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Alleine sind sie stärker

Markus Schöberl Blog Leave a Comment

Das weltweit meistbeachtete Thema im Zusammenhang mit dem Vertrieb und der Verbreitung von Presseprodukten war im vergangenen Monat zweifellos der Start von Facebook Instant Articles. In Deutschland zog dann Mitte des Monates das Startup Pocketstories viel Aufmerksamkeit auf sich. Und ganz bald wird es der Deutschland-Start von Blendle sein, der die Aufmerksamkeit der Branchenbeobachter fesselt.

Alle drei Projekte haben gemeinsam, dass sie auf der Entbündelung von einzelnen Artikeln aus dem Gesamtprodukt einer Zeitung oder Zeitschrift heraus beruhen. Und allen Dreien tut man Unrecht, wenn man das abgelutschte Bild vom iTunes für Presse bemüht. iTunes ist nur ein Bestellkatalog für Musikinteressierte, die schon wissen, was sie wollen.

Instant Articles, Pocketstory und auch das stark auf Social Media-Mechanismen setzende Blendle sind Plattformen, die das Entdecken von Inhalten fördern, nach denen gar nicht gesucht wurde.

Zusammen mit Springer und dem Spiegel will Facebook an einem Bezahlmodell für Instant Articles arbeiten. Zwar ist völlig offen, in welche Richtung dabei gedacht wird. Aber man stelle sich einmal vor, dass Facebook-Nutzer zukünftig mit einem einzigen Klick Kleinstbeträge für die Nutzung eines Artikels bezahlen können. Und man stelle sich vor, dass dieses Modell funktioniert und sowohl Facebook als auch die Verlage damit in nennenswertem Umfang Geld verdienen. Wer weiß, vielleicht wird Facebook sein Geschäft zukünftig nicht nur mit Werbung, sondern auch mit dem Anbieten von Bezahlinhalten machen.

Und dann wird Facebook nicht nur auf seinen Algorithmus setzen, der darüber entscheidet, wem welcher Artikel angeboten wird. Dann werden auch die Anbieter von Facebook-Seiten die Möglichkeit bekommen, ihren ‘Fans’ Beiträge zu den jeweils interessierenden Themen zu präsentieren und von den Erlösen aus den Käufen ihrer ‘Fans’ zu profitieren. Aus 1,5 Mrd. Facebook-Nutzern würden so 1,5 Mrd potenzielle Vertriebspartner für Presseinhalte.

Nun stelle man sich vor, dass die Verlage eine Daten-Infrastruktur schaffen, die es den Anbietern aller digitalen Plattformen (nicht nur Facebook) ermöglicht, ihrem Publikum die Verlagsinhalte anzubieten und von den Micropayment-Erlösen zu profitieren.

Die Befreiung von einzelnen Artikeln aus der Zwangsbündelung setzt unglaublich viel Phantasie frei. Aber das alles führt nicht zum Ende von Zeitungen und Zeitschriften. Auch weiterhin werden Artikelsammlungen zu einem attraktiven Gesamtpreis vermarktet werden können. Entbündelung bedeutet für Presse nicht zerstörerische Disruption sondern produktive Innovation. Der Artikel als kleinste monetarisierbare Einheit wird die Pressewelt bereichern, nicht zerstören.

Anmerkung der Redaktion: Also weg von leserauskunft und hin zu den neuen Einzelartikel-Plattformen?

Nicht zu voreilig: Der Magazin-Leser liebt ihren Titel von der ersten bis zur letzten Seite – auch als epaper. Er freut sich über das vielseitige redaktionelle Umfeld und genießt es, von Ihrem Redaktionsteam informiert, unterhalten und überrascht(!) zu werden. Dabei geht es ihm gar nicht so sehr darum, statt 2,99 Euro fürs ganze Heft nur 99 Cent für einen Artikel zu bezahlen.

Ein wichtiger Mehrwert in den Augen des Lesers ist es, sein Thema im Heft zu finden. Das sollte aber nicht der Grund sein, aus einem Magazin- einen Einzelartikel-Leser zu machen. Und weil es die Kernaufgabe von Kiosk ist, die Leser mit den richtigen Verlagsangeboten zu verbinden, gibt es PresseKatalog.de: Nur dort werden Zeitschriften auch über die (Leit-)Artikel gefunden. Dies gelingt über die einzigartige Volltext-Kiosksuche, die leserauskunft entwickelt.

Und wie sieht das dann konkret aus:

Werfen Sie einen Blick auf den Screenshot vom Tablet eines Kioskkunden. Dieser Leser sucht über PresseKatalog.de nach seiner Trauminsel „Mallorca“ und findet in der ersten Reihe die Inselzeitung, das Inselmagazin, das Mallorca Magazin oder den Mallorca Guide. Ein Klick auf das Cover, die Mailadresse eintippen, zahlen, laden, lesen. Soweit so gut. Aber schon in der 2. Reihe entdeckt er die schönsten Laufspots der Insel in aktiv laufen (4/15) oder die Detailverbesserungen für Mallorca X Evolution im FS Magazin (4/15), die Liebeserklärung im Stern (27/2015) oder das Playmate-Finale auf Mallorca im aktuellen Playboy (7/15).

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