Tag der Pressefreiheit 2018

Laura Strauß Blog Leave a Comment

Heute ist der Tag der Pressefreiheit. Wir möchten diesen Tag nutzen um uns bei mutigen Journalisten zu bedanken, um unerschrockenen Verlagen und Verlegern Mut zu machen und um Sie alle daran zu erinnern, dass Pressefreiheit eines der wichtigsten Güter ist, die wir verteidigen müssen.

Pressefreiheit in Deutschland und Weltweit

„Presse und Kunst gehören nicht in die Obhut des Staates. Wer anderes propagiert, manövriert die freie Gesellschaft ins Verderben“, sagt der Künstler Georg Baselitz. Er kreierte das Motiv für die dritte Titelbild-Aktion des BDZV zum Internationalen Tag der Pressefreiheit.

Bei uns in Deutschland ist die freie Meinungsäußerung und die Freiheit der Presse im Grundgesetzt verankert. Sie ist – Gott sei Dank – ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft und wir alle profitieren Tag für Tag davon. Deshalb sollten wir uns immer vor Augen führen, dass es nicht überall auf der Welt so ist und uns dafür einsetzen die Situation zu verbessern.

Gerade in einigen unserer Europäischen Nachbarländer hat sich die Situation deutlich verschlechtert: Spitzenpolitiker in Malta, Tschechien und Slowakei sowie in Serbien beschimpfen Journalisten massiv oder lassen sie sogar juristisch verfolgen.

Mehr über die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit erfahren Sie bei diesem Interview mit Reporter ohne Grenzen-Geschäftsführer Christian Mihr. Er erläutert die Ergebnisse der Rangliste, erzählt wie sie entsteht und erklärt, warum Deutschland auf Platz 15 liegt – trotz G20, NetzDG und BND-Gesetz.


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Pressefreiheit – bedroht auf viele Arten

Aber auch in Ländern wie Deutschland, in denen Journalisten ohne große Gefahren recherchieren und berichten können, ist die Pressefreiheit bedroht – allerdings nur bedingt von außen: Durch die Digitalisierung ergeben sich für den Journalismus neue Möglichkeiten aber auch neue Herausforderungen. Auf der Jagd nach Views, beim Kampf um Klicks konkurrieren Medien mit Influencern, Bloggern und Social Media Starlets.

Das Wundermittel haben die (deutschen) Verlage dabei noch nicht entdeckt: Die Umsätze, die mit dem Vertrieb gedruckter Ausgaben gewonnen wurden, gehen bei fast allen Verlagen zurück – Digitalerlöse können Sie (noch) nicht aufwiegen. Die Folge sind Stellenstreichungen in den Redaktionen und der Versuch im Internet Geld zu verdienen: Negativ-Beispiele dafür sind das weit verbreitete Clickbaiting (mit großen Schlagzeilen Leser auf die Seite locken um höhere Werbeeinnahmen zu verzeichnen) und das Aufweichen der Blatt-Leitlinien aufgrund der Angst vor einem Shitstorm oder ähnlichem.

„Zur Rettung der Pressefreiheit gehört im Augenblick auch die Stärkung der ökonomischen Basis.“, schreibt Ulf Poschardt, Chefredakteur der Welt und hat damit absolut Recht. Wir bei United Kiosk sind uns sicher: Verlage und Journalisten sollten möglichst viel Zeit zum Recherchieren, Interviewen und Schreiben haben – den Vertrieb von Abos, Ausgaben oder Artikeln können sie deshalb anderen unabhängigen Anbietern überlassen. So können Verlage sich wieder auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: Auf guten Journalismus und die Verteidigung der Pressefreiheit.

 

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