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Archäologie in Deutschland - epaper
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Schlagzeilen Archäologie in Deutschland - epaper Ausgabe
★ Neandertaler Auch 160 Jahre nach seiner Entdeckung ist der Neandertaler in der Öffentlichkeitpräsent: Sensationelle neue Forschungsergebnisse haben unsere Vorstellung vom scheinbar tumben, erfolglosen Hinterwäldler der Humanevolution, die über mehr als ein Jahrhundert tradiert worden war, grundlegend verändert. Zudem erlaubt die moderne Wissenschaft ungeahnten Einblick in die Biologie und Kultur des Neandertalers. Wir müssen uns sogar damit abfinden, dass in jedem Europäer ein Stück Neandertaler steckt.  

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Zeitschrift Archäologie in Deutschland - epaper Editorial

Lesen Sie, was Herr Nicholas Conard, in dieser Archäologie in Deutschland Ausgabe 03/2016 vom 11.05.2016 schreibt:

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

moderne Menschen wie wir, Homo sapiens, sind vor rund 200000 Jahren in Afrika entstanden und seit etwas mehr als 40000 Jahren in Europa heimisch. Neben unserer Menschenform ist der zwischen ca. 300000 und 40000 v.Chr. im westlichen Eurasien nachgewiesene Neandertaler mit Abstand am besten erforscht. Er stellt den archetypischen Urmenschen dar, bietet er doch in vielerlei Zusammenhängen die Möglichkeit, uns selbst im Spiegel zu betrachten, unsere eigene Art bewusst wahrzunehmen. In dieser AiD schildern führende Forscher den aktuellen Wissensstand hierzu. In der Summe werden Sie feststellen, dass Neandertaler alles anders als primitiv waren. Sie verfügten über hochwertige Technologien, und sie stellten vielfältige Werkzeuge aus Stein und – seltener erhalten – aus Knochen, Holz und Pflanzenfasern her. Sie produzierten Klebstoffe, benutzten Pigmente und setzten sich mit dem Tod auseinander. Spätneandertaler trugen auch Schmuck. Und sie hatten ein weit entwickeltes Kommunikationssystem, das wohl eine gut elaborierte sprach - liche Komponente einschloss. Doch während moderne Menschen in Europa die figür liche Kunst und Musik entwickelt haben, finden sich in Neandertaler-Fundplätzen keine derartigen Innovationen.

Die vielen Gemeinsamkeiten zwischen beiden Menschenformen äußern sich nicht zuletzt im Genmaterial, tragen doch Europäer bis heute ein paar Prozent Neandertalergene in sich. Es hat demnach hin und wieder »gefunkt«. Ob es Liebe war? Das wissen wir nicht, doch fast alle anderen Fragen über die Neandertaler werden für Sie in diesem Heft beantwortet. Geradezu spektakulär ist die Erforschung eines bronzezeitlichen Schlachtfelds im Tollensetal, das nicht nur Zeugnis einer gewaltbereiten Gesellschaft und früher Kriegsführung darstellt, sondern auch Fragen zu den Ursachen und der Herkunft eines Teils der hier gefallenen Krieger aufwirft. Archäometrische Untersuchungen und ihre Methodik der Verifizierung von »Echt oder Falsch« tragen grundlegend zum Verständnis von Legierungen, der Möglichkeit ihrer Herstellung und damit auch der technologischen Möglichkeiten prähistorischer Kulturen bei. Am Beispiel des Goldes von Bernstorf ergeben sich hierbei spannende und kontroverse Fragen zur Deutung des bronzezeitlichen Fundes und seiner kulturgeschichtlichen Einordnung.

In die Moderne schließlich führt unser International. Im neuseeländischen Christchurch sind die Aufräumarbeiten nach den verheerenden Erdbeben von 2010 und 2011 noch voll im Gange. Mit dabei sind auch Archäologen, die Neues zu den Anfängen der Stadt und ihrer kolonialen Vergangenheit zu berichten wissen. Ich wünsche Ihnen viel Freude und neue Erkenntnisse bei der Lektüre.

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