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Alles Messi, oder was?


Sport Bild Sonderheft Champions League - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 01.09.2021

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Vor dem Parc des Princes in Paris winkt Lionel Messi den Fans zu. Der Argentinier hatte noch kein einziges Mal gegen den Ball getreten, da lag ihm Frankreichs Hauptstadt schon zu Füßen, die Fans feierten ihn frenetisch

Der 10. August 2021: Am kleinen Provinzflughafen „Le Bourget“ warten Hunderte euphorische PSG- Anhänger. Als sich Lionel Messi (34) endlich blicken lässt und freundlich winkt, gibt es bei den Fans kein Halten mehr. Mit „Messi, Messi“- Sprechchören, symbolischen Verbeugungen und Pyrotechnik huldigen sie ihrem neuenSuperstar und heißen ihn in seiner neuen Heimat willkommen. Ähnliche Szenen spielen sich später am Hotel und am nächsten Morgen vor dem Parc de Princes ab, wo Messi offiziell vorgestellt wird. Der sechsmalige Weltfußballer hat noch kein Tor für Paris Saint- Germain erzielt, steht noch nicht einmal für seinen neuen Klub auf dem Platz, da liegt ihm die französische Hauptstadt schon zu Füßen.

Dabei hatte Anfang Au- gust noch nichts auf einen Wechsel hingedeutet. Im Gegenteil. Messi, der seit dem 1. Juli vertragslos war, hatte sich mit dem FC Barcelona eigentlich schon auf einen neuen Vertrag ...

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... geeinigt. Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Der Deal mit Barça platzte wegen der hohen Schulden der Katalanen. PSG nahm sofort die Verhandlungen auf und vermeldete nicht mal eine Woche später die Verpflichtung des Superstars (Vertrag bis 2023 mit Option auf ein weiteres Jahr). Ein entscheidender Faktor für den Transfer: Messis Kumpel Neymar (29). „Neymar hatte einen großen Einfluss und war sehr wichtig bei meiner Entscheidung hierherzukommen“, verriet Messi bei seiner Vorstellung und verkündete dann: „Ich bin hier, um zu helfen, die Champions League zu gewinnen.“

DIE TOP- ELF DER TOP 11

SPORT BILD zeigt die voraussichtliche Start-Formation der elf besten Klubs und den Marktwert der jeweiligen Top-Elf. Die wertvollste Mannschaft hat PSG vor Manchester City.

Der Argentinier schwärmte von seinem neuen Team und lobte vor allem Marco Verratti (28): „Er hat gezeigt, dass er ein großer Spieler ist. Er gehört zu den Weltbesten auf seiner Position. Er ist ein Phänomen. Wenn du dieses Team siehst, willst du einfach hier spielen. Es wurden unglaubliche Transfers getätigt, und ich werde mit den besten Spielern der Welt spielen. Ich will das einfach genießen.“

„Ich werde mit den besten Spielern der Welt spielen. Ich will das genießen“

Lionel Messi

Seit der Übernahme von Katar 2011 haben es die Franzosen trotz riesiger Investitionen noch immer nicht geschafft, den Henkelpott zu holen. Mit dem besten Spieler der Welt in den eigenen Reihen wird es klappen, davon ist PSG-Boss Nasser Al-Khelaïfi (47) überzeugt, zumal in diesem Sommer mit Europameister Gianluigi Donnarumma (22), Real-Legende Sergio Ramos (35), Oranje-Kapitän Georginio Wijnaldum (30) und dem Ex-Dortmunder Achraf Hakimi (22) vier weitere Stars kamen. Für Missstimmung in der Chefetage von Paris sorgte nur der vehemente Wechselwunsch von Kylian Mbappé (22) zu Real Madrid.

Die Fußball-Historie gleichwohl lehrt, dass Stars alleine noch keine erfolgreiche Mannschaft machen. Die berühmten „Galaktischen“, Reals Star-Ensemble um Zinédine Zidane, Ronaldo, Luís Figo, Raúl und David Beckham, konnten die Champions League nie gewinnen.

Zudem gibt es Zweifel an PSG-Trainer Mauricio Pochettino (49), der in seiner Trainerkarriere erst einen großen Titel holte. Im Mai siegte der Argentinier mit PSG im französischen Pokal. Von Al-Khelaïfi genießt Pochettino höchstes Vertrauen: „Angeführt von unserem hervorragenden Trainer und seinen Mitarbeitern freue ich mich sehr darauf zu sehen, wie die Mannschaft für unsere Fans auf der ganzen Welt Geschichte schreibt.“

Die deutschen Fans glauben schon mal an einen Triumph von PSG. In einer von SPORT BILD in Auftrag gegebenen Exklusiv-Umfrage tippten 40,2 Prozent die Franzosen als nächsten Champions-League- Sieger. Überraschend: Dem FC Bayern trauen nur 4,4 Prozent den Titel zu. Von Neu-Tainer Julian Nagelsmann (34) scheinen viele Fans noch nicht richtig überzeugt. Dabei gewann in den letzten drei Jahren stets ein deutscher Coach die Champions League. 2019 Jürgen Klopp (54) mit dem FC Liverpool, 2020 Hansi Flick (56) mit den Bayern und dieses Jahr Thomas Tuchel (48) mit dem FC Chelsea. Ist Nagelsmann vielleicht der nächste?

Bayern-Boss Oliver Kahn (52), der zur neuen Saison Karl- Heinz Rummenigge (65) als Vorstandsvorsitzenden ablöste, ist optimistisch: „Wir sind absolut überzeugt, dass er der Mann ist, mit dem wir die Ziele erreichen können.“ Vor PSG hat der Ex-Nationalkeeper keine Angst: „Wenn man sich die Namen ansieht, haben sie bei PSG eine spannende Truppe zusammen. Ich schätze alle Spieler. Die Frage wird aber sein, ob das funktioniert, ob das zusammenpasst, ob das harmoniert. Das wird sich zeigen. Das wird sehr spannend. Es funktioniert nur als Team.“

„Die Frage wird sein, ob das funktioniert, ob das zusammenpasst“

Bayern-Boss Oliver Kahn über PSG

Kopfzerbrechen bereitet Kahn eher die fernere Zukunft. Seit jeher beruft sich der deutsche Rekordmeister (31 Titel) auf seine Wurzeln und steht für wirtschaftliche Vernunft. Als im April die Super League ausgerufen wurde, schlossen die Bayern eine Teilnahme kategorisch aus. Langfristig riskieren die Münchner mit ihrer Philosophie allerdings, den Anschluss in Europa zu verlieren, denn die internationale Konkurrenz investiert das Doppelt und Dreifache. Auch Corona konnte den Markt nicht wirklich beruhigen. Spätestens wenn die drei Erfolgsgaranten Manuel Neuer (35), Thomas Müller (31) und Robert Lewandowski (33) bei Bayern abtreten und es neue Stars braucht, wird sich zeigen, welchen Weg die Bayern zukünftig einschlagen wollen.

Borussia Dortmund, RB Leipzig und der VfL Wolfsburg, die drei anderen deutschen Starter in der Königsklasse, dürften kaum realistische Chancen haben, PSG oder den anderen Top-Klubs den Henkelpott streitig zu machen. Die Bayern ausgenommen gelang es einer deutschen Mannschaft zuletzt vor sage und schreibe 24 Jahren, einen Triumph im Europapokal zu erringen. 1997 gewann der BVB die Champions League, schlug im Endspiel Juventus Turin mit 3:1. Im selben Jahr holten Schalkes „Eurofighter“ den Uefa-Pokal (4:2 n. E. im Final-Rückspiel gegen Inter Mailand). Seitdem triumphierte auf europäischer Bühne ausschließlich der FC Bayern (2001, 2013 und 2020). Immerhin: 33,8 Prozent der Umfrageteilnehmer trauen Dortmund in dieser Saison eine Überraschung in der Königsklasse zu.

Nach 12 Jahren kehrt Ronaldo zu Manchester United zurück

Die englischen Vertreter rechnen sich dagegen alle gute Chancen auf den Titel aus. Allen voran natürlich die Finalisten der Vorsaison, FC Chelsea und Manchester City. Beide Klubs tätigten im Sommer einen Transfer im dreistelligen Millionenbereich. Titelverteidiger Chelsea verpflichtete für 115 Mio. Euro Sturmtank Romelu Lukaku (28) von Inter Mailand. Die Citizens verstärkten sich mit Englands EM-Held Jack Grealish (25), der für knapp 118 Mio. Euro von Aston Villa

Für die größte Transfer- Überraschung sorgte allerdings Manchester United. Der Klub verpflichtete Superstar Cristiano Ronaldo (36) von Juventus Turin. Ronaldo spielte schon von 2003 bis 2009 für Man United. Die Red Devils schnapp- ten sich noch zwei Hochkarä- ter, holten für 85 Mio. Euro Jadon Sancho (21) vom BVB und für 40 Mio. Euro Raphaël Varane (28) von Real. Nur der FC Liverpool hielt sich auf dem Transfermarkt vergleichsweise zurück, sicherte sich lediglich Ibrahima Konaté (22) von Leipzig (Ablöse: 40 Mio. Euro). Nach der Rückkehr des wiedergene- senen Abwehrchefs Virgil van Dijk (30) gehört Klopps Team dennoch wieder zum engen Favoritenkreis.

In den Startlöchern steht derweil ein neuer Wettbewerb. Die Conference League soll dafür sorgen, dass auch Klubs aus kleineren Ligen und mit geringeren finanziellen Mitteln um einen internationalen Titel spielen können. Einer Reform wurde auch die Champions League unterzogen. Ab der Saison 2024/25 soll die Gruppenphase im Schweizer Modell ausgetragen werden (Ligasystem mit gelosten Gegnern). Die Teilnehmerzahl erhöht sich von 32 auf 36, die Anzahl der Vorrundenpartien pro Team von sechs auf zehn. Die Reform ist eine Reaktion der Uefa auf die Super League.

Drei England-Klubs investierten im dreistelligen Millionenbereich

Das Milliardenprojekt ist trotzdem nicht vom Tisch. Real-Boss Florentino Pérez (74) will die Super League angesichts der riesigen Schulden, die die Königlichen haben, unbedingt realisieren. Anfang August traf er sich mit den Verantwortlichen von Juventus Turin und des FC Barcelona, um das weitere Vorgehen zu planen. Anschließend hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme: „Unser Ziel ist es, das Projekt Super League konstruktiv und kooperativ weiterzuentwickeln und dabei stets auf alle Akteure des Fußballs zu zählen: Fans, Spieler, Trainer, Vereine, Ligen sowie nationale und internationale Verbände.“

Der europäische Fußball steht in vielerlei Hinsicht vor einer neuen Ära.