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Gartendünger: Schadstoffe inclusive


ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 5/2015 vom 08.05.2015

Zwar setzt bedarfsgerechtes Düngen eine Bodenuntersuchung voraus. Trotzdem greifen Hobbygärtner gern zu Universaldüngern, die alle wichtigen Nährstoffe enthalten – aber auch Schwermetalle. Da viele Produkte in unserem Test zudem unzureichend deklariert sind, können wir nur 2 von 20 empfehlen.


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Foto: imago/imagebroker

Bedarfsgerecht düngen heißt, der Pflanze genügend Nährstoffe für ihr Wachstum zu geben, ohne gleichzeitig Böden und Gewässer damit zu überfrachten. Wie wichtig dieser ökologische Aspekt ist, zeigt die Überhandnahme des Hauptnährstoffs Stickstoff: Jährlich 4,2 Millionen Tonnen reaktiver ...

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... Stickstoff gelangen laut Umweltbundesamt in Deutschland in den Umweltkreislauf – eindeutig zu viel. Als Folge davon verunreinigen unnötig viel Nitrat und Ammoniak unsere Umwelt. Sicherlich hat die kommerzielle Landwirtschaft daran den Löwenanteil. Und dennoch können auch Hobbygärtner dazu beitragen, eine Überdüngung zu verhindern. Schließlich können zu viele Nährstoffe nicht zuletzt auch ihren Pflanzen schaden: „Sind Pflanzen mit Stickstoff überversorgt, können sich manche Schädlinge wie Blattsauger auf ihnen stärker vermehren“, sagt Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie.


Zu viel Stickstoff kann die Vermehrung von Schädlingen fördern


Auch für andere Hauptnährstoffe gilt: Überreichlich davon ist nicht nur teuer, sondern schädlich. Schwefel etwa kann bei Überdüngung zu Problemen mit der Bodenfruchtbarkeit durch Versauerung und Entkalkung führen. Phosphor ist eine wichtige, aber zugleich endliche Ressource, die gleichwohl verschwenderisch über Gärten und Äckern ausgestreut wird. Phosphate, die nicht von den Pflanzen aufgenommen werden, können in Gewässer gelangen und dort zu Eutrophierung führen, also zu einer Anreicherung von Nährstoffen, die übermäßiges Algenwachstum auf Kosten anderer Organismen nach sich zieht.

„Gezieltes Düngen ist nur nach einer Bodenuntersuchung möglich“, betont deshalb Erika Brunken. Erst dann weiß der Gärtner, welche Nährstoffe in seinem Boden vorhanden sind und welche er durch Düngung nachliefern muss. Für eine solche Bodenuntersuchung nimmt man im Frühjahr oder Herbst Bodenproben aus dem eigenen Garten und schickt sie an die landwirtschaftlichen Untersuchungsund Forschungsanstalten der Länder oder an private Labore. Diese überprüfen den Nährstoffgehalt und geben Düngeempfehlungen.

Während Spezialdünger auf die Bedürfnisse einer speziellen Pflanzenkultur ausgerichtet sind, enthalten Volldünger alle wichtigen Nährstoffe, angegeben in Prozenten von Stickstoff (N), Phosphat (P), Kalium (K), Magnesium (Mg) und Schwefel (S). Spezialdünger lohnt sich vor allem dann, wenn von einer Kultur viel vorhanden ist, beispielsweise Rasen oder Rosen. Auch für Hortensien und Rhododendren, die saure Böden mögen, ist er besonders sinnvoll.

Damit Hobbygärtner bedarfsgerecht düngen können, müssen sie wissen, was in den Produkten steckt. Wir haben 20 Universaldünger im Labor untersuchen las-sen–nicht nur auf die Gehalte der Hauptnährstoffe, sondern auch auf schädliche Stoffe wie Pestizide, Salmonellen, Cadmium und Uran.

Nichts für empfindliche Nasen: Aber warum in Dosen? Kuhdung kann man sich auch vom Bauern aus der Umgebung liefern lassen.


Foto: imago/Independent Photo Agency

Das Testergebnis

Viel Schatten, wenig Licht. Nur die beiden mineralischen Dünger von Obi und Toom halten unserer strengen Bewertung mit „sehr gut“ stand. Ihnen folgt ein breites Mittelfeld, in dem die meisten Produkte deshalb landen, weil sie Schwermetalle in den Boden eintragen und häufig auch noch Mängel in der Deklaration aufweisen. Sechs Dünger, alle mit organischem Anteil, sind „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“.
Zu hohe Schadstoffakkumulation: 13 Dünger tragen mehr als dreimal so viel an Schwermetallen in den Boden ein, als ihm im Laufe einer Vegetationsperiode entzogen werden kann. „Im Laufe der Zeit erhöht sich so der Schwermetallgehalt der erzeugten Produkte, zudem besteht die Gefahr des Eintrags ins Grundwasser“, erklärt Professor Ewald Schnug, Hochschullehrer an der Technischen Universität in Braunschweig und Präsident des Internationalen Wissenschaftlichen Zentrums für Düngemittel (CIEC). Fünf Dünger weisen einen Urangehalt über der vom Umweltbundesamt empfohlenen Grenze von 50 Milligramm pro Kilogramm Phosphat aus. Uran gelangt wie auch Cadmium durch Rohphosphat in die Dünger. Seit Jahren wird über einen gesetzlichen Grenzwert für Uran in Düngemitteln diskutiert, doch geschehen ist bislang nichts.
Verschwendung einer Kostbarkeit: Erstmals haben wir auch Dünger abgewertet, die mehr als dreimal so viel Phosphat in den Boden einbringen, als ihm entzogen werden kann. Der Hintergrund: Behördliche Messungen haben gezeigt, dass in den allermeisten Gärten bereits genug Phosphat enthalten ist, in manchen sogar zu viel. „Wird Phosphat ausgewaschen, kann es zur Überdüngung der Gewässer beitragen“, sagt Düngerexperte Ewald Schnug. „Dabei müssten wir mit Phosphat besonders haushalten: Es wird aus fossilen Lagerstätten gewonnen, die langsam aber sicher zur Neige gehen, gleichzeitig steigt die weltweite Nachfrage nach Dünger.“
Nachweis von Perchlorat und Chlorat: Seit unserem Gartendüngertest im Jahr 2013 wurden Rückstände von Perchlorat und Chlorat in mehreren Proben von Obst und Gemüse gefunden. Beide Stoffe können unter anderem die Aufnah-me von Jodid in die Schilddrüse hemmen. Als eine mögliche Eintragsquelle in Nahrungsmittel gilt Dünger. Tatsächlich wies das von uns beauftragte Labor in zwölf Düngern Chlorat nach, sechs enthielten Perchlorat. Die gemessenen Gehalte sind nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft zwar zu gering, als dass sie schädliche Auswirkungen zeigen könnten. Dennoch werten wir sie ab, da die Belastung völlig überflüssig ist.

So haben wir getestet

Der Einkauf
Aus der großen Auswahl an Gartendüngern haben wir 20 Universaldünger eingekauft, die für Gemüse und Zierpflanzen geeignet sind. Getestet wurden neun organisch-mineralische, fünf rein organische und sechs mineralische Dünger.

Die Inhaltsstoffe
Vor dem Hintergrund hoher Perchlorat- und Chloratwerte in Lebensmitteln haben wir erstmals alle Dünger auf Perchlorat und Chlorat untersuchen lassen. Auch auf Schwermetalle wie Uran, Cadmium und Arsen sowie auf poly zyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen manche krebserregend sind, wurden alle Produkte überprüft. Alle Dünger mit organischem Bestandteil ließen wir auf Dioxine, Pestizide, E. coli und Salmonellen untersuchen. Für alle Mineraldünger wurden Natrium- und Chloridgehalte ermittelt.

Bestimmung des Phosphatgehalts im Labor.


Foto: Labor

Die Deklaration
Wir haben für alle Dünger die Gehalte der wichtigen Nährstoffe Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium und Schwefel ermitteln lassen und sie mit der Deklaration auf der Verpackung verglichen. Außerdem ließen wir prüfen, ob einzelne Nährstoffe und Schwer metalle hätten deklariert werden müssen.

Die Bewertung
Wie in vergangenen Tests orientieren wir uns bei der Bewertung der Schwermetalle nicht nur an gesetzlichen Grenzwerten. Wir haben auch berechnen lassen, wie hoch die Menge der Schwermetalle ist, die im Boden zurückbleibt, wenn man Ernten, Bodenabtrag und Auswaschung berücksichtigt. Nach diesem Eintraggleich-Austrag-Konzept werten wir die Anreicherungen von Schwermetallen und Phosphat in all den Fällen ab, in denen mehr als die dreifache Menge, die dem Boden pro Jahr entzogen werden kann, im Boden zurückbleibt.

■ Bis zu sechs Pestizide pro Produkt: Pestizide werden durch organische Bestandteile in den Dünger eingetragen. Hier wurde das Labor in neun Fällen fündig, in zwei Produkten wies es sogar je sechs verschiedene Pestizide nach. Poly zyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, von denen einige krebserregend sind, fanden sich nur im Beckmann-Produkt in auffälligen Mengen. In Bezug auf E.-coli-Bakterien und Salmonellen fiel keiner der getesteten Dünger auf.
Steht drauf, ist aber nicht drin: Wollen Hobbygärtner genau nach Bedarf düngen, haben sie bei den meisten Düngern schlechte Karten – zu groß ist die Diskrepanz zwischen dem, was auf der Verpackung behauptet wird, und dem tatsächlich gemessenen Gehalt. Abweichungen im Nährstoffgehalt von mehr als 50 Prozent oder mehr als einem Prozentpunkt fanden wir in über der Hälfte der Produkte. Einige Dünger wurden abgewertet, weil die Hersteller Nährstoffe oder Schwermetalle laut Düngemittelverordnung hätten kennzeichnen müssen, dies aber nicht taten. Der ASB Greenworld Gartenvolldünger Blau war besonders auffällig: Die Werte für Stickstoff und wasserlösliches Phosphat weichen je um mehr als zwei Prozentpunkte ab, die Spurennährstoffe Bor und Zink erreichen nicht einmal zehn Prozent der gekennzeichneten Werte.

Experte

Lieber etwas vorsichtiger düngen als zu viel

Foto: Kühne

„Wie oft und wie viel gedüngt werden sollte, ist jeweils abhängig von der Pflanzenkultur. In der Regel reicht eine Düngung im Frühjahr aus. Ausnahmen: Rosen brauchen nach der Hauptblüte noch eine kleine Düngung, Sommerblumen (Beet- und Balkonpflanzen) sollten laufend nachgedüngt werden, damit sie durchblühen. Rasen kann viermal im Jahr gedüngt werden, damit er sich gut bestockt und Moos keine Chance hat, sich zu vermehren. In der Menge kann man sich generell nach den Anwendungshinweisen der Anbieter richten. Ich empfehle allerdings, lieber etwas vorsichtiger zu düngen als zu viel.“

Erika Brunken ist Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 242.
Anmerkungen: 1) Bei einem der unter „Pestizide“ als problematisch aufgeführten Stoffe handelt es sich um den Wirkungsverstärker Piperonylbutoxid. 2) Dünger wird gemäß der österreichischen Düngemittelverordnung in Verkehr gebracht und muss deshalb einen Schwefelgehalt über 0,3 % nicht deklarieren. 3) Laut Anbieter stammt die untersuchte Düngercharge aus dem Jahr 2013 und entspricht nicht der aktuell verkauften Charge. Man liefere derzeit ausschließlich Produkte mit geringeren Gehalten an Schwermetallen aus, diese könnten an einer siebenstelligen Chargenkennzeichnung erkannt werden, die auf die Ziff er 5 endet. ÖKO-TEST hat den Dünger im Januar 2015 in einem Baumarkt eingekauft. 4) Laut Hersteller stammt die untersuchte Düngercharge aus dem Jahr 2011; über die Lagerzeit könne es zu einer Veränderung der Produkteigenschaften und zu Gehaltsabweichungen kommen. 5) Laut Anbieter stammt die untersuchte Düngercharge aus dem Jahr 2011; mittlerweile habe sich die Produktverpackung geändert, die Produktzusammensetzung aber nicht. 6) Laut Anbieter wird die Rezeptur des Düngers zum Saisonende mit dem Ziel umgestellt, den Phosphatgehalt auf 2 bis 3 % zu beschränken. 7) Magnesiumgehalt von mehr als 0,3 % nicht gekennzeichnet. Schwefelgehalt von mehr als 2 % nicht gekennzeichnet. 8) Magnesiumgehalt von mehr als 2 % nicht gekennzeichnet. 9) Magnesiumgehalt von mehr als 0,3 % nicht gekennzeichnet. Phosphatgehalt weicht um mehr als einen bis zwei Prozentpunkte von der Deklaration/Kennzeichnung ab. 10) Schwefelgehalt weicht mehr als 25 bis 50 % von der Deklaration/Kennzeichnung ab. Stickstoff gehalt weicht um mehr als einen bis zwei Prozentpunkte von der Deklaration/Kennzeichnung ab. Phosphatgehalt weicht um mehr als einen bis zwei Prozentpunkte von der Deklaration/Kennzeichnung ab. Magnesiumgehalt von mehr als 0,3 % nicht gekennzeichnet. 11) Schwefelgehalt weicht zu mehr als 50 % von der Deklaration/Kennzeichnung ab. 12) Magnesiumgehalt von mehr als 0,3 % nicht gekennzeichnet. Kaliumgehalt weicht um mehr als einen bis zwei Prozentpunkte von der Deklaration/Kennzeichnung ab. 13) Magnesiumgehalt weicht mehr als 25 bis 50 % von der Deklaration/Kennzeichnung ab. Schwefelgehalt weicht mehr als 25 bis 50 % von der Deklaration/Kennzeichnung ab. 14) Magnesiumgehalt weicht mehr als 25 bis 50 % von der Deklaration/Kennzeichnung ab. Schwefelgehalt weicht um mehr als zwei Prozentpunkte von der Deklaration/Kennzeichnung ab. 15) Phosphatgehalt weicht mehr als 25 bis 50 % von der Deklaration/Kennzeichnung ab. Schwefelgehalt weicht mehr als 50 % von der Deklaration/Kennzeichnung ab. Kaliumgehalt weicht mehr als 50 % von der Deklaration/Kennzeichnung ab. 16) Magnesiumgehalt von mehr als 0,3 % nicht gekennzeichnet. 17) Magnesiumgehalt weicht mehr als 25 bis 50 % von der Deklaration/ Kennzeichnung ab. Kaliumgehalt weicht um mehr als einen Prozentpunkt von der Deklaration/Kennzeichnung ab. Produkt enthält weniger als 50 %, aber nicht weniger als 25 % des gekennzeichneten Wertes an Kupfer. 18) Magnesiumgehalt weicht mehr als 50 % von der Deklaration/Kennzeichnung ab. 19) Magnesiumgehalt weicht mehr als 25 bis 50 % von der Deklaration/Kennzeichnung ab. Gehalt Schwefel wasserlöslich weicht um mehr als zwei Prozentpunkte von der Deklaration/Kennzeichnung ab. 20) Stickstoff gehalt weicht um mehr als zwei Prozentpunkte von der Deklaration/ Kennzeichnung ab. Gehalt Phosphat wasserlöslich weicht um mehr als zwei Prozentpunkte von der Deklaration/Kennzeichnung ab. Produkt enthält weniger als 25 % der gekennzeichneten Werte an Bor und Zink. 21) Magnesiumgehalt weicht mehr als 25 bis 50 % von der Deklaration/Kennzeichnung ab. 22) Gehalt Phosphat wasserlöslich weicht um mehr als zwei Prozentpunkte von der Deklaration/Kennzeichnung ab. Gehalt Kalium wasserlöslich weicht um mehr als einen bis zwei Prozentpunkte von der Deklaration/Kennzeichnung ab. 23) Gehalt Phosphat wasserlöslich weicht um mehr als zwei Prozentpunkte von der Deklaration/Kennzeichnung ab.

Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) eine Akkumulation (Faktor größer 3 bis 10) bei mehr als zwei Schwermetallen (hier: Uran, Cadmium, Zink); b) ein Gehalt von mehr als 100 μg/kg einer oder mehrerer PAK-Einzelverbindungen, sofern sie in der Summe 1.000 μg/kg nicht übersteigen. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) 5 bis 9 Pestizide und/oder 3 oder mehr besonders gesundheits- und/oder umweltrelevante Pestizide (nach dem GHS-Gefahrstoff system eingestuft als vermutlich krebserregend, Kategorie 2 und/oder als vermutlich reproduktionstoxisch, Kategorie 2 und/oder als akut gewässergefährdend, Kategorie 1); b) ein Urangehalt über dem diskutierten Grenzwert des Umweltbundesamtes (mehr als 50 mg Uran pro kg Phosphat bei Produkten mit einem Phosphatgehalt ab 5 %); c) eine Akkumulation (Faktor größer 3 bis 10) bei 1 bis 2 Schwermetallen (hier: Uran, Cadmium, Zink, Chrom, Nickel); d) eine Akkumulation (Faktor größer 3 bis 5) bei Phosphat; e) Chlorat und/oder Perchlorat. Unter Akkumulationsfaktor wird die Anreicherung von Schwermetallen oder Phosphat nach Abzug von Ernte, Bodenabtrag und Auswaschung verstanden (siehe hierzu auch Testmethoden).
Unter dem Testergebnis Deklaration führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) eine relative Abweichung des Gehalts von Stickstoff gegenüber der Deklaration von mehr als 50 % oder eine absolute Abweichung von mehr als 2 Prozentpunkten; b) eine relative Abweichung des Gehalts von Phosphat gegenüber der Deklaration von mehr als 50 % oder eine absolute Abweichung von mehr als 2 Prozentpunkten; c) eine relative Abweichung des Gehalts von Kalium gegenüber der Deklaration von mehr als 50 % oder eine absolute Abweichung von mehr als 2 Prozentpunkten; d) eine relative Abweichung des Gehalts von Magnesium gegenüber der Deklaration/ Kennzeichnung von mehr als 50 % oder eine absolute Abweichung von mehr als 2 Prozentpunkten; e) eine relative Abweichung des Gehalts von Schwefel gegenüber der Deklaration/ Kennzeichnung von mehr als 50 % oder eine absolute Abweichung von mehr als 2 Prozentpunkten; f) Cadmiumgehalte von mehr als 20 mg/kg Phosphat bei Produkten mit einem Phosphatgehalt größer 5 % nicht gekennzeichnet; g) Magnesiumgehalt von mehr als 2 % nicht gekennzeichnet; h) Schwefelgehalt von mehr als 2 % nicht gekennzeichnet; i) Produkt enthält weniger als 25 % des gekennzeichneten Wertes eines oder mehrerer Spurennährstoffe (hier: Bor und Zink). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) eine relative Abweichung des Gehalts von Stickstoff gegenüber der Deklaration von mehr als 25 bis 50 % oder eine absolute Abweichung von mehr als 1 bis 2 Prozentpunkten; b) eine relative Abweichung des Gehalts von Phosphat gegenüber der Deklaration von mehr als 25 bis 50 % oder eine absolute Abweichung von mehr als 1 bis 2 Prozentpunkten; c) eine relative Abweichung des Gehalts von Kalium gegenüber der Deklaration von mehr als 25 bis 50 % oder eine absolute Abweichung von mehr als 1 bis 2 Prozentpunkten; d) eine relative Abweichung des Gehalts von Magnesium gegenüber der Deklaration/Kennzeichnung von mehr als 25 bis 50 % oder eine absolute Abweichung von mehr als 1,5 bis 2 Prozentpunkten; e) eine relative Abweichung des Gehalts von Schwefel gegenüber der Deklaration/Kennzeichnung von mehr als 25 bis 50 % oder eine absolute Abweichung von mehr als 1,5 bis 2 Prozentpunkten; f) Magnesiumgehalt von mehr als 0,3 % bis 2 % nicht gekennzeichnet; g) Schwefelgehalt von mehr als 0,3 % bis 2 % nicht gekennzeichnet; h) Produkt enthält weniger als 50 %, aber nicht weniger als 25 % des gekennzeichneten Wertes eines Spurennährstoffs (hier: Kupfer).
Die Abwertungen können sich neben den Gesamtgehalten von Stickstoff, Phosphat, Kalium, Magnesium und Schwefel auch auf die Werte „wasserlöslich“ oder „ammoniumcitratlöslich“ beziehen. Der Gehalt von wasserlöslichem Schwefel und wasserlöslichem Magnesium wird nur dann berücksichtigt, wenn dies der jeweils einzige gekennzeichnete Schwefelbzw. Magnesiumwert ist. Abweichungen von der Kennzeichnung geringer als 0,5 Prozentpunkte werden nicht abgewertet.
Das Gesamturteil basiert auf dem Testergebnis Inhaltsstoff e. Ein „befriedigendes“ oder „ausreichendes“ Testergebnis Deklaration verschlechtert das Gesamturteil um eine Note, ein „mangelhaftes“ oder „ungenügendes“ um zwei Noten.
Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „N1505“ eingeben.
Bereits veröffentlicht undStand der Ergebnisse: ÖKOTEST-Magazin 5/2015. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKOTEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Einkauf der Testprodukte: Januar 2015.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/ oder verbreitet werden.

ÖKO-TEST rät

■ Die beiden „sehr gut“ getesteten Blaudünger empfehlen wir mit der Einschränkung, dass Boden und Pflanze die angegebenen Nährstoffkonzentrationen so benötigen.
■ Die Website des Verbands Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (www.vdlufa.de) bietet unter „Links“ eine Liste von Laboren, die Privatproben untersuchen.
■ Gezielte Informationen und persönliche Beratung zu allen Gartenfragen, auch zum bedarfsgerechten Düngen, geben die Gartenakademien der Bundesländer: www.gartenakademien.de