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Zwischen Mohn und Kirschen


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Weck LandJournal - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 03.05.2022
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Bildquelle: Weck LandJournal, Ausgabe 3/2022

Ab der Sommersonnenwende ereignet sich in Nordhessen jedes Jahr ein Schauspiel der besonderen Art. Dann strecken Millionen von Mohnblumen neugierig ihre pinken Köpfchen aus den Feldern um den Hohen Meißner empor. Dieses Blütenspektakel im Frau-Holle-Land lockt sicher auch bald Sie an. Erfahren Sie mehr darüber in unserem Beitrag!

Wussten Sie, dass es in der Mitte Deutschlands, zwischen Harz und Rhön, ein Fleckchen Erde gibt, wo es für kurze Zeit ein Meer von Mohnblumen zu bestaunen gibt? Nicht die roten Klatschmohnblüten, wie wir sie vom Feldrain kennen, sondern die pinken, großen, prächtigen Blüten des Schlafmohns! Dieses Blütenmeer an Mohnblumen ist sehr beeindruckend, sodass jedes Jahr aufs Neue eine Schar von Menschen angelockt wird. Ein Grund für das WECK LandJournal hinzureisen, um zu sehen, was dort geboten ist.

Auf der Reise nach Nordosthessen malen wir uns bereits die schönsten Bilder mit ...

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... Mohnblüten aus. Wir überlegen uns mögliche Fotomotive und stellen uns vor, mitten im Mohnfeld zu liegen und die vom Wind bewegten Blumen zu bestaunen. Ein wenig traumtänzerisch, aber durchaus zum Zeitvertreib zu gebrauchen. Unser erstes Ziel ist das Mohndorf Germerode, in der Nähe des Hohen Meißners gelegen. Hier gibt es einen Landwirt, der mehrere Felder mit Mohn bewirtschaftet und gemeinsam mit dem ‚Geo-Naturpark Frau-Holle-Land‘ die etwa zweiwöchige Mohnblüte in der Region staunenden Besuchern ermöglicht und touristisch immer wieder schmackhaft macht.

Eine Zeitung betitelte ihn mal als „Man on the Mohn“. Wir wollen ihn treffen und erfahren, dass Björn Sippel seit 2009 Mohn anbaut (anfangs als Nebenerwerb) und immer viel beschäftigt ist. Zum vereinbarten Zeitpunkt kocht er im Restaurant und bereitet Mohngerichte zu. Dorfbewohner, die sich an der Theke eine Erfrischung gönnen, berichten, dass Björn (im Dorf duzt man sich!) immer unterwegs ist, wenn er nicht gerade in der Küche steht.

Später erfahren wir von ihm selbst, dass er neben seiner Tätigkeit als Mohnbauer und Koch noch Gasthausbesitzer vom Landhotel ‚Meißnerhof‘, Direktvermarkter für seinen Mohn, Mohn-Produktentwickler (z. B.

Mohnpesto, Mohnspätzle) und sogar Eisskulpturenkünstler ist. Viele Pfade, auf denen sich Herr Sippel da bewegt. „Ich kümmere mich auch um die Bodenqualität und die Saatgutvermehrung unseres Mohns“, erzählt er uns voller Stolz.

Ein Traum von Mohn: Auf begehbaren Strohwegen lässt sich die Blüte der nahezu opiumfreien Blaumohnsorte ‚Miezsko‘ hautnah erleben

Wir kommen mit Gästen ins Gespräch, die bereits die Mohnblüten gesehen haben, leidenschaftlich davon berichten und sich nun eine Mohnspezialität gönnen. Auf der Mohnkarte von Sippels Restaurant entdecken wir u. a. Lachspraline mit Mohn, Hähnchenbrustfilet mit Mohn-Sesam-Kruste, Mohnspätzle und Mohnbratwurst, sowie für den süßen Gaumen Mohnmousse und Mohneis! Das hört sich verlockend an.

Eine Wonne für Mohnfans

Direkt neben dem Gasthaus hat Sippel ein kleines historisches Familien-Bauernmuseum eingerichtet. Schräg gegenüber in einer alten Scheune befindet sich das Mohnkino! Groß und plakativ an der pinken Mohnblüte zu erkennen, die uns noch öfter begegnen wird. Entweder zur Einstimmung oder zum Ausklang kann man sich im spartanisch eingerichteten Kino informieren. In einer Endlosschleife läuft ein etwa 20-minütiger Werbefilm über die Region, den Mohnanbau und die geheimnisvolle Sagen-und Märchenfigur Frau Holle. Der Eintritt ist frei. Nebenan hängen an einer Hausfassade zahlreiche gerahmte Mohnmotive von vergangenen Fotowettbewerben. Es wirkt alles ein wenig inszeniert, aber die Begeisterung für Mohn ist spürbar. Mohnbauer Björn Sippel zumindest ist seit Jahren fasziniert von Mohn.

Seine Ehefrau ist ebenso Teil der Germeroder Mohnfamilie. Während der Mohnblüte sorgt sie mit HelferInnen für die Versorgung der zahlreichen Besucher. So werden im Café ‚Mohntenne‘ zwischen den Mohnfeldern hausgemachter Mohnkäsekuchen und andere Köstlichkeiten mit Mohn angeboten. Zurecht trägt unserer Meinung nach Germerode den Titel familienfreundliches „Mohndorf.“

Entwicklungsstadien der Mohnblüte

Nun ist es Zeit, den blühenden Mohn live zu sehen. Zur Mohnblüte Mitte/Ende Juni bis Anfang/Mitte Juli gibt es an den Wochenenden geführte Mohnblütenwanderungen – entweder zur Morgendämmerung, vor-und nachmittags oder am Abend. NaturparkführerInnen laufen mit Interessierten rund um und durch die blühenden Mohnfelder von Germerode und Grandenborn im Ringgau, auch auf der Suche nach den schönsten Fotomotiven. Die nordhessischen Mohndörfer liegen dabei nur etwa 25 km voneinander entfernt.

In Germerode führt der Mohnwanderweg etwa 3 – 4 km lang mit kleinen Steigungen zu einer Anhöhe, von der man bei gutem Wetter die 20 Hektar blühenden Mohn, das Bergmassiv Hoher Meißner (754 m hoch), das Werratal und manchmal bis zur Rhön blicken kann. Und diejenigen, die nicht so gut zu Fuß unterwegs sind und trotzdem die pinkprächtigen Mohnblüten links und rechts der Rundtour des Mohnwanderwegs Germerode blühen sehen wollen, nutzen die vom „Mohnparkplatz 1“ angebotenen „Mohnschnecken“-Fahrten im Planwagen, ganz urig mit Traktorgetöse und Geruckel. Wer zu Fuß mehr entdecken möchte, läuft den etwa 3 Stunden dauernden „Panoramaweg Germerode“ mit 7,5 km Länge.

Inmitten von Mohnblüten

In Grandenborn, das im Jahr 2021 sein 750-jähriges Jubiläum feierte, führt die Mohnrundtour 3 km auch westlich des Dorfes entlang. Zum Zeitpunkt unseres Besuches waren nur etwa 5 ha mit Mohn angebaut. Wie auch Germerode hat sich dieses Mohndorf auf Besucher eingestellt und bietet Attraktionen im Umland.

Die berühmte Wurstspezialität aus Nordhessen, die Ahle Wurscht, kann man hier im hauseigenen Betrieb der Familie Linhose im ‚Teichhof ‘ probieren. In Germerode, Grandenborn und im dritten Mohndorf Wendershausen führen die Routen der Mohnwanderwege jeweils an den Wirtschaftswegen und auf strohunterlegten Pfaden mitten durch die Felder entlang. Jährlich ändern sich dabei die Standorte der Mohnfelder. Die einjährigen Mohnpflanzen brauchen wegen der Fruchtfolge jedes Jahr einen Felderwechsel. Da es genügend Ackerflächen rundherum gibt, können sich die Besucher so neben Rapsfeldern an üppig blühenden Frau-Holle-Blumenwiesen erfreuen. Man kann sich gut orientieren und gegebenenfalls zu den blühenden Mohnfeldern ausscheren.

Seit wenigen Jahren dauert die Faszination für den blühenden Schlafmohn an, was fast paradox ist, schließlich war Mohn hierzulande über Jahrhunderte eine übliche Kultur-, Heil-und Nutzpflanze, nur in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten. Vielleicht auch, weil es in Deutschland strikte Auflagen für Schlafmohnanbau wegen des enthaltenen Opiums (milchiger Saft von unreifen Fruchtkapseln) gibt. Wer Schlafmohn anbaut, braucht eine Genehmigung/Anbaumeldung bei der offiziellen Bundesopiumstelle in Bonn.

Was macht Mohn so besonders?

Mohn bietet eine ungeheure Vielfalt; allein 70 bis 100 Arten der Gattung Mohn stammen aus der Familie der Mohngewächse. Der Schlafmohn (lat. Papaver somniferum) zählt zu den ältesten Heilpfanzen. Mohn gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und spielt in vielen Weihnachtsbräuchen eine Rolle.

Die Pflanze ist einjährig und gehört zu den Bedecktsamern.

Die zu verwertenden Samen erntet man im Herbst, wenn die Kapsel vollständig entwickelt ist.

Artenschutz steht hoch im Kurs

Um vor Ort mehr über die im Frau-Holle- Land angebaute, fast opiumfreie Schlafmohnsorte ‚Miezsko‘ und die Mohnblüte zu erfahren, treffen wir Geo-Naturparkführerin Anke Fink. Mit ihr laufen wir den Mohnwanderweg Germerode. Dabei erzählt sie uns, dass der Mohn sich täglich in neuem wechselnden Blütenkleid zeigt.

Denn die Mohnblüten, die wir gerade pink leuchten sehen, blühen nur einen Tag. „An einer Pflanze sind bis zu zehn Blüten, die nacheinander blühen“, erzählt uns Frau Fink. „Pro Tag gibt es eine Blüte an einer Blume, so haben Besucherinnen und Besucher lange etwas zum Staunen.“

Frau Fink, bei Führungen immer mit einem getrockneten Mohnkapselstängel unterwegs, zeigt uns mitten im Mohnfeld die einzelnen Entwicklungstadien des Schlafmohns. Anfangs neigt die Blütenknospe, noch umhüllt in ihren beiden Kelchblättern, ihr Köpfchen schüchtern nach unten.

Erst unmittelbar vor dem Erblühen steht die Blüte aufrecht. Sobald die Mohnblüte geöffnet ist, fallen beide Kelchblätter ab.

Typisch sind die vier (selten fünf oder sechs) samtigen Blütenblätter, die in Germerode und Grandenborn pink sind. In Wendershausen sollen gerade violette Mohnblumen der Sorte ‚Viola‘ zum ersten Mal blühen, berichtet unsere Begleiterin Anke Fink.

Ist die Mohnblüte vollständig entwickelt, bildet sich aus dem Fruchtknoten in der Mitte nach der Befruchtung die typische Samenkapsel mit vielen kleinen Mohnsamen, die anfangs noch grün, im Herbst durchgetrocknet und erntereif ist.

Unsere Mohnwanderung fühlt sich wie ein Spaziergang an. Wer die Ohren spitzt, hört auf den benachbarten Blumenwiesen, wo verschiedene Kultur-und Wildpflanzenarten wie Borretsch, Gänseblümchen oder Habichtskraut wachsen, ein reges Summen von Bienen und Hummeln.

Auf die vorbeifliegende Feldlerche, die das kleine Paradies hier ebenso zu schätzen weiß, macht uns Frau Fink aufmerksam.

Wie wir erfahren, legt der Verband ‚Geo-Naturpark Frau-Holle-Land‘ großen Wert auf Naturschutz und pflegt die Artenvielfalt. Frau Fink muss nun leider gehen, wir aber beobachten den Mohn bei untergehender Sonne.

Mohnblüte als optische Freude

Zwischen den Mohnfeldern werden während der Mohnblüte Laufwege mit Stroh angelegt, sodass Spaziergänger die Blütenfelder nicht nur vom Rand, sondern mittendrin bewundern und erleben können. Anfassen und Schnuppern sind erlaubt, Ausreißen und Pflücken der Pflanzen natürlich nicht.

Mohnblumen würden sich eh nicht lange in der Vase halten, wissen wir.

Wann genau der Mohn blüht, hängt von den jährlichen Wetterverhältnissen ab.

Für den aktuellen Stand der Mohnblüte wurde eigens ein Mohntelefon (siehe Infokasten S. 60) eingerichtet. Es gibt Fans, die kommen immer wieder, manche wollen nur einmal staunen. Selbst Workshops für Blumenfotografie können gebucht werden. Weil das farbenprächtige Blütenschauspiel der Mohnblüte

MOHN-Kichererbsen-Aufstrich

Rezept für 4 WECK-Gläser in Sturzform à 140 ml Inhalt Zubereitungszeit: 30 Minuten + Einkochzeit: 2 Stunden bei 100° C

ZUTATEN: 1 kleine Chilischote, ½ Bund Petersilie, 250 g eingekochte Kichererbsen, 80 g Tahin (Sesammus), 80 ml Wasser, ¼ – ½ TL fein gemahlener Kreuzkümmel,

1 TL Paprikapulver, 3 EL Mohn, Saft von 1 kleinen Zitrone, 1 ½ TL Salz, Pfeffer aus der Mühle.

AUSSERDEM: 4 TL Mohn.

Die Chilischote waschen, trocken tupfen, längs halbieren, Stielansatz, Samen und die weißen Trennwände entfernen, das Fruchtfleisch sehr fein würfeln. Die Petersilie abbrausen und trocken schütteln. Die Kichererbsen in einem Sieb abtropfen lassen.

Dann Chili, Petersilie, Kichererbsen in eine Schüssel geben und mit dem Stabmixer zerkleinern. Tahin, Wasser, Kreuzkümmel, Paprikapulver, Mohn und Zitronensaft dazugeben und nochmals mixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Aufstrich in die vorbereiteten Gläser bis 2 cm unter den Glasrand füllen.

Die Gläser mit Einkochring, Glasdeckel und je zwei Einweck-Klammern verschließen. Im 100° C-heißen Wasserbad 120 Minuten einkochen. Die Gläser herausnehmen und abkühlen lassen.

Klammern entfernen.

Vor dem Servieren nochmals umrühren und nach Belieben pro Glas je einen Teelöffel Mohn daraufgeben.

Nährwert pro Glas (ohne Mohnschicht) ca.: 9g Eiweiß, 13 g Fett, 11 g Kohlenhydrate, 214 kcal (888 kJ); 0,9 BE.

Gewinnen Sie eine von zehn JUPITER Mohnmühlen, um Mohnsamen, z. B. für Aufstriche, Desserts oder Kuchen, zu quetschen beim Preisrätsel auf Seite 81

viele Menschen begeistert ihre Kameras und Smartphones zu zücken, um das jeweils schönste Schlafmohnbild zu machen, findet jährlich ein Fotowettbewerb statt. Einsendeschluss für das Jahr 2022 ist der 31. August 2022!

Tipp: Unter der Woche hält sich der Menschenstrom in Grenzen.

Mohn trifft Kirsche

„Wenn die Mohnblüte blüht, sind die Kirschen reif “, diesen Satz schnappen wir auf und denken an die lilane Mohnblüte.

Außerdem an unseren Kirschwanderweg, den wir ja noch laufen wollen. Beides finden wir in Wendershausen an der Werra, einem Stadtteil des nordhessischen „Kirschenmekkas“ Witzenhausen.

Die Region gilt als das größte geschlossene Kirschenanbaugebiet Europas. Tradition hat der Anbau der ‚Kersebere‘ (Kirsche) seit 1573, wie wir nachlesen. Etwa 15 Minuten Fußmarsch vom Kirschwanderparkplatz entfernt gedeiht der violette Mohn ‚Viola‘, der nur im Jahr 2021 in Wendershausen angebaut wurde. Im Gegensatz zum pinken Mohn in Germerode und Grandenborn ist hier die Blüte schon fast vorbei. Viele Samenkapseln sind bereits ausgebildet. An den Feldern der violetten Mohnblüte sind weniger Menschen unterwegs, vielleicht hat es sich noch nicht rumgesprochen. Gemeinsam hat man sich in der Region dazu entschieden ab diesem Jahr in Wendershausen ebenfalls die pinke Sorte ‚Miezsko‘ auszusäen, sodass zeitgleich zu den anderen Mohndörfern Wendershausen auch pink (er)blühen und es einen etwa 2,5 km kurzen Mohnwanderweg geben wird. In Wendershausen wachsen ein paar Kirschbäume direkt neben den Mohnfeldern, wir freuen uns beides anzutreffen: Mohn trifft also Kirsche!

Zurück am Parkplatz begeben wir uns in die andere Richtung auf Kirschwanderung! Zwei Wege von 3 km und 8,5 km Länge führen die Wanderer vorbei an Kirschplantagen mit Süß-und Sauerkirschen. Kleine Schautafeln geben Informationen zum Anbau und den Sorten.

Auf dem Wanderweg laufen wir weiter durch das Hanggelände des Süßkirschenversuchsbetriebs Wendershausen, von dem sich der Zwei-Burgen-Blick und der Blick auf den schlängelnden Flusslauf der Werra durch die Landschaft lohnt. Ein wirklich kleiner netter Wanderweg!

Frau Holle auf der Spur

Warum heißt die Mohn-Region auch Frau- Holle-Land? Hier ist die Heimat der Sagenund Märchenfigur Frau Holle! ‚Frau Holle‘, auch Holla oder Hulda, ist eine regionale, hier verortete Verkörperung (Hessen/Thüringen) einer uralten, verehrten Naturund Volksgöttin, die sich mindestens 1000 Jahre zurückverfolgen lässt.

Die Brüder Grimm schrieben diese Sagenüberlieferungen nicht nur zu einem Märchen um. Viele Sagen-und Mythenorte der Frau Holle befinden sich auf dem Hohen Meißner und im Meißnervorland. So soll am Grunde des tiefen ‚Frau-Holle- Teichs‘ ihr sagenumwobenes silbernes Schloss sein. Auf dem Weg dahin stehen wir nach einem kurzen Regenschauer am sumpfigen, schilfbewachsenen Teich und bekommen nasse Füße. Frau Holle begegnet uns nur in Form einer geschnitzten Holzskulptur. Frau Holles Hausberg, der Hohe Meißner, lässt sich ab hier gut erwandern und lädt mit dem abwechslungsreichen, 1,5 km langen Barfußpfad und einem Bergwildpark zu einem Ausflug ein. Und die Jausenstation in Weißenbach serviert hungrigen Gästen nordhessische Spezialitäten.

Wer weiter auf den Spuren Frau Holles um den Meißner und im Werratal bleiben mag, folgt am besten dem wegweisenden Symbol der „Feder“. So kommen wir nach einer kurvenreichen Autofahrt zur Stadt Hessisch Lichtenau, die sich als „Tor zum Frau-Holle-Land“ präsentiert. Hier erwartet uns im Stadtpark, wo wir ein Stück Kirschstreusel mit Mohn und einen Kaffee genießen, ein Frau-Holle-Denkmal und im Zentrum das Museum „Holleum“.

Noch viel mehr könnten wir uns anschauen. Die Frau-Holle-Region um den Meißner und Werratal ist einen Besuch wert, auch wenn der Mohn mal nicht blüht!

ext: Steffi Weickert

MOHN-Quark-AUFLAUF MIT KIRSCHEN

Rezept für 9 WECK-Gläser in Quadroform à 290 ml Inhalt Zubereitungszeit: 1 Stunde

ZUTATEN: 5 Eier (M), 1 Prise Salz, 1 Glas eingekochte Kirschen, 80 g Zucker,

Mark von 1 Vanilleschote, 500 g Quark,

Abrieb von ½ Bio-Zitrone, 70 g Weichweizengrieß, 20 g Mohn, 30 ml Milch.

AUSSERDEM:

Fett zum Ausfetten der Gläser, einige Kirschen als Dekoration.

Aus dem Backofen den Rost herausnehmen und den leeren Ofen auf 180° C (Gas Stufe 2) vorheizen. Die Gläser ausfetten. Die Eier trennen, das Eiweiß mit Salz steifschlagen, dann kühl stellen.

Die Kirschen in einem Sieb abtropfen lassen. In einer Schüssel Eigelbe, Zucker und Vanillemark etwa 5 Minuten weiß-cremig schlagen. Den Quark,

Zitronenabrieb, Grieß, Mohn und Milch verrühren, die Ei-Zucker-Masse zugeben. Erst die abgetropften Kirschen (etwa 200 g) untermengen und dann den Eischnee unterheben. Die Masse in die vorbereiteten Gläser geben.

Die Gläser auf den kalten Rost stellen, in den Ofen einschieben und etwa 35 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Mit jeweils einer Kirsche garnieren. Nach Belieben Vanillesoße dazu servieren.

Nährwert pro Glas ca.: 10 g Eiweiß, 11 g Fett, 19 g Kohlenhydrate, 215 kcal (901 kJ).

MOHNSCHNECKEN

Rezept für etwa 10 WECK-Gläser in Gourmetform à 450 ml Inhalt Zubereitungszeit: 1 ¾ Stunden

ZUTATEN FÜR DEN TEIG: 1 Würfel Hefe (42 g), 60 g Zucker, 250 ml Milch, 500 g Mehl, 1 Prise Salz, 60 g weiche Butter.

FÜR DIE FÜLLUNG: 500 ml Milch, 200 g Mohn, 80 g Zucker, 40 g Stärke, etwas Vanillemark.

FÜR DEN GUSS: 90 g Puderzucker, 1 EL Zitronensaft, 1 EL Wasser.

AUSSERDEM:

Mehl für die Arbeitsfläche,

Fett zum Ausfetten der Gläser.

In einer Schüssel die Hefe mit Zucker und Milch verrühren. Mehl, Salz und die Butter zugeben und etwa 8 Minuten verkneten.

Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche zu einer Kugel formen und zugedeckt etwa 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Für die Füllung die Hälfte der Milch mit Mohn und Zucker in einen Topf geben.

Die restliche Milch mit Stärke und Vanillemark verrühren. Alles in einen Topf geben, erhitzen und den Pudding so lange kochen, bis er andickt. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Den Backofenrost herausnehmen und den leeren Ofen auf 180° C (Gas Stufe 2 – 2 ½) vorheizen. Die Gläser sorgfältig ausfetten. Den Hefeteig auf der bemehlten Arbeitsfläche mit dem Teigroller zu einem etwa 50 x 35 cm großen Rechteck ausrollen. Die Mohnfüllung darauf flächig verteilen, die Ränder 1 cm frei lassen. Die Längen etwas einschlagen, dann den Teig der Länge nach aufrollen und in zehn gleich große Stücke schneiden. Die Schnecken in die Gläser setzen und etwa 40 Minuten auf Sicht backen.

Herausnehmen und auf einem Kuchengitter kurz abkühlen lassen.

Für den Guss die Zutaten verrühren und auf den noch warmen Mohnschnecken verteilen.

Nährwert pro Glas ca.: 12 g Eiweiß, 17 g Fett, 67 g Kohlenhydrate, 482 kcal (2023 kJ).

Informationen und Tipps

Geo-Naturpark Frau-Holle-Land Klosterfreiheit 34 a 37290 Meißner/ Germerode

Informationsbüro: Montag bis Freitag 9 – 14 Uhr Telefon 056 57/644 990

E-Mail: info@naturparkfrauholle.land

Veranstaltungen, Naturparkführungen, Premiumwanderwege,

Sehenswürdigkeiten, Informationen zur Mohn-und Kirschblüte uvm. im Internet: www.naturparkfrauholle.land

Mohntelefon für den aktuellen Stand der Blüte

Telefon 05602/935 617

Mohnwanderwege in Germerode am Hohen Meißner,

Grandenborn im Ringgau und in Wendershausen Infos unter: www.mohnbluetefrauholle.land

Landhotel Meißnerhof Restaurant, Café Mohntenne in Germerode www.meissnerhof.de

Mohnkino, Mohnlädchen und „Mohnschnecken“-Fahrten ab Mohnparkplatz 1 in Germerode (Adresse: Neuer Weg 10, 37290 Meißner,Veranstalter ist der Meißnerhof ) und ab Wanderparkplatz in Grandenborn (Adresse:

Am Teich 21, 37296 Ringgau)

Kirschwanderwege um Wendershausen, Witzenhausen,

Kirschkino und weitere Infos unter: www.kirschbluetefrauholle.land

Fotos: WLJ