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Zweistelliger Umsatzzuwachs


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florieren! - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 03.06.2022

FLORISTIK & AMBIENTE MEYER IN SINZIG

1 2 Die Front des Geschäfts- und Wohnhauses liegt an der verkehrsberuhigten Hauptstraße, ein weiterer Eingang mit Parkplatz befindet sich an der rückwärtigen Seite. Im rechten Teil des Geschäfts wurden die Schaufensterfront und der Boden erneuert, sodass beide Bereiche als Einheit wahrgenommen werden.

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Fünfzehn Prozent Umsatzsteigerung Das hört sich gut an, doch wie erreicht man das? Durch eine neue Ladengestaltung. Soll man so etwas glauben? Ilse und Hans-Jürgen Meyer, Blumenfachgeschäftsinhaber in Sinzig, haben es geglaubt – und wurden nicht enttäuscht. Mitten in der Coronapandemie, als die meisten Inhaber von Blumengeschäften ihr Geld zusammenhielten, haben sie 130.000 A in ein komplett neues Ladendesign investiert. Das Ergebnis: Ein vom Architekten vorausgesagtes Umsatzplus wurde erreicht. „Wir sind gestärkt aus der Pandemie rausgekommen“, freut sich ...

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... Hans-Jürgen Meyer.

Doch zunächst ein kurzer Blick zurück. Ilse und Hans-Jürgen Meyer führen „floristik & ambiente meyer“ in der 3. Generation, gegründet wurde das Unternehmen 1930. Das 120 m² große Geschäft war ehemals in zwei Hälften geteilt, die durch einige Stufen voneinander getrennt waren. Dadurch entstand der Eindruck von zwei nicht zusammenhängenden Bereichen, der durch unterschiedliche Böden noch verstärkt wurde. Die seitlich vom Laden zugänglichen Außenflächen umfassen etwa 2.000 m². Die Ladeneinrichtung war etwa 20 Jahre alt, die Konzeption der Außenflächen hatte sich in diesem Zeitraum ebenfalls kaum verändert. Und dann kam Stefan Suchanek! So muss man es wohl ausdrücken, denn ohne die konzeptionellen Ideen und den Enthusiasmus des Architekten aus München hätte das Ehepaar Meyer in einer krisengeschüttelten Zeit wohl kaum so viel Geld in die Hand genommen. Stefan Suchanek ist (neben anderen Tätigkeitsfeldern) Inhaber von „Raum Kunst“, einer „Agentur für Form- & Wirkungsbewusstsein und neuroästhetische Kommunikationsstrategie“. Die etwas hochtrabende Agenturbezeichnung basiert auf einem konkreten theoretischen wie praktischem Fundament (www.stefansuchanek.com), zahlreiche namhafte Unternehmen haben schon auf die Expertise zurückgegriffen.

Das vom Architekten vorausgesagte Umsatzplus wurde erreicht.

In Kontakt kam das Ehepaar Meyer mit dem Architekten über die Fleurop. Diese bietet ihren Partnern aus dem Blumenfacheinzelhandel konkrete finanzielle Hilfe bei der Umgestaltung des Ladendesigns an. Grundsätzlich kann sich jeder Fleurop-Partner für eine solche Förderung bewerben, eingereicht werden muss ein detaillierter Businessplan. Die Fleurop übernimmt die Honorare des Architekten, die Fleurop-Partner zahlen die eigentlichen Umbaukosten. Neben „floristik & ambiente meyer“ haben sich in der ersten Phase des Projekts vier weitere Blumengeschäfte erfolgreich um die Förderung bemüht. Einmal monatlich gibt es seither ein virtuelles Meeting der Inhaber, „alle verzeichnen seit der Neugestaltung ein Umsatzplus“, erläutert Hans-Jürgen Meyer.

3 Der Grundriss zeigt die Aufteilung des Geschäfts in „Floristik“ (links) und „Ambiente“ – dieser Bereich ist in Living und Dining gegliedert.

4 Ein zentrales Element der Einrichtung ist der runde Tresen, auf den die Kunden blicken, sobald sie den Laden durch den vorderen Haupteingang betreten. Man spürt ein wenig Stolz in der Stimme von Hans-Jürgen Meyer, wenn das Gespräch auf diesen Tresen kommt: „Ein Tresen in eckiger Form hätte nur ein Drittel gekostet.“ Die runde Form dieses „Augenfängers“ spielt aber eine wesentliche Rolle, denn organische Formen sind ein zentrales Gestaltungselement in der neuen Ladengestaltung.

5 Für das neue Erscheinungsbild wurde das alte Logo überarbeitet: Die Blüte blieb erhalten, aber die Farben sind wärmer, das Design ist klarer.

6 + 9 Organische Formen treffen auf klassische Regale, auch Teile der alten Einrichtung wurden integriert. Insgesamt bestimmen Anthrazit und Holz das neue Erscheinungsbild.

7 Die Schnittblumen werden auf einem Stufensystem präsentiert. Holzmarkisen mit integrierter Beleuchtung schützen vor zu viel Sonneneinstrahlung.

9 Vom Konzept des Architekten überzeugt, haben Ilse und Hans-Jürgen Meyer in die Zukunft investiert.

10 Unterstützt wurde der Umbau durch eine Förderung der Fleurop für ihre Partner-Floristen.

Die Kunden verweilen länger, es kommen auch neue Kunden.

Stefan Suchanek war mehrfach zu Vorbesichtigungen in Sinzig. Es schloss sich eine mehrmonatige Planungsphase an. Der erste Bauabschnitt im Innenbereich umfasste jeweils eine Ladenhälfte, sodass das Geschäft nicht gänzlich geschlossen werden musste. Im zweiten Bauabschnitt wurde der Außenbereich umgestaltet.

Ein klar durchdachtes Konzept

Im Laden blieb sprichwörtlich kein Stein auf dem anderen. Um die Anmutung eines einzigen Geschäfts zu erreichen, wurde im oberen Teil der gleiche Marmorboden verlegt wie im unteren. Oben wurde ebenfalls die Schaufensterfront erneuert. „Die Wegeführung hat sich stark verändert“, erklärt Hans-Jürgen Meyer. „Durch mehr Freiräume wirkt der Laden viel größer.“ Ein Ergebnis: „Die Kunden verweilen länger, es kommen auch neue Kunden.“

Stefan Suchanek hat detaillierte Vorgaben entwickelt. Farb- und Materialkonzept, Schaufenstergestaltung, Beleuchtung, Effektwände, Regale, Böden, Präsentationssäulen, der rote Teppich im Eingangsbereich, selbst das Logo – alles im neuen Design. „Entscheidend für den Erfolg ist das Zusammenspiel der Elemente, es ist ein klar durchdachtes Konzept“, sagt Hans-Jürgen Meyer. Geblieben sind die in den Räumlichkeiten verteilten Eichenstützen, die er schon vor vielen Jahren freigelegt hat. Sie bilden optisch einen rustikalen Kontrast zu dem edlen Anthrazit und dem abgetönten Weiß, die das Farbkonzept dominieren. Kontraste findet man ebenfalls in den Teilen der Schaufenster, in denen mit Holzwänden gearbeitet wurde. Von innen blickt man auf eine umfangreiche Warenpräsentation. Von außen schauen die Passanten auf nur wenige Produkte, die auf in die Holzwände eingelassenen Böden stehen.

Virtueller Besuch und Einkauf

Von der Straßenfront einsichtbar ist auch ein Signature-Bildschirm mit wechselnden Bild-Präsentationen – ein Hinweis auf das ausgeprägte Faible des Ehepaars Meyer für neue Medien und deren Kommunikationsmöglichkeiten. So etwas findet sich ebenfalls auf der Website: Dort kann man das Geschäft in einer 360-Grad-Filmbegehung erkunden (www.blumenmeyer. com). Es können also auch die Kunden einen Eindruck vom Geschäft bekommen, die zunächst einmal „nur“ die Website besuchen. Die virtuelle Begehung ist hoch professionell, gemacht wurde sie von Jörg Manegold, der auch die Bilder für diesen Beitrag fotografiert hat.

Auf der Website findet sich auch ein Shop, über den die Kunden viele der im Laden angebotenen Produkte kaufen können. Etwa Vasen des Herstellers Dutz oder Baobab-Duftkerzen, die – bei Stückpreisen zwischen 50 und 250 A und einer festen Fan-Gemeinde – im Einzugsgebiet nur bei „floristik & ambiente meyer“ zu finden sind. Der Shop ist in den 360-Grad-Rundgang integriert. Die Betrachter können an verschiedenen Stellen klicken und sind dann im Shop genau bei den Produkten, die sie sich angeschaut haben. „Der Shop spart Zeit bei der Beratung und wir konnten feststellen, dass viele Kunden beim virtuellen Einkauf mehr Geld ausgeben als im Laden“, erklärt Hans-Jürgen Meyer. Wer nur virtuell einkauft, wird aber nicht in den Genuss kommen, sich in der neu eingerichteten Lounge „verführen“ zu lassen. Ob Beratungsgespräche zur Hochzeit, zum Trauerfall oder zur Planung eines Events – die Kunden sitzen in einem so edlen wie gemütlichen Ambiente.

Attraktiv für neue Kunden

Hans-Jürgen Meyer hat die nicht unerheblichen Investitionen „natürlich nicht bereut“, die Umsatzsteigerungen im zweistelligen Bereich sprechen für sich. Ob dieser Erfolg auch ohne die Beratung und Planung des Architekten Stefan Suchanek denkbar gewesen wäre? „Sicher nicht“, ist der in Weihenstephan ausgebildete Blumentechniker überzeugt. Nicht zuletzt ist der Erfolg auch auf die Fleurop zurückzuführen, die mit dem für den Blumenfacheinzelhandel einmaligen Förderprogramm Maßstäbe setzt.

Bleibt zu erwähnen: Wie viele andere Kleinstädte in Deutschland muss auch Sinzig sich bemühen, die Kaufkraft im Ort zu halten oder – im optimalen Fall – Kunden von außerhalb anzulocken. Mit dem neu gestalteten Blumengeschäft „floristik & ambiente meyer“ ist man diesem Ziel nähergekommen. Es ist also nur folgerichtig, dass der Taspo-Award 2021 für „Markenpräsentation POS“ nach Sinzig ging.