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BERATUNG UND HILFE: ES GIBT VIEL ZU TUN


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 30.08.2018

Im Vorhinein beschäftigt sich kaum jemand mit dem Fall der Fälle. Wenn Eltern pflegebedürftig werden, stehen die meisten Angehörigen der Situation ratlos gegenüber. Jetzt gibt es etliche Dinge zu regeln. Gute Informationen und Beratungsstellen helfen weiter.


Pflegegrad beantragen

Der Pflegegrad ist ausschlaggebend für die finanzielle Unterstützung von Pflegebedürftigen - deswegen ist der Antrag so wichtig. Versicherte stellen ihn bei derjeweiligen Pflegekasse, die der Krankenkasse angegliedert ist. Es reicht ein Anruf oder ein kurzer formloser Brief per Mail, Fax oder Post. Daraufhin sendet die Kasse ein ...

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... Antragsformular zu. Außerdem schickt die Pflegekasse einen Gutachtervorbei, der persönlich vor Ort den Grad der Selbstständigkeit des Versicherten prüft und die Angehörigen berät. Innerhalb von 25 Arbeitstagen muss die Pflegekasse dann entscheiden, ob und wie stark pflegebedürftig jemand ist. Die Pflegeleistungen erstattet die Kasse rückwirkend bis zum Monat der Antragstellung. Ist der Angehörige im Krankenhaus, können Sie über den Sozialdienst des Krankenhauses auch eine Eileinstufung erreichen. Beratung bieten die Pflegekasse und die Pflegestützpunkte an.

Foto: fizkes/ getty images

Ambulanten Pflegedienst finden

Foto: Dean Mitchell/getty images

Wollen Sie Angehörige zu Hause betreuen, können ambulante Pflegedienste dabei helfen. Es gibt sowohl private Anbieter als auch gemeinnützige Träger wie das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie oder die Caritas. Mögliche Rflegedienste finden Sie über entsprechende Suchportale, zum Beispiel pflegelotse.de oder pflege-navigator.de. Überlegen Sie vorab, bei welchen Dingen der Angehörige Unterstützung braucht. Und sprechen Sie mit einigen Diensten in der engeren Wahl, um sich ein genaueres Bild machen zu können, ob das Angebot zu Ihnen passt. Lassen Sie sich außerdem genau erklären, welche Kosten die Pflegekasse übernimmt. Hilfreich sind auch Checklisten wie von der Deutschen Stiftung Patientenschutz (stiftung-patientenschutz.de) oder den Pflegekassen.

Haftpflicht prüfen bei Demenz

Foto: Rallef/getty images

Den Topf auf der Herdplatte, das heiße Bügeleisen vergessen, plötzlich auf die Straße gelaufen und einen Unfall verursacht: Wenn Menschen mit Demenz Schaden anrichten, zahlt die Haftpflichtversicherung nicht in jedem Fall. Die Deutsche Alzheimergesellschaft empfiehlt Demenzkranken und ihren Angehörigen eine (Familien-)Privathaftpflichtversicherung, in der ausdrücklich auch die sogenannte Deliktunfähigkeit versichert ist. Wichtig: Der Schutz bei Deliktunfähigkeit sollte nicht auf deliktunfähige Kinder begrenzt sein.

Tagespflege: Betreuung während der Arbeitszeit

Foto: Nancy Beijersbergen/Shutterstock

Wer berufstätig ist, kann sich nicht den ganzen Tag um pflegebedürftige Familienangehörige kümmern. Ein Heim kommt oft trotzdem nicht infrage - gerade wenn beispielsweise eine Demenz noch nicht allzu weit fortgeschritten ist. Dann kann die sogenannte Tagespflege eine Möglichkeit sein: Dort verbringen die Menschen tagsüber einige Stunden mit anderen, kehren aber am späten Nachmittag wieder in ihre eigenen vier Wände zurück. Je nach Pflegestufe übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten. Gut ist, wenn die Einrichtung auch Kurzzeitpflege anbietet. Dann müssen die Pflegebedürftigen sich nicht an eine neue Umgebung gewöhnen, wenn sie für einige Zeit außer Haus rund um die Uhr versorgt werden sollen. Weitere Informationen gibt es hier: wegweiser-demenz.de

Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Foto: Daisy-Daisy/getty images

Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie einen oder mehrere persönliche Stellvertreter für verschiedene Lebensbereiche für den Fall, dass Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, wichtige Entscheidungen zu treffen. Das können rechtliche Angelegenheiten sein, wie Konto-, Miet- oder Postsachen. Aber auch Entscheidungen über gesundheitliche Fragen können Sie mit einer Vorsorgevollmacht übertragen. Auf der Internetseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (bmjv.de) können Sie sich einen Vollmacht-Vordruck herunterladen. Da die Vollmacht sofort nach der Ausstellung gültig ist, kann Ihr Stellvertreter sie im ungünstigsten Fall auch einsetzen, wenn Sie noch voll handlungsfähig sind. Statt einer Vorsorgevollmacht können Sie deshalb auch eine Betreuungsverfügung erlassen. Der darin festgelegte Betreuer tritt erst dann in Aktion, wenn Sie wichtige Entscheidungen nicht mehr treffen können. Weder eine Vorsorgevollmacht noch eine Betreuungsverfügung ersetzen aber eine Patientenverfügung.

Was ist eine Patientenverfügung?

Während bei einer Vorsorgevollmacht die Entscheidung über gesundheitliche Fragen an den Stellvertreter abgegeben werden, regelt eine Patientenverfügung, was Sie selbst im medizinischen Einzelfall wünschen. So können Sie vorsorglich festlegen, ob Sie in bestimmten Situationen, in denen Sie selbst nicht mehr darüber entscheiden können, ärztlich behandelt werden möchten oder nicht. Ihre Entscheidungen etwa zu lebensverlängernden Maßnahmen können Sie jederzeit formlos widerrufen. Die Patientenverfügung, die schriftlich verfasst und von Ihnen oder einem Notar unterzeichnet ist, sollten Sie so verwahren, dass Ärzte oder Betreuer sie schnell auffinden. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf der Internetseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (bmjv.de). Dort können Sie unter dem Punkt „Publikationen“ eine Broschüre zur Patientenverfügung herunterladen.