Oscars The Winner ist The Big Short

And the Oscar goes to …

Ulla Strauss Blog Leave a Comment

Fantastische Ballkleider, umwerfende Abendgarderoben, Hunderte von Filmen, nahezu jedes bekannte (Film-)Gesicht und natürlich ganz viel Glitter, Glanz und Glamour: Hollywood ist seit Tagen in Oscar-Stimmung und diesen Sonntag ist es nun soweit! Zum einen drücke ich natürlich für Leonardo DiCaprio die Daumen – dieses Jahr sieht es ja echt nicht schlecht für ihn aus als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet zu werden – zum anderen habe ich noch einen ganz anderen Favoriten: Den fünffach nominierten Film „The Big Short“.

Finanzkrise mit Christian Bale, Ryan Gosling & Brad Pitt

In „The Big Short“ geht es unter anderem um Collateralized Debt Obligations, Subprime-Hypotheken und Kreditausfall-Swaps – kurz: um die Finanzkrise, die 2008 über den Amerikanischen und danach den internationalen Markt hereingebrochen ist. Ziemlich komplizierter Stoff also, den Michael Lewis in seinem Sachbuch „The Big Short“ allerdings ausführlich aufgearbeitet hat und der nun von Regisseur Adam Kay leicht verständlich präsentiert wird.

Ein kurzer Rückblick: In den 90-igern befindet sich der Markt für minderwertige Hypotheken in der Krise, um die Jahrtausendwende erholt er sich vor allem durch zwei neue Strategien: Erstens werden großzügige Kredite auch an Menschen mit niedrigem Einkommen ausgezahlt, zweitens bündeln Investmentbanken – allen voran Goldman Sachs – „Schrottanleihen“ in Collateralized Debt Obligations. Dadurch sehen eigentlich schlechte Anleihen besser aus, werden von Ratingagenturen leichtgläubig zu gut bewertet und sind leicht verkäuflich.

Mitte 2007 platzt diese Blase und nacheinander kollabieren der US-Immobilienmarkt, der amerikanische Finanzmarkt und schließlich die internationalen Märkte. „Unerschütterliche“ Finanzriesen wie Lehman Brothers und Bear Sterns verschwinden über Nacht – nur vereinzelte, die dagegen spekuliert hatten, werden steinreich – so auch der Hedgefond-Manager Burry (Christian Bale) und seine Mitstreiter.

Und was lernen wir daraus?

Unter Blinden wird ein Einäugiger König. Auch wenn Burry, der aufgrund einer Krankheit übrigens wirklich ein Auge verloren hatte, gegen viele Zweifler ankämpfen musste – am Ende ist er der finanzielle Nutznießer. Warum? Weil er scheinbar als Einziger das Kleingedruckte der Hypothekenanleihen gelesen hat, verstanden hat was darin geschrieben stand und dann die kommenden fürchterlichen Konsequenzen aus diesem Finanzschwindel nicht verleugnet hat. Theoretisch hätte also jeder an Burrys Stelle auf dem Siegertreppchen stehen können – lesen können schließlich alle.

Allerdings ist es viel leichter einfach zu glauben, was andere erzählen, viel bequemer nur nachzusprechen, was andere vorreden. Sich selbst durch seriöse Medien und genaue Recherche zu informieren und dann nach eigenen Wissen und Gewissen zu handeln, ist anstrengend, ungemütlich und wird viel zu selten von anderen gelobt, aber es ist auch zwingend notwendig. Fangen Sie doch gleich damit an: Zum Beispiel mit dem Film „The Big Short“ oder einem Wirtschaftsmagazin.

Bildquelle: Gustavo Frazao/ Shutterstock.com

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