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Rocky: 1963 - 2018: Graciano Rocchigiani - Ein Leben wie ein Boxkampf
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Ausgabe 1/2018 vom 31.10.2018
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Ungezähmtes Leben
Als Boxer aht Graciano Roochigiani alles gewonnen - und wieder verloren. Auch mit dem wahren Leben trug Rocky ständig seine Kämpfe aus. Michael Rosentritt, Redakteur des Berliner „Tagesspiegel“, über ein Dasein mit verprassten Millionen, verpassten Chancen, großen Comebacks und erneuten Abstürzen.
Irgendwann im Gespräch sagt Graciano Rocchigiani einen bemerkenswerten Satz: „Ich führe ein Leben, da lechzen andere nach.“ Es sind noch zwei Tage bis zu seinem 50. Geburtstag. Der ehemalige Boxweltmeister hat Stütze beantragt, eine eigene Wohnung kann er sich gerade nicht leisten. Rocky sitzt im Nebenzimmer des Restaurants einer kleinen Pension am südlichen Rand Berlins, ein Gönner hilft. Ein Jahr zuvor ist Rocchigiani zum Jobcenter in Zossen gegangen und hat Hartz IV beantragt. Regelsatz, 374 Euro. Dann hat er sich nach Großziethen zurückgezogen. Wie ein ausgemergelter Löwe, der ergraut ist und die Wunden seines wilden Lebens leckt.

Um den Satz von Rocchigiani zu verstehen, muss man seine Perspektive einnehmen. Der Vater Zanubio ein Sarde, der Eisen bog und nach Deutschland kam. Die Mutter Berlinerin. Geboren wurde Rocky, wie ihn alle nennen, in Rheinhausen, Duisburg, in Berlin-Schöneberg wuchs er auf. Einfache Verhältnisse. Rocchigiani hat eher von unten auf das Leben geschaut. Selbst als er oben angekommen war. Seinen sozialen Aufstieg konnte er nicht halten, er rutschte immer mal wieder ab – bis hinein ins Gefängnis. Für viele Menschen ist er ein Underdog, ein Bad Boy geblieben. Er selbst hat sich als einen gesehen, der sich treu geblieben ist, dabei aber „’ne Menge Körner“ gelassen hat. „Ich habe ja exzessiv gelebt“, erzählt Rocky. So ein Leben schlaucht.

Rocchigiani bestellt eine Cola, nimmt eine Marlboro und schaut durch den Qualm prüfend drein. Seine Augen sind wach, er hält Distanz, lehnt sich zurück und mustert sein Gegenüber. Ein alter Reflex. Auch altes Misstrauen? Quatsch, nicht bei einem wie ihm, wie er sagt, sein Leben sei auserzählt. Jeder habe doch geschrieben, was er wollte. Meist war es die Geschichte eines Gestrauchelten. Rocky lächelt. „Macht ja nüscht.“

Graciano Rocchigiani hat das Leben eines Rockstars geführt. Ein Leben mit Höhen und Tiefen und Abgründen, ein Leben mit Frauen, Suff und noch härteren Sachen. Ein Leben verprasster Millionen und verpasster Chancen, voller Brüche, großer Comebacks und neuer Downs. Ein filmreifes Leben – wenn man es romantisch nehmen will. So wie Rocky Balboa in den Hollywood-Filmen. Über den VSB Schöneberg, wo er zusammen mit seinem Bruder Ralf mit dem Boxen begann, landete er bei den Neuköllner Sportfreunden. 1978 wurde er Deutscher Schülermeister, vier Jahre später Deutscher Meister bei den Senioren. er boxte ein paar Mal für die deutsche Nationalstaffel und wechselte 1983, ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Los Angeles, zu den Profis. Mit 24 wurde Rocky das erste Mal Weltmeister. Der dritte Deutsche nach Max Schmeling (1930/32) und Eckhard Dagge (1976/77). Anderntags brachte die ARD die Meldung in der Tagesschau. Das war 1988. Auf der anderen Seite Deutschlands ist Henry Maske gerade Olympiasieger geworden. Während dieser an seiner Karriere als Staatsamateur feilte, schmiss Rocky seinen Titel weg.

Die einen sprachen von Gewichtsproblemen, andere sagten, Rocky sei größenwahnsinnig geworden. Die Wahrheit lag irgendwo in der Mitte. es sage einem halt keiner, wie man mit Ruhm und Reichtum umzugehen hat, erzählt Rocky. noch dazu in den Kreisen, in denen sich er aufhielt. Von Rocky heißt es damals, dass er es denen, die es vielleicht gut meinten, schwer mache – und jenen, die es auf sein Geld abgesehen hatten, leicht.
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