlichen Jig-Haken, sondern kombiniert einen Fliegenhaken der Größe 4 bis 10 mit einer kleinen Tungsten-Perle. Die Perlen haben einen Durchmesser von 2,3 bis 4,0 Millimeter und bringen dabei Gewichte zwischen 0,3 bis 0,8 Gramm auf die Waage. Die Verwendung von geschlitzten Tungsten-Perlen bietet sich an, weil diese sich schnell und einfach auf dem Haken platzieren lassen.

Bei der Köderführung muss man deutlich sensibler zu Werke gehen als beim Jiggen im Fluss oder See auf Raubfische. Der Köder wird mit Hil-fe der Rute vorsichtig durchs Mittelwasser gezupft. Dabei bricht er seitlich aus. Und diese Bewegung macht die Forellen richtig heiß. Man sollte wissen, dass dieser Reiz stark abhängig ist von der Form des Gummis. Ein schlankes Gummifischchen „arbeitet“ mit dem gesamten Körper, während sich bei einem eher voluminösen Köder nur der Schwanz bewegt.

Fürs Jiggen auf Forelle müssen die Bleiköpfe klein und leicht sein. Jigheads zwischen 0,8 und 1,5 Gramm (links) sind genau richtig. Noch leichter fischt man mit einem Fliegenhaken in Kombination mit einer kleinen Tungsten-Perle.


Der leichte Bleikopf sorgt in Verbindung mit einem auftreibenden Gummiköder dafür, dass der Köder im Wasser schwebt.


Beim Jiggen im Mittelwasser beißen die Salmoniden meist herzhaft zu.


Ein L-förmiger Gummiköder am Einzelhaken mit Tungstenperle rotiert verführerisch durchs Wasser. Der Dreifachwirbel wirkt Schnurdrall entgegen.


GUMMIS MIT AROMA

Welcher Köder besser fängt, lässt sich pauschal nicht sagen. Die Vorlieben der Forellen ändern sich von Tag zu Tag. Es ist jedenfalls sinnvoll, unterschiedliche Köder in der Box zu haben und diese auch auszuprobieren. Ich nehme gerne aromatisierte Gummis, die nach Käse, Fisch oder Knoblauch duften. Der Geruch erhöht die Lockwirkung des Köders. Es sind auch Gummis erhältlich, die in Salz eingelegt sind. Diese Köder bieten den Vorteil, dass der Fisch ihn nach einem Fehlbiss häufig sofort wieder attackiert. Mein Geheimtipp sind L-förmige Gummis, die an einem Öhrhaken mit einer kleinen Tungstenperle angebracht sind. Ähnlich wie das klassische Bienenmaden-L rotiert dieser Köder verführerisch durchs Wasser. Um Schnurdrall (bei der Verwendung von monofiler Hauptschnur bzw.monofilem Vorfach) zu verhindern, biege ich das Hakenöhr vorsichtig auf und schiebe einen Dreifachwirbel hinein. Danach das Hakenöhr wieder schließen und schon kann’s losgehen.

Eine Forelle ist eingenetzt. Klaus verwendet ein gummiertes Keschernetz. Das Netz ist geruchsneutral und ein Haken verfängt sich nicht so leicht darin.


Ich verwende fürs ultraleichte Jiggen am Forellensee eine farblich auffällige 0,04 bis 0,06 mm starke geflochtene Hauptschnur sowie ein 70 bis 80 Zentimeter langes Vorfach aus Fluorocarbon (Durchmesser 0,16 bis 0,18 mm). Die farbige Hauptschnur ist bei der Biss-Erkennung ungemein hilfreich. Das im Wasser nahezu unsichtbare Fluorocarbon erweckt bei den Fischen kein Misstrauen. Hauptschnur und Vorfach werden über einen Doppelten Grinnerknoten oder einen Albright-Knoten (siehe Zeichnung S. 9) miteinander verbunden. Beim Biss spürt man ein leichtes Ruckeln in der Rute. Aufgrund des leichten Ködergewichts kann es passieren, dass sich die Schnur erst einmal nicht spannt. Dann muss man die Leine genau im Auge behalten und auf Richtungsänderungen achten. Ist man sicher, dass der Fisch den Köder genommen hat, lässt man ihn in die Rute laufen und setzt dann den Anhieb.

Kleine Knotenkunde

1. Knoten für den Seitenarm

Mit dem so genannten Springerknoten bindet man einen Seitenzweig in das Fluorocarbon-Vorfach. Dazu wird eine einfache Schlaufe gebildet und durch mehrere Überhandwicklungen verdrallt. In der Mitte sollte eine Lücke offen bleiben. Durch sie wird die große Schlaufe gesteckt, das Ganze angefeuchtet und festgezogen. Wenn man die Schlaufe unmittelbar am Knoten an einer Seite auftrennt, erhält man einen Seitenarm in der nötigen Länge.

2. Die Dropshot-Montage

An den Seitenarm kommt der Öhrhaken für den Gummiköder. Ans Ende des Vorfachs klemmt man ein spezielles Dropshot-Blei (oder knotet ein anderes Blei an).

3. Verbindung Hauptschnur-Vorfach

Der so genannte Albright-Knoten ist eine schlanke Verbindung zwischen zwei ungleich starken Schnüren. Für das ultraleichte Jiggen wird eine farbige Hauptschnur mit einem Fluorocarbon-Vorfach kombiniert.

Rutenwahl

● fürs ultraleichte Dropshotting: Wurfgewicht 1,5 bis 6 Gramm, Länge bis 2,20 Meter;
● fürs ultraleichte Jiggen: Wurfgewicht 0,5 bis 2,5 Gramm, Länge 1,75 bis 1,85 Meter.

Fotos: Gregor Bradler

Zeichnungen: Blinker/JTSV