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Bio-Label: Bio hält, was es verspricht


ÖKO-TEST Kompass Gütesiegel - epaper ⋅ Ausgabe 3/2010 vom 17.06.2014

Staatliche Label

Artikelbild für den Artikel "Bio-Label: Bio hält, was es verspricht" aus der Ausgabe 3/2010 von ÖKO-TEST Kompass Gütesiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: BLE, Bonn/Thomas Stephan

Auf den meisten Bio-Produkten in Deutschland findet sich das sechseckige staatlicheBio -Siegel. Das EU-LabelÖkologischer Landbau wurde bisher kaum genutzt. Das wird sich aber bald andern – nicht nur, weil das Label ein neues Gesicht bekommen hat. Seit Jahren gibt es namlich ein Hickhack um das Design desEU-Bio- Siegels. Zunachst sah das Label dem der Eigenmarke von Aldi Sud zu ahnlich, dann wurde in einem EU-weiten Wettbewerb für Designstudenten ein neues Zeichen gesucht. Drei von einer Jury vorab ausgewählte Siegel schafften es in die ...Bio -Siegel und die Label der okologischen Anbauverbande durfen weiterhin zusatzlich genutzt werden. Bereits produziertes Verpackungsmaterial darf noch bis Januar 2012 aufgebraucht werden. Das allgemeine staatliche ...

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Auf den meisten Bio-Produkten in Deutschland findet sich das sechseckige staatlicheBio -Siegel. Das EU-LabelÖkologischer Landbau wurde bisher kaum genutzt. Das wird sich aber bald andern – nicht nur, weil das Label ein neues Gesicht bekommen hat. Seit Jahren gibt es namlich ein Hickhack um das Design desEU-Bio- Siegels. Zunachst sah das Label dem der Eigenmarke von Aldi Sud zu ahnlich, dann wurde in einem EU-weiten Wettbewerb für Designstudenten ein neues Zeichen gesucht. Drei von einer Jury vorab ausgewählte Siegel schafften es in die Onlineabstimmung, an der 130.000 EU-Burger per Internet teilnahmen. Gewonnen hat das Euro-Blatt, in dem die EU-Sterne in Form eines Blatts vor einem grünen Hintergründ angeordnet sind. Ab 1. Juli 2010 ist dieses Logo für alle verpackten Bio-Produkte, die in einem EU-Mitgliedsstaat hergestellt wurden, verbindlich vorgeschrieben. Das deutscheBio -Siegel und die Label der okologischen Anbauverbande durfen weiterhin zusatzlich genutzt werden. Bereits produziertes Verpackungsmaterial darf noch bis Januar 2012 aufgebraucht werden. Das allgemeine staatlicheBio -Siegel gibt es auch noch mit regionalen Zusatzen wie „aus Hessen“. Hier ist der regionale, saisonale gründgedanke von Bio-Ware enger gefasst, die Transporte auf ein Minimum reduziert. für alle Produkte mit den staatlichen Labels gilt: Es sind echte Bio-Produkte. Von den Anbauverbanden werden sie gerne als „bio light“ bezeichnet. Tatsachlich sind die AnFörderungen in einigen Punkten weniger streng als die der Verbande. Die entscheidenden Unterschiede bestehen jedoch zwischen konventioneller und okologischer Erzeugung – und nicht zwischen den Erzeugnissen der okologischen Anbauverbande und den staatlich ausgezeichneten Bio-Produkten.

Verbände

Foto: BLE, Bonn/Thomas Stephan

In Deutschland gibt es mehrere okologische Anbauverbande. Sie stehen alle für echte Bio-Produkte. Ihre AnFörderungen gehen über die gründanFörderungen für Bio-Produkte hinaus, die in der EU-Oko-Verordnung festgeschrieben sind. Beispielsweise erlaubt die EU, dass ein Betrieb teilweise umgestellt wird und sowohl okologische als auch konventionelle Produkte herstellt. Das ist bei den Anbauverbanden untersagt. Aber auch die Richtlinien der einzelnen Verbande unterscheiden sich in Details voneinander. Darin drucken sich unterschiedliche Philosophien aus, die ein gründ dafür sind, dass es bislang nicht gelungen ist, eine grose schlagkraftige Organisation zu formen.

Eigenmarken

Sie heißenGut Bio, Biotrend ,Bio Sonne oderBio Greno . Es sind Eigenmarken von Handelsketten, mit denen sie ihr Profil scharfen, sich von Konkurrenten absetzen und im attraktiven Bio-Markt verdienen wollen. Denn billig kann langst jeder. Und so verwundert es nicht, dass selbst Discounter wie Aldi und Lidl mit eigenen Bio-Marken vertreten sind. für alle diese Eigenmarken gilt: Sind Bio oder Oko ein Namensbestandteil, müssen die Produkte zumindest den AnFörderungen der EU-Oko-Verordnung entsprechen. Es handelt sich also um echte Bio-Produkte. Das gilt für die anderen von uns in der Tabelle aufgefuhrten Eigenmarken ebenfalls – darunter die der Bio-Supermarktketten Basic, Alnatura und Erdkorn. Auch diese Ketten verkaufen ubrigens nicht nur Verbands- oder Premiumbio, sondern überwiegend Produkte nach EUOko-Verordnung. Die meisten Eigenmarken bieten inzwischen ein breites Sortiment. UnterRewe Bio fuhrt Rewe beispielsweise um die 200 Artikel der verschiedensten Warengruppen, Netto hat 150BioBio -Artikel gelistet. Aldi Sud bietet mittlerweile zirka zehn Prozent der Obst- und Gemuse-Artikel in Bio-qualität an, im Bereich des Standardsortiments sind zirka 40 Bio-Artikel im Angebot. Rossmann und Penny haben neben den Bio-EigenmarkenEnerBio undNaturgut zusatzlich jeweils ei ne Marke für Bio-Babynahrung:Babytime (Penny) undBabydream (Rossmann).

Was den Unterschied macht

Das bekannteste und am haufigsten genutzte Label ist das staatlicheBio- Siegel. Es wird seit 2001 vergeben und kennzeichnet Lebensmittel, die der EU-Oko-Verordnung genugen und damit die grosen gründregeln für Bio erfullen: Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, mineralische Stickstoffdunger sowie jeglichen Einsatz von Gen-Technik. Rinder, Schweine und Huhner müssen artgerecht gehalten werden. Das Fütter muss zu 100 Prozent aus okologischem Anbau sein, in Ausnahmefallen kann aber auch konventionelle Ware in den Füttertrog. Verarbeitete Produkte durfen das Siegel tragen, wenn mindestens 95 Prozent der Zutaten biologischer Herkunft sind. Erlaubt sind 47 Zusatzstoffe sowie naturliche Aromen.
Strengere Richtlinien haben sich die acht deutschen Bio-Anbauverbande auferlegt, wobei Bioland, Demeter und Naturland am bedeutendsten sind. Ein wesentliches und gemeinsames Kennzeichen ist der Gedanke der Kreislaufwirtschaft. Das heist, der gesamte Betrieb muss auf Oko umgestellt werden. EU-Bio-Bauern können hingegen auch nur Teile umstellen, den Gemuseacker zum Beispiel, während die Tierhaltung konventionell weitergefuhrt wird – wodurch die Gefahr einer Vermischung wachst. Das Oko-Fütter muss mindestens zur Halfte vom eigenen Hof stammen. Die Anzahl der Tiere ist an die Betriebsgrose gebunden, Masttiere haben in der Regel mehr Platz im Stall. Die Verwendung von naturlichen Pflanzenschutzmitteln wie Kupfer, die gegebenenfalls für Mensch und Umwelt auch schadlich sein können, sind starker reglementiert. Die Verwendung von Zusatzstoffen ist bei den Anbauverbanden sehr begrenzt, synthetisch gewonnene Aromen durfen nur zum Einsatz kommen, wenn produktspezifische Genehmigungen vorliegen.