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BESUCH IM HOLUNDERLAND


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Kaffee & Genuss - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 19.09.2021

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Bildquelle: Kaffee & Genuss, Ausgabe 1/2021

Rot schimmert das Laub, auch schwarze, gelbe und grüne Blätter an den Hollerbüschen aus aller Welt wippen im Wind. Die Sonne wärmt die prallen Hollerbeeren. „Holunderkontor“ steht auf einer bemalten Tür zwischen Sandsteinmauern des kleinen, liebevoll restaurierten Bauernhofes im Herzen von Niederndodeleben, inmitten der Magdeburger Börde Uschi Duchrow-Buhr bittet hinein in ihr Reich, das es so nirgendwo auf der Welt gibt. Sie ist die „Mutter“ des Hauses und ihres gehegten Kindes namens „Sambucus nigra“.

Holunderland

Über dem prasselnden Kamin schwebt ein Duft von Kräutern und Früchten. Antike Möbel thronen über ...

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... Steinfußboden. Kerzen brennen, aus der Tasse steigt süßer Dampf in die Nase. „Das ist heißer Holundermuttersaft, schonend gewonnen aus erntefrischen Beeren und so gesund. Oder wollen Sie einen St. Salvator, ein wirklich himmlischer Likör aus Holunder mit Salbei und anderen wohltuenden Ingredenzien.“

Für gesellige Genießer

Ob jung oder alt, ob für die gesunde Diät oder für einen feucht-fröhlichen Abend – der Holunder bietet eine solche Palette an Möglichkeiten, dass für jede Gelegenheit etwas dabei ist. Nebenbei lernt man im Kontor nicht nur die Schätze seiner eigenen Region kennen. Quasi „unter dem Hollerbusch“ treffen sich auch hier viele Leute, die ohne den Holunder oft gar nichts von einander wissen würden.

In der Zeitrechnung vor dem Holunderkontor war der Hollerbusch verpönt in der Magdeburger Borde, einer Kulturlandschaft, deren Boden zu den fruchtbarsten in ganz Deutschland gehört. Heute ist er für die Gemeinde Hohe Börde – zu der Niederndodeleben zählt – ein Markenzeichen. „Holli Holler“, die schwarze Holunderbeere weist inzwischen den Weg über das 100 Kilometer lange Holunder-Radwege-Netz quer durch die Hohe Börde bei Magdeburg. Die „Holli Holler“-Landfrauengruppe feiert alljährlich ein Holunderblütenfest – mit Holler-Back-Show und Holunderhutkönigin. Eine ganze Region wird zum Holunderland und zum Mekka für naturverbundene Tagesausflügler. Uschi Duchrow-Buhr meint: „Die Olive steht für den Süden, für das Mediterrane. Der Holunder soll für unsere Börde stehen. Diesen kulturhistorischen, lange Zeit verkannten Schatz wollten wir heben. Dafür haben wir das Holunderkontor geschaffen, ein Dokumentations- und Informationszentrum über die Geschichte, die Küche und die Kultur des Holunders. Wir haben Kontakte in alle Welt.“

Busch mit Geschichte

Einst war der Hollerbusch der Hausbaum der Bauern. „Unsere Ahnen wussten warum. Schon in der Antike und später im Mittelalter haben die Gelehrten den Holunder geschätzt.“ Märchen, Mythen und Legenden ranken sich um den Hollerbusch, aber auch gelehrsame Schriften und wissen- schaftliche Forschungen widmen sich der heilbringenden, belebenden Kraft seiner Früchte. Die prächtigen Holunderdolden enthalten viele Vitamine und wertvolle ätherische Öle. Die in Jahrhunderten gewonnenen Erkenntnisse rund um seine schwarzen Beeren und weißen Blüten, ihre Veredelung und Nutzung in Urgroßmutters Hausapotheke haben Uschi Duchrow-Buhr und ihre Mitstreiter studiert und ausprobiert. Sie haben Holundergeist angesetzt, mit Bierbrauern getüftelt, sie haben Essenzen gewonnen,

Rezepte probiert, verfeinert und verkostet. Holundergetränke, mal heiß, mal spritzig frisch, erfrischen die Seele. Die Palette des Niederndodeleber Kontors ist reich – handgemachte Seifen, handgepresstes Kernöl, Schinken, Käse, Liköre, Gelees und Pralinen decken den Tisch – in der urigen Holunderstube wie auch im Märchengarten unter prallen Büschen. Regelmäßig lädt Holundermutter Uschi zu „Rezeptebörsen handgemachter Produkte“ und weiht mit dem Kochclub „Holunder-Gourmets“ die kulinarische Gemeinde ein in die Geheimnisse des Sambucus nigra, des schwarzen Holunders. Der gedeiht seit Jahren prächtig auf der „Elfenwiese“, der einzigen Holunderplantage weit und breit. Über Anbaumethoden und die sorgsame Veredelung ihres gehegten Schatzes berichtet Uschi Duchrow-Buhr gern jedem neuen Holler-Jünger. Allerdings nur auf Anmeldung, denn die Pilgerschar ins Holunder-Mekka wächst von Jahr zu Jahr.

MAIK SCHULZ