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Lesen Sie das Editorial von Die Weltwoche - epaper

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift Die Weltwoche - epaper die aktuelle Ausgabe 42/2018 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

Lob der Globalisierung
Wo Trump, Bannon und Gauland irren. Von Roger Köppel
Vor bald zwanzig Jahren sass ich in der Jury des höchsten deutschen Journalistenpreises. Diskutiert wurde eine lange Reportage, die sich kritisch mit der Herstellung eines Rasierapparats befasste. Was dem Autor besonders missfiel, war der Umstand, dass dieser Rasierapparat grenzübergreifend in verschiedenen Ländern produziert wurde. Einzelne Teile kamen aus Nordafrika, andere aus Asien. Zusammengeschraubt wurde das Ganze in Deutschland. Skandalös war aus Sicht des Verfassers, dass die Arbeiter in Nordafrika und Asien weniger verdienten als die Arbeiter in Deutschland. Das Wort «Ausbeutung» fiel im Text mehrmals.

Die Jury war der Meinung, dass es sich bei dieser «globalisierungskritischen Reportage» um ein Meisterwerk des Journalismus handle. Selten seien so anschaulich die «kapitalistische Treibjagd» beschrieben worden und das «Lohndumping», der «grenzenlose Wettbewerb », der die Menschen krank mache und die Löhne nach unten drücke. Als Einziger fand ich den Text schlecht, sprachlich in Ordnung, aber dumm, analytisch daneben. Als ich einwarf, dass der hier beschriebene Vorgang der internationalen Arbeitsteilung die Menschen nicht ärmer, sondern reicher gemacht habe, erntete ich Verachtung: «Nicht alles, was Ihrer Ideologie widerspricht, ist schlechter Journalismus. » Das linke Antiglobalisiererpamphlet gewann im Wettbewerb den ersten Preis. Ich musste an die Juryszene denken, als ich Bob Woodwards grossartiges Buch «Fear» über Donald Trump las. Woodward gehört zu den erfolgreichsten und anerkanntesten Journalisten der USA. Sein akribisch recherchierter Bericht liest sich wie ein Thriller, voller Anekdoten und packender, zum Teil lustiger Dialoge, aber es steckt auch eine interessante Botschaft dahinter. Woodward schildert und kritisiert vor allem die globalisierungsfeindliche Grundhaltung des Präsidenten, seine Abneigung gegen den Freihandel und seine Freude am Protektionismus, obschon er ihn noch nicht so scharf umgesetzt hat wie befürchtet. Beschrieben wird eine Szene, als Trump nach dem G-20-Gipfel in Hamburg auf einem Redemanuskript den Satz «Trade is bad» notierte, «Handel ist schlecht.» Endlich, folgert Woodward, habe Trump den «ehrlichsten Ausdruck seines Protektionismus, seines Isolationismus und seines glühenden Nationalismus » gefunden.

Vor zwanzig Jahren kam die Globalisierungskritik von links, heute kommt sie von rechts. Als Trumps einstiger Chefstratege Steve Bannon auf Einladung der Weltwoche in Zürich sprach, nannte er die Finanzkrise von 2008 den entscheidenden Auslöser der «populistischen Revolte » gegen das «Establishment». Inzwischen versucht der von Trump geschasste Bannon in Europa eine «Internationale der Nationalisten » auf die Beine zu stellen. Was wie ein Selbstwiderspruch klingt, ist wahrscheinlich einer. Europa ist nicht die USA. Die «Nationalisten» oder «Populisten», wie sie je nachdem genannt werden, zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie sich nicht international, sondern eben national definieren, also in Abgrenzung von andern.

Der Versuch, sie alle in einen Topf zu schmeissen, dürfte sich als schwierig, wenn nicht als unmöglich erweisen. Einer, der sich von Bannon distanziert, aber so redet wie er, ist der hochgebildete und kultivierte AfD-Mitvorsitzende Alexander Gauland. Er schrieb kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen einen weithin beachteten Aufsatz unter dem Titel «Warum muss es Populismus sein?». Auch Gauland bezieht sich auf die Finanzkrise.

Er kritisiert den «Egoismus der Globalisten», deren «Bindung an die Heimat schwach ist» und die ihre Unternehmen «nach Indien verlagern, um dort besonders billig zu produzieren». Die europäischen Pleitestaaten hätten zuerst die internationalen Banken finanziert und dann «Hunderttausende Einwanderer alimentiert». Diese Konstellation habe nach einer «Fundamentalopposition» verlangt, und die hätte genausogut von links kommen können. Das habe, ergänzt Gauland, die deutsche Linkenpolitikerin Sahra Wagenknecht begriffen. Gaulands Essay löste unerwarteten Zuspruch aus, unter anderem von Jakob Augstein, dem linken Spiegel-Erben.

Trump, Bannon und Gauland haben sicher recht mit ihrer Kritik an versagenden Eliten in Wirtschaft und Politik. Sie treffen auch einen Punkt, wo sie sich gegen internationale postdemokratische Polit-Strukturen wenden. Falsch aber ist ihre Polemik gegen den Freihandel, gegen die Marktwirtschaft und gegen die angeblich so heimatlosen «Globalisten ». Natürlich gibt es Manager, die massiv versagt haben, aber es gibt eben auch und noch viel mehr Unternehmer und Konzernchefs, die nicht versagt, sondern gewaltigen Wohlstand schaffen und geschaffen haben. Die Antwort auf die Übel der Finanzkrise kann nicht im Protektionismus bestehen, in der wirtschaftlichen Abschottung, in der «Fundamentalopposition» gegen Leute, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen die Welt erobern und Millionen von Kunden glücklich und zufrieden machen. Wer sich gegen den grenzübergreifenden Freihandel, wer sich gegen die wirtschaftliche Globalisierung und die Arbeitsteilung stellt, stellt sich gegen den Wohlstand, gegen den Fortschritt und letztlich gegen die Zivilisation. Da lobe ich mir die Schweiz. Die von ihren Kritikern als ultrapopulistisch und trumpistisch abgestempelte SVP ist nicht nur im Quervergleich ein Ausbund an Internationalismus und marktwirtschaftlicher Weltoffenheit.

Eine ihrer prägendsten Figuren, der Exportunternehmer Christoph Blocher, gehört zu den erfolgreichsten Schweizer Globalisten der letzten fünfzig Jahre. An diesem Punkt wird auch deutlich, dass es auf die feinen Unterschiede ankommt: Die Schweiz ist, zum Glück, weder Deutschland noch Amerika. Sie kann sich kein protektionistisches Bei-sichselber- Stehenbleiben leisten. Die SVP mag wie die meisten Schweizer eine schützende Hand über die Bauern legen, aber sie ist noch weniger als andere bereit, eine Politik zu unterstützen, die den Leuten die Lebenslasten abnimmt, die sie selber tragen müssen. Globalisierungskritik in der Schweiz ist links, nicht rechts. Die Rechten sollten sich diesbezüglich nicht von Trump und Kollegen inspirieren lassen.
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Kategorie Wirtschaftsmagazine und Politikmagazine

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