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DIE PUNKIES TREFFEN ANTJE SCHOMAKER


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yeah! - epaper ⋅ Ausgabe 16/2022 vom 07.10.2022

DIE PUNKIES

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Bildquelle: yeah!, Ausgabe 16/2022

Seit sechs Jahren erfreuen DIE PUNKIES Millionen Zuhörerinnen und Zuhörer. Neben den spannenden Geschichten und der eigens für die Reihe komponierten Musik begeistert die Hörspielserie auch immer wieder mit zahlreichen bekannten Gaststars. Für ihr neuestes Abenteuer trifft die Band nun auf Antje Schomaker. Im Interview erzählt uns die Musikerin unter anderem, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam.

Die meisten Jugendlichen träumen davon, ein Instrument zu lernen, eine Band zu formieren und berühmt zu werden. Ob Ully Arndt in jungen Jahren eine Band gegründet hat, wissen wir nicht. Wohl aber, dass der 1961 geborene Hamburger auf völlig unmusikalische Weise zu Ruhm und Ehre gekommen ist. In den 1980er und 1990er Jahren baute er sich einen Ruf als einer der besten Illustratoren der Republik auf. In dieser ersten Schaffensphase arbeitete der Künstler unter anderem mit Otto Waalkes an den ...

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... legendären Ottifanten-Geschichten und schuf die gelbe Comic-Hand Rolf, die für die Postleitzahlenumstellung nach der Wiedervereinigung warb.

Gerade Rolf ist nicht nur Kult, sondern vor allem ein Stück deutsche Zeitgeschichte. Doch Arndt wollte sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen und streckte seine Fühler daher in völlig andere künstlerische Bereiche aus. So übernahm er Frauke Nahrgangs ErfolgsreiheTeufelskickerund machte sich auch hier schnell einen Namen als Autor von Jugendhörspielen. Doch erneut wollte Arndt mehr. Und so schuf er gemeinsam mit EUROPA-Redakteurin und Produkt-Managerin Corinna Wodrich eine eigene Hörspielreihe: DIE PUNKIES.

In der 2016 veröffentlichten PilotfolgeBühnefreifürdiePunkies!lernen die Zuhörerinnen und Zuhörer Ben Olsen (Daniel Axt) kennen, der davon träumt, ein weltberühmter Gitarrist zu werden. Anstatt richtig zu rocken sitzt er allerdings beim langweiligen klassischen Gitarrenunterricht von Herrn Dröge. Doch völlig umsonst war das Pauken nicht, denn immerhin lernt er hier Leonie Steiner (Jenny Maria Meyer) kennen. Das Mädchen teilt nicht nur Bens Abneigung gegenüber Herrn Dröge, sondern auch seinen Traum von einer Musikerkarriere. Und so beschließen die beiden, eine Band zu gründen. Mit Aylin Günes (Merete Brettschneider) und Lucas Schmitt (Tim Kreuer) finden sie schnell zwei weitere Bandmitglieder und schon sind sie fast eine richtige Band.

Die Betonung liegt auf fast, denn drei nicht ganz unwichtige Dinge fehlen noch auf dem Weg zum Pop-Olymp: Ein Song, ein Raum zum Proben und ein schmissiger Bandname. Eines dieser Probleme löst sich als Nikolas Lüthi (Patrick Bach) die Gruppe komplettiert. Dieser bringt nicht nur seine Comedy- Begabung mit, sondern kann auch einen Proberaum organisieren. In diesem komponieren sie ihren ersten Hit und finden durch ein dort herumschwirrendes Insekt auch ihren eingängigen Bandnamen: DIE PUNKIES, zu Deutsch ´Die Stechmücken´. Doch das ist erst der Anfang. Auf ihrem Weg nach ganz oben werden sie in zahllose haarsträubende Abenteuer verwickelt, hinter denen allzu oft ihre Konkurrenten, die gleichermaßen arroganten wie hinterhältigen krashkiddz Kyle (Tobias Diakow), Vince (Niels Rieke) und Marlon (Tobias Schmidt) stecken.

Das Debüt passte perfekt ins Portfolio des Münchener Kultlabel EUROPA, das Ende der 1970er mit Carsten Bohns ikonischer Musik fürDiedrei???neue Maßstäbe im Hörspielgenre setzte. Vor allem aber entfachte es riesige Begeisterungsstürme. Sechs Jahre später kann die Reihe nun auf 32 Episoden und mehr als 210 Millionen Streaming-Aufrufen zurückblicken. Diese Streamingzahlen dürften weiter explodieren, denn EUROPA hat die Zeichen der Zeit erkannt und so erscheinen die PUNKIES-Folgen nur noch als „streaming only“-Content.

Ein Großteil des PUNKIES-Erfolgs ist zweifellos dem erstklassigen Setting des Duos und Arndts Begabung als Autor zu verdanken. Obwohl ihn mehr als nur ein paar Jährchen von seinen Hauptfiguren (und deren Zuhörerschaft) trennt, gelingt es ihm auf bemerkenswerte Weise die Lebensumstände der heutigen Jugend glaubwürdig abzubilden. DIE PUNKIES beginnen ihre Abenteuer in einem aus dem Leben gegriffenen Umfeld und befassen sich hier allzu oft mit realen Jugendproblemen wie Geldnot, strenge Eltern oder generationsübergreifenden Themen wie die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie.

Auch in der kommenden 33. EpisodeSisters‘Act!nehmen sich DIE PUNKIES einmal mehr eines schwerwiegenden, gesellschaftlichen Problems an: Häme im Internet. Lucas wird unwissentlich dabei gefilmt wie er ausgelassen zu Antje Schomakers Hit Ichmussgarnichts!tanzt. Durch einen blöden Zufall landet das Video im Internet. Und damit in den sozialen Medien. Auf Spott muss Lucas nicht lange warten, vor allem natürlich nicht bei den krashkiddz, die dessen vermeintliche Blamage natürlich in vollen Zügen genießen. Doch zu Lucas Überraschung verwandelt sich der Shitstorm in eine wogende Welle des Zuspruchs, einen sogenannten Candystorm ...

Auch die 33. Folge begeistert nicht nur inhaltlich mit einem spannenden Mix aus Humor, Herz und Botschaft, sondern auch durch ihre wunderbare Umsetzung. Perfekte Klang-Qualität und hochkarätige Sprecher kann man bei EUROPA natürlich voraussetzen. Was DIE PUNKIES jedoch besonders macht, sind die eigens für die Reihe komponierten Songs aus der Feder von Arne Vogeler. Die Kompositionen des studierten Musikers begeistern hierbei nicht nur durch eine riesige Bandbreite, die von Pop über Punk bis zur Opern-Arie wirklich alles abdeckt, sondern auch dadurch, dass die Lieder während des Hörspiels entstehen. Hier ist man hautnah dabei, wenn aus einer ersten Idee ein bühnenreifer Hit entsteht.

Ein anderes Markenzeichen der Reihe sind die zahlreichen Gastauftritte. Bereits in der sechsten FolgeDieJagdnachderMasken-Bandunterstützte Pop-Star Laith Al-Deen DIE PUNKIES bei der Suche nach der berühmten Rock-Combo Smaxx. Ihm folgten nicht nur die Teufelskicker und Fernsehkoch Ole Plogstedt, sondern auch weitere Musikgrößen wie Johannes Oerding, Joris, und Fanta-4-Mastermind Smudo.

Und so wartet die neueste Folge natürlich auch wieder mit einem bekannten Namen auf: Antje Schomaker. Der 1992 geborenen Wahlhamburgerin gelang mit ihrem 2018 veröffentlichten Album VonHeldenundHalunkender Einzug in die deutschen Charts und sie ist seither nicht mehr aus der deutschen Musikszene wegzudenken.

Im Interview erzählt sie uns wie ihr neuer SongIchmussgarnichts!entstand, wie sie Sprecherin bei den PUNKIES wurde und auf was sie sich bei ihrer für November angekündigten Tour am meisten freut.

DIE PUNKIES wissen ja schon in sehr jungen Jahren, dass sie berühmte Musiker*innen werden wollen. Wie war das bei dir, wann hast du den Entschluss gefasst, Sängerin zu werden?

So richtig entschieden Sängerin zu werden, hab ich eigentlich nie; ich war das irgendwie schon immer. Seit ich sprechen konnte, habe ich gesungen, mit fünf Jahren angefangen Klavier zu spielen und dann im Teeniealter die ersten eigenen Songs geschrieben. Ich hab das immer einfach gemacht und dann war schon sehr früh klar, dass ich auf die Bühne gehöre.

Du schreibst deine Songs ja in der Regel selbst. Wer und was inspiriert dich?

Ja, bisher sind alle meine Songs bis aufZeichenund VerschwendeteZeitkomplett von mir allein geschrieben. Mittlerweile hole ich mir manchmal Musiker*innen oder Produzent*innen dazu, um auch mal neue Impulse zu bekommen. Die Inspiration kommt meistens schon vorher, wenn ich ein starkes Gefühl habe. Dann schreibe ich Zeilen, manchmal ganze Songs in meine Notizen oder auf Papier. Manchmal sind es auch Gespräche, die mich inspirieren oder einzelne Worte, oder ein Instrument, ein Akkord. Letztens war ich mit der Künstlerin und Produzentin Novaa im Studio und sie hat eine Akkordfolge auf dem Rhodes gespielt, die so ein Gefühl in mir ausgelöst hat, dass ich innerhalb von 20 Minuten den kompletten Song geschrieben habe.

Ende letzten Jahres erschien deine neue Single Ich muss gar nichts!, die ja auch in der aktuellen PUNKIES-Folge eine wichtige Rolle spielt. Wie ist der Song entstanden?

Der Song ist aus Wut darüber entstanden, dass mir so viele Menschen immer sagen wollen, wie ich zu sein habe, was ich anziehen soll, wie ich zu reagieren habe und vor allem Männer anscheinend immer besser wissen wollen, wie meine Musik zu sein und zu klingen hat. Ich hab die Strophen und den Chorus auf eine Synthielinie geschrieben und dazu dann einen Beat produziert. Der Song lag dann erstmal in meiner Schublade, aber irgendwann hab ich ihn wieder rausgekramt. Den C-Teil hab ich noch spontan im Studio einen Tag vor Abgabe dazu geschrieben, weil ich das Gefühl hatte, es muss noch etwas gesagt werden. Und dann war der Song da.

Der Song leiht ja auch deiner kommenden Tournee den Namen. Auf was freust du dich am meisten bei deinen Live-Auftritten?

Auf den Moment, wenn ich ins Publikum schaue und die Menschen ihre Münder bewegen und ich checke, dass das die Texte sind, die ich in meiner kleinen Berliner Wohnung in meinen Laptop getippt habe.

Pflegstdu irgendwelche Rituale vor dem Auftritt?

Mit meiner Band hab ich einen bestimmten Song zu dem wir gemeinsam Tanzen und dazu immer die gleichen komischen Tanzbewegungen machen. Für Außenstehende sieht das sicher ganz, ganz lustig aus, aber wir fühlen uns dabei immer super.

Welchen Rat würdest du jungen Menschen mitgeben, die als Musiker*innen groß rauskommen möchten?

Ich glaub, Musiker*innen sollte man nicht werden, um groß rauskommen zu wollen. Wenn man Musik macht, um berühmt zu werden, kann das natürlich ein Ansporn sein, aber meistens wird man dabei unglücklich. Es ist verdammt schwer und eben vielmehr als ein paar Lieder zu schreiben und sich auf eine Bühne zu stellen. Wenn du Musiker*in bist, weil du Musik machen m usst, weil du nicht anders kannst, weil du Songs schreibst, damit dein Kopf aufgeräumt ist, weil du singst, damit es dir gut geht, oder du Gitarre spielst, bis deine Hände blutig sind, weil du es so doll willst, dann wirst du auf dem Weg wahrscheinlich trotzdem Erfüllung finden und groß rauskommen. Aber ich glaub da gibt es auch keine Ratschläge, die man geben kann. Außer vielleicht: nimm nicht jeden Ratschlag an, überleg Dir gut, welche Kritik du beherzigst und wenn du weißt, wie du klingen willst, dann bleib dabei und lass dich nicht verbiegen für irgendeine Radioplaylist.

Nun bist du ja nicht nur eine bekannte Sängerin, sondern auch Theater-Schauspielerin. Und jetzt bist du auch noch Stargast bei den PUNKIES. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande?

Es kam eine E-Mail in mein Postfach geflattert, ob ich nicht Lust hätte, mal eine Rolle bei den PUN-KIES zu sprechen und da musste ich als großer Hörspielfan sofort zusagen.

Kanntest du DIE PUNKIES schon davor?

Leider nicht, aber ich habe mir jetzt einige Folgen angehört und habe gemerkt, dass ich ganz schön was verpasst habe.

Fiel es dir leicht dich selbst zu spielen?

Beim Hörspiel wird mit viel Druck auf der Stimme gearbeitet, allerdings spreche ich selbst natürlich im Alltag nicht wie die PUNKIES im Hörspiel. Da war es schon eine Herausforderung vom Druck nicht zu sehr von den anderen Sprecher*innen abzuweichen, aber trotzdem noch nach mir selbst zu klingen.

Die Folge dreht sich ja inhaltlich um ein sehr wichtiges Thema – die Macht von Kommentaren im Internet. Was sollten unsere Leser*innen tun, bevor sie einen Beitrag in den sozialen Medien kommentieren?

Man sollte sich bewusst sein, dass es immer Menschen gibt, die auch lesen, was man dort schreibt. Nicht nur die Menschen, die die Beiträge verfassen, unter denen ich kommentiere, sondern auch meine Freund*innen und andere Leute. Wenn ich z.B. bei einer Person mit 200.000 Follower*innen etwas Fieses kommentiere, dann sieht die Person das im Zweifel vielleicht gar nicht. Aber meine Mitmenschen schon. Und was ich dort geschrieben habe, kann sie genauso verletzen. Meistens projizieren wir unsere eigene Unzufriedenheit auf andere Leute. Wenn ich also das nächste Mal einen gemeinen Kommentar schreiben will, sollte ich mich fragen: Warum genau will ich das gerade schreiben? Was sagt das über mich aus?

Kommentare und Feedback im Internet können natürlich auch immer hilfreich und aufbauend sein. Welche positiven Erfahrungen hast du persönlich gemacht?

Auf Social Media bin ich sehr ehrlich und versuche offen auf Themen aufmerksam zu machen. Meistens schreiben Menschen dann, dass es ihnen ähnlich geht und dass es ihnen gut tut zu lesen, dass sie mit manchen Dingen nicht alleine sind. Das ist immer ein schönes Gefühl.

DIE PUNKIES haben ja eine riesige Fangemeinde. Was glaubst du begeistert so viele große und kleine Hörer*innen seit so vielen Jahren an der Reihe?

Vor allem der Einbezug von Musik war für mich neu. Es hat mich total begeistert, dass in einem Hörspiel so viel Musik gespielt wird, was ja total Sinn ergibt, aber selten so gemacht wurde. Für mich, die acht Jahre in Hamburg gelebt hat, macht es auch Spaß, die Orte wiederzuerkennen. Ich kann mir vorstellen, dass es da einigen Hörer*innen auch so geht.

Wie entspannst du dich zwischen all deinen Projekten?

Wenn ich ehrlich bin, mache ich das immer noch zu wenig und bin da kein gutes Vorbild. Aber ich versuche mir Freiräume für Pausen zu schaffen, mal raus in die Natur zu fahren, regelmäßig Sport als Ausgleich zu treiben; ich bin aber leider nicht allzu gut imEntspannen.FallsihrTippshabt,schreibtmirgern!

Vielen Dank für das Gespräch und Deine Zeit.

«Ich danke euch! Das war schön :) «

Titel:SISTER’S ACT (Folge 33)

Label: EuropaLaufzeit: ca. 85 Minuten Verkaufsstart: 7. Oktober