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4 Akku-Heckenscheren im Test: Scheren mit Biss


Haus & Garten Test Testjahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 13.12.2019

Die Gartensaison ist wieder eröffnet, es sprießt auch die Hecke munter drauflos. Doch es braucht schon einer regulierenden Kraft, um die gewünschte Form zu wahren oder sie wieder herzustellen. Kabellose Elektrogeräte erfreuen sich dabei zunehmender Beliebtheit – wie packen sie diese Aufgabe?


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Bildquelle: Haus & Garten Test Testjahrbuch, Ausgabe 3/2020

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(1) Mit einem Bruttogewicht von 2,5 kg ist die Bosch-Akku-Heckenschere das Leichtgewicht in unserem Test
(2) Günstige Ergonomie: Bei der schwergewichtigen AGT-Heckenschere lässt sich der Griff um 90 Grad schwenken

Auch bei den elektrischen Gartengeräten wird Technik mit wieder aufladbaren Batterien zunehmend ...
Aber die Hersteller erleichtern einem die Entscheidung für eine Akku-Heckenschere, indem sie immer umfangreichere Gerätefamilien anbieten, die mit dem gleichen Akku betrieben werden können: Heckenschere, Rasenmäher und -trimmer, Laubsauger, Werkzeug oder Reinigungsgerät. ...

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Auch bei den elektrischen Gartengeräten wird Technik mit wieder aufladbaren Batterien zunehmend bevorzugt. Die Vorzüge sind ja nicht von der Hand zu weisen: Man braucht keinen Stromanschluss in unmittelbarer Nähe, kein Kabel stört beim Hantieren, es kann auch nicht versehentlich von den scharfen Messern zerschnitten werden. Da ist mancher Gartenfreund wohl auch kompromissbereit in Sachen Leistungskraft. Denn die neuentwickelten Akkus sind zwar um einiges leistungsfähiger geworden, aber mit der Kraft aus der Steckdose können sie noch nicht mithalten. Und früher oder später ist auch die Batterie leer.
Aber die Hersteller erleichtern einem die Entscheidung für eine Akku-Heckenschere, indem sie immer umfangreichere Gerätefamilien anbieten, die mit dem gleichen Akku betrieben werden können: Heckenschere, Rasenmäher und -trimmer, Laubsauger, Werkzeug oder Reinigungsgerät.

Leistung wiegt schwer
Wir werden im Praxistest vier Heckenscheren verschiedener Anbieter mit unterschiedlich starken Akkus von 45 bis 160 Wattstunden (Wh) auf ihre Vorund Nachteile hin überprüfen. Das Heckenschneiden gehört zweifellos zu den körperlich anstrengendsten Pflegearbeiten im Garten, und zu den potentiell gefährlichsten. Aus Sicherheitsgründen müssen während des Betriebes zwei Schalter mit je einer Hand gedrückt werden. Da wünscht man sich jede nur denkbare Arbeitserleichterung, wie einen schwenkbaren Griff, um die schwere Maschine in natürlicher Haltung führen zu können. Während der vordere Bügelgriff aller Maschinen bequem in jedem Arbeitswinkel bedienbar ist, kann der hintere Griff mit dem zweiten Schalter nur bei zwei Testkandidaten (AGT und Worx) geschwenkt werden. Diese Position ist gedacht für das Schneiden der Seitenflächen einer Hecke.
Verständlicherweise wünscht man sich eine lange Akku-Laufzeit, um die Arbeit nicht unterbrechen zu müssen. Die AGT-Heckenschere hat den leistungsfähigsten Akku mit dem größten Durchhaltevermögen – allerdings wiegt der Akku allein schon 1,2 Kilogramm (kg), und dieses Gewicht kommt zu der sowieso schon 3,5 kg schweren Maschine hinzu. Da wird sicher mancher Gartenfreund die kleine, mit Akku 2,5 kg leichte Heckenschere von Bosch bevorzugen, auch wenn er eher wieder ans Ladegerät muss. Allerdings hat die Bosch-Maschine einen starren Griff. Doch dieses Manko macht sie mit ihrem geringen Gewicht wett.

Dicke Zweige machen Mühe
Um eine Hecke wieder richtig in Form zu bringen reicht es oft nicht, nur die dünnen einjährigen Triebe zu kürzen. Und um auch stärkere Zweige von mehr als zehn Millimetern (mm) Durchmesser sauber zu schneiden, ist genügend Kraft erforderlich, aber auch ein scharfes „Gebiss“. Ladenneue Heckenscheren verfügen in der Regel über scharfe Zähne, beim Test treten aber doch qualitative Unterschiede zutage: Die leichte Bosch-Technik trennt auch stärkere Zweige mit einem sauberen Schnitt, während die gewichtigeren Kandidaten mehrere Anläufe benötigen, und die Schnittfläche franst aus.
Die angegebenen maximalen Schnittstärken (Worx wirbt auf der Verkaufsverpackung mit 27 mm) kann kein Testkandidat bewältigen. Zwar passt ein stärkerer Zweig noch in die Zahnöffnung, aber wenn es ans Durchschneiden geht, muss die Technik passen, die Heckenscheren bleiben stehen, eine Art Selbstschutz.
Ist die Technik überfordert, verklemmen sich die Zweige schnell einmal zwischen den Zähnen. Das kann ganz schön lästig werden, denn es will weder vor- noch rückwärts weitergehen. Die Maschine von Black+Decker wurde für diesen Fall mit einer Power-Command- Taste versehen. Bei Tastendruck bewegen sich die Messer dann in einem langsameren, kraftvollen Rhythmus hin und her. Mühsam ist es trotzdem, besagt unsere Erfahrung.

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(3) Mit einer Powercommand- Taste kann man die Heckenschere von Black+Decker aus verklemmten Zweigen befreien
(4) Die Worx-Maschine arbeitet mit zwei Akkus, auch ihr Griff lässt sich schwenken, um ihre Handhabung zu erleichtern

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(5) Einen 20 mm starken Zweig hat keiner unserer Testkandidaten mit einem ordentlichen Schnitt durchtrennen können
(6) Muss man in älteres Holz schneiden, erweist sich eine Akku-Heckenschere – hier die von AGT – leicht überfordert

Hohes Gefahrenpotenzial
Das Heckeschneiden ist nicht nur anstrengend, sondern auch laut. Nicht umsonst empfiehlt jeder Hersteller das Tragen von Gehörschutz. Doch nicht nur der Bediener der Heckenschere ist dem Geräuschpegel ausgesetzt, sondern auch die Nachbarschaft. Als unangenehm empfinden wir den Lärm der Worx-Maschine. Mit über 91 Dezibel messen wir bei ihr das lauteste Betriebsgeräusch. Hinzu kommt die Belastung durch Vibrationen. Deshalb sollte der Bediener Arbeitshandschuhe tragen und eine Pause einlegen, wenn die Hände beginnen zu kribbeln. Für die Arbeitssicherheit empfiehlt sich außerdem eine Schutzbrille wegen herumfliegendem Schnittgut.
Ein Messerschutz macht sich gut beim Hantieren vor einem Metallzaun, damit die Zähne an der Spitze des Schwertes nicht mit dem harten Material in Berührung kommen. Bis auf Black+Decker haben alle Testgeräte diesen Messerschutz. Nicht zwingend erforderlich für die Bedienung sind Schwerthülle und Aufhängung, doch bei der Aufbewahrung spielen sie schon eine Rolle. Eine solide und feste Scheide für den scharfen Messerbalken wie bei der Worx vermittelt bereits auf den ersten Blick ein sicheres Gefühl. Die dünne, flexible Hülle für das Schwert der Black+Decker zeigt schon nach dem ersten Benutzen Schäden. Eine sichere und platzsparende Unterbringung bietet die Worx mit ihrer Wandaufhängung.

Wie reinigungsfreundlich?
Eine ungenügende Wartung führt unweigerlich zu einem unruhigeren Lauf und damit zu einer Verstärkung der Schwingungsbelastung. Zur Wartung gehören neben scharf geschliffenen Messerklingen auch die Reinigung von Schwert und Motorgehäuse und das anschließende Schmieren der Messer nach jedem Gebrauch. Die gute und regelmäßige Wartung bewahrt nicht nur das Gerät vor frühzeitigem Verschleiß, eine dauerhafte und gut geschmierte Laufruhe sorgt auch für Arbeitssicherheit und geringere Akkulast. Bei der Wahl der geeigneten Heckenschere sollte man deshalb auch schon deren Reinigungsfreundlichkeit im Hinterkopf haben. Außer der Worx-Maschine verfügen alle Test-Geräte über eine Abdeckung der Messerführung. Bei Worx allerdings muss man die Schnittreste mühsam zwischen den offen liegenden Schraubenköpfen und aus den Ecken der Führungsschiene herauspolken. Das Gehäuse der AGT-Heckeschere mit den vielen Schlitzen ist offensichtlich auch nicht unter dem Gesichtspunkt der Reinigungsfreundlichkeit entworfen worden. Die Bosch, Worx und Black+Decker haben ein glattes Gehäuse.

Testverfahren

Die Testgeräte : 4 Heckenscheren

Funktion : Für die Bewertung des Schnittbildes wird die Sauberkeit der Schnittkanten an den Ästen und das Ergebnis über die gesamte Schnittfläche herangezogen. Für die Note des Führens/Haltens wird auf die Leichtigkeit der Schnittbewegung geachtet, zusätzlich, ob die Griffposition schnell zur Ermüdung führt oder den Anwender gut entlasten kann. Die Betriebsdauer bei Akku-Geräten wird in einem Durchgang im Dauerbetrieb auf der höchsten Leistungsstufe (ohne Belastung) ermittelt und vergleichend bewertet.

Handhabung : Die Probanden prüfen und bewerten unter dem Punkt Bedienfreundlichkeit die generelle Handhabung der Geräte sowie die Funktionalität, Gängigkeit und Ergonomie sämtlicher Bedienelemente. Bei der Reinigung wird die Modularität, Zugänglichkeit und Einfachheit der Reinigung der verschmutzten Teile bewertet, dies umfasst speziell die Reinigung des Schwertes, dessen Eintrittsöffnung in das Gehäuse und der Luftansaugöffnungen. Bei den hier getesteten akkubetriebenen Geräten ergibt sich die Akkuladeeffizienz aus der Relation von Betriebs- und Ladezeit. Das Betriebsgeräusch wird praxisnah im Labor aus einem Abstand von 50 cm ermittelt und vergleichend bewertet. Die Bedienungsanleitung wird auf die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsund Entsorgungshinweise (spez. für die Akkus) untersucht sowie anhand ihrer Qualität (Bilder, Struktur, Zuordnung der Einzelteile, Schriftgröße, Anwendungstipps) bewertet.

Verarbeitung : Bewertet werden die allgemeine Wertigkeit der verwendeten Materialien, das Nicht- bzw. Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten sowie eventuellen Klemmstellen, ebenso wird die Größe von Spalten und Ritzen sowie die Passgenauigkeit aller modularen Teile bewertet.

Ökologie : Die Note der Ökologie ergibt sich aus dem Wirkungsgrad des Ladevorgangs, gemittelt über zwei Ladezyklen aus leerem Akkuzustand.

Sicherheit : Die Sicherheit und Unversehrtheit des Nutzers stehen hier im Fokus. Geprüft und bewertet wird, wie gut das Gerät und die Bedienungsanleitung verhindern können, dass dem Nutzer durch Klemmen, Schneiden oder sonstige unsachgemäße Handlungen, wie z. B. einer versehentlichen Inbetriebsetzung, Schäden entstehen.


Bilder: Auerbach Verlag, Bosch

Bilder: Auerbach Verlag, AGT, Black & Decker, Bosch, WORX