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Die AV-Receiver Crème von Marantz


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Heimkino - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 18.11.2022
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Bildquelle: Heimkino, Ausgabe 1/2023

Seitens der Nomenklatur zählt man bei Marantz nunmehr rückwärts; der Cinema 70s ist aktuell der kleinste, wobei das „s“ mutmaßlich für Slimline steht, da er tatsächlich vergleichsweise flach baut. Darauf folgt mit dem Cinema 60 eines unserer Testmuster, den es für knappe 50 Euro Aufpreis auch mit DAB -Tuner gibt. Darüber schließt sich mit dem Cinema 50 unser zweites Testmuster an. Der Cinema 40 schließt die Reihe nach oben hin ab – bislang jedenfalls. Die ehemals abgerundeten Seitenwangen sind einem abgestuften Design gewichen. Die eigentliche Frontplatte ist nach wie vor matt gehalten, wahlweise in Silber oder Schwarz, während die nunmehr geraden aber zurückgestuften Seitenwangen mit kunstvoll gebürsteter Oberfläche glänzen. Das markante, runde Display ist geblieben, und auch die Tatsache, dass die teureren Geräte, wie der Cinema 50, die frontalen Bedienelemente elegant hinter einer massiven ...

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... Klappe verbergen. Beim Cinema 60 und darunter sind die Bedientasten zusammen mit dem USB-Eingang und der Buchse für das Messmikrofon fein säuberlich, aber offen nebeneinander aufgereiht.

Unter der Haube

Nun muss man weder beim Cinema 60 noch beim Cinema 50 erst die Haube lüften, um einen Eindruck von der Verteilung der Ausgangsleistung zu gewinnen, da reicht der Blick auf die jeweilige Rückseite: Der Cinema 50 verfügt über insgesamt elf Lautsprecherterminals, die von neun Verstärkerzügen gespeist werden. Damit sind Konstellationen von 5.1.4 bis 7.1.2 möglich, bzw. 5.2.4 oder 7.2 2, weil der Cinema 50 mehr als einen Subwoofer ansteuern kann. Die beiden übrigen, freien Terminals können beispielsweise für eine zweite Stereozone genutzt werden, bei Bedarf ebenfalls mit Sub-Unterstützung. Eine Einschränkung gibt es allerdings; so lässt sich die zweite Zone nicht nutzen, solange die neun Endstufen im Heimkino gebraucht werden. Steckt man im Heimkino beispielsweise auf 5.1.2 zurück, geht dann beides auch parallel. Der Cinema 60 muss mit sieben Lautsprecheranschlüssen auskommen, die quasi eins-zu-eins von ebenfalls sieben Endstufen gespeist werden. Dennoch lässt sich auch hier über ein 5.1.2 Lautsprecher-Setup eine eindrucksvolle immersive Beschallung nach Dolby Atmos oder DTS:X realisieren. Auro 3D unterstützt der kleine Bruder des Cinema 50 dagegen nicht. Auf eine zweite Stereo-Zone muss man dagegen nicht gänzlich verzichten, dafür hat der Cinema 60 nämlich Vorverstärker-Ausgänge, die vom Prozessor genauso angesteuert werden können, wie die internen Verstärkerzüge. Für die Stereo-Zone werden dann nur noch entweder aktive Lautsprecher oder zumindest Endstufen benötigt.

Reichlich Input

Darüber hinaus verfügt der Cinema 60 über zwei HDMI-Ausgänge, der Cinema 50 sogar über drei, allesamt können Auflösungen bis 8K weiterleiten. Für den entsprechenden Input stehen jeweils sechs HDMI-Schnittstellen zur Verfügung. Der Cinema 50 leitet bei Bedarf die volle 8K-Auflösung von allen sechs Eingänge weiter, beim Cinema 60 sind es immerhin die Eingänge vier bis sechs, die ersten drei beschränken sich auf respektable 4K-Auflösung. Analoge Videoquellen sind bei keinem der beiden AV-Receiver vorgesehen. Beim Ton sieht es da schon anders aus, hier gibt es neben den üblichen digitalen außerdem mehr als genug analoge Schnittstellen, bis hin zum veritablen Phono-Eingang. Der Cinema 60 hat standardmäßig ein FM-Empfangsteil integriert, außerdem gibt es für 50 Euro mehr die Variante mit DAB+-Empfangsteil. Dann bekommt der Cinema 60 das Kürzel DAB. Die kleine Mehrausgabe lohnt sich durchaus, zumal das bei den anderen Receivern der Cinema-Reihe nicht möglich ist. Allen gemeinsam sind dagegen die umfangreichen Streaming-Möglichkeiten per WLAN, bzw. LAN; so ist das Internetradio TuneIn bereits standardmäßig installiert. Für die meisten anderen Dienste sowie die Integration in ein Multiroom-System per WLAN zeichnet, wie bei allen Receivern von Marantz und Denon, die HEOS App Steuerzentrale auf dem Smartphone verantwortlich. Der Receiver dient dann als mögliche Signalquelle für angeschlossene WLAN-Lautsprecher in anderen Räumen. Allerdings müssen sämtliche Komponenten mit HEOS kompatibel sein. Als Alternative bietet sich jedoch auch Airplay 2 an, was die Marantz Receiver ebenfalls beherrschen.

Installation und Einmessen

Dank der sehr guten Nutzerführung mit der grafische Oberfläche und der Volltextunterstützung ist selbst die Erstinstallation der umfangreich ausgestatteten und voll vernetzten Cinema Receiver kein Hexenwerk. Schritt-für-Schritt wird man durch den Anschluss sämtlicher Quellen und Ausgänge geführt. Wer sich schon auskennt, kann problemlos einige oder gleich alle Schritte überspringen, und direkt mit der Einmessung des Systems auf die Raumakustik beginnen. Sind Lautsprecher und Subwoofer schließlich korrekt angeschlossen, folgt die penible Einstellung auf die Raumakustik und Lautsprechergröße. Dazu liegt den Cinema Receivern das übliche Papp-Stativ sowie ein Audyssey Messmikrofon bei. Das wird in die Buchse an der Frontseite eingesteckt, was den internen Mess-Computer und das entsprechende OnScreen-Menü aktiviert. Beim Cinema 50 ist mit Audyssey MultEQ XT32 die umfangreichste Version des Einmess-Systems aktiv, mit detaillierten Anpassungsmöglichkeiten der Bass-Kanäle. Die beim Cinema 60 eingesetzte MultEQ XT arbeitet ebenso akkurat, verzichtet lediglich auf besagte Feinheiten in der Abstimmung der Subwoofer. Beide nutzen insgesamt acht Mikrofon-Positionen, um Pegel, Phase und andere Parameter der angeschlossenen Lautsprecher aufeinander und auf die individuelle Raumakustik abzustimmen. Das Ergebnis kann sich in jedem Falle hören lassen.

Dynamisch beim Film, ausgewogen bei Musik

Beim abschließenden Soundcheck macht der Cinema 60 den Start. Da wir immersiven 3D Sound hören wollen, spielt er in einem 5.1.2 Setup. Nach der obligatorischen Atmos Demo-Scheibe folgt ein cineastischer Ausflug nach Panem und zwar zum fulminanten letzten Teil der Trilogie, dem „Mockingjay“. Angefangen bei den gespenstischen Ausflügen in die Ruinen des vollig zerstörten District 12, mit fast schon bedrückender Stille, über das melancholische Solo von Katniss Averdeen, alias Jennifer Lawrence am verlassenen Bergsee, bis hin zum Beklemmungen auslösenden Alarm im Tunnelsystem des Districts 13. Ob eher ruhig, gedeckt oder tosend, fulminant, der Marantz trifft stets punktgenau die Atmosphäre und unterstützt so das Geschehen auf der Leinwand mit dem passenden Sound und großer Souveränität. Der Sub wird präzise und mit Nachdruck angesteuert und verleiht jeder Explosion den nötigen Nachdruck. Trotz der Ansteuerung von nur einem Paar Atmos-Lautsprecher schafft der Cinema 60 dabei eine beeindruckende, räumliche Abbildung. Beim Cinema 50 erweitern wir das 5.1.2 Setup mit zwei weiteren Atmos-fähigen Lautsprechern im hinteren Bereich, sodass wir ein 5.1.4 Setup erhalten. Dazu sollte das Heimkino allerdings nicht zu klein sein, sonst verschenkt man schlicht Potential. Und sogleich wird uns klar, dass der Cinema 50 tatsächlich erst im richtig großen Heimkino seinen Vorteil ausspielen kann, oder aber, man legt besonderen Wert auf eine zweite Zone im Stereo-Betrieb. Wie auch immer, mit dem zweiten Paar Atmos Lautsprecher landet der Hovercraft fast auf unseren Köpfen, die wir nun unwillkürlich einziehen – phantastisch!

Damit sind die beiden Marantz Receiver allerdings längst noch nicht am Ende, denn es steht noch der Beweis aus, dass der Phono-Eingang mehr als eine Feigenblatt-Funktion erfüllt. Auch hier erlaubten sich die beiden keinerlei Schwäche, auch Besitzer hochwertiger Vinyl-Konserven dürften damit voll auf ihre Kosten kommen.

Fazit

Jeder der beiden Marantz Receiver hat seinen Schwerpunkt. In den meisten Heimkinos wird der etwas günstigere Cinema 60 hervorragende Dienste leisten, die Differenz im Budget zum Cinema 50 bietet die Möglichkeit, dieses in Lautsprecher oder schlicht Software in Form von UHD-Scheiben zu stecken. Wer über die entsprechenden Räumlichkeiten verfügt, und diese zudem optimal nutzen möchte, zahlt beim Cinema 50 etwas drauf, und hat ebenfalls für die nächsten Jahre ausgesorgt.

Thomas Johannsen