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DER WEG ZU RUHIGEREN NÄCHTEN: SCHLAF, KINDLEIN, SCHLAF …


ÖKO-TEST Spezial Kinder & Familie - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 17.05.2018

Von einem Baby, das nachts gleich sieben Stunden durchschläft, träumen alle Eltern. Die Realität aber sieht anders aus, denn der Winzling muss den Unterschied zwischen Tag und Nacht erst lernen. Dabei können ihm Mama und Papa helfen.


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Foto: FamVeld/getty images

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, hat es keinen Tag-Nacht-Rhythmus. Warum sollte es auch: Im Bauch der Mutter gab es immer Nahrung, und es war gleichmäßig warm und dunkel. Also muss sich das Kind erst einmal an regelmäßige Schlafenszeiten gewöhnen. In den ersten Lebenswochen schläft das Neugeborene zwar viel, verteilt aber die notwendigen 16 bis 18 ...

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... Stunden auf etwa fünf Schlafperioden. Zum Leidwesen der Eltern, denn die zerrupften Nächte zehren an den Kräften. Nach dem Stillen ist immer vor dem Stillen, mehr als vier Stunden Schlaf am Stück sind vor allem für die Mütter nicht drin. Beim ersten Kind ist die Umstellung für viele Mütter und Väter ein quälende Herausforderung. Von dem permanenten Schlafmangel haben die meisten werdenden Eltern zwar vorab gehört und gelesen. Aber wie sich das wirklich anfühlt, wissen sie erst, wenn sie die Müdigkeit in den eigenen Knochen spüren.

Hinzu kommen oft die gut gemeinten Fragen und Ratschläge von Großeltern und Freunden: Wie sind die Nächte? Schläft das Baby nicht bald mal durch? Vielleicht mal dies oder das versuchen: schreien lassen, nachts nicht füttern, mit ins Elternbett nehmen und beim geringsten Muckser anlegen – die Tipps sind so vielfältig wie widersprüchlich. Und die Geschichten von Kindern, die schon mit wenigen Monaten den Eltern ihre Nachtruhe gönnen, können weniger Begünstigte schier in die Verzweiflung treiben. Da hilft es, sich immer mal wieder klarzumachen: Es gibt keine festen Regeln für das Schlafverhalten des Nachwuchses. Auch kleine Kinder sind schon sehr individuell, was ihr Schlafbedürfnis angeht: Die einen brauchen mehr, die anderen weniger. Nach den Erfahrungen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) schlafen Neugeborene durchschnittlich 17 Stunden über den Tag verteilt. Danach reduziert sich die Menge. Einjährige brauchen etwa 15 Stunden, Zweijährige 13,5 Stunden Schlaf.


Fast so schlimm wie die zerrütteten Nächte sind die gut gemeinten Fragen und Ratschläge von Großeltern und Freunden.


Abweichungen nach oben oder unten sind aber normal, das hängt auch ein wenig von den Genen ab: Wenn beide Elternteile mit relativ wenig Schlaf auskommen, kann man kaum erwarten, dass das Kind zum Langschläfer wird. Auch die Veranlagung dafür, ob ein Kind eine Lerche und damit morgens früh putzmunter ist, oder doch eher eine Eule, die morgens lange schläft, aber dafür abends kaum ins Bett findet, ist schon früh angelegt.

Im Alter von etwa sechs Monaten hat sich in der Regel ein gewisser Rhythmus eingependelt. Die Babys sind dann tagsüber aktiver. Viele machen nun am späten Vormittag, nach der Mittagsmahlzeit und am frühen Abend noch ein Nickerchen. Nachts schlafen sie meist eine längere Zeit von sechs Stunden und (vielleicht) mehr ununterbrochen. Um ihnen des Erlernen des Schlafrhythmus zu erleichtern, sollten die Eltern darauf achten, dass nachts kein großes Programm abläuft und das Kind möglichst im Halbdunkeln versor- gen. Es soll nicht hellwach werden und sich an eine Bespaßung in der Nacht gewöhnen. Auch Kinder unter einem Jahr profitieren bereits von einem regelmäßigen Tagesrhythmus und Ritualen, wenn sie abends ins Bett gehen.

Wickeln, füttern, in den Armen wiegen, singen – und dann schlafen. Diese beruhigende Regelmäßigkeit hilft dem Kind, in den Schlaf zu finden. Experten raten dazu, das Baby nicht auf dem Arm, an der Brust oder durch stundenlanges Herumfahren im Kinderwagen zum Einschlafen zu bringen. Kinder sollten nach Möglichkeit allein in ihrem Bett zur Ruhe kommen. Nachts wachen sie einige Male auf. Sie orientieren sich kurz: Hat sich nichts verändert, dann schlafen sie wieder ein. Schlummert das Kind im Arm der Mama ein und wird dann ins Bettchen gelegt, ist es wahrscheinlicher, dass es anfängt zu protestieren, wenn es aufwacht.


Erst einmal abwarten: Nicht jedes Quäken oder kurzes Meckern in der Nacht bedeutet, dass das Baby richtig wach ist.


Es ist für das Kind also gut, wenn es zwar müde, aber noch wach in sein Bettchen gelegt wird und dort von allein einschläft. Nur so kann es lernen, auch in der Nacht ohne die Hilfe der Eltern wieder in den Schlaf zu finden. So wie die Erwachsenen lernen müssen, nicht bei jedem Muckser des Nachwuchses direkt am Bettchen zu stehen. „Viele Eltern reagieren viel zu schnell“, weiß Barbara Schneider, Schlafmedizinerin und Leiterin des Schlaflabors am Kinderkrankenhaus Landshut. „Es ist völlig normal, dass die Babys sich in der Nacht bewegen, grunzen und auch mal kurz meckern. Das heißt nicht, dass sie richtig wach sind.“

Auch die Kinder- und Jugendpsychologin Professor Angelika Schlarb von der Uni Bielefeld, die sich viel mit Schlafstörungen beschäftigt, rät hier zu mehr Gelassenheit: „Ruhig erst mal ein bisschen abwarten, sonst hat das Kind keine Chance, es selbst hinzubekommen, wieder in den Schlaf zu gleiten.“

Solche Selbststeuerungsmechanismen zu lernen, sei für Kinder sehr wichtig. Und für die Eltern auch, denn das ist für sie der Weg zu besseren Nächten ohne große Unterbrechungen.

Im Krabbelalter empfiehlt es sich dann, das Nickerchen am frühen Abend zu streichen, um das Durchschlafen in der Nacht zu fördern. Auch wenn es praktisch ist, für eine Stunde seine Ruhe zu haben, um das Abendbrot zuzuberei- ten oder endlich die Wäsche aufzuhängen: Dieser kurze Schlaf hindert das Kind später daran, acht Stunden hintereinander durchzuhalten.

Hallo. Mama, ich bin wach! Ob Kinder zu den Lerchen gehören, die morgens putzmunter sind, oder zu den Eulen, die abends nicht ins Bett finden, hängt auch von den Genen ab.


Foto: imags\Westend61

Nach dem Babyalter haben die meisten Kinder zwar das Durchschlafen einigermaßen gelernt, dafür kommen aber nun die Probleme mit dem Einschlafen. Aus Angst, irgendetwas zu verpassen, werden sie schon in jüngsten Jahren sehr erfinderisch und dehnen das Aufbleiben bis zur allerletzten Minute aus. Nur noch einmal dies, nur noch einmal jenes: Meist sind sie schon längst völlig übermüdet, überreizt und weinen schnell. Sobald sie sprechen können, werden sie trotzdem standhaft behaupten, nicht müde zu sein. Jetzt hilft keine Überredungskunst mehr, sondern nur noch ein Machtwort der Eltern. Manche Kinder fürchten sich aber auch im Dunkeln – vor bösen Träumen, Monstern oder anderen Fantasiefiguren. Ein kleines Nachtlicht kann hier Abhilfe schaffen, ebenso wie die Tür einen Spalt offen zu lassen, damit das Kind die vertrauten Geräusche in der Wohnung hört, zum Beispiel das Klappern aus der Küche oder die Stimmen der Eltern. Auch Beschütz-mich-Tiere wie große Teddybären oder gefährliche Plüschkrokodile machen das Kinderbett zur monstersicheren Zone.


Aus Angst etwas zu verpassen, will so manches kleine Kind abends partout nicht ins Bett.


SCHLÄFT MEIN KIND GENUG?

Muss der Nachwuchs morgens mehrfach geweckt werden, bis er bereit für den Tag ist? Wirkt das Kind tagsüber oft quengelig, überdreht und leicht zu frustrieren? Das können Anzeichen dafür sein, dass die Schlafdauer und oder -qualität nicht ausreichend ist. Ist das Kind dagegen morgens nach einer kurzen Aufwachphase munter und positiv gestimmt, spricht das für eine erholsame Nachtruhe, die lange genug gedauert hat. Jetzt kann derTag kommen