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Das passende System finden


ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 3/2012 vom 23.03.2012

Gas oder Öl? Pellets oder Wärmepumpe? Bei der Entscheidung für eine neue Heizanlage zählen Energiekosten und Anschaffungspreis. Aber auch welche Anschlüsse oder Zusatzgeräte nötig sind und wo die Umweltbelastung am geringsten ist. Wir haben die Faktoren in einem kurzen Check einander gegenübergestellt.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen, Ausgabe 3/2012

Wer heute eine neue Heizung kauft, bindet sich damit 15 bis 20 Jahre an ein System und die dazugehörige Energiequelle – länger als viele Ehen halten, denn die dauern im Fall einer Scheidung im Durchschnitt nur rund 13 Jahre. Da sollte man es mit dem – verballhornten – Schiller halten: Drum prüfe, wer sich ...

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Wer heute eine neue Heizung kauft, bindet sich damit 15 bis 20 Jahre an ein System und die dazugehörige Energiequelle – länger als viele Ehen halten, denn die dauern im Fall einer Scheidung im Durchschnitt nur rund 13 Jahre. Da sollte man es mit dem – verballhornten – Schiller halten: Drum prüfe, wer sich ewig bin- det, ob sich nicht was Bessres findet. Doch wie findet man ein technisch ausgereiftes Heizsystem, das über einen so langen Zeitraum auch noch sichere Versorgung und stabile Preise garantiert? Und dazu noch möglichst umweltfreundlich arbeitet.

Viele Verbraucher schauen zunächst auf den Anschaffungspreis, und erschrecken, wenn eine moderne, umweltfreundliche Holzpelletheizung oder eine Wärmepumpe doppelt so viel kostet wie die bewährte Heizung, die auf fossile Brennstoffe wie Gas oder Öl angewiesen ist. Doch erst wenn man auch die Kosten für Energieträger, Instandhaltung sowie für Verzinsung und Abschreibung einkalkuliert, zeigt sich die wahre Belastung in den jährlichen Wärme kos ten. Und bei dieser rein wirtschaftlichen Vergleichsrechnung können die alternativen Heizsysteme inzwischen hervorragend mithalten, erst recht in Zukunft. Vor allem weil die Preise für Öl und teilweise für Gas aller Wahrscheinlichkeit nach auf dem aktuell hohen Niveau bleiben werden. Ein Liter Heizöl für etwa einen Euro wird demnach eher die Regel als die Ausnahme sein. Etwas unterschiedlich sieht die Situation bei Erdgas aus. Hier sind viele Verträge von Lieferanten zwar langfristig an den Ölpreis gekoppelt, es gibt aber immer mehr Versorger, die sich auf dem aktuell vergleichsweise günstigen Spotmarkt versorgen und diese günstigeren Preise teilweise an die Verbraucher weitergeben. Besonders interessant für Energiesparer mit einem Verbrauch unter 10.000 Kilowattstunden sind Tarife ohne Grundgebühr.

Während Heizölkunden nervös auf die Preistabellen schauen, beruhigen Holzpellets mit vergleichsweise geringen Schwankungen auf recht niedrigem Niveau. Förderengpässe sind nicht zu befürchten, im Gegenteil: Die Produktion in Deutschland ist höher als der Verbrauch, etwa ein Drittel wurde 2011 deshalb exportiert. Langfristig dürfte der Preis für Pellets aber etwas steigen, da die Konkurrenz um den Rohstoff Holz zunimmt.

Aufpassen muss man bei der Entscheidung für eine Wärmepumpe. Denn viele Versorger haben die ehemals intern subventionierten Preise deutlich erhöht, teilweise sogar um 50 Prozent. Das nimmt dem in der Anschaffung recht teuren System teilweise seinen Vorteil bei den Verbrauchskosten, alte Vergleichsrechnungen haben also keine Gültigkeit mehr. Der Vorteil niedriger Verbrauchskosten ist generell umso geringer, je besser das Haus gedämmt ist und je niedriger der jährliche Verbrauch ist.

Ein off ener Kamin ist zwar gemütlich, aber wenig effizient. Die bessere Holzheizung ist ein Pelletofen oder -kessel oder ein Scheitholzkessel.


Foto: Kristian Septimius Krogh/istockphoto.com

Brennstoff kosten

Preise für 3.000 Liter Heizöl beziehungsweise die vergleichbare Energiemenge bei Erdgas (33.540 Kilowattstunden + Grundgebühr) und Holzpellets (6.100 Kilogramm) inklusive Mehrwertsteuer.

In den letzten Jahren ist der Preis für Holzpellets einigermaßen konstant geblieben. Heizöl und Gas liegen deutlich darüber und werden wohl nicht wieder fallen.


Quelle: Brennstoff spiegel, Ceto Verlag

Aber auch weitere Faktoren beeinflussen die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Heizsystem: Liegt das Haus in einem Gasanschlussgebiet? Gibt es Fördermittel? Soll eine Solaranlage nachrüstbar sein? Für die hier vorgestellten Heizsysteme gilt deshalb: Ein Warmwasserspeicher sollte schon aus Komfortgründen Standard sein. Alle Systeme können mit einer Solaranlage kombiniert werden. Und wer die Sonne erst später zuschalten will, kauft am besten gleich einen solartauglichen Warmwasserspeicher, da normale Speicher keine Anschlüsse für die Solaranlage haben.

Heizsysteme in neuen Wohnungen

Anteile 2011 in Prozent

Quelle: AG Energiebilanzen e.V. Grafik: ÖKO-TEST

Gas ist mit rund 50 Prozent immer noch das Heizsystem Nummer eins in neuen Wohnungen, obwohl sein Anteil vor zehn Jahren noch bei rund 75 Prozent lag. Öl hat heute nur noch gut ein Zehntel seines damaligen Anteils, der Sieger ist die Wärmepumpe, die binnen zehn Jahren von zwei auf 23 Prozent explodiert ist.

Die Heizsysteme

Gasheizung

Der Trend der vergangenen Jahre ging eindeutig in Richtung Gasheizung: Drei von vier Neubauten werden damit ausgerüstet, insgesamt haben Gasgeräte den früher dominier enden Ölheizungen den Rang abgelaufen. Allerdings war Erdgas in den vergangenen Jahrzehnten im Durchschnitt um ein Drittel teurer als leichtes Heizöl, aktuell sieht es anders aus.

Warum Gas trotz des relativ hohen Preises so beliebt ist, hat mehrere Gründe: Zum einen ist die Lieferung direkt ins Haus bequem. Hat der Kunde erst einmal den Lastschriftauftrag erteilt, muss er sich um nichts mehr kümmern. Weiterer Pluspunkt: der geringe Platzbedarf. Ein halber Quadratmeter Stellfläche oder ein größerer Küchenschrank reicht aus, um eine Therme oder einen Brennwertkessel unterzubringen. Als Thermen produzieren sie im Durchlaufprinzip Warmwasser. Sie sind jedoch nur bei kurzen Leitungswegen zwischen Kessel und Zapfstelle empfehlenswert, komfortabler ist ein Gerät mit Speicher.

Foto: IR3/sxc

Geräte in der mittlerweile veralteten Niedertemperaturtechnik brauchen zusätzlich einen Schornstein, der mit 100 bis 200 Euro pro Meter Kaminlänge zu Buche schlägt und pro Geschoss etwa einen Viertel Quadratmeter Fläche beansprucht. Ein weiterer Nachteil von Niedertemperatur-Gasheizungen: Sie rangieren bei der Energieausnutzung nur knapp vor Öl-Niedertempe raturkesseln. Wer nicht unbedingt auf jeden Euro schauen muss, kauft besser ein Gas-Brennwertgerät. Es holt bei Mehrkosten von 700 bis 1.000 Euro gegenüber Gas-Niedertemperaturkesseln acht bis zehn Prozent mehr Wärme aus der gleichen Menge Erdgas. Die Mehrkosten kann man zumindest im Neubau ausgleichen, wenn man das Gerät im Dach aufstellt. Dann kann man auf den Kamin verzichten.

Fazit: In Gebieten mit Erdgasversorgung ist ein unter dem Dach montierter Gas-Brenn wertkessel finanziell gesehen zurzeit immer noch eine solide Wahl, auch wenn der Preis des Brennstoffs sehr hoch ist. Bei den Investitionskosten für einen Neubau liegt er mit gut 8.000 Euro im Vergleich zu anderen Systemen am günstigsten, und bei den Wärmekosten pro Jahr rangiert Gas auf einem vorderen Platz im Vergleich der Heizsysteme, auch wenn die puren Energiekosten in der Vergangenheit am höchsten waren. Auch die Umweltbilanz ist nicht ganz so schlecht, verglichen mit anderen fossilen Energieträgern, zum Beispiel Öl.

Ölheizung

Foto: ccvision.de

Früher die Standardenergie für Zentralheizungen, ist leichtes Heizöl ins Hintertreffen geraten. Nur noch weniger als zwei Prozent aller Neuinstallationen sind Ölheizungen. Wer mit Öl heizen will, muss zusätzlich den Platz und die Kosten für den Tank samt Wartung einkalkulieren. Öl-Niedertemperaturkessel brauchen zudem einen Kamin. Auch die Umweltbilanz ist nicht gerade rosig: So sind zum Beispiel die treibhausfördernden CO2-Emissionen bei Heizöl um 25 Prozent höher als bei Gas. Zudem enthält leichtes Heizöl mehr Schwefel, der unter anderem zum Waldsterben beiträgt. Schwefelarmes Heizöl sollte deshalb unbedingt in den Tank, auch wenn es etwas teurer ist.

Öl-Brennwertgeräte nutzen im Gegensatz zu den Niedertemperaturkesseln zusätzlich die Energie, die im Wasserdampf des Abgases steckt. Dieser Brennwerteffekt ist bei Öl aber kleiner als bei Gas. Auch ist Öl-Brennwerttechnik im Schnitt deutlich teurer als Gas-Brennwert. Schließlich sind die Wartung der Geräte und die Ableitung des Kondensats, das beim Brennwertbetrieb entsteht, aufwendiger. Wird schwefelarmes Heizöl verwendet, fallen diese Nachteile aber weg, Welche Ölkessel für den Betrieb mit der schwefelarmen Qualität zugelassen sind oder umgerüstet werden können, weiß der Heizungsfachbetrieb. Sparen kann man bei der Abgastechnik. Hier reicht ein günstiges Luft-Abgas-System aus Kunststoff, wenn man das Gerät auf den Dachboden stellt.

Fazit: Ein Öl-Niedertemperaturkessel bietet bezahlbare und zuverlässige Standardtechnik und eine gute Relation zwischen niedrigem Investitionspreis von knapp 9.000 Euro, bei in der Vergangenheit im Verhältnis niedrigen Wärmekosten. Aktuell ist Heizöl allerdings die teuerste Variante aller hier vorgestellten Möglichkeiten. Die Umweltbilanz der Öl-Niedertemperatur-Technik lässt zudem sehr zu wünschen übrig. Besser schneiden Öl-Brennwertkessel ab, die jedoch deutlich teurer sind als vergleichbare Gaskessel.

Pelletkessel

Für Pellets werden Holzspäne und Sägemehl zu kleinen Röllchen gepresst. Eine Förder schnecke oder ein Saugsystem transportiert sie automatisch in den Kessel. Die Umwelt bilanz fällt positiv aus, weil Holzpellets ein fast vollständig erneuerbarer Energieträger sind. Zwar stoßen Pelletkessel deutlich mehr Luftschadstoffe aus als Gasheizungen, dafür emittieren sie aber 90 Prozent weniger Treibhausgase als andere Heizkessel. Da die Herstellung und Trocknung der Pellets Energie verbraucht, ist die Verbrennung allerdings nicht ganz CO2-neutral. Ein großer Pluspunkt: Die Verbrauchskosten werden nicht von der Weltpolitik und Börsenspekulanten beeinflusst. Die staatliche Förderung von Pelletkesseln und Öfen wurde zudem auf den Einsatz in Altbauten beschränkt. Hier kann die Förderung allerdings ein gewichtiges Argument sein, in Kombination mit einer Solaranlage sind in einem zum Effizienzhaus 70 modernisierten Altbau bis zu 4.850 Euro Fördermittel möglich.
Fazit: Eine Pelletheizung ist ein umweltfreundliches Heizsystem – auch wenn die Verbrennungstechnik wegen des vergleichsweise hohen Schadstoffausstoßes noch nicht ausgereift ist. Gerade bei Neubauten sind Pelletkessel oder Primäröfen eine gute Alternative zu Gas, allerdings in der Anschaffung deutlich teurer, auch weil Lager- und Versorgungstechnik noch dazukommen. Auch beim Austausch eines Ölkessels sollte man Pelletkessel auf jeden Fall in Betracht ziehen, die Lagerfläche bleibt nämlich annähernd gleich und der Schornstein kann weiter genutzt werden. Und da in Altbauten vergleichsweise viel Energie verbraucht wird, gereichen die niedrigeren Brennstoffkosten der Technik zum Vorteil.

Foto: Hapers

Wärmepumpe

An der Wärmepumpe scheiden sich die Geister, da sie mit hochwertigem und – im durchschnittlichen deutschen Energiemix – immer noch nicht gerade sauber hergestellten Strom betrieben wird. Das könnte man kompensieren, wenn man seinen Strom von einem Versorger bezieht, der regenerativ erzeugten Strom anbietet. Der ist allerdings deutlich teurer als der Wärmepumpentarif des örtlichen Versorgers, die für diese Tarifart nach wie vor beinahe ein Quasimonopol besitzen.

Foto: Weishaupt

Nach dem umgekehrten Kühlschrankprinzip produziert die Wärmepumpe aus einem Teil Strom vor Ort drei bis vier Teile nutzbare Wärme. Diese entzieht die Wärmepumpe der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser und gibt sie dann ans Heizungswasser ab. Allerdings beträgt in der Primärenergiebilanz der Anteil der nicht erneuerbaren Energieträger bei dieser Art der Wärmegewinnung im Durchschnitt rund 80 Prozent. Zudem gehen bei der Stromherstellung – und Strom benötigt jedes der Geräte, um Wärme zu gewinnen – etwa 50 bis 70 Prozent der ursprünglichen Energiemenge durch Umwandlung und Transport verloren.

Achten sollte man nach einer Studie des Fraunhofer Instituts für solare Energiesysteme auch auf die Systemunterschiede: Während gut geplante und sorgfältig installierte Erdwärme pumpen gute Wirkungsgrade, bei Wärmepumpen heißt das Jahresarbeitzahl, erreichen, liegen Wärmepumpen, die die Außenluft nutzen, häufig unter dem energetisch und wirtschaftlich sinnvollen Grenzwert. Denn gerade bei sehr kalten Temperaturen und im Sommer, wenn lediglich Warmwasser bereitgestellt wird, haben sie ihren schlechtesten Wirkungsgrad.

Fazit: Problematisch erscheinen auf den ersten Blick die vergleichsweise hohen Anschaf fungs- und Erschließungskosten, vor allem wenn das Erdreich oder das Grundwasser als Wärmequelle genutzt wird. Zudem ist der Preis für Wärmepumpenstrom in den vergangenen Jahren stark gestiegen, wobei es große regionale Unterschiede gibt. Auch ein Pufferspeicher ist obligatorisch, da Nachtstrom genutzt wird. Im Neubau ist die Investition mit rund 15.000 Euro die teuerste nach der Pelletheizung.

Die Energiekosten sind aber pro Jahr mit am niedrigsten. Dementsprechend sind auch die Kosten für die Wärme insgesamt am billigsten. Voraussetzung dafür: Gute Jahresarbeitszahlen – also das Verhältnis von aufgewendeter zu gewonnener Energie. Das erreicht eine Wärmepumpe zusammen mit einer Fußboden- oder Wandheizung in der Regel nur in einem Niedrigenergiehaus. Hier ist das Heizwasser maximal 35 Grad Celsius warm, sodass die Wärmepumpe die Umweltwärme nur auf ein relativ niedriges Temperaturniveau pumpen muss.

Bei Elektrowärmepumpen kommt es deshalb wie bei keinem anderen Heizsystem auf die Rahmenbedingungen an. In einem sehr gut gedämmten Haus mit Fußboden- oder Wandheizung kann sie trotz hoher Anschaffungskosten erste Wahl sein. Achten sollte man auf ein erfahrenes Bohrunternehmen mit einer guten Versicherung: Verschiedene Schadensfälle, vor allem in Süddeutschland, bei denen es durch Absenkungen des Geländes zu Schäden an Nachbargebäuden kam, hatten die an sich sinnvolle oberflächennahe Erdwärmenutzung stark in die Kritik gebracht. Das baden-württembergische Umweltministerium hat deshalb die Anforderungen an die Bohrunternehmen, deren Versicherung und die Fremdüberwachung stark erhöht, was sich mittelfristig zumindest in diesem Bundesland auf die Erschließungskosten auswirken wird.

Mikro-BHKW

Vergleichsweise neu auf dem Heizungsmarkt sind kleine Blockheizkraftwerke, die für normale Ein- und Zweifamilienhäuser geeignet sind. Mit einer Wärmeleistung von zirka fünf Kilowatt und einer elektrischen Leistung von einem Kilowatt decken sie den Grundbedarf an Wärme und Strom. Wird mehr Wärme benötigt, zum Beispiel zur Warmwasserbereitung, schaltet sich ein integrierter Gas- Brennwertkessel zu. Der Strom wird selbst verbraucht, an Nachbarn verkauft oder gegen eine Vergütung ins Stromnetz eingespeist. Die Anschaffung der mit Erdgas betriebenen Geräte ist mit zirka 15.000 bis 20.000 Euro teuer.

Fotos: Vaillant (2)

Fazit: Obwohl in dieser Leistungsklasse erst seit Kurzem in breiter Auswahl verfügbar, kann der Einbau eines Mikro-BHKW Sinn machen, dank der guten Energieausnutzung und der Rendite durch die Stromnutzung beziehungsweise dessen Verkauf. Allerdings sollte man sich keine Reichtümer erhoffen und die Rahmenbedingungen von einem erfahrenen Fachbetrieb genau überprüfen lassen. Ab April 2012 fördert der Staat Mikro- und Mini-BHKW wieder mit einem Zuschuss, der mindestens 1.500 Euro beträgt Infos unter www.bafa.de