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Aller Anfang hat es in sich


ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 10/2012 vom 12.10.2012

Windeln wechseln, umziehen, baden, stillen oder Fläschen machen – ein Baby hält frischgebackene Eltern ziemlich auf Trab. Wenn das Kleine dann nachts noch ständig quengelt, stoßen Mama und Papa irgendwann an ihre Grenzen. Ganz vermeiden lässt sich die nächtliche Unruhe nicht. Hilflos ausgeliefert ist man ihr aber auch nicht.


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Foto: Igor Sokolov/fotolia.com

Wie oft kommt er denn nachts? Die mitfühlende Frage des Arbeitskollegen am Telefon ist ein echter Klassiker. Michael stöhnt. Alle vier Stunden meldet sich der kleine Sohn, ...

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Wie oft kommt er denn nachts? Die mitfühlende Frage des Arbeitskollegen am Telefon ist ein echter Klassiker. Michael stöhnt. Alle vier Stunden meldet sich der kleine Sohn, man kann praktisch die Uhr nach Elias stellen. Für Mutter Britta heißt das maximal dreieinhalb Stunden Schlaf hintereinander, denn nach dem Stillen ist immer vor dem Stillen. Ist Elias nachts um eins nach der Mahlzeit putzmunter, legt sich Britta wieder hin und Michael übernimmt den Kleinen, die nächste Schicht morgens um fünf macht Britta dann allein. Von dem permanenten Schlafentzug hatten die jungen Eltern zwar gehört und gelesen. Wie es sich anfühlt, wissen sie erst jetzt.

Nach drei Monaten kommen die ersten Ratschläge. Man müsse ihn schon auch mal ein bisschen schreien lassen, sagt die Oma. Nachts dürfe man nicht füttern, meint die ältere Nachbarin. Bloß nie herumtragen, so verwöhne man das Kind unnötig, rät die Freundin. Elias bleibt stur bei seinen vier Stunden. Das Baby einer Freundin, einen halben Monat jünger, lässt seiner Mama schon sieben Stunden Pause in der Nacht. Die Kinderärztin tröstet die müde Britta: „Durchschläfer“ dieser Art sind Ausnahmen, und eigentlich hat Britta noch Glück. Auch anfängliche Stillrhythmen von zwei bis drei Stunden sind normal. Allmählich werden die Pausen bis zum ersten Stillen am Morgen auch bei Elias immer länger. Mit sieben, acht Monaten hält der Junge von zehn Uhr abends bis vier Uhr morgens durch – wenn ihn nicht gerade eine verstopfte Nase plagt.

Kein Tag-und-Nacht- Rhythmus im Mutterleib

Wenn die Kinder auf die Welt kommen, haben sie keinen Tag-und-Nacht-Rhythmus. Warum sollten sie auch: Im Bauch der Mutter gab es immer Nahrung und es war gleichmäßig warm und dunkel. Viele kleine Untermieter haben nachts, wenn das Dauergeschaukel aufhört und die werdende Mama mal still liegt, eine besonders muntere Phase. So manche Schwangere kann von einem solchen Zappelphilipp ein Lied singen – und sich gleich auf die schlafarme Phase nach der Geburt einstellen. Macht das Baby regelmäßig im Bauch die Nacht zum Tag, kann es gut sein, dass es diese Angewohnheit erst einmal beibehält, wenn es auf die Welt kommt. Wann das Baby endlich länger schläft, hängt zum größten Teil von seinem genetischen Programm ab.

Beim ersten Kind ist die Umstellung für viele Mütter und Väter ein Martyrium. Da hilft nur, diese Anfangsphase tapfer durchzustehen und sich mit der Weisheit zu trösten, dass irgendwann alle Kinder durchschlafen. Weil die junge Mutter im Allgemeinen am meisten unter Schlafentzug leidet, sollte sie schlafen dürfen, wann immer sie kann. „Der Schlaf der Mutter ist heilig“, steht in einem alten Hebammenbuch.

Feste Regeln, ab wann ein Baby oder Kleinkind durchschlafen „muss“, gibt es nicht. Die wichtigste Frage ist: Wie fühlen Sie sich dabei, schadet der Schlafrhythmus des Kindes Ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit? Dann sollten Sie etwas ändern, sich in den Nächten abwechseln oder Oma um Hilfe bitten.

Sei nicht traurig, Mama! Ich hab einfach nur Hunger, deshalb schreie ich. Und schau: Papa schläft weiter …


Foto: Monkey Business/fotolia.com