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Bauversicherungen: Sicherheit per Police


ÖKO-TEST Spezial Wohnen und Leben - epaper ⋅ Ausgabe 12/2011 vom 18.11.2011

Geht es auf dem Bauplatz hoch her, lacht das Bauherrenherz. Aber das hektische Treiben birgt Gefahren, Unfälle sind an der Tagesordnung. Dazu kommen Diebstahl, Feuer und Wetterschäden. Da helfen die richtigen Versicherungen. Auch nach der Bauphase führt kein Weg an ihnen vorbei.


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Foto: irisblende.de

Schon mit dem Kauf des Bauplatzes beginnt das Risiko fur den kunftigen Bauherrn. Dann sollte unbedingt eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Denn auch auf unbebauten Grundstucken kann es fur Passanten oder Besucher gefahrliche Stolperfallen geben. Besonders betroffen sind Kinder. Sie ...

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Schon mit dem Kauf des Bauplatzes beginnt das Risiko fur den kunftigen Bauherrn. Dann sollte unbedingt eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Denn auch auf unbebauten Grundstucken kann es fur Passanten oder Besucher gefahrliche Stolperfallen geben. Besonders betroffen sind Kinder. Sie werden von Baustellen – trotz Verbotsschildern – magisch angezogen. Sturzt ein Kind in einen schlecht gesicherten Kellerschacht, muss der Bauherr zahlen. Die Verkehrssicherungspflicht trifft den Hauslebauer auch dann, wenn er samtliche Arbeiten an Fachleute delegiert hat. Das nennt sich dann Gesamtschuldnerschaft.

Die Beitrage fur die Bauherrenhaftpflichtversicherung richten sich nach dem Umfang des Bauvorhabens. Kleinere Modernisierungs-oder Umbauma.nahmen sind in der – hoffentlich vorhandenen – privaten Familienhaftpflichtversicherung eingeschlossen, die je nach Police automatisch Schutz fur einen Bauaufwand ab 25.000 Euro bis zur vollen vertraglichen Versicherungssumme gewahrt. Teilweise gilt dieser Schutz aber nur fur eine begrenzte Bauzeit von einigen Monaten. Wer ein Grundstuck kauft und es in absehbarer Zeit nicht bebauen will, benotigt nur eine Haftpflichtversicherung fur unbebaute Grundstucke.

Bauhelfer unbedingt absichern

Die Vollkaskoversicherung fur die gesamte Bauphase nennt sich Bauleistungsversicherung. Sie zahlt, wenn fest installierte Bauteile gestohlen werden. Material, das ungesichert herumsteht, wird allerdings nicht bezahlt. Au.erdem ersetzt die Bauleistungsversicherung Wetterschaden, zum Beispiel nach Sturm, sowie die Vandalismusschaden. Eingeschlossen sind auch fahrlassig angerichtete Schaden von Bauarbeitern. In der Regel verlangen die Versicherungen eine Selbstbeteiligung von zehn Prozent, mindestens jedoch 150 Euro je Schadensfall.

Wer sich durch Nachbarn oder Freunde helfen lasst, sollte seine Helfer unbedingt bei der Bau-Berufsgenossenschaft anmelden, damit sie gesetzlich unfallversichert sind. Der Beitrag richtet sich nach der Dauer des Einsatzes: Sind die Bauhelfer wahrend der gesamten Bauzeit insgesamt weniger als 40 Stunden im Einsatz – was in der Regel nur bei Ausbesserungsarbeiten der Fall sein durfte – mussen sie nicht bei der Bau-Berufsgenossenschaft angemeldet werden. Geht die Hilfe insgesamt uber 40 Stunden hinaus, muss man seine Helfer namentlich bei der Berufsgenossenschaft anmelden. Diese fragt neben den Namen und den geleisteten Arbeitsstunden je nach Bundesland auch die Tatigkeit ab. Danach richtet sich der Beitrag. In Regionen Deutschlands mit niedrigerem Lohnniveau sind auch die Versicherungsbeitrage etwas niedriger. Mittlerweile bieten private Unternehmen ebenfalls eine Bauhelferversicherung an, die meist auch den Schutz der Bauherren einschlie.t. Bei Invaliditat gibt es dann eine Geldleistung, die abhangig von der gewahlten Versicherungssumme ist. Au.erdem kann Krankenhaustagegeld und eine Todesfallleistung abgesichert werden, falls ein solcher Schutz nicht schon uber andere Policen besteht.

Fur die Bauherren selbst gibt es bei den offentlichen Unfallkassen automatisch keine Leistungen. Wer am eigenen Haus arbeitet, kann sich aber freiwillig bei der Bau-Berufsgenossenschaft versichern. Derzeit kostet die freiwillige Versicherung rund 500 Euro pro Monat. Vorteil: Die Versicherung kann auch nur fur wenige Monate abgeschlossen werden, ist der Bau abgeschlossen, endet der Vertrag au tomatisch. Die Leistungen der Berufsgenossenschaft entsprechen den Leistungen, die ein normaler Arbeitnehmer bei einem Unfall erhalt. Da die gesetzlichen Unfallrenten sehr mager sind, kann man auch eine private Unfallversicherung abschlie.en. Bei der Vertragsgestaltung sollte man aber darauf achten, dass Unfalle auf der Baustelle ausdrucklich mit in den Leistungskatalog einbezogen sind.

Fruhzeitig vor Bauende muss sich der Bauherr eine Wohngebaudeversicherung zulegen. Neben Sturm-, Blitz-und Leitungswasserschaden kommt diese Versicherung fur Feuerschaden auf. Angesichts der immer haufigeren Unwetter sollte man Elementarschaden, etwa durch Uberschwemmung, Erdrutsche und Ahnliches, auf jeden Fall mitversichern. Bei fruhzeitigem Abschluss kann man dann auf eine gesonderte Feuer-Rohbau-Versicherung verzichten, denn die meisten Anbieter von Gebaudeversicherungen schlie.en den Rohbauschutz kostenfrei ein. Achten sollte man darauf, dass dieser Schutz langer als zwolf Monate, idealerweise zwei Jahre gilt. Wer also zum Baubeginn eine Wohngebaudeversicherung abschlie.t, erhalt kostenfreien Brandschutz und muss den ersten Beitrag erst beim Einzug zahlen.

Kein Risiko verdrängen

Wird das Haus fruher als geplant fertig, muss dies dem Wohngebaudeversicherer angezeigt werden, denn nur dann wird die Versicherung aktiviert und weitere Hauptgefahren wie Sturm oder Leitungsrohrbruch sind abgesichert. Bei einer Wohngebaudeversicherung verhilft eine Selbstbeteiligung zu einer deutlich gunstigeren Pramie. Grundsatzlich sollte der Vertrag als gleitende Neuwertversicherung abgeschlossen werden. Dann erhalt man, etwa beim Brand des alten Hauses, das Geld fur den Bau eines neuen gleicher Art, wenn wieder aufgebaut werden muss.

Gema.dem Motto „Bauen gleich Arger und Streit“ lassen die Rechtsschutzversicherer den Bauherrn allein. Jedweder Rechtsstreit rund ums Bauen ist unversicherbar. Erst wenn das Haus steht, kann eine Wohnungs-und Grundstuckspolice abgeschlossen werden, die dem Eigentumer beim Streit mit Mietern oder Nachbarn Kostenschutz gewahrt.

Neuer Clou der Assekuranzen: Kombipolicen fur Immobilienbesitzer. Solche Pakete sollten aber genau unter die Lupe genommen werden. Unter Umstanden kauft man mehr als notwendig. Auch an eine oft verdrangte Gefahr sollte der Bauherr denken. Beim Tod des Hauptverdieners steht die Familie mit dem Rohbau und einem Schuldenberg schnell vor dem Ruin. Um diesem Risiko vorzubeugen, ist der Abschluss einer Restschuldlebensversicherung sinnvoll. Versichert ist immer das noch abzuzahlende Restdarlehen.

Kompakt

Kosten im Überblick

Vorab sollte der Bauherr prüfen, ob die Bauherrenhaftpflicht-, die Bauleistungs-und Feuerversicherung selbst abgeschlossen werden müssen. Manchmal hat schon der Bauträger entsprechende Versicherungen vereinbart. Auf Versicherungssummen und -bedingungen achten und bei niedriger Absicherung eine private Unfallversicherung abschließen. Die Preise richten sich nach den Versicherungsleistungen, dem Wert und der Dauer des Bauvorhabens und unterscheiden sich teilweise stark nach Regionen.

Bauherrenhaftpflichtversicherung: Die Beiträge richten sich nach dem Umfang des Bauvorhabens, Selbstbauer zahlen meist einen Aufschlag. Für eine Baumaßnahme in Höhe von 300.000 Euro bei einer Eigenleistung von 20.000 Euro muss mit einer Jahresprämie ab etwa 70 bis 150 Euro gerechnet werden.

Bauleistungsversicherung: Sie ersetzt während der Bauzeit Schäden durch Wasser und Sturm und auch Schäden durch Vandalismus und Diebstahl. Prämie für ein Jahr bei 250 bis 500 Euro Selbstbeteiligung und einer Bausumme von 300.000 Euro: zirka 220 bis 500 Euro bei Topschutz mit vielen Extras. Vorsicht: Manche Basisangebote können erheblich teurer sein.

Bauhelferunfallversicherung: zirka 2 Euro in den alten, 1,76 in den neuen Bundesländern je geleistete Helferstunde.

Private Unfallversicherung für Bauherren: Ein Schutz von 600.000 Euro bei Vollinvalidität ist für eine Jahresprämie von rund 300 Euro erhältlich.

Wohngebäudeversicherung: Jahresprämie für ein Reihenhaus (200.000 Euro Herstellkosten im Jahr 1970; 150 Quadratmeter) inklusive Versicherung von Elementarschäden: ab zirka 250 Euro. Entscheidend für die Prämie ist die Lage (Grad der Hochwassergefährdung; Leitungswasserqualität, Sturmrisiko) und Alter des Gebäudes.