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Allergiemittel im Überblick: Die kleinen Helfer


ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit - epaper ⋅ Ausgabe 3/2014 vom 07.03.2014

Heilen können sie Heuschnupfen oder andere Allergien zwar nicht, doch die von der Pharmaindustrie angebotenen rezeptfreien und -pflichtigen Medikamente lindern wenigstens die lästigen Beschwerden.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit, Ausgabe 3/2014

Antihistaminika

Antihistaminika

Wirkungsweise: Der Botenstoff Histamin wird vom Körper als Reaktion auf Allergene gebildet und führt zu den typischen Symptomen. Antihistaminika blockieren die Andockstellen für Histamin im Gewebe und mildern so die allergischen Beschwerden. Eingenommen werden sie meist als Tabletten. Die Wirkung tritt bei den meisten Mitteln nach etwa einer halben Stunde ein.

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... z. B. Doxylamin, Meclozin, Clemastin, Dimetinden, Diphenhydramin, Hydroxyzin. Sie machen sehr müde. Doxylamin und Diphenhydramin werden sogar als Schlafmittel eingesetzt, Meclozin gegen Übelkeit. Zudem können die Wirkstoffe den Augeninnendruck gefährlich steigen lassen. Sie sind als Tabletten nicht mehr zeitgemäß.


Gängige Handelspräparate: Fenistil (Dimetinden), Tavegil (Clemastin), Atarax und AH 3 (Hydroxyzin).

Wirkstoffe der zweiten Generation: z.B. Loratadin, Cetirizin, Levocabastin, Azelastin, Mizolastin, Desloratadin, Levocetirizin, Fexofenadin, Olopatadin und Ebastin. Bei Desloratadin, mit Einschränkung bei Levocetirizin und Fexofenadin, sprechen Allergologen von Wirkstoffen der dritten Generation. Einmal täglich eingenommen, sollen sie über 24 Stunden wirken, nicht müde machen, keine Nebenwirkungen an Herz, Leber und Niere zeigen.
Risiken und Nebenwirkungen: Sie lösen kaum noch Müdigkeit aus und sind gut verträglich. Cetirizin, Levocetirizin und Levocabastin sind bei schweren Nierenerkrankungen nicht empfehlenswert. Desloratadin, Ebastin, Fexofenadin und Mizolastin sollten Kinder unter zwölf Jahren nicht als Tabletten einnehmen, da nur wenige Erfahrungen vorliegen. Schwangere sollten in den ersten drei Monaten keine Antihistaminika einnehmen, später nur in Absprache mit dem Arzt. Terfenadin weist ein deutlich höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen auf.
Gängige Handelspräparate: Cetirizin Hexal, Cetirizin Stada, Cetirizin ratiopharm, Zyrtec (Cetirizin), Lisino, Lorano, Loratadin- ratiopharm, Loratadin Stada (Loratadin), Zolim, Mizollen (Mizolastin), Telfast (Fexofenadin), Aerius (Desloratadin), Xusal (Levocetirizin), Allergodil (Azelastin), Opatanol (Olopatadin).

Mastzellstabilisatoren

Wirkungsweise: Sie reichern sich in den Mastzellen des Gewebes an und hindern sie daran, Histamin und andere Entzündungsstoffe freizusetzen. Eingesetzt werden sie in Augentropfen und Nasensprays. Die Mittel müssen bereits 14 Tage vor dem Pollenflug regelmäßig eingenommen werden – solange wie allergieauslösende Pollen in der Luft sind.
Wirkstoffe: Cromoglicinsäure, Nedocromil und Lodoxamid.
Risiken und Nebenwirkungen: Sie sind gut verträglich. In Einzelfällen können Augen oder Nase kurz brennen oder Kopfschmerzen und Schwindelgefühle auftreten. Bei Cromoglicinsäure kann es gelegentlich zu Nasenbluten kommen. Wer sich Mastzellstabilisatoren in die Augen tropft, sieht für fünf bis zehn Minuten etwas schlechter und sollte in dieser Zeit kein Fahrzeug lenken. Auf Kontaktlinsen am besten verzichten. Ansonsten stabile Linsen verwenden und sie eine Viertelstunde nach der Anwendung einsetzen. Für schädliche Wirkungen während der Schwangerschaft gibt es bei keinem der drei Wirkstoffe Anhaltspunkte. Kinder unter sechs Jahren sollten kein Nedocromil anwenden.
Gängige Handelspräparate: Allergo-COMOD, Cromo-ratiopharm, Cromohexal, Vividrin (alle Cromoglicinsäure), Irtan (Nedocromil), Alomide (Lodoxamid).

Pollenschutzsalbe oder –spray

Wirkungsweise: Das Allergoprävent-Gel wird rund um die Nasenlöcher aufgetragen. Beim Einatmen soll der größte Teil der Pollen am Gel hängen bleiben. Das Allergopret protect Spray von Bionorica besteht aus einem mikrofeinen Cellulosepuder mit Pfefferminzaroma, der in die Nase gesprüht wird. Dort soll er mit der Feuchtigkeit der Nase einen hauchdünnen Schutzfilm gegen Pollen bilden. Für Allergopret protect Spray liegen kleinere Studien vor, die eine Linderung der Symptome andeuten, doch sie sind wenig überzeugend. Für Allergoprävent-Gel fehlen belastbare klinische Studien.
Wirkstoffe: Eine Mischung elektrostatisch wirksamer Polymere bei Allergoprävent. Puder aus Cellulose bei Allergopret protect.
Risiken und Nebenwirkungen: Beide Hersteller geben an, dass Nebenwirkungen nicht bekannt seien. Das Spray ist nicht geeignet für Kinder unter sechs und bei Überempfindlichkeit gegen Menthol oder Cellulose. Das Allergoprävent-Gel enthält einen Formaldehyd abgebenden Konservierungsstoff und andere für Kosmetika bedenkliche Inhaltsstoffe. Da zudem die Wirkung nicht nachgewiesen ist, raten wir von dem Mittel ab.
Gängige Handelspräparate: Allergoprävent, Allergopret protect.

Schnupfensprays

Wirkungsweise: Einige enthalten Alphasympathomimetika. Die lassen die Schleimhäute abschwellen, greifen aber nicht in das allergische Geschehen ein.
Wirkstoffe: z. B. Phenylephrin, Naphazolin, Tetryzolin, Xylometazolin und Oxymetazolin.
Risiken und Nebenwirkungen: Bei Dauergebrauch droht eine dauerhaft verstopfte Nase, da die Schleimhaut schwer geschädigt werden kann. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten sie nicht eingenommen werden. Unsinnig ist die Kombination von Alphasympathomimetika mit Cromoglicinsäure, weil diese präventiv über einen längeren Zeitraum eingesetzt wird, Alphasympathomimetika dagegen bei akuten Allergieanfällen.
Gängige Handelspräparate: Otriven, Olynth (beide Xylometazolin), Tetrilin (Tetryzolin), Nasivin (Oxymetazolin).

Glukokortikoide

Wirkungsweise: Die entzündungshemmenden Wirkstoffe sind dem natürlichen Hormon Kortison ähnlich. Eingesetzt werden sie in Nasen- und Asthmasprays. Die Wirkung setzt erst nach einigen Stunden ein, sodass sie zur Vorbeugung, nicht aber für akute Anfälle geeignet sind.
Wirkstoffe: z.B. Beclometason, Budesonid, Flunisolid, Mometason, Triamcinolon, Fluticason.

Risiken und Nebenwirkungen: Da sich die Wirkstoffe in der Nasenschleimhaut anreichern und praktisch nicht in den Blutkreislauf gelangen, ist das Risiko von typischen Kortisonnebenwirkungen gering. Weil sie einer Verlagerung der Entzündung in die Bronchien und damit der Entstehung von Asthma vorbeugen, sind kortikoidhaltige Nasensprays neben Antihistaminika zum Einnehmen für Allergologen „Therapeutika der ersten Wahl“ – bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern ab sechs Jahre. Bei mehrmonatiger Daueranwendung als Nasenspray können Glukokortikoide die Nasenschleimhaut austrocknen und schädigen. Gleichzeitig schwächen sie die körpereigene Abwehr. Während eines gewöhnlichen Schnupfens sollten diese Mittel deshalb nicht eingesetzt werden. Als Mittel zum Inhalieren gehören Glukokortikoide zur Standardtherapie bei Asthma. Die eingesetzte Dosis ist niedriger als bei Kortisontabletten und wirkt nur lokal in den Bronchien. Deshalb treten die vom Kortison her bekannten Nebenwirkungen wie Wasseransammlungen, schlecht heilende Wunden oder erhöhter Blutzucker in der Regel nicht auf. Relativ häufig sind allerdings Pilzinfektionen (Soor) im Mund.
Gängige Handelspräparate: Nasonex (Mometason), Rhinisan, Nasacort (Triamcinolon), Beclorhinol, Beclometason- ratiopharm (Beclometason), Budes, Pulmicort (Budesonid), Syntaris (Flunisolid), Flutide (Fluticason).


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