Kinder lesen auf dem iPad

Lesenswert: Die Zukunft des Lesens im Spiegel Nr. 50/2014

Ulla Strauss Blog Leave a Comment

Ich lese schon immer sehr viel und gerne – unter anderem deshalb habe liebe ich meine Arbeit in dieser Branche. Schon zu meiner Studentenzeit habe ich viel Zeit, Geld und Platz in lesbare Beststeller und Geheimtipps investiert und natürlich war bei jedem Urlaub immer eine Hälfte meines Koffers für Lesestoff reserviert.

Digitale Ureinwohner können lesen.

Digital Natives kennen Schallplatten nur vom DJ in der Disco, Handys mit grün-schwarzem Display nur aus der verstaubten Kiste im Keller und Lesestoff anscheinend nur als Unterlage für ein wackelndes Tischbein. Letzteres stimmt nicht. Auch die heutigen Jugendlichen und Kinder lesen viel, allerdings ganz anders als ich früher, und das stellt sowohl Eltern und Lehrer als auch die gesamte Verlags- und Medienbranche vor neue Aufgaben.

Henning Lobin, Computerlinguist und geschäftsführender Direktor des Zentrums für Medien und Interaktivität an der Universität Gießen, sieht drei Grundtendenzen im zukünftigen Leseverhalten.

Sie lesen sozial.

Runzeln Sie auch zunächst die Stirn und fallen Ihnen Sätze ein wie „Ruhe, ich will lesen“ oder „Bitte nicht stören, lese gerade“? Lesen ist auf den ersten Blick nicht sozial – wir lesen alleine und wollen dabei auch nicht gestört werden. Was das Lesen sozial macht, kommt erst danach und ist schon ganz normal für uns geworden: Wir schreiben ausführliche Buchrezessionen bei amazon.de, veröffentlichen unsere Leseempfehlungen in Blogs oder teilen aktuelle Schlagzeilen per Klick bei Twitter. Und natürlich sind auch die Testleseraktionen von PresseKatalog.de auf Facebook ein Teil des sozialen Lesens.

Sie lesen multimedial.

Auch bei Büchern zeichnet sich nun dieser Trend ab, den in Zeitschriftenbranche schon lange kennt: Text allein wirkt steif, schwer zu begreifen und langweilig – Zeitschriften bieten deshalb so viel Unterhaltungswert, weil wir neben dem bloßen Artikel auch Fotos oder Grafiken sehen. Durch die technische Entwicklung kamen bald auch Podcasts, Videos und ähnliche textferne Inhalte dazu, die dem Leser Mehrwert bieten. All das funktioniert logischerweise nur bei digitalem Lesestoff: im epaper oder in der App.

Sie lesen hybrid.

Dass Benzin teuer und nicht mehr zeitgemäß ist, haben inzwischen viele Autohersteller und -fahrer bemerkt und sind auf hybride Modelle umgestiegen. Auch das Lesen wie ich es vor einigen Jahrzehnten in der Schule gelernt habe, ist nicht mehr zeitgemäß. Es ist zum Beispiel durch unsere eigenen geistigen Fähigkeiten beim Begreifen von Texten oder durch unsere Lesegeschwindigkeit begrenzt. Um diese Grenzen zu sprengen greift der Mensch auch beim Lesen auf eine hybride Lösung zurück und lässt sich von Computern, Smartglasses und ähnlichem unterstützen. Die Grundlage für solche Lösungen sind plattformübergreifende Reader, wie zum Beispiel der xReader, um dem Nutzer ein angenehmes und grenzenloses Leseerlebnis zu ermöglichen.

Das Kulturgut Lesen geht also doch nicht verloren, sondern wird noch wertvoller und informativer. Den Artikel über die Zukunft des Lesens im SPIEGEL Nr. 50/2014 habe ich übrigens als epaper auf meinem iPad gelesen und finde ihn sehr empfehlenswert.

PS: Dieser Artikel besteht aus rund 500 Worten. Ein geübter Leser kann ihn also in zwei bis drei Minuten lesen. Durch eine Brille wie die „SMI Eye Tracking Glasses“ würde das nur eine halbe Minute dauern – oder viel länger, je nachdem wie viele Zusatzinfos die Brille für den Leser bereithält.

Bildquelle: Pressmaster/Shutterstock.com

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