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Zeitschrift für das Jagdrevier

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Schlagzeilen JÄGER - epaper Ausgabe 8/2015
Zauber der Blattzeit
Erntesauen Schmale Beete, fette Beute: planen, dreschen, schießen
8 Scharfe Bilder, faire Preise Wildkameras im Reviertest
2.000 Brave: Profis verraten ihre Blattgeheimnisse
10 Falsche: Was alte Böcke niemals tun
Stadt - Land - Frust Die geteilte Gesellschaft
6 Richtige Woran wir reife Böcke wirklich erkennen
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Lesen Sie das Editorial von JÄGER - epaper

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift JÄGER - epaper die aktuelle Ausgabe 8/2015 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

Lesen Sie, was der Chefredakteur Dr. Lucas von Bothmer, in dieser JÄGER Ausgabe 8/2015 vom 22.07.2015 schreibt:

Gute Natur, böser Mensch?

Die Szene darf in keinem Tierfilm fehlen: Eine riesige Sonne verglüht am Horizont. Schäumende Wogen peitschen. Wolken kumulieren im Zeitraffer. Die unbeugsame Wildnis lässt ihre Muskeln spielen. Der Sprecher holt Luft, wie vorm Jüngsten Gericht. Dann sagt er mit Grabesstimme: „Doch der größte Feind der Riesenkrake/Robbe/Hyäne ist nicht der Pottwal/Eisbär/Löwe. Nein, es ist der Mensch.“ Wir nicken betroffen. Da haben wir’s wieder. Wir sind schon eine schlimme Spezies.

So oft wurde jene Botschaft seit Bernhard Grzimeks „Serengeti darf nicht sterben“ geschrien, geschrieben und getwittert, dass sie zu einem Credo der westlichen Welt geworden ist: Das gefährlichste Raubtier der Welt sind wir. Keine andere Art nutzt mehr Lebensraum, hat mehr Hunger, vergeudet mehr Ressourcen, tötet mehr Artgenossen – und bringt mehr Tiere um. Wir fühlen uns schuldig. Naja, zumindest bis wir gesenkten Hauptes im Drive-in von Burger King gesehen werden, unseren USA-Flug buchen oder noch schlimmere Öko-Sünder ausgemacht haben. Den Nachbarn mit dem Porsche. Die Öl-Saudis. Die Überbevölkerung! Das Problem scheint zwar komplex, aber wenigstens die Lösung ist simpel: Der Mensch ist ein evolutiver Irrtum, ein Virus. Erst wenn der Planet sich von ihm erholt hat, wird er wieder gesund. Fast täglich, so scheint es, steigt die Zahl der Menschen, die zwar alle Vorzüge unseres Industriezeitalters mitnehmen, aber seltsam unglücklich mit sich selbst sind.

Dabei war unser Menschenbild nicht immer so schlecht – und unser Naturbild nicht immer so gut. Noch vor zweihundert Jahren hätten die meisten von uns gar keine Zeit für ein schlechtes Gewissen gehabt. Damals mussten viele Leute noch körperlich hart arbeiten – oft in der Landwirtschaft. Raubtiere faszinierten damals niemanden, sondern waren für die Menschen eine echte Bedrohung. Wir schützten das Weidevieh vor ihnen, denn erst sein Überleben sicherte unseres. Sein Fleisch war eine Gnade Gottes, der Sonntagsbraten Inbegriff religiöser Demut. Und wie der Glaube unser Lebenselexier war, so war die Umwelt unsere tägliche Werkbank. Sie war zuerst Lebensgrundlage, dann Sehnsuchtsort. Viele Ältere unter uns erinnern sich noch an Kälte und Hunger, wissen noch, wie grausam Natur sein kann. Sie ließ Kinder erfrieren, vernichtete Ernten, überflutete Dörfer. Sie war weder gut noch schlecht. Sie war einfach da.

Erst nach den Hungersnöten im Zweiten Weltkrieg begann hierzulande eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Die Geschichte von der intensiven Landwirtschaft, ja, auch die Geschichte von der Massentierhaltung. Dies waren entscheidende Bedingungen für den enormen Aufschwung der Adenauer-Ära, für medizinische Versorgung, für Frieden, Wohlstand und eine Lebenserwartung, von der unsere Ahnen nur träumen durften.

Fortschritt, liebe Leser, lebt von Versuch und Irrtum. Er stolpert, biegt falsch ab, fährt an die Wand – und springt darüber. Auch wir Jäger leiden unter Naturzerstörung, wie der Maisanbau oder der Niedergang unseres Niederwilds beweisen. Doch unsere Umwelt kann nur erhalten werden mit einem Naturschutz der kleinen Schritte, mit Eigenverantwortung in genutzter Kulturlandschaft; nicht mit menschenfeindlicher Ideologie. Die Natur will auch gar nicht gerettet werden – sondern wir wollen es. Wenn der Klimawandel gestoppt wird und die Biodiversität erhalten bleibt, dann wird dies nicht die Leistung von Wolf und Bär sein. Sondern die des Menschen. Wir sind genau wie der Wald, die Wildtiere und das Wetter: weder gut noch böse, sondern ein zentraler Teil eines komplexen Ökosystems.

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Kategorie Sportmagazine

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Sehr informativ, aussagekräftig und interessant.
Verfasst von R M. | Stuttgart | 23.03.2017

Hatte diese Zeitung jahrelang als Printausgabe. Die alten Zeitungen stapeln sich bis an die Decke. E-Paper ist praktischer.
02.08.2016

Gute Mischung der Themen.
20.06.2016
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