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EDITORIAL - S.3
Der heitere Surrealist - S.6
KUNSTGESCHICHTE: Herzhaft rebellisch - S.12
Humor und Kunst - S.16
Der ambivalente Humorist - S.20
epaper-Einzelheft
Ausgabe 1/2019 vom 01.12.2018
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Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift mundus - epaper die aktuelle Ausgabe 1/2019 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

Lena NaumannChefredakteurin
Liebe Leserinnen und Leser , welche Künstler fallen Ihnen ein, wenn Sie über Humor in der Kunst nachdenken? Honoré Daumier oder René Magritte? Lässt man einmal die Karikatur beiseite, die ein Genre für sich ist, finden sich in den meisten Gemälden oder Skulpturen der älteren Kunstgeschichte eher selten humoristische Momente. Jahrhundertelang wurde die Kunst als eine sehr ernste Sache angesehen. Der Betrachter durfte an ihr seinen Kunstverstand schulen und sie gebührend bewundern, über sie lachen sollte er aber eher nicht. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens, weil Kunst lange Zeit im vorwiegend kirchlichen Umfeld entstand. Nicht auszudenken, was einem Künstler noch bis vor wenigen Jahrzehnten geschehen wäre, hätte er Christus auf der Latrine gemalt oder Maria, wie sie dem Gottessöhnchen beim Naschen die Ohren langzieht. Das traute sich erst Max Ernst im Jahre 1926 mit seinem Bild von der Gottesmutter, die dem armen Jesuskind den Hosenboden versohlt. Gott weiß, was der kleine Kerl angestellt hat. Götter aller Art und die Funktionäre ihrer nachgeordneten Behörden vertragen sich nur schlecht mit Humor, denn der könnte ihnen und ihrer (All)Macht gefährlich werden. Und deshalb malten Künstler über Jahrhunderte gottgefällig und kirchenpolitisch korrekt – da war für Respektlosigkeit, einer wesentlichen Voraussetzung von Humor, kein Platz. Es sei denn, man nahm es in Kauf, einen wichtigen und wirtschaftlich stets hochpotenten Auftraggeber zu verlieren. Erst als die Macht der Kirche und des Adels schwand und die Gesellschaft zunehmend demokratischer wurde, konnte der Humor verstärkt in die Kunst einziehen. Zweitens – und dieser Grund hängt eng mit dem ersten zusammen –, weil der Mythos vom Künstler als Schöpfergott ebenfalls mit einer Humorphobie einhergeht und bis heute von manchen Kunstschaffenden und einigen Kuratoren immer noch fleißig bedient wird. Sei es, dass man als Maler stets einen auf Dandy macht und grundsätzlich nicht ohne Gehstock mit silbernem Totenkopf aus dem Haus geht, oder sich nur zu gern und mittels eines schwer rauchenden verbalen Weihrauchfässchens huldigen lässt. Ein aktuelles Beispiel: „Sein Anliegen wird dem anderer Künstler vergleichbar – von z. B. Beckmann, Bacon, Balthus, Baselitz, Picasso, Rauch, Warhol oder Van Gogh –, wenn er sich mit einer selbst gewählten Aufgabe dem Beunruhigenden stellt und Herausforderungen aussetzt, um sie – so gut es geht – zu meistern“, so ein Zitat aus dem Pressetext zu der momentan in der Pinakothek der Moderne laufenden Ausstellung über Jona-than Meese. Autsch! Meese mit Max Beckmann und Vincent van Gogh in einem Atemzug? Ich sehe schon, wie die beiden Klassiker der Moderne sich angesichts ihrer neuen „Verwandtschaft“ im Grabe umdrehen. Der Hamburger Sammler Harald Falckenberg sieht Meese zwar in einer Tradition der Groteske, in der sich Künstler gegen das Schöne, Wahre und Gute richten. Narren hätten, so Falckenberg, in der Gesellschaft eine reinigende Kraft, weil sie das Richtige infrage stellen. Doch was ist „das Richtige“? Sind Meeses wiederholt praktizierte Hitlergruß-Gesten angesichts der Millionen Toten des Nazi-Regimes wirklich jenes überfällige Tabu, auf dessen Bruch die Welt tatsächlich gewartet hat? Oder zeugen sie nicht viel mehr von purer Einfallslosigkeit als von Mut und Originalität? Die Intelligenz, Klasse und Größe eines Künstlers zeigt sich nämlich auch daran, dass er ein äußerst feines Gespür dafür besitzt, wo es Sinn macht, ein Tabu zu brechen, und wo es nur ein Zeichen von Geschmacklosigkeit ist. Jedenfalls ist der heitere Surrealismus unseres aktuellen Titelkünstlers Eugen Hilti der Humanisierung der Gesellschaft – nebenbei bemerkt: eine zentrale Aufgabe von Kunst – tausendmal dienlicher als der neurotische Realismus des ewigen PuberTiers Meese. Man fragt sich ja seit langem, wann die Kunstszene endlich aufhört, jeden Kunstschaffenden, sofern er nur ordentlich auf die Skandaltube drückt, automatisch für einen bedeutenden Künstler zu halten. Und stattdessen erkennt, dass wirklich gute Kunst meist in stiller, beharrlicher Arbeit im Atelier entsteht und im steten Ringen um eine Meisterschaft in der individuellen Behandlung von Farbe, Form und geistiger Aussage sowie um das Entstehen eines den Betrachter nicht verstörenden, sondern bereichernden Kunstwerks. Erklären wir uns also gegenüber allen ihre Erhabenheit kultivierenden Künstlern und anderen von Gott Berufenen beherzt zu anarchisch-vergnügten Atheisten! Viel Freude beim Schauen und Lesen wünscht Ihnen herzlich Ihre

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift mundus - epaper die aktuelle Ausgabe 1/2019 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen. …

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Ausgabe 1/2019 vom 01.12.2018
Erscheint quartalsweise , 4 Ausgaben pro Jahr
Sprache Deutsch
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Kategorie Reisemagazine, Freizeitmagazine und Wissensmagazine

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Für kunstbeflissene sehr guter Wegweiser.
05.10.2018

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