Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

Den Durchblick bewahren


ÖKO-TEST Kompakt Fit & Gesund - epaper ⋅ Ausgabe 17/2008 vom 01.09.2008

Buntes Obst und Gemüse mögen die Augen am liebsten. Bei grellem Licht lieben sie Sonnenbrillen und vor dem Bildschirm etwas Abwechslung. ÖKO-TEST verrät, wie Sie Ihren Augen eine Freude machen können.


Artikelbild für den Artikel "Den Durchblick bewahren" aus der Ausgabe 17/2008 von ÖKO-TEST Kompakt Fit & Gesund. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: irisblende.de

„Karotten knabbern tut den Augen gut. Oder hast du schon mal ein Häschen mit Brille gesehen?“ Den Spruch haben alle Kinder mal gehört. Klang damals auch einleuchtender als die korrekte Erwachsenenerklärung: Möhren enthalten reichlich Betacarotin. Unser Körper baut den Farbstoff zu Vitamin A um. Diese Substanz wiederum ist ein Baustein des Sehpurpurs. So heißt der für das ...

Weiterlesen
Artikel 0,76€
epaper-Einzelheft 2,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Kompakt Fit & Gesund. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 17/2008 von Auge und Gehirn – ein (fast) perfektes Team. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Auge und Gehirn – ein (fast) perfektes Team
Titelbild der Ausgabe 17/2008 von Optische Täuschungen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Optische Täuschungen
Titelbild der Ausgabe 17/2008 von Die Fenster zur Welt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die Fenster zur Welt
Titelbild der Ausgabe 17/2008 von Wie Tiere sehen: Die Augen der anderen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Wie Tiere sehen: Die Augen der anderen
Titelbild der Ausgabe 17/2008 von Fehlsichtigkeiten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Fehlsichtigkeiten
Titelbild der Ausgabe 17/2008 von Dinner im Dunkeln. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Dinner im Dunkeln
Vorheriger Artikel
In Kürze
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Sonnenbrillen: Schutz vor grell
aus dieser Ausgabe

„Karotten knabbern tut den Augen gut. Oder hast du schon mal ein Häschen mit Brille gesehen?“ Den Spruch haben alle Kinder mal gehört. Klang damals auch einleuchtender als die korrekte Erwachsenenerklärung: Möhren enthalten reichlich Betacarotin. Unser Körper baut den Farbstoff zu Vitamin A um. Diese Substanz wiederum ist ein Baustein des Sehpurpurs. So heißt der für das Hell-Dunkel-Sehen ver- antwortliche Farbstoff in den Stäbchen-Sehzellen unserer Netzhaut. Zu wenig Vitamin A kann Erwachsene nachtblind machen. Noch gefährlicher ist der Mangel bei Kindern. Fehlt ihnen Vitamin A, weicht die Hornhaut auf und wird trüb. Die Kinder werden blind. Jedes Jahr trifft dieses Schicksal 350.000 bis 500.000 Kleinkinder in Entwicklungsländern, warnt die Christoffel-Blindenmission. Hierzulande ist Vitamin-A-Mangel sehr selten. Betroffen sind gelegentlich Menschen mit Leberkrankheiten. Trotzdem freut sich das Auge über eine Extrakarotte. Dann kann es aus dem Vollen schöpfen.

Farben für die Augen

Scharf sehen? Dann nix wie ran an buntes Obst und Gemüse. Es enthält Farbstoffe, die die Sehkraft stärken – auch im Dunkeln.


Das Betacarotin ist nicht der einzige Farbstoff, der dem Auge guttut. Zwei verwandte Carotinoide sind das Lutein und das Zeaxanthin. Sie kommen als Doppelpack vor allem in dunklem Blattgemüse wie Grünkohl, Spinat und Mangold vor, aber auch in Mais und Nektarinen. Die beiden Farbstoffe sind auch in der Makula, dem Scharfsehzentrum unserer Netzhaut konzentriert. Sie schützen die Makula vor zu starkem blauen Licht, wirken also wie eine Sonnenbrille. Die altersbedingte Makuladegeneration (siehe Seite 102) geht mit niedrigeren Gehalten der beiden Carotinoide einher.

Anthocyane heißt eine Gruppe von dunkelroten und blauen Farbstoffen, die vor allem in Brombeeren, Heidelbeeren und Schwarzen Johannisbeeren vorkommt. Sie tragen dazu bei, dass sich der Sehpurpur schneller regeneriert. Dadurch können sich die Augen fi xer an die Dunkelheit anpassen und sind nicht so blendempfi ndlich. Erstmals berichteten Piloten in den Sechzigerjahren darüber, dass sie nach dem Verzehr von Heidelbeeren bei Nachtfl ügen besser sehen konnten.

Angesichts der vielen augenfreundlichen Farbstoffe verwundert es nicht, dass in einer großen US-amerikanischen Studie Obst und Gemüse vor altersbedingter Makuladegeneration (AMD) schützten. Die Wissenschaftler werteten dafür die Angaben von 77.000 Krankenschwestern und weiteren 41.000 Personen aus. Diejenigen, die im Alter von über 50 Jahren wenigstens drei Früchte am Tag aßen, erkrankten zu 36 Prozent seltener an AMD als diejenigen, die nur anderthalb Früchte aßen. „Die in Obst und Gemüse enthaltenen Pigmentstoffe wirken sich positiv auf die zentrale Netzhaut aus und verringern so die Anfälligkeit für eine AMD-Erkrankung“, weiß Professor Bernd Bertram, Vorsitzender des Berufsverbandes der Augenärzte.

Vitamine schützen

Positiv wirken sich vermutlich auch andere antioxidative Substanzen wie die Vitamine C und E oder der Mineralstoff Zink aus. Denn der ständige Lichteinfall ins Auge lässt dort schädliche Substanzen entste- hen, die von den Antioxidantien wieder eingefangen werden. In der Tränenflüssigkeit und der Augenlinse ist die Konzentra- tion von Vitamin C deshalb 50 Mal höher als im Blut. Einige langfristig an- gelegte Studien haben gezeigt, dass auch ein hoher Anteil an Ome- ga-3-Fettsäuren im täglichen Essen gut für die Augen ist. Studien- teilnehmer, die mehr als zweimal die Woche Fisch auf dem Teller hatten, er- krankten seltener an AMD als Fischverächter.

Kompakt

Foto: vivekchugh/sxc

Tipps für anhaltenden Durchblick
Rauchen einstellen: Das Risiko, im Alter an Makuladegeneration zu erkranken, ist für Raucher fast doppelt so hoch wie für Nichtraucher. Bei Exrauchern ist es zumindest etwas geringer. Zu diesem Ergebnis kam eine US-amerikanische Studie mit männlichen Zwillingen.

Blutdruck senken: Hoher Blutdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für eine Makuladegeneration. Dagegen helfen regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Entspannung und im Notfall ein Blutdrucksenker unter ärztlicher Aufsicht.

Schlafen: Ausreichend Schlaf vermeidet nicht nur Ringe unter den Augen, sondern lässt auch den Augen selbst genug Zeit zur Erholung.

Richtig Schminken: Wimperntusche nicht zu dick auftragen. Mit dem Kajalstift am besten nur die Außenseite des Lidrandes schminken.

Abschminken: Wer mit Mascara schlafen geht, riskiert, dass die Wimpern brechen. Teilchen des Augen-Makeups können zudem ins Auge gehen und Bindehaut und Lider reizen. Deshalb auf jeden Fall vor dem Zubettgehen noch abschminken.