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Zwischen Gletschern & Palmen


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Partner Hund - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 10.08.2022

Wandern im Pos chiavo

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Bildquelle: Partner Hund, Ausgabe 9/2022

Das Puschlav oder auch italienisch Val Poschiavo ist ein Südtal der Alpen im Kanton Graubünden in der Schweiz. Wer das Attribut mediterran im Zusammenhang mit der Schweiz hört, denkt sicher erst einmal ans Tessin. Aber das Puschlav kann hier eindeutig mithalten, da es sich gegen Süden nach Italien öffnet und so nicht nur das südländische Lebensgefühl, sondern auch das warme Klima herüberschwappt. Ganz anders sieht es da am anderen Ende des Tals aus: Denn hier trennt der eisige Berninapass das Puschlav vom Engadin.

Wandern im Puschlav: 7 Touren für Genießer mit Hund

So abwechslungsreich wie die Klimazonen im Puschlav sind, so abwechslungsreich sind auch seine Wanderungen und Ausflugsziele. Nicht selten hat man das Gefühl, während einer Tageswanderung alle Jahreszeiten zu erleben – besonders im Frühsommer, wenn im Bereich über 2000 Metern noch das ein oder andere Schneefeld ...

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... überquert werden muss.

Von der anstrengenden Mehrtageswanderung rund um den Piz Bernina oder die Besteigung des Eisriesen Piz Palü über Ausdauer fordernde Tageswanderungen bis zum entspannten Panoramaweg bietet das Puschlav für jeden Wanderfan die geeignete Tour.

Der Klassiker: San-Romerio-Rundwanderung ab Garabella

Die rund 12 Kilometer lange Tour führt von der kleinen Ortschaft Garabella über einen schmalen, alpinen Pfad oberhalb des Poschiavo-Sees zur Alpe San Romerio und über einen breiten Forstweg zurück zum Ausgangspunkt.

Die 800 Höhenmeter Aufstieg zur 1800 Meter hoch gelegenen Alp, die wie ein Adlerhorst über der felsigen Südostseite des Lago di Poschiavo thront, lohnt sich. Nicht nur wegen der großartigen Aussicht, sondern auch der Einkehr auf der Sonnenterrasse der urigen Selbstversorgerhütte, in der nur hausgemachte, typische Speisen und Getränke auf den Tisch kommen.

Während es für den Abstieg über den breiten Forstweg keine alpine Vorerfahrung braucht – lediglich ein bisschen Kondition –, ist für den Aufstieg über den schmalen

Campen im Poschiavo

Nur ein paar hundert Meter vom Bahnhof Li Curt entfernt liegt auf halber Höhe zwischen Poschiavo und dem Poschiavo-See im Örtchen San Antonio der familiäre und hundefreundliche Campingplatz Boomerang. Hier darf sich noch jeder seinen Stellplatz selbst aussuchen, es gibt keine Parzellen mit Gartenzwergen, sondern eine schöne Wiese mit vielen schattenspendenden Bäumen und einen kleinen Grillplatz. Die freundliche Besitzerin ist immer für einen Plausch offen, teilt gerne sämtliche Tipps und hilft bei der Planung von Touren in der Region. Und das Beste: Jeden Morgen bringt das Bäckerauto frische Brötchen direkt an den Platz.

Pfad S4 Trittsicherkeit und Schwindelfreiheit vonnöten. Dafür sind die Ausblicke auf den See umso spektakulärer. Wer sich und seinem Hund das nicht zutraut, nimmt einfach hin und zurück den gleichen Weg über die Forststraße.

Der Geheimtipp: Pass da Cancian & Pass d’Ur Rundtour ab Quadrada

Während die Alp San Romerio bei fast jedem Posciavo-Urlauber auf dem Programm steht, ist die 12,5 Kilometer lange Wanderung zum Pass da Cancian & Pass d’Ur ab Quadrada ein absoluter Geheimtipp und entsprechend einsam. Abenteuerlich ist bereits die Anfahrt zur Wanderung, denn auf den letzten knapp 10 Kilometern ab Selva ist die Pass„straße“ nur ein schmaler, geschotterter Fahrweg. Auch für die Tour selbst sollte man ein wenig alpine Erfahrung mitbringen. Der Weg führt über sehr felsiges und ausgesetztes Gelände, im Vorfrühling über einige Schneefelder und oft ist der Weg nur schemenhaft anhand vereinzelter Wegmarkierungen zu erkennen. Aber die eindrucksvolle Landschaft entschädigt für alle Strapazen.

Los geht es durch ausgedehnte Weiden immer leicht bergauf zur Alp Cancian. Von da an geht es steil bergauf auf den gleichnamigen Pass. Kurz vor dem Pass d’Ur überquert der Weg für kurze Zeit die Grenze nach Italien. Der Abstieg zur Alp vorbei am Laghet d’Ur ist vom Panorama einmalig schön. Von der Alp d’Ur geht es dann im sanften Auf und Ab zurück zum Ausgangspunkt. Insgesamt müssen auf der Tour knapp 700 Höhenmeter überwunden und wegen des schwierigen Geländes rund 5 Stunden eingeplant werden.

Für Genusswanderer: Vom Berninapass über den Sassal Mason zur Alp Grüm

Eine wunderschöne Wanderung für die man zwar trittsicher sein sollte, aber für gerade mal 160 Höhenmeter nicht besonders fit sein muss, ist die Tour vom Berninapass über den Sassal Mason zur Alp Grüm. Am Anfang der Tour geht es fast komplett ebenerdig am Lago Bianco entlang. Der Stausee wird von sogenannter Gletschermilch gespeist – daher der Name und die weißliche Farbe. Und noch etwas Spannendes kann man hier beobachten: Der See ist nämlich auch eine Wasserscheide:

Im östlichen Teil fließt das Wasser in das Schwarze Meer, im südlichen in die Adria. Bis weit in den Frühsommer hinein müssen an der Westseite einige Schneefelder überquert werden, was dem sonst einfachen Wanderweg eine gewisse Schwierigkeit verleiht. Besonders schön ist dann der Aufstieg zum Sassal Mason und die Aussicht auf den Palü-Gletscher und bis tief hinein ins Val Poschiavo. Danach geht es nur noch bergab – zunächst auf einem schmalen Pfad und dann auf einem breiteren Wanderweg zur Alp Grüm. Hier wird im Anschluss ein wahnsinnig leckeres Käsefondue mit Panoramablick serviert. Insgesamt ist die Tour knapp 10 Kilometer lang und dauert 2–3 Stunden.

Für Bergseen-Liebhaber: Val di Campo & Passo Val Viola

Das Val di Campo zählt zu den schönsten Nebentälern im Poschiavo und ist eines der beliebtesten Ausflugsziele.Zurecht! Wer sich den langen Weg auf der breiten Schotterstraße von Sfazu nach Camp sparen möchte (und auch die Energiereserven für diese eh schon recht lange und anspruchsvolle Tour), reserviert so wie wir einen Platz im Postauto unter der Nummer 0583413491.

Mein Tipp: Am besten ein paar Tage vorher anrufen, denn die wenigen Plätze im Kleinbus sind schnell voll. Von der Endhaltestelle Camp geht es weiter zu Fuß ins Tal hinein – vorbei an den Seen Lagh da Scispadus und Lagh da Val Viola. Von dort geht es steil bergauf auf einen (namenlosen) Pass auf über 2400 Metern. Hier liegt noch jede Menge Schnee. Hinter dem Pass liegt bereits die Grenze zu Italien, die man überquert und im Rifugio Viola eine kleine Mittagspause einlegt. Das Rifugio wird auch als Polentahütte bezeichnet, denn sie serviert jeden Tag nur das: Polenta.

Wandern im Poschiavo

Über 250 Kilometer markierte Wanderwege gibt es, die von rund 400 Metern auf bis zu 3905 Meter hinaufführen. Letzteres ist die Höhe des Piz Palü, des markanten Eisriesens und Teil der bekannten Bernina-Gruppe. Die Hochtour auf selbigen mal ausgenommen, findet man im Puschlav unzählige Wanderungen, die Hund und Halter gleichermaßen glücklich machen. Fitte Mensch-Hund-Teams finden auf schmalen Bergpfaden ihre Herausforderung, gemütliche Wanderteams suchen sich stattdessen die breiteren Panormawege aus und fahren mit der Rhätischen Bahn zurück zum Ausgangspunkt. Besonders praktisch: Durch die vielen Gletscherseen und Flüsse kann die Hundetrinkflasche eigentlich auf allen Wanderungen getrost zu Hause bleiben und an heißen Tagen können sich die Vierbeiner im kühlen Nass nach Herzenslust erfrischen.

Im Menü für 15 Euro gibt’s eine Karaffe Wein und Wasser dazu sowie einen Kaffee hinterher. Der Rückweg führt dann über den Passo Viola (2460 m) und eine wunderschöne blühende Hochebene.

Zurück am Lagh da Val Viola wandert man nun einmal um den See und an der Ostseite entlang. Wem dieser Abstecher zu lang ist, der kann auch an der Westseite auf dem gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt wandern. Insgesamt ist der Weg eine wirklich wunderschöne, stellenweise einsame und mit 15 Kilometern und 600 Höhenmetern eine recht herausfordernde Rundwanderung, die eine schöne Alternative zum kurzen Rundweg (5 km) oder dem Puschlaver-Klassiker von Sfazu (15 km) ist.

Für Bahnfreunde:Alp-Grüm-Runde von Cavaglia

Die Alp Grüm lässt sich nicht mit dem Auto, sondern nur mit dem Zug der Rhätischen Bahn erreichen. Oder eben zu Fuß im Rahmen einer kurzen, aber recht steilen Wanderung ab Cavaglia.

Cavaglia liegt auf einer Hochebene auf 1700 Metern und kann über eine Passstraße erreicht werden (oder ebenfalls mit dem Zug). Bevor man sich zu Fuß auf den Aufstieg zur Alp macht, lohnt der Gletschergarten etwas unterhalb der Bahnstation einen Besuch. Hier hat der Palü-Gletscher über 30 riesige Gletschertöpfe in den Fels gegraben, die aussehen, als wären sie Kochtöpfe von Riesen. Sie liegen weit verteilt in einem großen Areal, das auch immer wieder schöne Ausblicke nach Poschiavo bietet.

Dann geht’s an den Anstieg über den Via Palü. Dazu folgt man dem Palü-Fluss vorbei an einem Wasserkraftwerk bis zum wunderschönen Palü-See. Am See zweigt der Weg zum Gletschersee Lagh da Caralin ab, auf dem jedoch bis in den Sommer hinein steile Schneefelder zu überwinden sind.

Der Serpentinenpfad nach Alp Grüm ist dagegen auch schon früher im Jahr sehr gut zu gehen und technisch verhältnismäßig einfach. Zurück geht es entweder mit dem Zug oder auf dem vielfrequentierten Weg über Stablini. Insgesamt werden auf der acht Kilometer langen Runde etwa 400 Höhenmeter überwunden.

Für Flachlandtiroler: Lago-di-Poschiavo-Umrundung

Die leichte, rund acht Kilometer lange Wanderung um den Lago di Poschiavo kommt ohne Höhenmeter aus und ist somit fast für jeden und bei jedem Wetter machbar. Oft findet man auch an einem Regentag ein trockenes Zeitfenster und der See sieht mit ein paar Nebelschwaden fast noch schöner aus als bei strahlendem Sonnenschein.

Parken kann man zum Beispiel auf dem Parkplatz bei Miralago – von dort sind es nur wenige Meter bis zum Start des Seerundwegs. Insbesondere die schroffe Ostseite des Sees ist landschaftlich ein Traum und komplett unbebaut.

Wegen der Steinschlaggefahr sollte man hier aber keine ausgedehnten Pausen einlegen.

Übrigens: Obwohl es sich um einen Stausee handelt, wurde er nicht künstlich angelegt, sondern entstand durch einen prähistorischen Bergsturz. Lediglich eine Wasserfassung am Süd-ende reguliert heute den Abfluss.

Zum Abendessen: Von San Antonio nach Selva & zurück

Die knapp zehn Kilometer lange Wanderung von San Antonio nach Selva und zurück startet direkt am Campingplatz Boomerang. Über einen schmalen Waldpfad geht es bergauf. Ungefähr auf halber Strecke nach Madreda lichtet sich der Wald und man kann die umliegende Bergwelt sehen.

Die Bergwiesen sind voller blühender Blumen und auf den Weiden grasen Kuhherden – mehr Schweizidylle kann man sich kaum vorstellen. In Selva angekommen serviert das Ristorante Selva das Nationalgericht des Puschlavs: frische Pizzocheri (Buchweizennudeln) mit Kartoffeln, Spinat und Käse. So einfach und so gut! Zurück geht es es dann über den Hauptweg nach Pontresina.

Hier nur nicht den Abzweig nach San Antonio verpassen!

JANA ZIESENISS