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ZWEIMAL OFFENES FEUER


Auto Bild sportscars - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 12.08.2021

MEHR OFFEN ZUR SCHAU GESTELLTE RIVALITÄT GEHT NICHT! Denn bei dem Duell der bayerischen Power-Cabrios bilden BMW M440i und Audi S5 den größten gemeinsamen Nenner. Einen offenen RS 5 gibt es auf Basis der aktuellen A5-Plattform nicht. Zwar scharrt bei BMW das M4 Cabriolet in der Dingolfinger Boxengasse bereits mit den Hufen, doch darauf braucht man nicht unbedingt zu warten. Was der 374 PS starke Turbo-Reihensechser des M440i mit 48-Volt-Mildhybrid-System abliefert, ist schwer zu toppen. Und wir meinen nicht vorrangig die Leistung, sondern setzen stattdessen fette Ausrufezeichen hinter das Ansprechverhalten, die Motor-Getriebe-Abstimmung, den Sound und auch die Effizienz.

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Cabrio-Speck: Beide wiegen gut 1,9 Tonnen. Die Coupé-Versionen von M440i und S5 sind etwa 200 kg leichter

„Der M440i ist hier das sportlichere Cabrio. Die Dynamik geht aber nicht zu Lasten des Komforts.“

Mirko Menke, Tester

In all diesen Punkten kann der S5 nicht ganz mithalten. Er verbraucht etwas mehr und beschleunigt etwas ...

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... langsamer. Und insbesondere in Sachen Laufkultur und Ansprechverhalten ist er seinem Konkurrenten spürbar unterlegen. Dafür muss sich der Audi keineswegs schämen, denn wir sind uns ziemlich sicher: Einen feiner laufenden Verbrennungsmotor als den einfach aufgeladenen BMW- Reihensechser gibt es diesseits der 100 000-Euro-Marke nicht. Vom seidenweichen Anspringen (dank des Riemenstartergenerators) über das ansatzlose Hochdrehen schon bei knapp über 1000 Touren (tatsächlich verzichtet die tolle ZF-Automatik hier schon von sich aus aufs Runterschalten) bis hin zum bei Höchstdrehzahl (6900 Touren) vibrationsfreien Motorlauf. Das krönende Topping ist der in allen Lebenslagen entzückende, aber nie zu aufdringliche Klang, von dem man sich am besten ohne Verdeck betören lässt. Daumen und Zeigefinger bilden einen Kreis, die Schnittstelle führen wir an die Lippen und geben einen leidenschaftlichen Kuss für diesen famosen Antrieb.

Bevor die Passion das Gemüt überhitzt, versenken wir die Dächer im Verdeckkasten und begeben uns auf die Landstraße zur Abkühlungsrunde. Hier zeigt der Audi, dass seine Motor-Getriebe-Einheit, bestehend aus Dreiliter-Turbo und Achtstufenwandler ohne Mildhybridisierung, zwar nicht ganz mithalten kann. Ein Quell der Freude ist der V6 mit heißem V (Turbolader zwischen den Zylinderbänken) jedoch auch. Wo der Rest der offenen A5-Welt mit vier Töpfen auskommen muss, gleich ob im Diesel oder Benziner, liefert der druckvolle (500 Newtonmeter ab 1370 Touren) und klanglich ebenfalls sehr ansprechende Sechszylinder des S5 eine beeindruckende Show ab. Das lineare Ansprechverhalten und die allseits schlüssige Getriebearbeit des BMW hat er zwar nicht ganz drauf, der Verzug zwischen Pedalweg und Vortrieb bleibt allerdings angenehm gering, und die Automatik wirkt alles andere als verschlafen. Allein der direkte Umstieg in den 4er dürfte beim Audi-Piloten für Verstimmung sorgen. Allerdings gibt es auch ein paar Dinge, die der Audi besser draufhat als der M440i. So liefert seine 1000 Euro teure Dynamiklenkung zum einen mehr Rückmeldung. Die variable Sportlenkung des BMW kommt zwar serienmäßig, doch liegt der M440i zu lose in der Mittellage, während der S5 beim Steuern natürlicher wirkt, weil sein höheres Rückstellmoment den S5 nach Kurven fast von allein wieder auf Kurs bringt. Apropos Kurven: Bei auftretender Querbeschleunigung fühlt man sich von den Audi-Sitzen fester in die Zange genommen. Den angenehmeren Kurvenhalt gibt es aber wieder nicht gratis: Für die Sportsitze Plus mit verstellbaren Seitenwangen verlangt Audi knapp 1000 Euro extra – dennoch ein lohnendes Invest, vor allem für Freunde der Querdynamik.

„Die vielseitig verstellbaren Sportsitze Plus (plus 925 Euro) passen optimal zum S5.“

Stefan Novitski, Redakteur

Bei der Karosseriesteifigkeit hat wiederum der BMW seine Nieren-Nase vorn. Die Struktur des Audi erweist sich vor allem bei geöffnetem Dach als weniger verwindungssteif, Schlaglöcher lassen den S5 im Vergleich deutlich stärker erzittern. Und wenn die Stoffdächer geschlossen sind, profitiert der BMW von seinen harten Kunststoffschalen, die sich unter der Stoffhaut befinden. Er ist sowohl bei Stadttempo als auch bei 160 km/h messbar leiser als der Audi, der keine Hartschalen unter dem Stoff trägt. Jedoch sitzt auch das Audi-Verdeck stramm und ist anständig gefüttert.

Wer die Kurven auf abgesperrten Strecken gern mit rauchendem Heck durcheilt, findet im M440i seinen Gesinnungsgenossen. Trotz Allrad lässt sich der BMW nur zu gern quer treiben, während sich der S5 hier nur im übertragenen Sinne querstellt. Und auch ohne ausbrechendes Hinterteil spürt der M440i-Pilot, dass der BMW von seiner Motorleistung mehr für die Hinterräder abzwackt. Dazu ist seine Vorderachse mit rund 80 Kilogramm weniger belastet, weswegen der S5 trotz Sportdifferenzial (1350 Euro) beim Handling etwas blass aussieht.

Ein Rowdy ist der Weiß-Blaue dennoch nicht. Denn auch was den Komfort angeht, fährt er dem Audi davon, deutlich sogar. Nennenswert ist hier speziell die feiner ansprechende Federung, die auch im Sport-Plus-Modus nicht ganz so hart austeilt wie die des Audi. Dazu ist die Spreizung im S5 zwischen der komfortablen und der sportlichsten Dämpferkennlinie nicht so breit wie die des BMW.

Auch über den Preis kann der ältere S5 nicht punkten. Denn der in der Basis teurere BMW hat schon ab Werk viel mehr Goodies an Bord. Für Navi, Leder oder Parksensoren hält man bei Audi dagegen noch mal weit die Hand auf, während im M440i konsequenterweise das Sportdifferenzial schon serienmäßig verbaut ist.

Das offene Feuer des S5 vermag der Punkteunterschied am Ende zwar nicht auszublasen. Klar ist aber auch: Der M440i entflammt uns ein bisschen mehr.

PLATZIERUNG Punkte maximal 350

1 . BMW M440I Schneller, agiler, sparsamer und komfortabler. Ausstattungsbereinigt sogar etwas günstiger. 258 Punkte

2. AUDI S5 Die besseren Sitze und der geringere Unterhalt sprechen für den S5. Reicht am Ende aber nicht. 253 Punkte

Sämtliche dynamische Fahrten auf dem Bilster Berg wurden mit Helm durchgeführt. Für die langsamen Fotoaufnahmen durfte dankenswerterweise der Kopfschutz angenommen werden.

Fazit

Stefan Novitski Mirko Menke

Nicht nur aus sportlicher Sicht ist der M440i mit seinem tollen Antrieb das bessere Cabrio. Er ist dazu komfortabler und günstiger.

Der S5 ist auch gelungen, in vielen Punkten aber eben nicht so gut wie sein Konkurrent.