Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 10 Min.

Babyöle: Erste Ölung


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2016 vom 28.04.2016

Eltern sollten die zarte Haut ihres Babys nur sehr maßvoll mit sanften Mitteln pflegen. Parfümzusätze und schädliche Produktionsrückstände sind unerwünscht. Zum Glück gibt es einige empfehlenswerte Babyöle, die nur wenig belastet sind.


Artikelbild für den Artikel "Babyöle: Erste Ölung" aus der Ausgabe 5/2016 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Pavel Ilyukhin/Shutterstock

Babyhaut ist zart und dünn. Die Talgdrüsen sind noch nicht vollständig entwickelt und die Haut verliert schnell Feuchtigkeit. Hornschicht und Säure schutzmantel, die die Haut vor schädlichen Einflüssen schützen, sind noch nicht intakt.

Deshalb stellt sich die Frage nach der notwendigen Pflege für die empfindliche Haut. Sind Babyöle ratsam? ...

Weiterlesen
Artikel 1,00€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 5/2016 von Leserbriefe: Schreiben sie uns. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leserbriefe: Schreiben sie uns
Titelbild der Ausgabe 5/2016 von Ein Jahr OKOer – ein Jahr ÖKO-TEST in China. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ein Jahr OKOer – ein Jahr ÖKO-TEST in China
Titelbild der Ausgabe 5/2016 von TEST Versteckter Zucker: Süße Fallen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Versteckter Zucker: Süße Fallen
Titelbild der Ausgabe 5/2016 von So viel Zucker steckt in Lebensmitteln. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
So viel Zucker steckt in Lebensmitteln
Titelbild der Ausgabe 5/2016 von Meldungen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Meldungen
Titelbild der Ausgabe 5/2016 von Vitamin- und Eisenpräparate für Schwangere: Zu viel ist zu viel. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Vitamin- und Eisenpräparate für Schwangere: Zu viel ist zu viel
Vorheriger Artikel
Kinderhochstühle: Sitzen geblieben
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Meldungen
aus dieser Ausgabe

... Wie sehen das zum Beispiel Hebammen? Das sei sehr unterschiedlich, berichtete uns Susanne Weyherter vom Bayerischen Hebammen Landesverband. „Viele Hebammen arbeiten gern mit natür lichen Ölen und empfehlen diese vor allem bei trockener Haut. Denn am Anfang ist die Haut der Babys oft trocken und schuppig.“ Auch zur Babymassage seien Öle beliebt. Für die gesunde Baby haut hält sie jedoch keine spezielle Pflege für nötig und bei massiven Hautproblemen sollte man sich vom Arzt beraten lassen. Was die Reinigung von Po und Windelbereich angeht, ist Susanne Weyherter Anhängerin von warmem Wasser und Waschlappen. Wenn jedoch das große Geschäft schon angetrocknet und verkrustet sein sollte, könnten Eltern schon auch zu etwas Öl greifen, um den Schmutz schonend zu lösen. Für den Kinderdermatologen Dr. Marc Pleimes aus Heidelberg kommen Babyöle als Badeöle und zur Massage infrage. Einfühlsames Massieren ist für das Wohlbefinden und die Entwicklung des Babys sehr förderlich. Mit den öligen Händen wird die noch sehr empfindliche Haut sanft bewegt – ohne Zerren und Reißen. Ansonsten empfiehlt der Arzt jedoch Cremes oder Emulsionen auf Basis von Wasser und Fett für die Rückfettung der Haut. Aber er hält es für legitim, den Po mit Ölen zu reinigen, denn die Reibung des Tuchs wird dadurch verringert.

Auch die Deutsche Hautund Allergiehilfe empfiehlt in ihrer Patienteninformation, die in Zusammenarbeit mit der Klinik für Dermatologie der Charité Berlin entwickelt wurde, rein pflanzliche Öle, um die empfindliche Poregion hautschonend zu säubern. Für die trockene Haut haben sich nach deren Aussagen Cremes und Lotionen auf der Basis von pflanzlichen Ölen bewährt, die in die Haut eindringen und die Barrierefunktion verbessern können.

Was verbirgt sich hinter einem Pflegeöl?

Vorne auf der Verpackung werben die Hersteller gerne mit exklusiven und teuren Ölen wie Mandel, Nachtkerzenoder Jojobaöl. Ein Blick auf die Inhaltsstoffliste auf der Rückseite offenbart dann an erster Stelle – und damit mit dem höchsten Gehalt – gängige preiswerte Öle wie Sonnenblumenoder Sojaöl, die aber dennoch nicht schlecht sind. Die beworbenen Öle rangieren dagegen meist weiter hinten. Öle im Kosmetikund im Lebens mittelbereich stammen oft aus Früchten und Saaten desselben Anbaus und werden auch gleichartig gepresst und weiterverarbeitet. Es können jedoch auch ganz getrennte Produktionspfade sein, vor allem bei Ölen, die primär für die Kosmetik eingesetzt werden. Für Lebens mittelöle gelten hö here ge setz liche Anforderungen. Dennoch seien auch Kosmetik öle hochwertig, weil die Kunden anspruchsvoll seien, erläutert uns Annette Rieck aus dem Qualitätsmanagement des großen Öllieferanten Lamotte Oils in Bremen. Dieser hat sowohl Lebensmittelwie auch Kosmetiköle im Angebot, konventionelle und in BioQualität. Der Lebensmittelchemiker und Fettexperte Dr. Christian Gertz vermutet dagegen, dass die schlechteren und höher mit Schadstoffen belasteten Öle in die Kosmetik fließen.

Zum Teil werden die Öle natur belassen eingesetzt, vor allem in der Naturkosmetik. Das bestätigte uns zum Beispiel die BioFirma Martina Gebhardt. Die meisten ihrer Öle hätten die Qualität eines naturbelassenen Speise öls. Auch die WeledaÖle könnten zum Teil in Lebensmitteln verwendet werden. So orientiere sich Weleda in Bezug auf die Reinheit der Öle an den Vorgaben für Lebensmittel. Auch könne man die Öle bis zum Anbau der Früchte und Saaten zurückverfolgen. Laverana setzt nach eigenen Aussagen in Babyölen ebenfalls reine Öle ein, für andere Anwendungen müssten sie jedoch aufbereitet sein.

ÖKO-TEST rät

• Parfümhaltige Pflegeprodukte sollten für die zarte Babyhaut gerade am Po tabu sein. Wir können die fünf „sehr guten“ Öle empfehlen, darunter drei zertifizierte Naturkosmetiköle. Eine der preiswerten Drogeriemarken ist sogar ohne Verunreinigungen.

• Weniger empfehlenswerte Öle auf Erdölbasis erkennen Sie zum Beispiel am Begriff„Paraffinum Liquidum“ an einer der ersten Stellen der Inhaltsstoffliste.

• Parfümfreie Öle eignen sich für die Massage oder zur sanften Reinigung des Pos. Auch ein paar Tropfen Öl im Badewasser können nicht schaden.

Der Körperkontakt beim Massieren tut auch den Kleinsten gut. Mit etwas Babyöl befeuchtet können die Hände besonders sanft über die zarte Haut gleiten.


Foto: imago/biky

Oft werden Öle jedoch weiterverarbeitet, raffiniert. Dabei entfernen die Hersteller Begleitstoffe, die Geruch und Aussehen möglicherweise negativ beeinflussen.

Auf diese Weise ist eine stets gleiche Qualität möglich. So beseitigen sie zum Beispiel Schleimstoffe, die die Haltbarkeit reduzieren würden, bleichen Öle, entfernen Geruchsund Geschmacksstoffe sowie freie Fettsäuren. Das Raffinieren kann physikalisch mit Wasserdampf erfolgen. Das ist meist im BioBereich der Fall. Diese Methode ist technisch aufwendiger als die chemische, aber weniger umweltbelastend. Verbreitet ist jedoch die chemische Raffination, bei der am Ende die zugesetzten Chemikalien entfernt werden müssen. Laugen entsäuern das Öl zum Beispiel und machen es dadurch haltbarer.

In Ölen kann es auch zu unerwünschten Rückständen kommen, etwa durch PhthalatWeichmacher, die möglicherweise schon in der landwirtschaftlichen Produktion in die Früchte und Saaten gelangen. Zumindest schließt Gerhard Brankatschk, stellvertretender Geschäftsführer des Verbands der Ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID), eine Verunreinigung während der Ölproduktion aus, da die Tanks aus Edelstahl seien und Kunststoffteile phthalatfrei und lebensmitteltauglich. Technisch sei es kein Problem, Phthalatrückstände in der Raffination stark zu minimieren. In Versuchen seien Weichmacher mit einer physikalischen Raffination quasi komplett eliminiert, mit einer chemischen Raffination deutlich reduziert worden, und das nach Einschätzung von Brankatschk ohne allzu großen Aufwand. Ein weiterer möglicher Eintrag der Schadstoffe sind jedoch weichmacherhaltige Verpackungen.

Ob und wie stark das Öl in einem Pflegeprodukt verarbeitet wurde, lässt sich für den Verbraucher nur schwer feststellen. Ein naturbelassenes Öl kann er manchmal noch am Eigengeruch erkennen und an einer charakteristischen Farbe. Doch natürliche Produkte sind für Allergiker nicht immer die beste Wahl, denn manche natürliche Inhaltsstoffe wie zum Beispiel bestimmte ätherische Öle können sensibilisierend wirken.

Das mag unter anderem auch ein Grund sein, warum manche Hersteller ganz auf Mineralöle, sogenannte Paraffine setzen, da damit eine gleichbleibende und verträgliche Qualität hergestellt werden kann. Laut Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) reinigen Kosmetikfirmen Mineralöle und wachse hochgradig auf. Doch in letzter Zeit kamen diese vermehrt in die Kritik, weil sie zum Teil noch Rückstände von aromatischen und möglicherweise krebserregenden Kohlenwasserstoffen (MOAH) enthalten.

ÖKOTEST wollte wissen, wie es um die Qualität der Babyöle bestellt ist und inwieweit sie mit Schadstoffen belastet sind. Wir schickten 18 Öle für die Babypflege in die Labore, ein Drittel davon ist zertifizierte Naturkosmetik.

Das Testergebnis

… ist ganz akzeptabel, denn bis auf eine Ausnahme schneiden alle Babyöle mindestens mit „gut“ ab. Wirklich empfehlenswert halten wir jedoch nur fünf „sehr gute“ Produkte: drei zertifizierte Naturkosmetiksowie zwei Drogeriemarken. Nur „befriedigend“ halten wir das Produkt eines wichtigen Markenherstellers.
Parfüm, nein danke. Leider sind fast zwei Drittel der Baby öle parfümiert, was wir für Produkte für die Allerkleinsten nicht in Ordnung finden. Schließlich werden die Öle auch im empfindlichen und oft gereizten Pobereich verwendet und können für weitere Hautirritationen sorgen. Zumindest sind keine Duftstoffe enthalten, die wir wegen eines eindeutigen Aller gierisikos kritisieren.

Was steckt in den Babyölen?

Welche Eigenschaften werden ihnen gemeinhin zugesprochen?

Färberdistel


Granatapfel


Sheanuss


Aprikosenkerne


Quellen: Olionatura; Lamotte-Oils; Ruth von Braunschweig: Pflanzenöle (Stadelmann Verlag 2007)

Aprikosenkernöl wird aus Aprikosenkernen gepresst, die zur Hälfte aus fettem Öl bestehen. Hoher Anteil an Linolsäure (Omega-6), sehr haltbar. Basisöl für empfindliche Haut, wenig fettend, verteilt sich gut und zieht schnell ein. Kosmetikbezeichnung: Prunus Armeniaca Kernel Oil.
Distelöl wird aus der Färberpflanze gewonnen, auch Färberdistel genannt. Es hat mit fast 80 Prozent den höchsten Anteil an Linolsäure (Omega-6), nur begrenzt haltbar. Entzündungshemmend, feuchtigskeitsspendend, regenerierend, leicht, nicht filmbildend, nicht fettend. Kosmetikbezeichnung: Carthamus Tinctorius Oil.
Granatapfelöl wird aus den Samenkernen des Granatapfels gepresst. Hoher Anteil der seltenen hochungesättigten Fettsäure Punicinsäure, außerdem Linolensäure und Antioxidantien, nicht sehr lange haltbar. Fördert die Hautre genera tion, stärkt und aktiviert die Barrierefunktion, feuchtigkeitsspendend, entzündungshemmend, für die Pflege ekzematischer Haut. Kosmetikbezeichnung: Punica Granatum Seed Oil.
Jojobaöl wird aus den Samen des Jojobastrauchs gewonnen, der in den Wüsten Amerikas wächst. Es ist eigentlich ein flüssiges Wachs, das dem Speiseöl nicht vergleichbar ist. Die Ester ähneln jedoch dem menschlichen Hauttalg, mit dem sich Jojoba sehr gut mischt. Sehr lange haltbar. Schützt die Hornschicht vor Feuchtigkeitsverlust, erhöht die Widerstandsfähigkeit von empfindlicher und trockener Haut, eignet sich auch für unreine Haut, zieht leicht ein und hinterlässt kaum Fettglanz. Kosmetikbezeichnung: Simmondsia Chinensis Seed Oil.
Leinöl wird aus den reifen Samen des Flachs gewonnen, die Saat enthält 30 bis fast 50 Prozent fettes Öl. Hoher Anteil an den ungesättigten Fettsäuren Linolsäure (Omega-6) und alpha-Linolensäure (Omega-3). Regenerierende Wirkung bei rissiger und spröder Haut, entzündungshemmend. Kosmetikbezeichnung: Linum Usitatissimum Seed Oil.
Mandelöl wird aus den reifen schalenfreien Samen gewonnen, die etwa zur Hälfte aus fettem Öl bestehen. Basisöl für jeden Hauttyp, dringt gut in die Haut ein, reizlindernd bei rauer, schuppiger und trockener Haut, gutes Massageöl. Kosmetikbezeichnung: Prunus Amygdalus Dulcis Oil.Nachtkerzenöl wird aus den Samen der Nachtkerze gewonnen, die etwa zur Hälfte aus fettem Öl bestehen. Hoher Anteil an Linolsäure (Omega-6) und alpha-Linolensäure (Omega-3). Zur Regeneration, Linderung von Juckreiz, Irritationen und Hauttrockenheit. Kosmetikbezeichnung: Oenothera Biennis Oil.
Olivenöl wird aus den fast reifen Früchten des Olivenbaums gewonnen, Ölgehalt 15 bis 35 Prozent. Besonders hoher Gehalt an einfach gesättigter Ölsäure. Wirkt befeuchtend und regenerierend, geeignet zur Behandlung von trockener, spröder und schuppiger Haut. Kosmetikbezeichnung: Olea Europaea Fruit Oil.
Sanddornfruchtfleischöl wird aus den Beeren des Sanddorns gewonnen. Hoher Gehalt an ungesättigten Fettsäuren wie Linol- und Linolensäure, antioxidativ durch Vitamin E und Carotinoide. Regenerierend und hautpflegend, erhöht die Hautfeuchte, verteilt sich gut, für tro ckene und beanspruchte Haut. Kosmetikbezeichnung: Hippophae Rhamnoides Oil.
Sesamöl wird aus den Samen der Sesampflanze gewonnen. Ausgewogene Fettsäurenzusammensetzung mit hohen Anteilen an Linolsäure und Ölsäure, enthält Radikalfänger, nur begrenzt haltbar. Regenerierend, regt die Durchblutung an, wird für Körperöle und als Trägeröl für Wirkstoffe verwendet. Kosmetikbezeichnung: Sasamum Indicum Seed Oil.
Sheanussöl wird aus den Samen des Sheanussbaums gewonnen. Hoher Gehalt an Ölsäure, sehr haltbar. Für trockene Haut, regenerierend und rückfettend, bildet Film auf der Haut, zieht langsam ein. Kosmetikbezeichnung: Butyrospermum Parkii Seed Oil.
Sojaöl wird aus der Sojabohne gewonnen. Hoher Anteil an Ölsäure, Linolsäure (Omega-6) und Alpha-Linolensäure (Omega-3), Lecithin. Hautglättend, rückfettend und feuchtigkeitsbindend, verteilt sich gut. Kosmetikbezeichnung: Glycin Soja Oil.
Sonnenblumenöl wird aus den Samen der Sonnenblume gewonnen mit einem Ölgehalt bis zu 58 Prozent. Hoher Anteil an mehrfach ungesättigter Linolsäure. Entzündungshemmend und hautschützend, zieht leicht ein, für normale bis fettende Haut. Da preiswert, dient es in der Kosmetik zum Verschneiden teurerer Öle. Kosmetikbezeichnung: Helianthus Annuus Seed Oil.
Traubenkernöl wird aus den zerkleinerten Kernen der Weintrauben gewonnen, niedriger Ölgehalt. Hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Linolsäure, sowie Antioxidantien, sehr gut haltbar. Dringt gut in die Haut ein, regenerative und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften, wundheilend und entzündungshemmend. Kosmetikbezeichnung: Vitis Vinifera Seed Oil.

Erdöl mit Rückständen. Das Penaten Baby Parfümfreies Sanft-Öl besteht im Wesentlichen aus Paraffinöl, das aus Erdöl gewonnen wird. Paraffinöl integriert sich nicht so gut ins natürliche Gleichgewicht der Haut wie ein natürliches Öl. Das scheinen auch die anderen Hersteller so zu sehen, da sie für Säuglinge Pflanzenöle verwenden, wenn auch unterschiedlich stark verarbeitet. Im Penaten-Öl wurden zudem aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz MOAH, nachgewiesen. Sie können krebserregende Substanzen enthalten. Aus Sicht des Bun des instituts für Risi ko be wer tung (BfR) sollten „die MOAH-Gehalte in kosmetischen Mitteln auf die nach dem Stand der Technik unvermeidbaren Spurengehalte reduziert werden“. Chronische Langzeiteffekte könnten auf Basis der derzeitigen Daten nicht ausgeschlossen werden. Für uns sind die nachgewiesenen 0,35 Prozent (3.500 mg/kg) mehr als nur Spuren.
Verunreinigungen mit PAK und Phthalaten ließen sich leider in nahezu allen Ölen nachweisen. Lediglich im Beauty Baby Ultra Sensitiv wurden unsere Labore nicht fündig. Der Einsatz von etlichen hormonell wirksamen Phthalatund krebserregenden PAK-Verbindungen ist in Kosmetik verboten, doch hier handelt es sich nicht um zugesetzte Stoffe. Spuren dieser Stoffe durch Verunreinigungen und Rückstände werden toleriert, soweit sie technisch unvermeidbar und toxikologisch unbedenklich sind. Das Landesuntersuchungsamt Mainz sieht bei den in den Pflegeölen nachgewiesenen Gehalten keine Gefahr, auch wenn man berücksichtige, dass es sich um Babypro dukte handelt. Es lägen jedoch noch keine Daten vor, um zu beurteilen, welche Weichmachergehalte technisch unvermeidbar seien, informierten uns die Untersuchungsämter von Baden-Württemberg und Sachsen. Wir halten jedenfalls fast 30 Milligramm pro Kilogramm DINP im Babylove Mein Erstes Babyöl für viel zu hoch. Solche Rückstände müssen nicht sein. Die Menge liegt auch deutlich über dem, was der Bundesverband Natur kost Naturwaren (BNN) als Orientierungswert für Weichmacher in Bio-Olivenölen ansieht. Die anderen Produkte mit Phthalat-Verunreinigungen werten wir nicht ab, weil Experten die geringen Mengen als gesundheitlich unbedenklich ansehen und wir selbst sie in Lebensmittelölen noch akzeptieren würden. In zwei Dritteln der Babyöle steckten auch Rückstände von PAK. Jedoch nur einmal eine minimale Menge einer der acht erwiesenermaßen krebserregenden Verbindungen und noch deutlich unter der ohnehin geringen Konzentration, die nach Einschätzung des Landesuntersuchungsamts Mainz als täg liche Aufnahme durch Babyöle tolerierbar ist. Wir werten die PAK-Gehalte wegen der geringen Mengen in keinem Produkt ab.

So reagierten die Hersteller

Mehrere Anbieter wurden aufgrund der nachgewiesenen Rückstände aktiv und versuchen, die Ursachen auszumachen.Logo cos konnte durch eigene Analysen die Eintragungsquelle beim Logona Baby Pflegeöl Ringelblume nachweisen: „Durch Änderung eines Prozessschrittes können wir zukünftig einen Eintrag von DEHP in unserem Babyöl verhindern.“ HerstellerTöpfer musste die Werte bestätigen: „Rückstände von Weichmachern in unserem Naturkosmetikprodukt möchten wir nicht tolerieren. Deshalb arbeiten wir sehr intensiv an der Ermittlung der Ursachen.“

Die Ölpresse, hier in einer professionellen Ölmühle, ist das wichtigste Element der Ölgewinnung.


• Bübchen fühlte sich durch unsere Testergebnisse bestätigt: „Durch eine umfangreiche Qualitätssicherung gelingt es uns, die Konzentration der mittlerweile ubiquitär in der Umwelt vorkommenden Phthalate wie DEHP in unserem Baby Öl so niedrig zu halten, dass sie nach jetzigem Kenntnisstand als unbedenklich gilt.“ In der Tat wurden im Bübchen Baby Öl nur sehr geringe Gehalte nachgewiesen. Offensichtlich ist es möglich, die Rückstände deutlich zu reduzieren. ƒ Das Qualitätsmanagement desDm-Drogeriemarkts wollte unsere Ergebnisse (höchster Phthalatgehalt im Test) jedoch nicht kommentieren, „da derzeit noch eigene Gegen analysen laufen“.
Johnson & Johnson, Hersteller des Penaten-Öls, verweist lediglich auf eine Stellungnahme des Industrieverbands IKW aus dem vergangenen Jahr: „Die Mengen, in denen MOAH auch nach höchster Reinigung noch enthalten sein können, sind unbedenklich für den Verbraucher.“ Wie oben erwähnt, sieht das auch das Bundesinstitut für Risikobewertung noch nicht als geklärt an. Etwas mehr Problembewusstsein der Hersteller wäre wünschenswert.

So haben wir getestet

Durch die verschiedenen Stufen der Raffination werden dem Öl unter anderem Farbe und Geruch entzogen.


Der Einkauf

Unsere Einkäufer haben in Drogerie- und Supermärkten sowie in Bio-Läden 18 verschiedene Babyöle eingekauft und vor allem auf parfümfreie Varianten geachtet. Sechs Pflegeöle sind als Naturkosmetik zertifiziert.

Die Inhaltsstoffe

Anhand der Deklarationen haben wir die Inhaltsstoffe genau unter die Lupe genommen und dann in die Labore geschickt, um sie auf bedenkliche und umstrittene Inhaltsstoffe zu untersuchen. Konservierungsmittel sind in Ölen zum Glück nicht nötig. In Parfümen und ätherischen Ölen können allergieauslösende Duftstoffe stecken, in manchem Parfüm auch künstliche Moschus-Verbindungen, die sich im Fettgewebe anreichern. Außerdem wollten wir wissen, inwieweit in den Ölen unerwünschte Rückstände von Phthalat-Weichmachern, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) oder Mineralölbestandteile wie MOAH zu finden sind, die sich auf ganz unterschiedlichen Wegen einschleichen können. MOAH können möglicherweise Krebs hervorrufen. Phthalate stehen im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken und sind teilweise bereits als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Einige PAK-Verbindungen sind krebserregend.

Die Bewertung

Parfüme sollten in Produkten für die sensible Babyhaut, die auch im Windelbereich eingesetzt werden, gar nicht enthalten sein. Erdölprodukte/Paraffine werten wir ab, weil sie sich nicht so mühelos ins Gleichgewicht der Haut integrieren wie natürliche Öle. Minuspunkte gibt es auch für relativ hohe MOAH- und Phthalatrückstände. Unter Weiteren Mängeln werten wir umweltbelastende Verpackungen ab wie einen unnötigen Umkarton.


Fotos: bdspn/iStock/Thinkstock; OLEKSANDR PEREPELYTSIA/iStock/Thinkstock; Luisa Puccini/Shutterstock; popovaphoto/iStock/Thinkstock