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Das müssen Sie über WLAN wissen


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PC Welt XXL - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 17.09.2021

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Bildquelle: PC Welt XXL, Ausgabe 8/2021

WPA, WPS, WEP: Das hat auf jeden Fall etwas mit WLAN zu tun – aber was genau verbirgt sich nochmal hinter diesen Abkürzungen? Selbst wer öfter das Menü seines Routers oder Repeaters aufsucht, hat nicht sofort alle Fachbegriffe rund ums WLAN parat. Auch Onlinedokumentationen oder Handbücher zum Gerät helfen meist nicht weiter, weil die Hersteller dort bestimmte Fachbegriffe lediglich mit anderen Fachbegriffen erklären. Doch den Umgang mit dem Funknetz erleichtert es enorm, wenn man sie versteht: Wer Bescheid weiß, durchschaut sofort großmäulige Marketingversprechen bei Tempo, Reichweite und Sicherheit, kauft WLAN-Geräte, die genau zum Heimnetz und den eigenen Geräten passen und findet sich auf Anhieb in oft komplizierten Benutzermenüs zurecht. Auch Experten-Tipps, Ratschläge aus Internetforen und WLAN-Tools für Tuning und Tempomessung lassen sich sofort verstehen und leicht anwenden, wenn man mit ...

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... diesen Begrifflichkeiten umgehen kann. Und schließlich fallen selbst ambitionierte Tuningmaßnahmen oder Sicherheitseinstellungen sehr viel leichter, wenn Sie genau wissen, was Sie tun.

„Nur wer weiß, was die WLAN-Fachwörter bedeuten, kann Router und Repeater optimal einstellen.“

Wir erläutern deshalb die wichtigsten Fachwörter rund um WLAN und Heimnetz: Dabei geht es vor allem um solche, die in der Netzwerkpraxis wichtig sind und in den Menüs von Router und Repeater häufig auftauchen, um neue Begriffe, die Sie noch länger begleiten werden, und um Begriffe, deren Verständnis Ihnen hilft, Ihr WLAN schneller, stabiler und sicherer zu machen.

Wi-Fi 6, AC-WLAN: Alles rund um Standards

Der WLAN-Standard bestimmt, wie sich WLAN-Geräte verbinden und miteinander Daten austauschen. Aktuelle Geräte nutzen den Standard Wi-Fi 6, der unter dem Namen IEEE 802.11ax entwickelt wurde. Welche Standards es gibt und wie sie heißen, steht im Kasten oben auf Seite 41.

Geht es Ihnen im Heimnetz nur darum, dass alle WLAN-Geräte zueinander Kontakt aufnehmen, muss Sie der WLAN-Standard Ihres Routers, Notebooks oder Smartphones eigentlich nicht interessieren: Denn die Standards sind zueinander kompatibel, sodass ein aktuelles 11ax-Gerät auch Daten mit einem 15 Jahre alten 11g-Gerät austauschen kann. Wollen Sie dagegen ein schnelles und stabiles WLAN, sollten Sie dafür sorgen, dass möglichst viele Heimnetzprodukte den aktuellen Standard unterstützen: Denn nur wenn ihn alle Geräte verstehen, können sie bei einer WLAN-Übertragung seine Verbesserungen für einen effizienteren Datenaustausch einsetzen. Warum das besonders beim neuen Wi-Fi 6 wichtig ist, lesen Sie im Kasten unten rechts. Geräte mit älteren WLAN-Standards bremsen das Netz aus, weil sie den gemeinsamen Übertragungskanal länger belegen und weil neuere Geräte für eine Verbindung zusätzliche Steuerbefehle mitschicken müssen.

Zu früh sollten Sie allerdings nicht auf einen neuen WLAN-Standard wechseln: Viele Hersteller warten nämlich nicht mit dem Verkauf entsprechender Geräte, bis er komplett fertig ist – Wi-Fi 6 zum Beispiel ist erst seit Ende 2020 offiziell verabschiedet. Diese WLAN-Produkte beruhen auf Vorentwürfen des Standards – sogenannten Drafts. Das ist meist unproblematisch, weil in den späteren Drafts nur Details verändert werden, die für die Kompatibilität nicht wichtig sind und die sich meist per Firmware-Update nachrüsten lassen.

Einen Hinweis darauf, dass ein Standard fast fertig ist, geben die Prüfungen der Wi- Fi Alliance: Der Herstellerverbund führt Kompatibilitätstests durch, die auf fortgeschrittenen Drafts basieren, und vergibt dafür das Logo Wi-Fi Certified. Zwar verzichten die meisten Hersteller von WLAN-Geräten für Privatanwender auf Zertifizierung und Logo – kommt aber ein entsprechende Produkt auf den Markt, nachdem die Zertifizierungskampagne gestartet ist, dürfen Sie davon ausgehen, dass es weitgehend dem Standard entspricht.

Das gilt aber nur für die verpflichtenden Vorschriften des Standards, die für die reibungslose Verbindung zwischen den Geräten wichtig sind. Darüber hinaus enthält jeder Standard optionale Funktionen, die für höheres Tempo sorgen sollen: Die muss der WLAN-Chipsatz in Router, Repeatern und WLAN-Endgerät unterstützen; per Firmware lassen sie sich später meist nicht ergänzen. Entsprechende Produkte verkaufen die Hersteller unter dem Schlagwort Wave 2: Zum Beispiel können bei WLAN-ac erst Wave-2-Geräte Multi-User-Mimo und Funkkanäle mit 160 MHz nutzen.

Die wichtigsten Begriffe rund um das WLAN-Tempo

Ein WLAN-Standard gibt nicht genau an, wie schnell ein Gerät ist. Deshalb lassen sich die Hersteller eigene Tempobezeichnungen einfallen, um den Käufer auf Unterschiede zwischen den Produkten aufmerksam zu machen: So finden Sie zum Beispiel Begriffe wie AC1200, AC1900 oder AX3000 auf den meisten Packungen und in technischen Daten. Die beiden Buchstaben stehen für den WLAN-Standard, die Zahl ist die addierte maximale Übertragungsleistung in MBit/s über alle unterstützten Frequenzen. In vielen Fällen ist diese Tempoangabe außerdem großzügig aufgerundet – welche Geschwindigkeit sich hinter welcher Bezeichnung verbirgt, sehen Sie in den Tabellen auf Seite 42. In einigen Fällen kommt die angegebene Maximalgeschwindigkeit nur durch Chipspezifische Tuningfunktionen zustande: Arbeitet die Gegenstelle mit einem anderen WLAN-Chip, sinkt das Tempo.

Ein AC1900-Router ist zwar grundsätzlich schneller als einer mit AC1200: Das bringt aber nur Vorteile, wenn Sie WLAN-Gegenstellen haben, die dieses Tempo ausnutzen können. Dafür müssen Sie auf die Mimo- Streams oder Spatial-Streams achten, die ein WLAN-Gerät übertragen kann: Die Angabe finden Sie meist in den technischen Daten in der Form 2x2 oder 4x4 – sie gibt an, wie viele Mimo-Streams ein Gerät auf jeder Frequenz parallel senden und empfangen kann. Zum Beispiel erreicht die Verbindung zwischen einem 4x4-Router wie der Fritzbox 7590 und einem WLAN-Client mit 2x2 über 5 GHz nur maximal 866 MBit/s statt 1733 MBit/s, weil der Client nur zwei Mimo-Streams verarbeiten kann. Wenn außerdem über 2,4 GHz ein 1x1-Tablet per WLAN-ac mit der Fritzbox verbunden ist, erzielt der Router ein mögliches Gesamttempo von knapp über 1 GBit/s statt rund 2,6 GBit/s, wie es die Bezeichnung AC2600 nahelegt.

WI-FI 6: DAS MACHT DER NEUE STANDARD BESSER

Wie jeder neue WLAN-Standard macht auch 11ax das Funknetz schneller: Theoretisch sind mit acht Mimo-Streams und 160-MHz-Kanälen knapp 10 GBit/s möglich. In der Praxis ist allerdings wichtiger, dass sich auch die Übertragung über 2,4 GHz auf knapp 1,2 GBit/s beschleunigen kann. Wi-Fi 6 ist aber nicht schneller, weil der Standard mehr Mimo-Streams oder breitere Funkkanäle als 11ac nutzt, sondern weil er Daten effizienter überträgt. Dafür kommt die neue Modulation 1024-QAM zum Einsatz, mit der sich Datensignale enger packen lassen.

Durch OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) kann ein Wi-Fi-6-Router außerdem Funkressourcen zielgerichteter einzelnen Clients zuteilen. Darüber hinaus reduziert Wi-Fi 6 per BSS Coloring das Störpotenzial anderer WLANs: 11ax-Geräte ignorieren deren Datenpakete, auch wenn sie auf dem gleichen Funkkanal senden, da sie die eigenen Daten an einer bestimmten Markierung erkennen. Schließlich zehrt Wi-Fi 6 auch nicht mehr so sehr an der Akkulaufzeit von Smartphone und anderen Mobilgeräten: Denn diese WLAN-Clients können per Target Wake Time (TWT) mit dem Router einen Zeitplan vereinbaren, gemäß dem der Datenaustausch erfolgt – und können ansonsten im Stromsparmodus bleiben.

Trotzdem kann ein 4x4- oder 3x3-Router sinnvoll sein: Wenn er und WLAN-Clients im Heimnetz Multi-User-Mimo (MU-Mimo) unterstützen. Dann kann der 4x4-Router gleichzeitig Datenpakete an mehrere Empfänger schicken – zum Beispiel über zwei parallele Mimo-Streams an ein Notebook und über je einen Stream an ein Tablet und eine IP-Kamera mit MU-Mimo. Ohne MU-Mimo muss er die drei Clients hintereinander bedienen, was das Netzwerktempo reduziert. Bei den WLAN-Standards 11n und 11ac funktioniert MU-Mimo nur im Downlink vom Router zu den Clients. Bei Wi-Fi 6 geht es auch andersherum (Uplink), wobei nicht alle Geräte mit dem neuen Standard diese Funktion schon beherrschen.

Frequenz und Kanal: So sorgen Sie für stabile Verbindungen

Die Geschwindigkeit eines WLAN-Gerätes beeinflussen neben Standard und Mimo-Streams auch die Frequenzen und Funkkanäle, über die es Daten übertragen kann. Geräte mit Dualband nutzen 2,4 und 5 GHz. Bei 11ac können Sie sicher sein, dass ein Dualband-Gerät gleichzeitig über beide Frequenzen arbeitet, bei einem 11n-Gerät kann das der Fall sein, muss aber nicht – hier hilft nur der Blick in die technischen Daten. Denn für den parallelen Dualband-Betrieb muss die WLAN-Hardware für den Funk doppelt vorhanden sein. Geräte für Triband haben die Funkausstattung gleich dreimal: Die Bezeichnung ist eigentlich nicht korrekt, denn die meisten Triband-Router unterstützen nicht drei, sondern auch nur die beiden Frequenzen 2,4 und 5 GHz. Allerdings teilen sich die Funkeinheiten für 5 GHz diese Frequenz auf, sodass eine die unteren, die andere die oberen Funkkanäle nutzt, um sich nicht zu stören.

Wollen Sie im WLAN für eine stabile und störungsfreie Verbindung sorgen, sollten Sie sich mit den Funkkanälen befassen. Eine WLAN-Übertragung kommt nur zustande, wenn alle beteiligten Geräte über den gleichen Kanal senden und empfangen. Je größer dessen Bandbreite, desto mehr Daten lassen sich übertragen und umso schneller ist die WLAN-Verbindung. Im Gegenzug wird die Verbindung aber auch anfälliger für Störungen. Welche Funkkanäle ein WLAN-Gerät nutzen kann und welche Bandbreite sie haben können, hängt zunächst von der WLAN-Frequenz, dem WLAN-Standard und seiner WLAN-Hardware ab. Außerdem darf die Firmware nur Kanäle in den Frequenzbereichen freigeben, die im Verkaufsland des Gerätes erlaubt sind.

Normalerweise wählt der WLAN-Router den besten Kanal für das Funknetz aus. Auf diesem Kanal kontaktieren ihn dann die WLAN-Clients. Diesen Autokanal sollte der Router regelmäßig überprüfen: Bei Störungen kann er zu einem besseren Kanal wechseln. Dazu meldet er die Clients kurz ab und verbindet sie wieder auf dem neuen Kanal – idealerweise, wenn gerade keine Datenübertragung stattfindet. Welchen Kanal eine WLAN-Verbindung nutzt, sehen Sie im Routermenü oder bei einem Windows- Rechner in den WLAN-Einstellungen unter „Netzwerkkanal“.

Jeder Router bietet Ihnen außerdem die Möglichkeit, den Funkkanal selbst festzulegen – dazu sollten Sie aber vor allem über die Kanalbreite Bescheid wissen. Über die Frequenz 2,4 GHz muss der Funkkanal für eine Übertragung mindestens 20 MHz breit sein. Das Problem: Die 13 möglichen Kanäle in diesem Frequenzbereich liegen nur 5 MHz auseinander, deshalb überlagern sich benachbarte Kanäle. Aus diesem Grund sind für die manuelle Auswahl nur die Kanäle 1, 6 und 11 empfehlenswert, die sich nicht in die Quere kommen. Dann können allerdings nur drei WLANs ungestört nebeneinander arbeiten, was zum Beispiel in größeren Häusern unmöglich ist.

Trotzdem sollten Sie auf jeden Fall einen der drei Kanäle wählen und sich am besten mit Ihren Nachbarn absprechen: Denn wenn unterschiedliche WLANs über den gleichen Kanal funken, reduziert sich aufgrund der Co-Channel Interference (CCI) zwar die Datenrate. Noch schlimmer ist allerdings Adjacent Channel Interference (ACI): Dabei übertragen unterschiedliche WLANs auf benachbarten Kanälen, zum Beispiel eines auf Kanal 6, das andere auf Kanal 7. Bei CCI müssen die WLAN-Geräte mit ihrer Übertragung warten, bis der Kanal frei ist – je mehr Funknetze einen Kanal benutzen, umso länger dauert das. Doch bei ACI wissen die WLANs nichts voneinander und funken los, weil ihr Übertragungskanal ja frei ist: Da sich die Funksignale aber auch auf die benachbarten Kanäle erstrecken, stören sich die Übertragungen: Datenpakete gehen verloren und müssen von Router oder Client erneut gesendet werden, was die tatsächliche Übertragungsrate stärker bremst als die CCI-Wartezeit.

Damit sich WLANs auf 2,4 GHz nicht mehr als nötig behindern, nutzen die meisten Router die Funktion WLAN-Koexistenz. Damit dürfen sie eine Kanalbandbreite von 40 MHz und damit ein doppelt so hohes Tempo nutzen, bis sie einen Router entdecken, den sie dadurch stören: In diesem Fall reduzieren sie die Bandbreite automatisch auf 20 MHz.

Besser sieht es auf der 5-GHz-Frequenz aus: Hier sind 19 jeweils 20 MHz breite Kanäle erlaubt, die sich nicht überlappen. Normalerweise fassen 5-GHz-Geräte aber mehrere Kanäle für ein höheres Transfertempo zusammen (Channel Bonding) und belegen dann 40, ab 11ac 80 oder sogar 160 MHz. Die 160-MHz-Funktion ist in keinem WLAN-Standard vorgeschrieben, daher müssen Sie im Router und den WLAN-Clients prüfen, ob sie sie beherrschen beziehungsweise ob die Funktion sich im Menü einschalten lässt.

Doch je breiter die Funkkanäle sind, umso mehr steigt auch über 5 GHz das Störpotenzial von Nachbar-WLANs: Bei 40 MHz kommen sich neun Funknetze nicht in die Quere, bei 80 MHz nur noch vier, und bei 160 MHz können nur zwei WLANs ungestört nebeneinander funken.

Um alle möglichen 5-GHz-Kanäle überhaupt nutzen zu dürfen, muss das WLAN- Gerät DFS (Dynamic Frequency Selection) beherrschen: Nur dann kann es auf einem Kanal höher als Kanal 48 übertragen, denn auf den Kanälen 52 bis 64 und 100 bis 140 arbeiten zum Beispiel Wetterradarsysteme, die das WLAN stören würde. Der Router erkennt dies dank DFS und wechselt bei Bedarf automatisch auf einen anderen Kanal. Bei langsamen oder instabilen 5-GHz-Verbindungen lohnt der Check, ob der Router DFS beherrscht, denn einige Hersteller liefern diese Funktion erst per Firmware-Update nach. Kann der Router DFS, verbindet sich aber trotzdem nicht mit einem 5-GHz-Client, fehlt die Funktion wahrscheinlich dem Client: Der Router funkt dann auf einem Kanal über 48, den der Client nicht erreichen kann.

Neben der Anzahl der Mimo-Streams und der Kanalbreite bestimmt die Modulation, wie schnell eine WLAN-Übertragung ist. Sie legt fest, wie eng die Datensymbole auf die Funkwellen gepackt werden können, und findet sich in den Datenblättern zum Beispiel als 64QAM oder 256QAM. Auch hier gilt: Das optimale Tempo, das die Hersteller versprechen, lässt sich nur erreichen, wenn Router und Client die beste Modulation unterstützen. Bei einem 2x2-Router mit WLAN-ac, der mit 256QAM-Modulation bis zu 867 MBit/s liefern kann, wird eine Verbindung mit einem 2x2-WLAN-Client, der lediglich 16QAM versteht, nur mit maximal 390 MBit/s möglich sein.

Welche Modulation eine Verbindung einsetzen kann, hängt von den Übertragungsbedingungen ab: Effiziente Modulationsverfahren mit hohen Datenraten funktio-nieren meist nur über kurze Entfernungen. Häufen sich Übertragungsfehler, wechseln die Funkpartner zu einer robusteren Modulation. Das erkennen Sie zum Beispiel daran, dass sich die Übertragungsrate ändert, die Windows im WLAN-Status einer Verbindung anzeigt.

Wenn Sie mit Tools oder Apps Ihr WLAN analysieren, geht es vor allem um die Signalstärke: Dieser Wert zeigt an, wie gut ein WLAN-Gerät die gesendeten Daten des Gegenüber empfangen kann. Einige Tools zeigen sie als RSSI (Received Signal Strength Indicator), die meisten als Leistungswert in dBm an. Erscheint in Ihrem Tool die Signalstärke als negativer Wert, handelt es sich um dBm – je näher der Wert an 0 liegt, umso höher ist die Signalqualität: -40 ist also besser als -80. Anhand dieser Messungen können Sie zum Beispiel einen WLAN-Client umstellen oder die Antennen anders ausrichten, um die Empfangsqualität zu erhöhen.

WLAN erweitern: Das müssen Sie über Repeater wissen

Bei großer Entfernung zwischen Router und Client sorgt ein WLAN-Verstärker (Repeater) für eine bessere Verbindung. Nur Dualband-Repeater schaffen das ohne erheblichen Tempoverlust, da sie Crossband Repeating einsetzen: Sie können auf einer Frequenz Daten empfangen und sofort auf der anderen weitergeben, während beim Sameband oder Inband Repeating nur eine Frequenz für Empfang und Weitergabe genutzt wird, was die Transferrate halbiert. Je nach Repeater-Modell funktioniert Crossband Repeating automatisch oder Sie müssen diese Funktion erst einstellen.

Manche Hersteller bezeichnen eine ähnliche Technik als Fast Lane.

Hat der WLAN-Repeater einen LAN-Anschluss, lässt er sich auch als Access Point oder WLAN-Brücke einsetzen: Den jeweiligen Modus legen Sie in den Einstellungen oder bei manchen Modellen über einen Gehäuseschalter fest. Als Access Point ist der Repeater per LAN-Kabel am Router angeschlossen und verbindet an seinem Standort kabellose Geräte per WLAN mit diesem. Das ist empfehlenswert, wenn das WLAN zwischen Router und einem entfernten Client auch mit einem Repeater lahmt. Als WLAN-Brücke hat er eine Funkverbindung zum Router und bindet einen Client per LAN-Kabel an: So können Sie auch Geräte ohne eigenes WLAN-Modul kabellos mit dem Router verbinden. Der Bridge- Modus, den einige Router-Modelle anbieten, funktioniert ähnlich – allerdings verbinden Sie damit zwei Router per WLAN-Brücke statt Router und Repeater.

Das Zusammenspiel von WLAN-Router, WLAN-Repeatern und Powerline-Adaptern mit WLAN-Funktion bezeichnen viele Hersteller als Mesh: Damit ist ein Funknetz gemeint, dessen Basisstationen oder Knoten automatisch eine optimale Verbindung untereinander herstellen, sodass etwa andere Stationen den Ausfall eines Knotens ausgleichen können, ohne dass ein Client die Verbindung verliert. Dazu sind die Stationen zu einem großen WLAN zusammengefasst, das eine SSID (Service Set Identifier), einen gemeinsamen Netzwerknamen, sowie dasselbe WLAN-Passwort hat: Ein Client ist so an jedem Standort immer optimal verbunden, ohne dass Sie ihn an einer Basisstation neu anmelden müssen.

Einige Hersteller verkaufen Mesh-Systeme mit zwei oder mehr Basisstationen, die optimal aufeinander abgestimmt sind und sich über eine einheitliche Oberfläche bedienen lassen. Bei AVM lassen sich ab einer bestimmten Firmware-Version Router, Repeater und Powerline-Adapter zu einem gemeinsamen Mesh verbinden. Dort arbeitet dann ein Fritzbox-Router als Mesh-Master: WLAN-Einstellungen, die Sie dort vornehmen, gelten auch für die anderen Mesh-Knoten.

Damit ein WLAN-Client im Mesh-Netzwerk immer die beste Verbindung erhält, nutzen die Basisstationen Band-Steering und AP- Steering: Beim Band-Steering leitet der Router einen Client auf die momentan optimale Frequenz um. Sind zum Beispiel viele Clients auf der 2,4-GHz-Frequenz verbunden, meldet der Router den Client ab und auf der 5-GHz-Frequenz wieder an, um eine hohe Transferrate zu ermöglichen. Entfernt sich der Client vom Router, kann er ihn umgekehrt auf die reichweitenstärkere 2,4-GHz-Frequenz umleiten. Beim AP-Steering übergibt der Router den Client an eine andere Basisstation, die an seinem Standort ein besseres Signal liefert. Die WLAN-Standards 11k und 11v sorgen dafür, dass das mit WLAN-Geräten unterschiedlicher Hersteller funktioniert. Ob sich ein Client auf diese Weise steuern lässt, erfahren Sie zum Beispiel in seinen WLAN-Eigenschaften, die eine Fritzbox bei „Heimnetz –› Mesh“ in den Details des jeweiligen Geräts unter „Signaleigenschaften“ anzeigt. Ob Band-und AP-Steering Ihrem WLAN tatsächlich einen Tempovorteil bringen, hängt davon ab, wie gut die Hersteller Ihrer WLAN-Geräte diese Funktionen umgesetzt haben: Viele WLAN-Clients beharren nämlich trotz Wechselaufforderung von Router und Repeater auf ihrer derzeitigen Verbindung und bremsen somit die Transferrate.

Ein Router kann auch per Beamforming die Verbindung zu einem Client verbessern: Damit optimiert er die Sendeleistung seiner Antennen in Richtung des Empfängers. Obwohl Hersteller schon lange mehr Tempo durch Beamforming versprechen, ist ein einheitliches Verfahren erst seit WLAN-ac geregelt: Beim Explicit Beamforming tauschen Sender und Empfänger spezielle Messdaten aus, um die Verbindung zu optimieren – das funktioniert nur, wenn beide dieses Verfahren unterstützen. Implicit Beamforming muss dagegen nur der Router beherrschen, der dabei die Verbindungsqualität anhand verlorener Datenpakete bestimmt und korrigiert. Wie sehr das die WLAN-Übertragung verbessert, hängt vom jeweiligen Modell ab.

WLAN-Sicherheit: Die beste Verschlüsselung

Für die Sicherheit Ihrer WLAN-Verbindung sorgt WPA (Wi-Fi Protected Access) in der Version WPA2 oder dem neuen WPA3. Diesen Sicherheitsstandard setzen alle WLAN-Hersteller ein. WPA2 nutzt das Verschlüsselungsprotokoll CCMP (Counter-Mode/ CBC-MAC Protocol) mit dem Verschlüsselungsverfahren AES (Advanced Encryption Standard), weshalb Sie beide Begriffe häufig zusammen mit WPA2 in den WLAN-Einstellungen finden.

Bei einigen Routern haben Sie die Auswahl zwischen den Sicherheitsverfahren WPA2-Personal und WPA2-Enterprise. WPA2- Personal ist das übliche Verfahren in WLAN-Heimnetzen: Hier geben Sie auf allen Geräten den gleichen Netzwerkschlüssel, ein Passwort mit acht bis 64 Zeichen ein. Aus diesem PSK (Pre-Shared-Key) berechnen Router, Repeater und Client dann weitere Schlüssel, um sich gegenseitig zu authentifizieren und die übertragenen Daten zu verschlüsseln. WPA3 setzt für diese Schlüsselberechnung das verbesserte Verfahren SAE (Simultaneous Authentication of Equals) ein, das auch WLANs mit einem schwachen Passwort effektiv schützen kann. Unternehmen sichern größere WLANs dagegen mit WPA2-Enterprise, auch RADIUS (Remote Authentication Dial In User Service) genannt: Hier melden sich die WLAN-Geräte beziehungsweise deren Nutzer an einem zentralen Server an, um ins Funknetz zu gelangen.