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Aus Liebe zur Handarbeit


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Lea Sonderheft Advent - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 21.09.2022

REPORT

Es ist so schön, dass es in unserer modernen Welt der schnell produzierten Massenware noch immer Menschen gibt, die Wert auf Originalität und echtes Handwerk legen. So entstehen wunderbare und zeitlose Einzelstücke, die uns auch nach Jahren noch Freude bereiten.

Begleiten Sie uns, wenn Ramona Sigwarth einzelne Halme aus Stroh zu Sternen bindet und Katharina Jesdinsky in Kiel die alten Tannen- und Nikolaus- Motive aus Blei aus dem Archiv ihrer Druckerei holt. Und wie wohl die frischen Lebkuchen aus der ältesten Bäckerei im Odenwald schmecken?

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Bildquelle: Lea Sonderheft Advent, Ausgabe 1/2022

Ein Blick für Details:

Andrea Kramer zaubert in ihrer Werkstatt Schönes aus Filz

„Wo die schönen Dinge wohnen“ – ihr Motto beschreibt Andrea Kramers kleinen Laden in Bonn perfekt. Unzählige Einzelteile stapeln sich auf den Regalen, einige zum Kaufen, andere zum Selbermachen.„Ob beim Filzen oder anderer Handarbeit, es geht nicht um perfekt einheitliche ...

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... Ergebnisse und nicht um richtig oder falsch“, betont die zweifache Mutter. Im Vordergrund steht der Prozess. „Die Arbeit mit Wolle, Wasser und Seifenschaum ist ein sinnliches Erlebnis, es entschleunigt und hilft, runterzukommen“, erklärt sie.„Filzen und Ungeduld, das passt nicht gut zusammen.“ Das vermittelt sie auch in ihren Workshops. Kramer fertigt zwar auch Stücke nach Auftrag an,„aber das Herzstück sind Kindergeburtstage und Freundinnen-Abende, die hier stattfinden.“

Sternenburgstraße 38 in Bonn

Einzelstücke statt Massenware:

Die Kieler Weihnachtsdruckerei stellt individuelle Grußkarten her

Ein Hauch von Maschinenöl, frischer Farbe und Papierstaub liegt in der Luft von Katharina Jesdinskys kleiner Druckerei. So riecht Tradition. Was hier entsteht, ist nicht digital und beliebig kopierbar, sondern individuell. Die Karte selbst wird zum Geschenk. „Meine Kunden wählen die handgemachten Karten bewusst in einer Zeit, in der man den ganzen Tag am Rechner sitzt. Sie sind persönlicher, wertiger.“ Wenn die Druckmaschine, ein Heidelberger Tiegel, in der„Umtriebpresse“ in Kiel ratternd mit der Arbeit beginnt, werden vor allem klassische Motive auf feinstes Büttenpapier gedruckt. Viele ihrer Vorlagen hat Katharina Jesdinsky im Lauf der Jahre aus den Beständen von Betrieben gesammelt, die damit nichts mehr anfangen konnten. Ihr Archiv könnte ein Museum bestücken. Mit den Jahren ist ein Bestand an rund 500 unterschiedlichen Kartenmotiven entstanden, nicht nur für die Weihnachtszeit.

Knooper Weg 42 in Kiel, Online- Shop: www.umtriebpresse.de

Filigrane Szenen aus Holz und Papier:

Armin Täubner ist der Bastelkönig von Münsingen

Kleber verschmiert, Papier gerissen, Nagel krumm: Wo gebastelt wird, da geht auch mal was schief. Längst kein Grund, Schere und Stift gleich wieder wegzulegen, sagt Bastelkönig Armin Täubner:„Übung macht den Meister. Und nichts ist schöner, als nach einigen Fehlversuchen doch noch ans Ziel zu kommen.“ Der Mann weiß, wovon er redet: Seit den 70er- Jahren schreibt er Bastelbücher.

Unglaubliche 600 Ratgeber hat Täubner mittlerweile verfasst. Seit bald 40 Jahren sind stimmungsvolle Fensterbilder sein Steckenpferd. Dafür kann er praktisch jedes Material verwenden:„Es geht um Bastelei, nicht um Handwerk. Man braucht keine Ausbildung und keine teuren Werkzeuge.“ Für seine Weihnachtsdeko schneidet der Bastelkönig Winterszenen als Papiersilhouetten aus und präsentiert sie in Holzrahmen:„Papier und Holz sind als Werkstoffe momentan ganz besonders angesagt. Sie lassen einfach viele Freiheiten.“ Durch verschiedene Holzarten und Maßstäbe entsteht eine tolle Wirkung. Wer möchte, kann die Silhouetten beleuchten.„Hat man die Handgriffe erst mal drin, wird man von Mal zu Mal besser. Wichtiger als das Talent ist die Geduld“, ermutigt der Bastelkönig zum Nachmachen.

Leckereien im Advent:

Seit 1785 entstehen in der Bäckerei Baumann feinste Lebkuchen

In der ältesten Odenwälder Lebkuchenbäckerei stehen Willi Baumann senior, sein Sohn Willi junior und dessen Frau Isabell in der Backstube:„In 12. Generation wird bei uns das Weihnachtsgebäck noch traditionell von Hand und nach alten Familienrezepten hergestellt.“ Ohne Farbstoffe und ohne Geschmacksverstärker.„Die wenigen Gerätschaften, die notwendig sind, stammen noch von früher“, erklären die Baumanns.„Die Teigwalze, die alten Ausstecher und die Modeln aus Kirschholz bis hin zur Waage, auf der das Gebäck in Tütchen abgewogen wird.“ Einzig eine betagte Teigknetmaschine und ein alter Herd, auf dem der Honig mit den Gewürzen köchelt, sind strombetrieben. Der Teig wird mit einer handbetriebenen Walze platt genudelt, und von Hand ausgestochen und glasiert. Die Lebkuchen halten sich bis zu einem Jahr:„Am besten in einer klassischen Keksdose aus Metall in einem kühlen Raum.“

„Lebkuchenbäckerei Baumann“, Marktplatz 8 in Reichelsheim

Zauberhafte Strohsterne:

Ramona Sigwarth machte ihr Hobby zum Beruf

Stroh hat als Dekoration zur Weihnacht eine lange Tradition – schließlich übernachteten Maria und Josef im Stall, und die Krippe des Jesuskindes war mit Stroh gepolstert. Auch Ramona Sigwarth wollte für ihren heimischen Baum ein paar Strohsterne kaufen:„Aber die waren alle entweder zerdrückt oder verknickt.“ Kein Stern gefiel ihr. Das ließ die Büroangestellte aus Emskirchen nicht auf sich beruhen. Sie besorgte sich Bücher und Materialien, um eigene Strohsterne herzustellen. Die wurden so hübsch, dass sie sie sogar an Freunde verschenkte. Eine Bekannte riet ihr, es doch mal auf einem Hobbykünstlermarkt zu versuchen. Gesagt, getraut, getan!„Am Ende des Tages war ich überrascht, wie viel ich verkauft hatte.“ Ramona Sigwarth schwört bei ihren Strohsternen auf selbst geschnittenes Stroh direkt vom Feld. Es behält seine natürliche Wachsschicht, die durch chemische Behandlung bei gekauften Halmen oft fehlt. Weil deutsche Handarbeit in aller Welt gefragt ist, kommen ihre Sterne auch ganz schön rum. Stolz erzählt Ramona Sigwarth, dass sie schon Bestellungen aus Italien, Frankreich, Island, Irland, Lettland und den USA hatte.

Online-Shop: www.etsy.com/ de/shop/StrohsterneRamona

Sein Handwerk ist 200 Jahre alt:

An der Drehbank wird Christian Werner zum Künstler

Im weltweit bekannten Spielzeugdorf Seiffen im Erzgebirge dreht sich in vielen der kleinen Traditionswerkstätten alles um Holz. Im Fall des örtlichen Reifendrehers sogar ganz wörtlich. Schon sein Vater Walter war ein„Männelmacher“, der an der Drehbank kleine Figuren fertigte, erzählt er. Christian Werners Liebe zum Handwerk wurde so schon früh geweckt, und er erlernte den Beruf des Holzspielzeugmachers. 1985 gründete er die Manufaktur Werner Reifentiere. Statt einzelne Figuren zu drechseln, schnitzt er geschickt Muster in rotierende Holzscheiben, die erst dann ihre endgültige Form zeigen, wenn die Reifen in kleine Stücke geschnitten werden. Werner ist stolz auf seinen Beruf und das, was er mit seinen Mitarbeitern aufgebaut hat. Auch Ehefrau Katharina und Sohn Andreas arbeiten im Betrieb mit, wenn aus Fichtenholz heimische und exotische Tiere, Bäume und hübsche Pyramidenleuchter entstehen.

„Werner Reifentiere“, An der Binge 5 im Kurort Seiffen, Online-Shop: www.reifendrehwerk.com