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TEST Augen-Make-up-Entferner: Augen wischerei


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2020 vom 26.11.2020

Zum Abschminken der empfindlichen Augenpartie sind besonders sanfte Mittel gefragt. Fast alle Augen-Make-up-Entferner im Test punkten.


TEST: HANH FRIEDRICH

RATGEBER

1 An zehn „sehr guten“ Augen-Make-up-Entfernern im Test haben wir nichts zu bemängeln. Vier von ihnen trauen sich sogar das Lösen wasserfester Schminke zu.

2 Duftstoffe in Augennähe können für sensible Haut kritisch sein. Gut, dass 16 Abschmink-Spezialisten im Test darauf verzichten.

3 Für Trägerinnen weicher Kontaktlinsen empfehlen sich ölfreie Produkte. Immer zuerst Linsen herausnehmen, dann das Augen-Make-up entfernen.

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Dünnhäutig – das ist die Partie um die Augen im wahrsten Sinne des Wortes. Im Vergleich zur übrigen Gesichtshaut ist sie bis zu acht Mal dünner und besitzt zudem kein Unterhautfettgewebe. Reißen, Zerren oder Reiben sind deshalb tabu bei der täglichen Reinigung, denn das könnte diese sensible Zone reizen und eine Faltenbildung begünstigen.

Keine leichte Aufgabe bei tiefschwarzem Lidstrich oder wasserfester Mascara. Der Markt bietet eine Vielzahl eigens für die Augen entwickelter Make-up-Entferner an. Wir haben uns 20 dieser Spezialisten näher angesehen und im Labor prüfen lassen.

Das Ergebnis ist erfreulich: Insgesamt 18 Make-up-Entferner schneiden mit „gut“ oder „sehr gut“ ab. Unter den zehn „sehr guten“ Produkten sind alle acht Augen-Make-up-Entferner mit Naturkosmetik-Zertifikat, aber auch zwei konventionelle Abschminker. Immerhin vier dieser zehn Besten sind für das Entfernen wasserfesten Make-ups ausgelobt.

Die anderen zehn Produkte treten unisono mit diesem Anspruch an. Und hier liegt auch das Problem: Sie alle nutzen zum Lösen der wasserfesten Schminke Paraffine, manche zusätzlich Silikonöle. Paraffine sind auf Basis von Erdöl hergestellt, Silikonöle gehören zu den synthetischen Polymeren und bauen sich teilweise in der Umwelt sehr schlecht ab. Synthetische Fette sind in der Regel billiger als natürliche Pflanzenöle, integrieren sich aber auch nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut wie diese. An den acht „guten“ Produkten haben wir außer Paraffinen, beziehungsweise Silikonen, nichts weiter zu bemängeln. Beim L’Oréal Make-up Entferner reicht es hingegen nur zu einem „ausreichend“, weil er zusätzlich PEG/PEG-Derivate enthält. Diese als Schmutzlöser eingesetzten Verbindungen können die Haut durchlässiger machen für unerwünschte Fremdstoffe. Das muss nicht sein rund um die Augenpartie, wo die Hautschutzbarriere ohnehin dünner ist.


„Augen-Make-up-Entferner reinigen auch ohne problematische Silikone und Paraffine – die Naturkosmetik macht es vor.“


Hanh Friedrich ÖKO-TEST-Redakteurin


Fotos: Anja Wägele; Marko Marcello/Shutterstock

Formaldehyd/-abspalter in Augennähe?

Komplett ins Auge geht die Rezeptur des Essence Express Eye Make-up Remover. Das beauftragte Labor hat bei ihm Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen. Das passt zur Deklaration, auf der das Konservierungsmittel DMDM Hydantoin aufgeführt ist, das Formaldehyd abspalten kann. Formaldehyd gilt, wenn es eingeatmet wird, als krebserregend und ist in Kosmetik verboten. Abspalter wie DMDM Hydantoin, die Formaldehyd nach und nach freisetzen, sind als Konservierungsmittel nach wie vor erlaubt.

Formaldehyd kann aber auch Kontaktallergien auslösen und schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen. Im Bereich der Augen ist es eindeutig fehl am Platz. Der Essence Express Eye Make-up Remover ist somit „ungenügend“ und mit Abstand das Schlusslicht.

Viele der Naturkosmetikprodukte enthalten Parfüm, die meisten konventionellen Make-up-Entferner kommen ohne aus. Die Duftstoffe in Augen-make-up-Entfernern können auch dazu dienen, den unangenehmen Eigengeruch von Rohstoffen zu überdecken.

In keinem der Make-up-Entferner stecken bedenkliche Düfte, wie etwa polyzyklische Moschus-Verbindungen oder Duftstoffe mit hohem allergenen Potenzial, die ÖKÖ-TEST abwertet. Aber es finden sich Stoffe wie Geraniol oder Farnesol, die ein schwach allergenes Potenzial besitzen und die wir deshalb in der Tabelle auflisten, um empfindlichen Menschen die Möglichkeit zu geben, diese Stoffe zu meiden. Wer Duftstoffe schlecht verträgt und zu Allergien neigt, weicht lieber auf parfümfreie Alternativen aus.

Das Prinzip heißt: Gleiches löst Gleiches

Make-up-Entferner haben es nicht leicht. Denn sogenannte Stay-on-Kosmetika haften immer besser und viele Produkte sind wasserfest. Was aber besser hält, geht am Ende des Tages auch schwerer ab.

Alle Abschminkprodukte im Test, die wasserfestes Augen-Make-up entfernen können, bestehen aus zwei Phasen: Einem wässrigen und einem öligen Anteil. Sie liegen meist gut sichtbar in der Flasche übereinander und werden vor der Anwendung durch kräftiges Schütteln gemischt.

Gesichtsreinigung funktioniert nach dem Prinzip Gleiches löst Gleiches: Die Öl-Phase löst fettbasierte wasserfeste Schminke, die Wasser-Phase erledigt den Rest. Letztere kann neben pflegenden und konservierenden Stoffen auch Tenside enthalten. Die Ein-Phasen-Produkte reinigen häufig nur mit Tensiden und eignen sich dann besser für wasserlösliches Make-up. Am Ende des Tages muss das Augen-Makeup auf jeden Fall runter, ob mit oder ohne Öl-Phase. Denn sonst drohen Wimpernbruch oder Augenreizungen.

Wir haben getestet

TIPPS zum Abschminken

Illustrationen: noun project

Richtig Wischen

Make-up-Entferner auf ein Pad geben, dieses kurz auf dem geschlossenen Lid einwirken lassen und sanft nach unten oder von innen nach außen streichen. Immer mit lauwarmem Wasser nachspülen – denn so verbleiben eingeschlossene Schmutzpartikel und Tenside nicht auf der Haut.

Zero Waste

Müll beim Abschminken muss nicht sein, denn es gibt bereits eine gute Auswahl wiederverwertbarer Abschmink-Pads, beispielsweise aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle oder aus einer Mischung von Baumwolle und Bambusfaser. Diese Pads sind bis 60 Grad in der Maschine waschbar.

Hausmittel

Wer es völlig natürlich mag, kann wasserfeste Schminke auch mit reinen Pflanzenölen abnehmen: Kokos- und Olivenöl sind einen Versuch wert, auch Mandel- und Aprikosenkernöl sollen geeignet sein. Und wo gerade nichts anderes zur Hand ist, tut es auch ein parfümfreies Babyöl.

So haben wir getestet

Die Haut um die Augen herum ist besonders dünn und verträgt kein starkes Reiben.


Wir haben 20 Augen-Make-up-Entferner eingekauft, darunter acht zertifizierte Naturkosmetikprodukte sowie zwölf konventionelle Produkte. Es sind sowohl Eigenmarken von Drogerien, Supermärkten und Discountern als auch Marken bekannter Kosmetikhersteller vertreten. Die Preise der getesteten Augen-Make-up-Entferner liegen zwischen 94 Cent und 26 Euro pro 100 Milliliter. Vorrangig wurden zweiphasige Produkte eingekauft. Wir haben die Deklaration der Produkte genau unter die Lupe genommen: Verwenden die Hersteller umweltschädliche Silikone oder synthetische Polymere? Setzen sie auf erdölbasierte Paraffine oder eher auf natürliche Öle, welche sich besser ins Gleichgewicht der Haut integrieren? Werden PEG/ PEG-Derivate verwendet, die die Haut für Fremdstoffe durchlässiger machen können?
Außerdem ließen wir die Augen-Make-up-Entferner in spezialisierten Laboren auf Formaldehyd/-abspalter, problematische Duftstoffe und auf umstrittene halogenorganische Verbindungen untersuchen. Das Gesamturteil beruht auf der Beurteilung der Inhaltsstoffe.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 158.
Anmerkungen: 1) Laut Hersteller ist seit März 2020 ein Produkt mit neuer Rezeptur ohne Paraffinum Liquidum erhältlich. Zurzeit werde an einer weiteren Rezepturverbesserung gearbeitet, bei der die aktuell noch eingesetzten Dimethicone entfallen sollen. 2) Der Duftstoff Lilial ist deklariert, wurde aber im Labor nicht nachgewiesen. 3) Der Duftstoff Citral ist deklariert, wurde aber im Labor nicht nachgewiesen. 4) Laut Anbieter wurde eine leichte Rezepturänderung vorgenommen. Der Produktnachfolger fließe seit August 2020 in den Markt ein und sei am Störer „ohne Mikroplastik und wasserlösliche rein synthetische Polymere“ sowie der geänderten EAN (4058172446573) zu erkennen. 5) Laut Anbieter wird das Produkt in einer Preisspanne zwischen 0,95 bis 1,49 Euro verkauft.
Legende: Produkte mit dem gleichen Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Zur Abwertung um vier Noten führen: mehr als 10 mg/kg Formaldehyd/-abspalter. Zur Abwertung um zwei Noten führen: PEG/PEG-Derivate. Zur Abwertung um eine Note führt: mehr als ein Prozent Paraffine/künstliche paraffinartige Stoffe und/oder Silikonverbindungen.
Das Gesamturteil beruht auf der Beurteilung der Inhaltsstoffe.
Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de/M2012.
Einkauf der Testprodukte: August 2020.
Preise können aufgrund der befristeten Mehrwertsteuersenkung geringfügig abweichen. Dieser Test löst den Test Augen-Make-up-Entferner aus dem ÖKO-TEST Magazin 10/2013 und dessen Wiederveröffentlichungen im Ratgeber Kosmetik 2014 und Jahrbuch für 2015 ab.
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