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Da muss man durch


ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern - epaper ⋅ Ausgabe 12/2008 vom 08.10.2008

Schluckbeschwerden, Fieber, Ausschlag: meist untrügliche Zeichen für einen Infekt. Wie Sie Masern, Keuchhusten und Co. erkennen und richtig darauf reagieren, erfahren Sie hier.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern, Ausgabe 12/2008

Vor Krankheitserregern ist ein Säugling während der ersten sechs Lebensmonate noch weitgehend geschützt, dank der Antikörper, die er von seiner Mutter „geerbt“ hat. Wenn dieser Schutz nachlässt, muss sich das Kind selbst mit den Viren auseinandersetzen. Besonders häufig stecken sich Kinder an, die viel mit anderen Kleinen zusammen sind, etwa in der Krippe oder im Kindergarten. Bis zur Einschulung ist das Schlimmste dann meist ...

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Vor Krankheitserregern ist ein Säugling während der ersten sechs Lebensmonate noch weitgehend geschützt, dank der Antikörper, die er von seiner Mutter „geerbt“ hat. Wenn dieser Schutz nachlässt, muss sich das Kind selbst mit den Viren auseinandersetzen. Besonders häufig stecken sich Kinder an, die viel mit anderen Kleinen zusammen sind, etwa in der Krippe oder im Kindergarten. Bis zur Einschulung ist das Schlimmste dann meist überstanden. Aber typische Kinderkrankheiten können auch später auftreten. Erkranken Jugendliche oder Erwachsene zum Beispiel an Masern oder Scharlach, verlaufen die Krankheiten oft schwerer als bei kleineren Patienten. Vor einigen Infektionskrankheiten kann man sich durch Impfungen schützen, aber nicht vor allen. Ganz entgehen kann man ihnen also nicht, auch wenn Ärzte immer wieder zu einer so einfachen wie wirksamen Vorbeugungsmaßnahme raten: häufig die Hände waschen.

In den ersten Lebensmonaten schützen die Antikörper der Mutter.


Dreitagefieber

Symptome und Verlauf: Diese harmlose Virusinfektion tritt meist im Alter von sechs bis zwölf Monaten auf. Spätestens mit drei Jahren haben sie alle Kinder durchgemacht. Sie beginnt sehr plötzlich mit Fieber von 39 bis 40 Grad Celsius, das nach drei bis vier Tagen ebenso schnell wieder verschwindet. Mit Abklingen des Fiebers bildet sich ein leichter, rötlicher Ausschlag an Brust, Rücken und Bauch, der sich auch auf Arme und Beine ausbreitet, selten im Gesicht. Nach zwei Tagen verblassen die Flecken allmählich. Die kleinen Patienten sind etwas quengelig, meist geht es ihnen aber erstaunlich gut. Manchmal kann das Kind einen entzündeten Rachen oder geschwollene Lymphknoten haben oder unter Erbrechen beziehungsweise leichtem Durchfall leiden. Bei einigen Kindern verläuft die Infektion auch ganz ohne Krankheitszeichen.
Ansteckung: Der Erreger, aus der Familie der Herpesviren, wird durch Tröpfcheninfektion weitergegeben. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch können fünf bis 15 Tage vergehen. Mit Beginn des Ausschlags sind die Kinder nicht mehr ansteckend. Haben sie die Krankheit durchgemacht, sind sie lebensklang immun.
Behandlung: Man kann dem Kind ein fiebersenkendes Zäpfchen geben. Wenn das Fieber schon vier volle Tage anhält, sollte der Kinderarzt Urin und Blut untersuchen, um andere Krankheiten auszuschließen.
Komplikationen: Fieberkrämpfe kommen nur sehr selten vor. Komplikationen treten bei ansonsten gesunden Kindern nicht auf.

Was Eltern tun können

• Dafür sorgen, dass das Kind reichlich trinkt.

Masern

Symptome und Verlauf: Zunächst nur Symptome einer Erkältung mit Husten, Schnupfen, Bindehautentzündung, Lichtempfindlichkeit und mäßigem Fieber. Nach zwei bis drei Tagen bilden sich an der Wangenschleimhaut in Höhe der unteren Backenzähne weißliche Flecken. Einen Tag später steigt das Fieber auf über 40 Grad Celsius an. Hinter den Ohren beginnt ein roter, sehr starker Ausschlag, der sich binnen Stunden auf Kopf, am folgenden Tag auf Rumpf, Arme und Beine ausbreitet. Die anfangs etwa fünf Millimeter großen Flecken fließen flächig zusammen. Das Gesicht ist verquollen, die Kinder fühlen sich sehr krank. Ab dem sechsten Tag gehen Fieber und Ausschlag allmählich zurück. Bräunliche Flecken sind manchmal noch zwei Wochen sichtbar. Es kann drei Wochen dauern, bis sich ein Kind wieder richtig erholt hat.
Ansteckung: Diese Viruserkrankung ist hoch ansteckend – und zwar schon fünf Tage vor Beginn der vermeintlichen Erkältung bis etwa zwei Tage nach Auftreten des Ausschlags. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Wer Masern hatte, ist lebenslang immun.
Behandlung: Die Masernviren können mit Medikamenten nicht direkt bekämpft werden. Bei hohem Fieber am Anfang sollte man dem Kind unbedingt fiebersenkende Mittel mit dem Wirkstoff Paracetamol geben.
Komplikationen: Als Begleiterkrankungen können eine Mittelohr-oder Lungenentzündung auftreten. Dann steigt das Fieber plötzlich wieder stark an, das Kind klagt über Ohrenschmerzen oder hustet ständig. In diesem Fall verschreibt der Arzt Antibiotika. Eine seltene Komplikation ist Masernkrupp, eine Kehlkopfentzündung mit einer gefährlichen Einengung der Atemwege. Atmet das Kind geräuschvoll und schwer, sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren. Gefürchtet ist auch die durch Masern verursachte Hirnhautentzündung, die in sehr seltenen Fällen in eine Gehirnentzündung übergehen kann. Letztere kann nicht wirksam behandelt werden und zu bleibenden Schäden oder sogar zum Tode führen. In der Klinik können zumindest die Krämpfe gelindert werden. Ab etwa zehn Jahren steigt das Risiko einer Gehirnentzündung rapide an. Nicht zuletzt können Masern noch nach Monaten oder Jahren eine fortschreitende Zerstörung des Gehirns – die Subakute Sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) – zur Folge haben. Laut Ständiger Impfkommission (Stiko) haben Babys, die sich im ersten Lebensjahr anstecken, ein erhöhtes Risiko, an SSPE zu erkranken. Die Stiko empfiehlt daher, in Gegenden, wo sich Masern ausbreiten, Babys vor Vollendung des ersten Lebensjahres, aber nicht vor dem neunten Lebensmonat, eine erste Impfung zu verabreichen. Diese ersetzt aber nicht die beiden regulären Impfungen im zweiten Lebensjahr.

Foto: DGK

Was Eltern tun können

• Gegen Masern sollte man sein Kind impfen lassen.
• Der Patient braucht viel Ruhe. Das Zimmer leicht abdunkeln.
• Viel Flüssigkeit geben.
• Bei höherem Fieber helfen zum Beispiel Wadenwickel oder Paracetamol-Zäpfchen.
• Das Kind zu Hause lassen, bis es wieder ganz gesund ist. Auch nach Abklingen der Symptome sind die Kinder noch einige Zeit anfällig für Infekte.

Keuchhusten

Foto: DAK/Wigger

Symptome und Verlauf: Die Krankheit verläuft in drei Stadien. Zunächst sieht es nach einer Erkältung mit normalem Husten und Schnupfen aus. Erst nach zwei, spätestens drei Wochen, beginnt der typische Keuchhusten mit krampfartigen, harten Hustenstößen, das Gesicht der Patienten läuft rot an, die Zunge wird röhrenförmig nach vorne gestreckt. Vor der nächsten Hustenserie atmen die Kranken die Luft mühsam wieder ein, sodass es wie ein Juchzen klingt. Danach wird der zähe, glasige Schleim herausgewürgt, manchmal auch zusammen mit Mageninhalt erbrochen. Besonders quälend sind die nächtlichen Hustenattacken und die Angst zu ersticken. Dieses zweite Krankheitsstadium hält drei bis sechs Wochen an. Im dritten Stadium klingen die Anfälle langsam ab. Insgesamt kann die Krankheit bis zu zwölf Wochen dauern.
Besonders gefährlich ist es, wenn Babys in den ersten sechs Monaten erkranken. Sie husten nur schwach, es droht aber ein kürzerer oder längerer Atemstillstand. Besonders in der Tiefschlafphase besteht Erstickungsgefahr. Todesfälle kommen aber extrem selten vor. Bei größeren Kindern verläuft die Krankheit in der Regel undramatisch. Manchmal bleiben die Atemwege aber noch Monate oder gar Jahre sehr empfindlich, was sich bei jedem Infekt in keuchhustenähnlichen Hustensymptomen äußert.
Ansteckung: Die Krankheit wird durch Bakterien ausgelöst, die durch Husten auch über mehrere Meter auf andere übertragen werden können. Betroffene erkranken innerhalb von ein bis drei Wochen nach dem Kontakt. Allerdings machen manche die Infektion nur ganz leicht durch. Am häufigsten sind Kleinkinder betroffen. Selbst Geimpfte und Erwachsene, die Keuchhusten in der Kindheit schon einmal durchlitten haben, können sich infizieren. Erkrankte entwickeln zwar Antikörper, sind aber nicht lebenslang immun. Anders als bei den übrigen Kinderkrankheiten sind auch Neugeborene durch die Antikörper der Mutter nicht geschützt. Beginnt man im zweiten Lebensmonat mit der Grundimmunisierung, besteht ein voller Impfschutz erst nach weiteren drei Monaten, wenn die größte Gefahr für den kleinen Impfling eigentlich schon vorüber ist. Tückischerweise sind die Kranken gerade in der Anfangsphase, in der kaum jemand etwas von der Ansteckung ahnt, hoch infektiös. Die Ansteckungsgefahr ist einige Tage vor Beginn des Schnupfens und leichten Hustens am größten und nimmt dann bis zur fünften Woche langsam ab. Mit Antibiotika lässt sich die Phase der Ansteckung auf acht Tage verkürzen, nicht aber die Krankheit selbst.
Behandlung: Ein kranker Säugling wird zur Überwachung vorsorglich ins Krankenhaus geschickt. Dort wird er rund um die Uhr an einen Monitor angeschlossen, der anspringt, wenn die Atmung ausfällt und die Herztöne weniger werden. Das passiert vor allem in der Tiefschlafphase. Der Säugling bekommt dann einen Schubs, einen Kniff in den Fuß – und atmet wieder durch. Die Krankheit kann durch Antibiotika (z. B. Erythromycin) nur verhindert oder abgemildert werden, wenn das Kind das Medikament unmittelbar nach der Ansteckung bekommt. Ist der Husten bereits ausgebrochen, kann es nichts mehr bewirken, weil die Bakteriengiftstoffe als eigentliche Auslöser des Hustens schon im Körper sind. Die Patienten dürfen nicht in den Kindergarten oder in die Schule, bevor es der Arzt erlaubt.

Komplikationen: Gehirnentzündungen mit Krämpfen sind sehr selten. Bei hohem Fieber und anhaltendem Husten kann in seltenen Fällen eine Lungenentzündung dahinterstecken. Ältere Kinder können eine Art Asthma entwickeln, das teilweise mit schwerer Atemnot verbunden ist und mit einer Langzeittherapie behandelt wird.

Was Eltern tun können

• Das Kind gegen Keuchhusten impfen lassen.
• Bei Erkrankung: Das Kind bei einem Anfall auf den Arm nehmen und leicht nach vorne beugen. So kann es Erbrochenes nicht verschlucken.
• Schlafen Sie mit dem Kind in einem Zimmer, damit Sie bei einem Hustenanfall gleich bei ihm sind.
• Viel Flüssigkeit löst den Schleim.
• Keine Hustensäfte auf eigene Faust geben.
• Wenn das Kind viel erbricht, bereiten Sie ihm kleinere, breiige Mahlzeiten, die es nach einem Anfall zu sich nehmen kann.
• Sorgen Sie im Zimmer für frische und feuchte Luft.
• Ein Klimawechsel kann Linderung bringen. Am besten ist ein Ausflug ins Hochgebirge.
• Naturheilkundige Ärzte empfehlen Bäder mit Thymiansud. Den Sud 36 Grad warmem Badewasser zusetzen. Innerhalb von zehn Minuten wird durch Zugabe von heißem Wasser das Bad langsam auf 38,5 Grad und dann auf 40 Grad Celsius erhitzt. Insgesamt dauert die Anwendung 20 bis 30 Minuten. Während des Bades das Kind mit einer weichen Körperbürste abbürsten, anschließend unabgetrocknet in ein Handtuch hüllen und zugedeckt ins warme Bett legen.

Scharlach

Foto: ABDA

Symptome und Verlauf: Die eitrige Halsentzündung wird durch Streptokokken hervorgerufen. Sie beginnt meist stürmisch mit Fieber um die 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Husten, Kopfund Halsschmerzen. Der Rachen ist dunkelrot, die Mandeln eitrig entzündet, das Schlucken tut sehr weh. Besonders am ersten Tag können die Kinder auch unter Bauchschmerzen und Übelkeit leiden. Am zweiten Tag steigt das Fieber. Winzige rote Pünktchen zeigen sich an den Leisten und in der Achselregion. Von dort breitet sich der durch das Bakteriengift verursachte Ausschlag über die Brust und den gesamten Körper aus. Nur Mund und Kinn bleiben verschont. Etwa nach einer Woche beginnt sich die Haut an Finger-und Zehenkuppen zu schälen. Das kann bis zu acht Wochen dauern, aber auch ganz fehlen. Die Zunge ist anfangs weißlich belegt, färbt sich aber nach einigen Tagen hochrot, gleichzeitig treten die Zungenpapillen deutlich hervor. Scharlach ist eine häufige Kinderkrankheit und dauert etwa sechs Tage.
Ansteckung: Es gibt mindestens acht Scharlacherreger. Deshalb kann man mehrmals erkranken. In der Regel tritt die Krankheit zwischen dem vierten und 14. Lebensjahr auf. Scharlach ist nicht so stark ansteckend wie manch andere durch Viren verursachte Kinderkrankheit. Nur etwa jeder Siebte infiziert sich – meist direkt über frisch erkrankte Personen. Zwei bis vier Tage nach dem Kontakt bricht die Krankheit normalerweise aus. In seltenen Fällen ist die Inkubationszeit auch wesentlich länger. Ohne die Einnahme von Antibiotika sind die Patienten zwei bis drei Wochen lang ansteckend, mit Antibiotika nur wenige Tage.
Behandlung: Ärzte empfehlen Antibiotika, um die mit einer Streptokokkeninfektion manchmal verbundenen, teilweise gravierenden Komplika-tionen zu vermeiden. Verordnet wird meist hoch dosiertes Penicillin, das bis zu zehn Tage lang konsequent eingenommen werden muss. Durch das Penicillin kann vor allem das akute rheumatische Fieber vermieden werden. Die Behandlung mit Antibiotika hat zudem den Vorteil, dass der Patient schon nach kurzer Zeit nicht mehr ansteckend ist. Die Symptome verschwinden durch die Antibiotika aber nicht immer. Und die durch Streptokokkeninfektionen manchmal verursachten Nierenprobleme können damit auch nicht vermieden werden. Ergänzend zur Antibiotikagabe ist eine Behandlung mit homöopathischen Mitteln möglich. Diese Behandlung sollte im Einzelfall mit dem Arzt abgesprochen werden.
Komplikationen: Komplikationen kommen laut einer Umfrage an deutschen Kinderkliniken vor allem dann vor, wenn Scharlach nicht erkannt, verschleppt oder nicht konsequent behandelt wurde. Am häufigsten kommt es dann zu einer Mittelohrentzündung oder eitrigen Abszessen hinter den Mandeln, die mit Antibiotika behandelt werden sollten. Eine nur noch seltene, aber gefürchtete Komplikation ist ein schwerer Herzklappenfehler als Folge von rheumatischem Fieber. Letzteres ist eine allergische Reaktion auf das Bakteriengift, die sich in der dritten bis fünften Woche entwickeln kann. Sie äußert sich mit Fieber und mit einer Gelenk-und Herzentzündung oder einer Nierenentzündung.

Was Eltern tun können

• Salbeitee und Halswickel können die Halsschmerzen etwas lindern.
• Für Ruhe sorgen.
• Solange das Kind Fieber hat, sollte es zu Hause bleiben. Bei einer antibiotischen Behandlung kann es, wenn es ihm gut genug geht, wieder in die Schule oder den Kindergarten gehen. Auch ohne Behandlung ist das Kind nach einer knappen Woche wieder fit. Wegen der Ansteckungsgefahr muss es aber noch zu Hause bleiben. Ob das Kind noch infektiös ist, kann ein Rachenabstrich zeigen.

Pfeiffersches Drüsenfieber

Symptome und Verlauf: Die Viruserkrankung beginnt mit unklaren Symptomen und kann langwierig sein. Die Kranken fühlen sich müde und schlapp, haben leichtes Fieber und manchmal weiße Beläge auf den Mandeln. Die Lymphknoten vor allem in den Kieferwinkeln sind stark geschwollen und schmerzen schon bei leichtem Druck. Manchmal schwellen auch Milz und Leber an. Das Drüsenfieber schleppt sich bis zu drei Wochen hin. Hinterher kann es noch Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich der Patient wieder richtig erholt hat. Kleinere Kinder leiden weniger als Jugendliche. Der Name geht auf den deutschen Kinderarzt Emil Pfeiffer (1846–1921) zurück.
Ansteckung: Das Drüsenfieber wird auch „Kusskrankheit“ genannt, da das Virus, das aus der Herpesgruppe stammt, vor allem durch Speichel übertragen wird. Die ersten Krankheitszeichen melden sich ein bis zwei Wochen nach dem Kontakt, manchmal aber auch erst später.
Behandlung: Man kann nur die Symptome lindern.
Komplikationen: Die Erkrankung ist meist langwierig, Komplikationen oder Folgeschäden sind aber nicht zu befürchten.

Foto: Emory/Dr. Sellers/PHIL

Was Eltern tun können

• Warme oder kalte Halswickel können gegen die schmerzenden Schwellungen etwas helfen. Gegen Schmerzen kann man Paracetamol oder Ibuprofen geben.
• Besonders wichtig ist Bettruhe.
• Gute Mundpflege.
• Dem Kind viel zu trinken geben.
• Nach Abklingen der Symptome drei Wochen lang keinen Sport treiben, besonders wenn die Milz geschwollen war.

Ringelröteln

Foto: Andrea Herzig

Symptome und Verlauf: Die meist komplikationslos verlaufende Krankheit wird auch als Ohrfeigenkrankheit bezeichnet. Meist zeigt sich etwa eine Woche, nachdem sich das Kind angesteckt hat, eine leuchtende Rötung im Gesicht: Wangen und Nasenwurzel sind gerötet, dagegen bleiben Kinn, Mund und Nasenspitze ausgespart. Das Muster wird oft mit Schmetterlingsflügeln verglichen. Einen Tag später breitet sich der Ausschlag auf die Innenseite der Arme und Beine sowie auf das Gesäß aus. Anfangs ähnelt der Ausschlag den Masern. Linsengroße Flecken fließen teilweise zusammen, sodass sich ringförmige Figuren bilden. Der Ausschlag, der nur bei etwa 20 Prozent der Erkrankten überhaupt auftritt, verschwindet nach einer Woche. Ringelröteln werden häufig nicht erkannt. Es können unterschiedliche Symptome auftreten: Kopf-, Bauch-oder Halsschmerzen. Manchmal schwellen die Lymphknoten an. Nach zehn bis zwölf Tagen ist die Krankheit überstanden. Manche Betroffene – Kinder seltener als Erwachsene – leiden unter schweren Gelenkschmerzen, die erst nach Wochen abklingen.
Ansteckung: Ringelröteln werden von einem ganz anderen Virus als Röteln verursacht. Die Krankheit beginnt am vierten Tag nach der Ansteckung. Ab diesem Zeitpunkt ist der Patient auch selbst infektiös – und zwar bis zum Beginn des Ausschlags im Gesicht. Meist erkranken Schulkinder bis zum Alter von 15 Jahren. Wer einmal die Abwehrstoffe hat, ist lebenslang immun.
Behandlung: Eine besondere Behandlung ist nicht notwendig.
Komplikationen: Ringelröteln sind für werdende Mütter gefährlich. Besonders in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen besteht das Risiko, dass der Embryo geschädigt wird. In der Mitte der Schwangerschaft können Ringelröteln eine Fehlgeburt auslösen.

Was Eltern tun können

• Da der Ausschlag nicht juckt, sind keine beruhigenden Salben oder Gele notwendig. Die raue oder schuppige Haut kann man mit Lotionen oder Ölbädern pflegen.
• Bei Fieber fiebersenkende Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel Wadenwickel anlegen.
• Infizierte Kinder von Schwangeren fernhalten.

Röteln

Symptome und Verlauf: Röteln beginnen ähnlich wie Masern oft mit einer leichten Erkältung oder Kopfschmerzen. Nach ein bis zwei Tagen zeigen sich linsengroße rote Flecken, die sich vom Gesicht über den ganzen Körper ausbreiten. Der Ausschlag juckt normalerweise nicht. Manchmal kommt leichtes Fieber dazu. Nach wenigen Tagen sind die Symptome verschwunden. Typische Begleiterscheinungen sind geschwollene Lymphknoten am Hals und hinter den Ohren. Kinder werden mit Röteln leicht fertig. In der Hälfte der Fälle wird die Krankheit gar nicht bemerkt, weil sie ohne Beschwerden verläuft. Auch dann ist das Kind lebenslang immun.
Ansteckung: Das Virus wird meist durch den direkten Kontakt mit einer infizierten Person übertragen. Es kann schon einige Tage vor Beginn des Ausschlags bis etwa zwei Wochen nach Abklingen der Symptome weitergegeben werden. Die größte Gefahr besteht aber zwei Tage vor Krankheitsausbruch bis fünf Tage nach Beginn des Ausschlags. Am häufigsten treten Röteln im Alter von drei bis zehn Jahren auf, aber auch Erwachsene können sich noch infizieren.
Behandlung: Eine besondere Behandlung ist nicht notwendig.
Komplikationen: Gefährlich ist das Rötelnvirus für werdende Mütter, weil es besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft den Embryo schwer schädigen kann. Junge Frauen, die die Krankheit nicht durchgemacht haben, müssen deshalb unbedingt geimpft sein – und zwar schon einige Monate vor Beginn der Schwangerschaft. Wird das Ungeborene im Mutterleib – vor allem in der Frühschwangerschaft – infiziert, führt das häufig zum Tod oder zu schweren Schädigungen. Die überlebenden Kinder tragen Herzfehler, Linsentrübungen, Schwerhörigkeit und teils auch geistige Behinderungen davon.

Foto: DGK

Was Eltern tun können

• Zum Schutz vor Röteln das Kind impfen lassen.
• Ein erkranktes Kind unbedingt von schwangeren Frauen fern halten, solange es infektiös ist.

Mumps

Foto: DGK

Symptome und Verlauf: Den volkstümlichen Namen Ziegenpeter verdankt die Krankheit einer Flüssigkeitsansammlung im Gewebe seitlich der Ohrläppchen, sodass diese abstehen. Grund ist eine durch das Mumpsvirus verursachte Entzündung der Ohrspeicheldrüse. Manchmal sind auch andere Drüsen wie die Hoden, die Bauchspeicheldrüse oder noch seltener die weiblichen Eierstöcke betroffen. Mumps ist normalerweise harmlos und verläuft nur in etwa der Hälfte der Fälle sichtbar. Manche Kinder sind nur ein bisschen schlapp, andere fühlen sich ausgesprochen elend. Die Krankheit beginnt oft mit Fieber (38 bis 40 Grad Celsius), Kopfschmerzen oder allgemeinem Unwohlsein. Dann kommt es zu der schmerzhaften Schwellung der Ohrspeicheldrüsen im Kieferwinkel. Zunächst schwillt nur eine Seite an, ein bis zwei Tage später folgt die andere. Kauen und Schlucken fallen schwer. Die dicken Backen bleiben etwa vier bis acht Tage bestehen. Nach sieben bis zehn Tagen ist alles vorbei.
Ansteckung: Diese Viruserkrankung ist sehr ansteckend. Die ersten Symptome treten ungefähr zwei bis drei Wochen nach dem Kontakt auf. Der Infizierte selbst ist etwa vier bis sieben Tage vor Ausbruch der Krankheit bis etwa zehn Tage danach infektiös. Meist erkranken Kinder zwischen vier und zehn. Wer einmal Mumps hatte, bekommt die Krankheit nie wieder.
Behandlung: Mit Medikamenten kann man dem Erreger nicht beikommen. Man kann nur versuchen, die Symptome zu lindern.
Komplikationen: Neben den Ohrspeicheldrüsen kann das Virus auch die Bauchspeicheldrüse, die Schilddrüse oder die Keimdrüsen befallen. Die Infektion verläuft fast immer gutartig. Selten bleibt eine Schwerhörigkeit zurück. Wenn Jungen nach der Pubertät erkranken, kann eine Entzündung der Hoden in seltenen Fällen zu Unfruchtbarkeit führen. In etwa zehn Prozent der Fälle entwickelt sich eine Hirnhautentzündung, die sehr selten Schwerhörigkeit verursachen kann.

Was Eltern tun können

• Gegen Mumps kann man sein Kind impfen lassen.
• Die Schwellung kann mit kühlen Wickeln gelindert werden. Allerdings sollten sie nicht angewendet werden, wenn das Kind friert oder fiebert. So geht’s: Dem Kind ein feuchtes, kühles Tuch nicht zu eng um den Hals wickeln, darüber noch ein zweites Tuch und dann einen Wollschal. Den Wickel nach zehn Minuten abnehmen, den Hals abtrocknen und das Ganze nach 20 Minuten bis einer Stunde wiederholen.
• Bei Ohrenschmerzen helfen Zwiebelwickel.
• Hat der Patient Schmerzen beim Kauen und Schlucken, sind Suppen oder breiige Nahrung empfehlenswert. Das Kind sollte keine sauren Obstsäfte trinken, weil das die Speicheldrüsen anregt.
• Mundpflege ist wichtig.
• Bauchschmerzen deuten auf eine Beteiligung der Bauchspeicheldrüse hin. Lindernd wirken Wärmflasche, Bettruhe und fett-und milcharme Kost.

Windpocken

Foto: Thomas Netsch/Wikipedia

Symptome und Verlauf: Windpocken, auch Varizellen genannt, verlaufen normalerweise harmlos. Quälend sind aber die juckenden Pusteln, die plötzlich am Rumpf auftreten und sich rasch ausbreiten. Die gesamte Haut und Schleimhaut sind betroffen: auch im Mund, an den Genitalien und an der Kopfhaut. Nur Hände und Füße bleiben frei. Aus den roten Flecken oder Knötchen entwickeln sich Bläschen mit klarem Inhalt, die leicht zerplatzen. Sie trocknen ein und an ihrer Stelle bildet sich eine Kruste, die nach ein bis zwei Wochen abfällt. In den ersten vier Tagen gibt es immer neue Schübe, teilweise von Fieber und Schluckbeschwerden begleitet. Bei Mädchen können die Bläschen in der Scheide beim Urinlassen brennen. In der Regel sind die Kinder binnen sieben bis zehn Tagen wieder gesund. Die Krusten sind nach zwei bis drei Wochen verschwunden. Wenn sie sich entzünden oder aufgekratzt werden, können kleine weiße Narben zurückbleiben.
Ansteckung: Die Krankheit ist extrem ansteckend und bricht nach zwei bis drei Wochen aus. Das Virus wird durch den direkten Kontakt mit dem Bläscheninhalt, durch Anhusten oder Niesen übertragen. Am häufigsten erkranken Kinder zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr. Windpocken bekommt man nur einmal. Allerdings verbleiben die Viren lebenslang in den Nervenzellen. Im Erwachsenenalter ist eine Reaktivierung in Form einer Gürtelrose möglich.
Behandlung: Es ist keine besondere Behandlung durch den Arzt erforderlich.
Komplikationen: Für Embryos und Neugeborene kann eine Erkrankung gefährlich sein, wenn die Mutter sie nicht selbst durchgemacht hat. Infi-ziert sich eine Schwangere, kann es zwischen der achten und 21. Schwangerschaftswoche bei etwa einem Prozent der Ungeborenen zu Fehlbildungen kommen. Erkrankt die Mutter kurz vor oder nach der Geburt, führt das beim Neugeborenen zu einem schweren Krankheitsverlauf, der lebensbedrohlich sein kann.

Was Eltern tun können

• Zuverlässigen Schutz vor einer Infektion bietet die Impfung.
• Wäsche täglich wechseln.
• Manche Ärzte raten davon ab, Kinder zu baden, bis die Krusten abgefallen sind. Grund: Die Pusteln könnten sich infizieren, zudem sollen sie ja schnell austrocknen, werden aber beim Baden aufgeweicht. Kurzes Abduschen mit lauwarmem Wasser ohne Zusatz von Duschgel oder Seife ist aber möglich und wird empfohlen.
• Bei sehr starkem Juckreiz Cetirizin geben.
• Die Bläschen mit einer gerbstoffhaltigen Creme oder Lotion betupfen. Oder einen Esslöffel Obstessig auf einen Liter lauwarmes Wasser geben und damit die Pusteln mehrmals am Tag abtupfen. Das verhindert, dass sich die Blasen entzünden.
• Die Fingernägel des Kindes kurz halten, damit es die Bläschen nicht so stark aufkratzen kann.
• Das Kind luftig kleiden, enge Sachen verstärken den Juckreiz.
• Nach etwa zehn Tagen, wenn alle Pusteln verkrustet sind, kann das Kind zurück in den Kindergarten.


Foto: swer-rock/sxc.hu