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Der Mutterpass: Kleiner blauer Begleiter


ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 11/2015 vom 20.11.2015

Der Mutterpass ist der Ausweis für die Schwangerschaft: Alle Untersuchungen und Befunde werden darin von der Hebamme oder vom Arzt festgehalten. Für die Geburt, aber auch für medizinische Notfälle liefert er wichtige Informationen und sollte deshalb stets griffbereit sein.


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Foto: imago/Westend61

Ein kleines Heft begleitet in Deutschland jede werdende Mutter durch ihre Schwangerschaft – und das schon seit mehr als 50 Jahren: der Mutterpass. Die Schwangere erhält das Dokument von ihrem Gynäkologen oder ihrer Hebamme, sobald die Schwangerschaft festgestellt wird. Die Mutter in spe sollte das blaue Heft immer ...

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... bei sich tragen, denn es vermerkt wichtige medizinische Daten über Mutter und Kind, zum Beispiel Blutgruppe und Rhesusfaktor der Mutter, Untersuchungsergebnisse, Lage und Größe des Kindes und den Geburtstermin. Auch zur Entbindung sollte man das Büchlein mitnehmen. Der Mutterpass hilft Ärzten und Hebammen dabei, den Verlauf der Schwangerschaft nachzuvollziehen. In medizinischen Notfällen liefert er den Ärzten schnell wichtige Informationen.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Mutterpass verändert – neue Vorsorgeuntersuchungen, die Kassenleistungen wurden, sind hinzugekommen. Größere Neuerungen wurden 2009 eingefügt; sie betreffen die Themen Ernährung, HIV-Antikörpertest und Zahngesundheit. Aktuelle Ergänzungen sind der erweiterte Ultraschall im zweiten Schwangerschaftsdrittel und Angaben über das Diabetesscreening.

Gegenwärtig diskutieren die Verantwortlichen vor allem über die Definition von Risiken, denn nach dem geltenden Katalog werden 70 von 100 werdenden Müttern als Risikoschwangere eingestuft – vor allem deshalb, weil viele Erstgebärende heute älter als 35 Jahre sind und damit die Risikokriterien erfüllen.

Doch was genau sagt der Mutterpass eigentlich aus? Wir erklären, was die Angaben bedeuten.

Seite 2: Blutgruppe, Rhesusfaktor, Rötelntiter

Hier werden die Ergebnisse der Blutuntersuchungen festgehalten. Unter AB0 steht die Blutgruppe der Mutter, darunter der Rhesusfaktor. Wenn der Rhesusfaktor negativ ist, kann die Mutter Abwehrstoffe gegen das Blut des in ihr wachsenden Kindes bilden, wenn dieses Rhesus-positiv ist. Das ist für das erste Kind nicht gefährlich, kann aber zu Komplikationen bei weiteren Schwangerschaften führen. Zusätzlich wird im Antikörpersuchtest das Blut der Mutter auf Abwehrstoffe gegen Rhesus-positive Bluteigenschaften untersucht, die durch vorangegangene Geburten oder falsche Bluttransfusionen entstanden sein können. Je höher der Titerwert, desto größer ist die Menge der Antikörper, die dem Ungeborenen gefährlich werden können. Wichtig ist dieser Test eigentlich nur bei Rhesusnegativen Frauen, er wird aber bei allen Schwangeren gemacht. Das Blut wird auf weitere Krankheiten und Abwehrstoffe gecheckt. Der Röteln-HAH-Test stellt fest, ob die Patientin gegen Röteln ausreichend geschützt ist. Röteln können zu Missbildungen bei Ungeborenen führen. Liegt der Titerwert bei 1:16 oder darüber, sind genug Antikörper da.

Foto: pojoslaw/iStock/Thinkstock

Seite 3: Infektionskrankheiten

Einige Krankheiten können das Kind im Mutterleib oder nach der Geburt gefährden. Deshalb wird untersucht, ob die Mutter das Baby anstecken könnte. Der Nachweis von HBs-Antigenen zeigt, ob die Mutter mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert ist. Man kann das Virus in sich tragen, ohne dass die Krankheit ausbricht. Das Kind infiziert sich aber und muss direkt nach der Geburt geimpft werden. Zum Nachweis des Chlamydiatrachomatis-Antigens wird ein Urintest gemacht. Diese bakterielle Infektion kann zu vorzeitigen Wehen, Blasensprüngen und Frühgeburten führen. Ist die Mutter infiziert, muss sie mit Anti biotika behandelt werden. Ähnliches gilt für die LSR-Unter suchung: Die Lues venera, besser bekannt als Syphilis, ist eine gefährliche Geschlechtskrankheit, die oft unerkannt bleibt. Sie kann über die Plazenta auf das Kind übertragen werden und zu schweren Schädigungen führen. Das Ergebnis steht nicht im Mutterpass, sondern nur, dass der Test durchgeführt wurde. Wenn im ersten Test nachgewiesen wurde, dass kein ausreichender Rötelnschutz besteht, wird eine zweite Blutuntersuchung vorgenommen. Im Fall eines Titerwerts von unter 1:16 besteht Ansteckungsgefahr. Bis zum Ende der Schwangerschaft muss die Frau dann die Nähe zu (möglicherweise) an Röteln Erkrankten meiden, um sich nicht anzustecken. Bei der Antikörper-Suchtest-Kontrolle wird bei Rhesus-negativen Frauen ein zweiter Test auf Antikörper durchgeführt. Möglich sind im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen auch ein HIV-Test und ein Toxoplasmose-Test.

Seite 4: Vorangegangene Schwanger schaften

Hier werden frühere Schwangerschaften eingetragen, auch nichtausgetragene Schwangerschaften. Diese Angaben lassen Rückschlüsse auf mögliche Risiken zu.

Spontangeburt ist die medizinische Bezeichnung für eine normale Geburt, Sectio bedeutet Kaiserschnitt. Bei einer vaginalen Operation wurde das Kind mit einer Zange oder Saugglocke auf die Welt geholt. Abort heißt Fehlgeburt, Abruptio bedeutet Schwangerschaftsunterbrechung, die Abkürzung EU steht für extrauterin, also zum Beispiel eine Bauchhöhlenschwangerschaft.

Seite 5: Allgemeine Krankengeschichte, Beratung der Schwangeren

Hier trägt der Gynäkologe die medizinische Vorgeschichte ein – die Anamnese. Ganz oben auf der Seite werden Alter, Gewicht und Körpergröße vermerkt. Danach folgen die Begriffe Gravida und Para, die auch von einigen Ärzten durcheinandergebracht werden: Gravida bedeutet, wie viele Schwangerschaften einschließlich der jetzigen die Patientin erlebt hat – dazu zählen auch Fehlgeburten. Para gibt an, die wievielte Geburt mit der aktuellen Schwangerschaft eintreten wird.

Außerdem werden Risikoschwangerschaften abgeklärt: Dazu gehören Schwangere unter 18 oder über 35 Jahren, Frauen mit mehr als vier Kindern oder rascher Schwangerschaftsfolge, Frauen, die wegen Unfruchtbarkeit behandelt wurden und die bereits Komplikationen in früheren Schwangerschaften hatten. Liegt eine Risikoschwangerschaft vor, wird die Frau intensiver überwacht. Die Schwangere hat ein Recht auf ärztliche Beratung zu Themen von Ernährung bis Zahngesundheit. Sie sind ebenfalls auf Seite 5 vermerkt.

Seite 6: Schwangerschaftsverlauf

Hier werden besondere Befunde im Schwangerschaftsverlauf angekreuzt. Diese sind jeweils mit einer Nummer versehen, die der Arzt dann im Gravidogramm auf Seite 7 und 8 und bei der Abschlussuntersuchung (Seite 15) vermerkt.
Unter Abusus wird der Missbrauch von Alkohol, Zigaretten, Medikamenten oder Drogen verstanden. Bei einer Placenta praevia ist die Plazenta vorgelagert: Der Mutterkuchen liegt vor dem Muttermund und versperrt den normalen Geburtsweg. Der Begriff Hydramnion heißt, dass deutlich mehr Fruchtwasser als normal vorhanden ist. Zu viel Fruchtwasser kann beispielsweise auf eine kindliche Missbildung hindeuten, aber auch auf Diabetes der Mutter oder eine Zwillingsschwangerschaft. Im Gegensatz dazu bezeichnet Oligohydramnie eine zu geringe Menge von Fruchtwasser. Auch dies kann mehrere Ursachen haben, nicht selten sind es Fehlentwicklungen der kindlichen Nieren und Harnwege.

Als Plazentainsuffizienz bezeichnet man eine Mangeldurchblutung und damit Funktionsschwäche des Mutterkuchens, die zu einer Unterversorgung des Ungeborenen mit Nährstoffen und Sauerstoff führen kann. Die isthmozervikale Insuffizienz ist eine Schwäche des Gebärmutterhalses. Dadurch kann es zu einer frühzeitigen Öffnung des Muttermunds und zu einer Fehlgeburt kommen. Unter Anämie versteht man Eisenmangel; durch die Zunahme der Blutmenge in der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf.

Der indirekte Coombs-Test ist ein Suchtest nach Antikörpern im mütterlichen Blut, die aufgrund einer Sensibilisierung durch unterschiedliche Blutgruppen entstanden sind. In der Rubrik „Risiko aus anderen serologischen Befunden“ trägt der Arzt einen Vermerk ein, wenn beispielsweise Toxoplasmose-Antikörper im Blut gefunden werden. Toxoplasmose-Erreger können das ungeborene Kind schädigen.

Ein hoher Blutdruck der Mutter, die Hypertonie, bedeutet ein erhöhtes Risiko für das Ungeborene. Eine mangelhafte Versorgung oder gar eine vorzeitige Ablösung des Mutterkuchens können die Folge sein. Wenn größere Mengen Eiweiß mit dem Urin ausgeschieden werden, ist die Nierenfunktion der Mutter gestört. Ebenfalls auf eine mangelhafte Nierentätigkeit deuten Ödeme hin; das sind übermäßige Wasseransammlungen im Gewebe. Damit sind nicht die dicken Beine gemeint, die vielen Schwangeren zu schaffen machen. Hoher Blutdruck, Eiweißausscheidungen und Ödeme deuten meist auf eine schwangerschaftsspezifische Erkrankung hin, die der Arzt behandeln muss. Auch die Hypotonie, der niedrige Blutdruck, kann zu einer schlechteren Durchblutung der Plazenta führen.

Foto: AlexRaths/iStock/Thinkstock

Gestationsdiabetes ist eine Zuckerstoffwechselstörung, die nur während der Schwangerschaft auftritt und nach der Geburt wieder verschwindet. Trotzdem ist es wichtig, die Zuckerkrankheit zu erkennen, um Folgeschäden für das Kind zu vermeiden. Meist muss die Mutter dann Diät halten. Als Einstellungsanomalien werden falsche Lagen des Kindes in den letzten Schwangerschaftswochen bezeichnet.

Unter diesem zweiten Risikokatalog steht der Abschnitt, der nicht nur die zukünftigen Mütter am meisten interessiert: die Terminbestimmung. Aus dem Datum der letzten Periode und der Dauer des Monatszyklus der Schwangeren errechnet der Arzt den Entbindungstermin. Bei unregelmäßigen Zyklen oder einer unsicheren Erinnerung an den Termin der letzten Monatsblutung kann der Arzt den Entbindungstermin im Verlauf der Schwangerschaft noch korrigieren.

Foto: shironosov/iStock/Thinkstock

Seiten 7 und 8: Gravidogramm

Das Gravidogramm zeichnet den Verlauf der Schwangerschaft im Detail nach. Hier werden die Ergebnisse aller Vorsorgeuntersuchungen notiert. In der ersten Spalte steht der Tag der Untersuchung, dann die Schwangerschaftswoche. Die dritte Spalte lässt Raum für Korrekturen.

Der Fundusstand gibt Auskunft über das Wachstum der Gebärmutter. Die Höhe der Gebärmutter wird erst gemessen in Querfingern über der Schambeinmitte (S), dann in Querfingern unter oder über dem Nabel (N) und zuletzt in Querfingern unter dem Rippenbogen (R oder Rb). Die Rubrik Kindslage hält fest, wie das Ungeborene in der Gebärmutter liegt. Als Schädellage (SL) wird die normale Geburtsposition bezeichnet, wenn der Kopf nach unten liegt. Liegt der Steiß unten, handelt es sich um eine Beckenendlage (BEL). Die Querlage wird QL abgekürzt.

Herztöne und Kindsbewegungen werden per Ultraschall oder mit dem Herzton-Wehen-Schreiber festgestellt. Verstärkte Wasseransammlungen bei der Mutter werden als Ödeme festgehalten, die Neigung zu Krampfadern als Varikose. Weiter werden Gewicht und Blutdruck der Schwangeren notiert, die Blutuntersuchung Hb/Ery überprüft die Menge der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin). Dies ist wichtig, um einen möglichen Eisenmangel zu erkennen.

Die nächste viergeteilte Spalte hält Ergebnisse von Urinkontrollen fest. Der Urin muss frei von Eiweiß, Zucker, Blut und Bakterien sein. Letztere werden nicht direkt, sondern über Nitrit nachgewiesen, da die wichtigsten Krankheitskeime Nitrat in Nitrit umwandeln. Da Urin zentrifugiert und dann die festen Bestandteile untersucht werden, steht hier noch das Wort Sediment. In der Spalte Vaginale Untersuchung ist der Zustand des Muttermunds und des Gebärmutterhalses vermerkt.

Seite 9: Besonderheiten, stationäre Behand lungen, kardiotokografische Befunde

Spätestens ab der 30. Schwangerschaftswoche untersucht der Gynäkologe die Schwangere mit dem Herzton-Wehen-Schreiber (Cardiotokograf, abgekürzt CTG). Hierbei werden die Herztöne des Babys, die Kindsbewegungen und die Wehentätigkeit der Gebärmutter festgestellt. Bei normalen Herztönen trägt der Arzt HT o. B. ein, das heißt, Herztöne ohne Befund. FHF bedeutet fetale Herzfrequenz, also die Herzschläge des Babys pro Minute; Kontr. heißt Kontraktionen, also Wehen.

Zusätzlich werden hier Besonderheiten und Ergänzungen zu den Seiten 5 und 6 vermerkt. Ein möglicher Klinikaufenthalt wird mit Datum, Diagnose und Therapie vermerkt.

Seiten 10 und 11: Ultraschalluntersuchungen

Die Krankenkasse bezahlt drei Ultraschalluntersuchungen im Normalfall, ihre Ergebnisse werden hier vermerkt: FS bezeichnet den Durchmesser der Fruchtblase, SSL die Größe des Kindes, gemessen als Scheitel-Steiß-Länge, also die Länge vom obersten Kopfpunkt bis zum Po. Wegen der gebeugten Haltung im Mutterleib kann die genaue Körperlänge nicht ermittelt werden. Hinter BPD (biparietaler Durchmesser) verbirgt sich der Kopfdurchmesser, gemessen von der linken zur rechten Schläfe. Beim FOD (frontookzipitaler Durchmesser) wird der Kopf von der Stirn bis zum Hinterkopf gemessen, KU bedeutet Kopfumfang. Der Durchmesser des Bauches steht hinter der Abkürzung ATD (abdominal-transversaler Durchmesser), gemessen von der linken zur rechten Bauchseite. Wird vom Bauchnabel zum Rücken gemessen, heißt dies anterior-posteriorer Durchmesser und trägt das Kürzel APD. Die Abkürzung AU steht für Abdomenumfang, also Bauchumfang. Hinter FL/HL steckt die Länge des Oberschenkels (Femurlänge) beziehungsweise des Oberarms (Humeruslänge). Die Körpermaße (Biometrie) dienen dazu, Wachstumsstörungen zu erkennen und das Schwangerschaftsalter zu beurteilen. Anhand der gemessenen Größen kann der Arzt annähernd das Gewicht des Kindes abschätzen.

Bei der ersten Ultraschalluntersuchung wird festgestellt, ob sich der Embryo in der Gebärmutter befindet, dem intrauterinen Sitz, oder ob eine Eileiterschwangerschaft vorliegt. Ob die Umrisse des Kindes bereits sichtbar sind, wird hinter den Worten „Embryo darstellbar“ angekreuzt. Auch Herzschläge werden vermerkt. Liegt der Verdacht auf eine Mehrlingsschwangerschaft vor, hält das der Gynäkologe hier ebenfalls fest. Unter dorsonuchalem Ödem verstehen Mediziner eine verstärkte Wasseransammlung im Rücken- und Nackenbereich. Eine solche vergrößerte Nackenfalte kann ein Indiz für chromosomale Störungen des Embryos sein. Gynäkologen raten dann meist zu weiteren pränatalen Untersuchungen. Konsiliaruntersuchung heißt, dass der Frauenarzt einen Kollegen hinzuzieht.

Foto: liseykina/iStock/Thinkstock

Beim zweiten Screening zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche kann in der Regel eindeutig festgestellt werden, ob mehrere Kinder heranwachsen. Außerdem wird, wie auch in der dritten Ultraschalluntersuchung, der Sitz des Mutterkuchens (Plazentalok./-struktur) kontrolliert. Bei der Ultraschalluntersuchung im zweiten Schwangerschaftsdrittel kann die Frau jetzt eine erweiterte Basis-Ultraschalluntersuchung in Anspruch nehmen. Dabei werden verschiedene Körperteile des Kindes genauer untersucht: Kopf und Hirnkammern, Hals und Rücken, Brustkorb und Herz sowie der Rumpf mit Magen und Harnblase.

Seiten 12 bis 14: Kontrolluntersuchungen und Normkurve

Ergeben sich bei den routinemäßigen Ultraschallsitzungen auffällige Befunde, müssen zusätzliche Kontroll- oder Ultraschalluntersuchungen gemacht werden. Deren Ergebnisse werden auf den Seiten 12 bis 14 festgehalten. In manchen Fällen wird auch ein Doppler-Ultraschall (Doppler-sonografische Untersuchung) durchgeführt, mit dem etwa die mütterlichen und kindlichen Blutgefäße genauer beurteilt werden können.

Seiten 15 und 16: Letzte Untersuchungen, Daten des Neugeborenen, Nachsorge

Mit der abschließenden Schwangerschaftsuntersuchung, den ersten Daten des Neugeborenen und der Nachsorge beschäftigen sich diese letzten Seiten des Mutterpasses. Fünf beziehungsweise zehn Minuten nach der Geburt wird das Neugeborene auf seine Vitalität hin untersucht. Beim Apgar-Test werden Herzschlag, Atmung, Hautfarbe, Muskelspannung und Reflexe geprüft. Der bestmögliche Gesundheitszustand wird mit zehn Punkten gekennzeichnet. Der pH-Wert aus dem Blut der Nabelarterie gibt Aufschluss über die Sauerstoffversorgung des Kindes während der Geburt. Normal ist ein pH-Wert, der zwischen 7,35 und 7,45 liegt.

Foto: Lisa Eastman/iStock/Thinkstock

Bei der Wochenbettuntersuchung wird der Wert des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Hb) und der Blutdruck (RR) geprüft. Rhesus-negative Mütter, deren Baby Rhesus-positiv ist, bekommen nach der Geburt eine Spritze (Anti-D-Prophylaxe), damit sie keine Antikörper bilden. So wird Komplikationen bei weiteren Schwangerschaften vorgebeugt.

Mit den Untersuchungsergebnissen sechs bis acht Wochen nach der Entbindung enden die Eintragungen im Mutterpass.