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Lesen Sie das Editorial von Grüner Anzeiger - epaper

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift Grüner Anzeiger - epaper die aktuelle Ausgabe 6/2018 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

Wilde Blumen

Darf ich es mir leicht machen? Und über die einfachste Art, ein naturnahes Staudenbeet zu bepflanzen, schreiben statt über die hohe Kunst, ein optisch ansprechendes, permanent blühendes, insektenfreundliches Beet auf nährstoffreichem Boden zu etablieren? Die einfachste Art ist, auf nährstoffarmen, beikrautfreien, wasserdurchlässigen Böden zu arbeiten. Dafür eignet sich gut kalkhaltiges Kantkorn (Schotter) mit 0/8–0/16er Körnung. (Die „0“ zeigt das Vorhandensein feiner Sandanteile, die Wasserspeicherung und Stabilität der Fläche gewährleisten. Die jeweils zweite Zahl bedeutet, daß das größte der Schottersteinchen 8 mm oder eben 16 mm groß sein darf.) Um immerhin eine Basisversorgung an Nährstoffen mitzugeben, wird ca. 5–10 % beikrautfreier Grünkompost beigemischt, also in eine beispielsweise 25 cm dicke Schotterschicht etwa 2 cm Grünkompost gut eingearbeitet. Aber bitte den Kompost nicht einfach oben aufbringen, das käme einer Einladung an allerlei umherfliegende Samen gleich. Die Nährstoffe sollen im gesamten Substrat verteilt sein, damit sich die Pflanzenwurzeln auch entsprechend entwickeln.

Die meisten Mehrjährigen, darunter auch die oft so ungeliebten Un- oder Beikräuter, wie Giersch, Brennessel, Melden, Löwenzahn und Co. lieben nährstoffreiche, wasserspeichernde Böden. Bietet man ihnen statt dessen lediglich trockenen und nährstoffarmen Boden, so kommen sie entweder gar nicht zur Keimung, vertrocknen schnell oder verhungern. Deshalb sind „magere“ Staudenbeete pflegeleichter als „fette“. Dazu kommt, daß viele Blumen, die wir als schön erachten, wie Kartäuser-Nelke, Hornklee, Lein und Königskerzen sich im Zuge der Evolution auf diese „schlechteren“ Standorte geflüchtet haben. Auf nahrhaften Böden sind sie zu konkurrenzschwach. Hält man ihnen dort die Konkurrenz der Starkwüchsigen durch Jäten vom Leib, wuchern sie zwar vorerst, fallen dann aber bald um; sie halten diese Mast schlicht und einfach nicht aus.

Im CSR-Modell (1979) des Briten John Philip Grime werden Pflanzen in ökologische Strategietypen eingeteilt, wobei „C“ für Konkurrenz-Strategen (konkurrenzstarke Pflanzen), „S“ für Streß-Strategen (streßtolerant) und „R“ für Ruderal-Strategen (störungstolerant) stehen. Die oben genannten Stauden werden den S-Strategen zugeordnet. Nun kann Streß alles Mögliche bedeuten, sogar ein Überangebot an Wasser, da bedarf es dann anderer Entwicklungen von Seiten der Pflanzen. Hier geht es aber um Anpassung an einen Wasser- und Nährstoffmangel. Stauden auf diesen Standorten haben sich beispielsweise durch silbrige, also behaarte, oder nadelförmige Blätter, reduzierte Spaltöffnungen und kompakten Wuchs möglichst gut diesen Umständen angepaßt.

So bieten trockene und nährstoffarme Standorte den Gärtnernden schon mal drei Vorteile: diese Beete sind pflegeleicht, kommen ohne zusätzliches Gießen aus und geben Raum für teilweise in der oft überdüngten Landschaft schon selten gewordene Arten, denen der übliche Gartenboden zu üppig wäre. Natürlich hat die Entscheidung dafür auch einen Nachteil, oder genau genommen sogar deren zwei: ist der beabsichtigte Standort an sich nährstoffreich, muß der Boden getauscht werden. Das bedingt Energieeinsatz und Freisetzung von CO2 für den Abtransport per LKW und für die Lieferung des mageren Substrats. Kein kleiner ökologischer Fußabdruck also. Zudem kann die Fläche später nicht so einfach anders genutzt werden, z.B. für Gemüseanbau.

Zu bedenken ist dabei auch, daß die Menge, die ein Bagger flott in einer Minute ausgräbt, Tausende Jahre gebraucht hat, um zu Boden zu werden. Man sollte sich also gut überlegen, größere Flächen intakten Bodens in ein Kiesbeet umzuwandeln. Aber netterweise ergibt sich eine Schotterfläche oft schon durch die Umstände. Vielleicht wird ein kaputter alter, betonierter Platz umgebrochen und der darunter befindliche Boden ist ohnehin nicht zu gebrauchen, oder ein Hang soll terrassiert und mit Trockenmauern abgefangen werden, hinter denen dann mit Gestein und Kantkorn verfüllt wird für eine Bepflanzung mit S-Strategen. Auch für Tröge auf Balkonen oder Dachterrassen eignen sich solche Pflanzen, denn Balkone sind Sonderstandorte: meist sonnig und windexponiert, also trocken. Selbst große Tröge bieten ein nur geringes Erdvolumen, zudem verdunstet über die Wände von Tongefäßen das Gießwasser schnell und nicht zuletzt sind Tröge allen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Echte Streßsituationen, die nach entsprechenden Pflanzen verlangen.

Paula Polak
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