der preis ist heiss

Der Preis ist heiß

Andrea Raubach Blog Leave a Comment

Gleich zu Beginn des neuen Jahres überrascht uns Apple mit einer Preisänderung im AppStore: An Heilige Drei Könige (am 6. Januar 2015) und mit nur minimalen Vorlauf – nicht nur für uns, die in einem katholischen Bundesland einen Feiertag genießen konnten.

Insbesondere Magazine mit einem bisherigen Apple-Einzelpreis von 89 Cent/ 1,79 Euro/ 2,69 Euro/ 3,59 Euro/ 4,49 Euro und 5,49 Euro sind betroffen, denn diese Preisklassen wird es ab sofort nicht mehr geben. Hier gilt es schnell zu entscheiden, ob man in die nächst höhere oder die günstigere Preisklasse springt. Eine wichtige und nicht ganz einfache Entscheidung – denn der Preis ist heiß.

Gute Argumente für kundenfreundliche Preise

1. Laut Allensbacher-Umfrage liegt der angemessene Preis / Wert für eine digitale Ausgabe in den Augen des Nutzers ziemlich genau 50% unter dem für ein gedrucktes Exemplar. (Quelle: Studie Wert und Relevanz von Print, Ende 2014 im Auftrag des VDZ)

2. Amazon argumentiert, dass niedrigere Preise den eigenen Anteil am Umsatzkuchen für alle größer machen: “It’s also important to understand that e-books are highly price-elastic (…). We’ve quantified the price elasticity of e-books from repeated measurements across many titles. For every copy an e-book would sell at $14.99, it would sell 1.74 copies if priced at $9.99.”

Ein weiteres Indiz: Bezoes frisch geschlüpfte Washington Post Tablet-App setzt konsequent auf ein Niedrigpreiskonzept.

3. Die aktuelle und schlechte Umwandlungsquote von unter 10 Prozent (geladene Apps zu Apps mit Verkaufserfolg) lässt sich mit dem Preis als Hebel erhöhen. Das rät auch Press-Pad CEO Pawel Nowak.

4. Der für Apple App-Kiosk verantwortliche Manager Matt Fischer rät uns schon seit über einem Jahr mit Gratis-Inhalten großzügiger zu sein, um im Vertrieb digitaler Presseangebot erfolgreicher zu werden. (Quelle: PV Digest, Ausgabe 12/2013, Seite 12)

Weil epaper keine Magazine sind

Nicht zu vergessen: Durch die aufziehende Flatread- und Unbundling-Front wird die Preisfrage in einer ganz neuen Dimension gestellt. Die Erfahrungen der Verlage im klassischen Print-Bereich sprechen eine andere Sprache. Hier war ein niedriger Preis kein Garant für höhere Absatzerfolge, ein höherer Preis hingegen versprach beschleunigte Umsätze.

Allerdings, wenn man auf die neuen Gesetzmäßigkeiten der Digital-Ökonomie hört, sollen solche Erfahrungen aus der analogen Welt (der Grenzkosten) in Zeiten der digitalen Revolution kein verlässlicher Ratgeber mehr sein. Darum vielleicht doch mal etwas wagen, um neue Zukunftsleser zu gewinnen und im Januar wie im Einzelhandel nicht unüblich die Preise schmelzen lassen.

Unser Fazit und ein Tipp

Unsere Partnerverlage machen ihre Preise nicht für Apple, sondern für ihre Leser. Viele werden die Preise zunächst nicht ändern oder den “Apple-Weg” gehen und sich automatisch in die nächst höhere Preisklasse katapultieren lassen.

Ziel ist es einen Preis zu finden, der Qualitätsjournalismus fördert und Unternehmertum belohnt. Die Angst Print zu verlieren, ist kein guter Ratgeber. Alle Verhaltensmuster aus der analogen Welt in die digitale Welt zu überspielen, sicher ebenfalls nicht.

Die Preisschraube auch einmal selbstbestimmt nach unten zu drehen, um damit ganz bewusst den Eigenvermarktungsanteil zu pushen, ist sicher ein selbstbewusster Weg und unsere Empfehlung für 2015.

Dazu hat leserauskunft letztes Jahr einen Webshop für Partnerverlage neu entwickelt und vorgestellt, der es ermöglicht schnell, ohne Programmieraufwand und laufende Betriebskosten eigene Digitalumsätze zu schreiben und dabei auch qualifizierte Leserbeziehungen auf Augenhöhe aufzubauen, z.B. über entsprechende Double-Opt-Ins zugunsten des Verlags. Weitere Infos finden Sie hier.

Bildquelle: Mavadee/Shutterstock.com

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