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Die besten Apps für deine Bilder


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Mac Bibel - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 25.10.2022

Bildbearbeitung

Mit dem iPhone kannst du ohne Mühe großartige Fotos machen. Die implementierte Kamera ist von so hoher Qualität, dass selbst blutige Anfänger:innen rasch eine Sammlung erstaunlicher Bilder anhäufen. Doch während es zahlreiche Apps gibt, die mit einem schnell angewandten Filter deine Fotos mal nach altem Rollfilm, mal nach futuristischem Werbeplakat aussehen lassen, musst du bei feingliedrigeren Bildbearbeitungsprogrammen schon etwas genauer hinschauen. Wir haben uns gefragt: Welche Software bekommt den Spagat von Vielseitigkeit und schneller Hilfe am besten hin? Also machten wir uns auf die Suche, um herauszufinden, mit welchen digitalen Hilfsmitteln du ohne großen Aufwand und vor allem ohne ein hohes Fachwissen deine Fotos verschönern kannst.

Naturgemäß landeten wir bei unserer Recherche schnell bei den üblichen Verdächtigen des Genres, Photoshop und anderen Adobe-Kandidaten. Aber ...

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Bildquelle: Mac Bibel, Ausgabe 1/2023

Deine Möglichkeiten sind mit Photoshop nahezu endlos, darunter leidet jedoch die Bedienbarkeit.
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... sowohl beim Platzhirsch als auch bei der Konkurrenz wollten wir wissen, wie viel Geld du ausgeben musst, um gute, umfangreiche und intuitiv zu bedienende Werkzeuge zu erhalten. Und bei welchen Anwendungen du geneigt bist, schnell die Geduld zu verlieren.

Fazit

Willst du in die Materie tiefer einsteigen, benötigst das Programm beruflich oder sind deine Bearbeitungsaufgaben komplizierter Natur, solltest du ein Photoshop-Abo erwägen. Für das schnelle Bearbeiten zwischendurch ist die Software eher nicht geeignet.

Lightroom

Etwas anders verhält es sich bei dem aus demselben Haus stammenden Lightroom. Adobe bietet das Programm für knapp 12 Euro pro Monat an, im Verbund mit Lightroom Classic und Photoshop aber für denselben Preis (während Photoshop alleine das Doppelte kostet). Generell ist die Preispolitik des Unternehmens ähnlich verwirrend wie so manche Funktion. Für die Struktur des Programms gilt glücklicherweise das Gegenteil. Hier findest du tatsächlich nur jene digitalen Werkzeuge, die du für eine gründliche, aber rasche Veränderung benötigst.

Links im Lightroom-Fenster kannst du Fotos hinzufügen und sortieren, rechts sind in vier Reitern alle Funktionen angeordnet. Sortiert in die Rubriken Licht, Farbe, Effekte, Details und Optik, kannst du hier im ersten Reiter bereits nahezu alles anpassen, was dein Herz begehrt. Im zweiten Reiter schneidest du dein Bild zu oder drehst es, Letzteres erfrischend einfach, indem du es außerhalb des Randes einfach anklickst und ziehst.

Einzig die im dritten Reiter untergebrachte Reparatur-Funktion ist etwas grob geraten und gibt dir zu wenig echte Möglichkeiten der Verarztung an die Hand. Im vierten wiederum erhältst du mit dem Maskieren die Fähigkeit, bestimmte Teile deines Bildes unterschiedlich zum Rest zu bearbeiten. Dies ist eine Idee komplizierter als die Bedienung der anderen Parameter, aber immer noch einfach genug, damit du schnell einsteigen und deine Ideen umsetzen kannst. Zudem bietet Adobe sehr verständlich und knapp erklärte Info-Kästen, die auftauchen, sobald du mit dem Cursor über einen Befehl fährst.

Zuletzt sei noch erwähnt, dass Adobe mit seiner Marktkraft speziell bei Lightroom einen immensen Vorteil hat: Es gibt inzwischen zahllose Entwickler:innen von Presets, also vorgefertigten Filtern, die, von Profis ausgetüftelt, eine bestimmte Stimmung oder einen dezidierten Stil widerspiegeln. Du wirst also immer wieder mal auf derlei Presets von Firmen oder Einzelpersonen stoßen, die dir – mal kostenfrei oder zumeist für wenig Geld – die Arbeit ersparen und dir mit einem Klick immer wieder verwendbare Filter an die Hand geben, die du ganz oben in der Bearbeitungsleiste abrufen kannst. In unserem Workshop sagen wir dir, wie du diese Presets lädst und anwendest.

Fazit

Lightroom bietet dir nicht nur die richtige Anzahl an Bearbeitungsmöglichkeiten, sondern auch sehr gut und einfach funktionierende. Nichtsdestotrotz sind zwölf Euro pro Monat keine Kleinigkeit. Bearbeitest du oft und mit Aspirationen, raten wir klar zu diesem Programm, willst du deine Bilder nur ab und an verschönern, gibt es Alternativen.

Workshop: So lädst du Presets in Adobe Lightroom

1 Meist schicken dir Anbieter von Presets einen Link, auf den du klickst, um diese zu laden, in unserem Fall führt er zu Google Drive. Im Pull-down-Menü klicken wir auf Herunterladen. Die Presets landen im Download-Ordner.

2 Lightroom is tglücklicherweise sehr einfach strukturiert, sodass du dich sofort zurechtfindest. Nach dem Öffnen klickst du, um ein Bild zu wählen, ganz oben links auf das Plus-Symbol neben dem Befehl Fotos hinzufügen.

3 In unserem Fall wählen wir aus dem sich öffnenden Fenster einen Ordner auf dem Schreibtisch aus und dort das gewünschte Bild. Mit der Taste Für Import prüfen erscheint das Foto für die Bearbeitung im Lightroom-Fenster.

4 Nun wechselst du im Lightroom-Fenster die Seite und klickst oben rechts auf das Symbol mit den Reglern, woraufhin sich ein Menü mit diversen Kontrollen und Schaltmöglichkeiten öffnet, die du zur Bearbeitung benötigst.

5 Hier Swählst du oben links den Knopf Preset. Im Anschluss erscheint ein weiteres Menü mit drei Rubriken: Empfohlene Presets, Premium-Presets und Deine. Damit du deine neuen Presets nutzen kannst, wählst du Letzteres.

6 In der Preset-Rubrik oben etwas weiter rechts siehst du ein Symbol mit drei Punkten. Wenn du dieses anklickst, erscheint ein kleines Pull-down-Menü, in welchem du den Befehl Presets importieren auswählst.

7 In dem sich öffnenden Fenster gehst du zu deinem Download-Ordner und wählst alle gekauften Presets aus, die du in Schritt 1 dort gespeichert hast. Anschließend gibst du den Importieren-Befehl.

8 Nun findest du die neuen Presets in der Spalte Deine unter Benutzer-Presets. Dort musst du fortan lediglich eines auswählen, damit es auf das zur Bearbeitung geladene Foto angewandt werden kann.

9 Rechts unter Bearbeiten siehst du die Einstellungen, die dem Preset zugrunde liegen. Solltest du nicht gänzlich zufrieden sein, kannst du mit den Instrumenten das Ergebnis mit zahllosen Variablen bearbeiten und ändern.

Pixelmator Pro

Eines der wenigen Programme, die Adobe in den letzten Jahren das Leben schwer machen konnten, ist Pixelmator. Die derzeit erwerbbare Pro Version kostet einmalig vergleichsweise schlanke 40 Euro; auf mittlere und lange Sicht der deutlich günstigere Preis im Verhältnis zu den Adobe Produkten.

Inhaltlich bekommst du dafür eine sehr ähnliche Palette an Funktionen. Selbst die Anordnung der Werkzeuge ist dem teuren Vorbild nachempfunden. Als wir beide Programme nacheinander ausprobiert haben, war der Unterschied dennoch spürbar: Bei Lightroom geht alles eine Idee einfacher und intuitiver. Ein Pixelmator-Instrument, das dir die Arbeit erleichtern wird, ist das Modul zum schnellen Auswählen von Flächen, die du anschließend reparieren, anpassen oder auf andere Art losgelöst vom Rest des Bildes bearbeiten kannst.

Auch Funktionen, die du womöglich seltener einsetzen wirst, wie das Krümmen von Teilen deines Fotos, bringen ein authentisches und hochwertiges Ergebnis hervor. Beeindruckt hat uns zudem, wie gut wir Elemente aus einem Foto entfernen und die teilweise diffizilen Überbleibsel ohne große Narben reparieren konnten. Hätten wir einen Wunsch frei, gäbe es ein noch umfangreicheres Klonen von Flächen. Derzeit kannst du runde Bereiche in diversen Größen ausschneiden und woanders hin verpflanzen; die Möglichkeit, dies auch mit anderen Formen umzusetzen, würde Pixelmator weiter aufwerten.

Fazit

Für einen fairen Preis erhältst du hier sehr viel, was Lightroom auch hat. Ja, die wertvollen Presets fehlen, aber für ein umfangreiches und flottes Bearbeiten taugt Pixelmator allemal. Zudem behaupten sich die Entwickler:innen mit ihrem Produkt jetzt bereits seit Jahren und entwickeln es ständig weiter, ohne den aufs Wesentliche fokussierten Kern zu verändern. Du brauchst also keine Angst zu haben, dass es irgendwann keine Updates mehr gibt.

Affinity Photo

Der Funktionsumfang von Affinity Photo liegt zwischen jenen von Pixelmator und Photoshop. Für das vielseitige Programm musst du einmalig 55 Euro aufwenden. Die Werkzeuge und Module verteilen sich hier auf den rechten, den linken und den oberen Rand des Fensters, was die Anmutung und das Bearbeiten etwas unübersichtlich macht. Denn während du die wesentlichen Wandlungsinstrumente schnell findest, könnte die grafische Umsetzung – sprich die Navigation – hochwertiger und angenehmer sein. Schwierig wird es bei Arbeiten wie der Reparatur von Schönheitsfehlern in einem Foto. Diese, wie auch ein paar andere Fähigkeiten, ließen sich bei unseren Versuchen leider nicht ohne Weiteres umsetzen und bereiteten einige Mühe.

Gefallen hat uns, dass bei vielen Eingriffen eine Miniaturansicht möglicher Änderungen unter dem Befehl zu finden war, was dich schneller entscheiden lässt, ob sich die Veränderung lohnt.

Fazit

Rein faktisch muss sich Affinity Photo nicht vor der Konkurrenz verstecken: Du erhältst mit der Software die Möglichkeit zur RAW-Bearbeitung, der Montage von Panorama- und 360-Grad-Bildern, eine unbegrenzte Anzahl an Ebenen und ein paar grafische Möglichkeiten. Das intuitive Arbeiten funktioniert aber speziell bei Lightroom und Pixelmator besser.

Workshop: So bearbeitest du ein Foto mit Pixelmator Pro

1 Im Startfenster von Pixelmator wählst du eine Bildquelle, in unserem Fall laden wir ein Foto aus der Fotos-App von Apple. Du kannst aber auch aus jedwedem Ordner auf deinem Mac ein Bild zur Bearbeitung auswählen.

2 Zunächst wählst du als Grundlage einen Filter, indem du oben rechts auf das Symbol mit den drei ineinanderlaufenden Kreisen klickst, das für Farbanpassungen steht. Anschließend suchst du links daneben einen Filter aus.

3 Eine sehr gute Möglichkeit, dein Foto schnell und elegant aufzuwerten, ist ein Klick auf die Schaltfläche ML Enhance. In der Folge erscheint das Bild klarer, heller, die Farben leuchten und alles wirkt intensiver.

4 Auch wenn das bereits eine gute Grundlage ist, kannst du zahlreiche weitere Feinheiten anpassen, indem du direkt darunter in den Rubriken Helligkeit und Farbe & Sättigung die Regler hin- und herschiebst und ausprobierst.

5 Da nun der Himmel etwas zu türkis geraten ist, scrollst du in derselben Spalte nach unten und wählst bei Selektive Farbe das Türkis in der Mitte. Anschließend ziehst du die Helligkeit darunter so weit wie nötig auf.

6 Um das Blau weiter aufzuhellen und natürlicher erscheinen zu lassen, wählst du nun die Taste für den dunkleren blauen Farbton und veränderst auch hier Sättigung und Helligkeit, bis der Himmel natürlicher erscheint.

7 Auf gleiche Art und Weise kannst du noch mal weiter unten bei den Farbanpassungen vorgehen, um nach deinem Geschmack die Parameter zu ändern. Eine schnelle und effektvolle Änderung ist ein Klick auf den Vignette-Knopf.

8 Direkt darunter findest du die Funktion Schärfen. Hier bewirken bereits kleine Justierungen an den Reglern große Veränderungen. Mit diesen Werkzeugen kannst du deinem Bild zusätzliche Klarheit angedeihen lassen.

9 Zuletzt regelst du in der Farbanpassung überall nach, bis es dir gefällt. Ganz unten in der Rubrik solltest du am Ende auf das Feld mit den beiden Vierecken klicken, um den Vergleich mit dem Ausgangsbild zu erhalten.

Workshop: So reparierst du ein Foto mit Affinity Photo

1 Gehe oben in der Menüleiste des Programms auf Öffnen und lade anschließend von dem Ort, an dem es auf deinem Mac liegt, das Bild, das du bearbeiten willst. In unserem Beispiel wollen wir die Leine des Hundes entfernen.

2 Klick unten rechts beim Zoom auf das Plus-Symbol, bis du die richtige Größe zur Bearbeitung erreichst. Im Anschluss musst du das Foto an die richtige Stelle ziehen, indem du es einfach anklickst, hältst und bewegst.

3 In der Symbolleiste am linken Rand des Fensters wählst du in der Mitte das Stempel-Symbol. Es erscheint ein dünner, weißer Kreis. Dies ist fortan dein Reparatur-Instrument, mit dem du Stellen stempelst und einsetzt.

4 Oben links in der Menüleiste kannst du anschließend die Beschaffenheit und die Größe deines Stempels festlegen. Klicke auf die Zahl und wähle eine Breite. Da wir oben an der Pfote anfangen, sollte der Stempel klein sein.

5 Den ersten Teil der Leine wollen wir direkt unter der Pfote ersetzen. Zum Stempeln müssen wir die [alt]-Taste gedrückt halten und dort klicken, wo wir etwas kopieren wollen. Dann fahren wir mit dem Cursor über die Leine.

6 Dies wiederholenwir um dieselbe Stelle herum ein paar Mal, damit wir nicht die gleichen Spuren (Kiesel und Blüten in diesem Fall) kopieren und einsetzen und damit der Schatten des Hundes an einer logischen Stelle endet.

7 Ist der kleinteilige Bereich bewältigt, wird es etwas einfacher. Im unteren, helleren Teil müssen wir nicht mehr so vorsichtig sein. Damit es möglichst unauffällig aussieht, wählen wir auch entlegene Gebiete als Quelle.

8 Zum Abschluss solltest du dir den gesamten Ausschnitt noch einmal ansehen, um zu prüfen, ob etwas merkwürdig aussieht. In unserem Beispiel eliminieren wir als Letztes mit dem Stempel ein Stück Schatten am unteren Rand.

9 Durch Klickenauf das Minus-Symbol bei dem Zoom unten rechts erhältst du wieder das ganze Bild. Oft wirst du dabei noch kleine Fehler erkennen. Ist dies der Fall, wiederholst du die Schritte zwei bis acht, bis alles passt.

Mehr aus dem App Store

Bei der Suche nach einer guten Fotobearbeitungssoftware ist bei uns eine Erkenntnis hängen geblieben: Du musst nicht jenseits des App Store lange im Internet suchen, um etwas Hochwertiges zu finden.

Die AppPolarrProbeispielsweise erhältst du in einer nützlichen kostenfreien Version, das Upgrade kostet dich erträgliche 22 Euro pro Jahr. Zwei wichtige Merkmale zeichnen die Anwendung aus: Sie ist intuitiv bedienbar und die Palette an wesentlichen Werkzeugen reicht für eine umfangreiche Renovierung deiner Fotos. Vor allem mit den sogenannten lokalen Anpassungen kannst du Details deiner Bilder anständig variieren. Die Entwickler:innen haben zudem verstanden, dass du auf den ersten Blick nur wenige Bordmittel benötigst, um dir einen Überblick zu verschaffen, und erst beim Anklicken der Werkzeug-Icons in die Details gehen musst. Auf diese Weise bleibt alles immer schön aufgeräumt, während Dutzende Möglichkeiten nur ein bis zwei Klicks entfernt liegen. Kleine Bild-im-Bild-Tutorials erleichtern dir darüber hinaus die Arbeit.

Ganz ähnlich einfach funktioniertLuminarNeovon Skylum. Das Basis-Programm lädst du kostenfrei, wirklich Sinn macht die Software aber nur in einer der Kauf-Versionen für neun Euro pro Monat im Abo oder als Einmalkauf für 100 Euro. Auch bei Skylum handelt es sich um Entwickler:innen, die ein hohes Maß an Verantwortung für ihr Produkt zeigen, dementsprechend regelmäßig kannst du Updates erwarten.

Die Bandbreite, die du hier vorfindest, reicht von der Möglichkeit, schnelle, rudimentäre Eingriffe durchzuführen, bis hin zu implementierter AI-Technologie und der Option, mit verschiedenen Ebenen Bilder zu verbessern. Und genau wie bei Polarr Pro erhältst du bei Luminar Neo eine Adhoc-Übersicht, die keinerlei Erklärungen nötig macht. Im Gegenteil, die aufgeräumte Oberfläche lädt zu allerlei Spielereien und Adaptionen ein.

Sehr gelungen sind sowohl die Aufteilung der übergeordneten Rubriken Werkzeuge, Änderungen und Presets, als auch die farblich abgesetzte Einteilung der einzelnen Instrumente. Der Einmalkaufpreis ist zwar eher am oberen preislich hinnehmbaren Ende angesiedelt, dafür erfüllt die App so ziemlich alle Ansprüche und neue Innovationen werden regelmäßig addiert.

Darkroomerhältst du ebenfalls gratis, vollumfänglich für 22 Euro pro Jahr oder für 75 Euro, die du einmalig entrichtest. Und auch diese Anwendung macht Spaß. Neben den Bearbeitungstools stellen dir die Entwickler:innen zahlreiche Filter zur Verfügung, die deine Fotos in wenigen Sekunden auf ein neues Niveau heben. Genau wie die ebenfalls verfügbare iOS-App überzeugt Darkroom mit einer Auswahl an Elementen, die wirklich brauchbar und nicht nur Platzhalter sind. Sowohl deine dir wichtigen Fotos als auch die besten Filter kannst du als Favoriten markieren. Während du bei Darkroom die Bearbeitung von Farben, Temperatur, Lichtern und Dynamiken in jeder Form schnell abrufen kannst, könnten ein paar mehr Werkzeuge beispielsweise zum Retuschieren nicht schaden.

Apples Fotos-App

Bei der Fotobearbeitung geht Apple nicht in die tiefsten Tiefen, bietet dafür aber Übersicht und Essenzielles. Klickst du in der Fotos App auf Bearbeiten, erscheinen unten drei Symbole. Mit dem ersten aktivierst du Änderungsinstrumente wie Belichtung, Schwarzpunkt, Temperatur oder Schärfeeinstellungen. In der zweiten Rubrik findest du wenige, aber solide Filter, und hinter dem dritten Icon verbergen sich Werkzeuge, mit denen du deine Fotos zurechtschneiden oder dehnen kannst. Auch kannst du Zeichnungen, Text oder deine Unterschrift einfügen. Kurzum: Apple hat das Zentrum deiner Fotosammlung mit dem Wichtigsten auf hohem Niveau ausgestattet – eine gründliche Bildbearbeitung solltest du jedoch mit Zusatz-Apps erledigen.

Nützliche Hardware

Die diversen Bildbearbeitungsprogramme machen definitiv Lust auf mehr. Sollte es dir ähnlich gehen oder solltest du bereits tiefer eingestiegen sein, lohnt ein Blick auf Hardware, die dir bei der Verbesserung deiner Fotos zusätzlich helfen kann.

Das Loupedeck+ (250 Euro) wird vom Hersteller dezidiert als Werkzeug für Neulinge und Profis gleichermaßen eingestuft. Mit seinen taktilen Steuerelementen hilft dir die ergonomische Konsole dabei, deine Fotos (aber auch Videos) mit zeitsparenden Funktionen schneller und noch intuitiver zu verändern, ob mit Knopf, Taste, Regler oder Rad. Dank des Zusammenspiels mit dazugehöriger Software kannst du sofort loslegen und musst dich nicht lange einarbeiten. Unter anderem kannst du mit dem Loupedeck+ bis zu 16 präferierte Lightroom-Vorgaben zuweisen und sofort abrufbar haben.

Diese Art des intuitiven, ergonomischen und anpassbaren Arbeitens ermöglicht dir auch die Monogram Creative Console (ab 150 Euro). Mit diesem modular strukturierten Set stellst du selbst deine Konsole zusammen. Auch hier lädst du eingangs den sogenannten Monogram Creator herunter, mit dem die Hardware im Zusammenspiel wirkt. An das Start-Modul steckst du alle weiteren Module an Pins zusammen, in einer Abfolge und Anordnung deiner Wahl. Auf diese Weise kannst du zum Beispiel die zusätzlichen Instrumente um deine Tastatur herum organisieren. Auch wenn das Vergnügen bei Monogram mit jedem weiteren Modul schnell teuer werden kann, ermöglicht dir die universelle Kompatibilität, dass du das Set neben grafischen Programmen auch für Anwendungen wie Logic, Chrome oder Spotify nutzen kannst.

iPhone Apps

Überschwemmten in den ersten Jahren nach Einführung des iPhone noch gefühlt Tausende von Foto-Bearbeitungsapps den App Store, hat sich der Sturm inzwischen etwas gelegt und einige Platzhirsche haben die Rubrik in Beschlag genommen. Doch neben innovativen Werkzeugen und einer intuitiven Bedienbarkeit gibt es noch andere Kriterien, auf die du bei der Wahl deiner Foto-App achten solltest: Kund:innenbewertungen sind ebenso wichtig wie Updates. Letztere sollten nach Möglichkeit nicht länger als ein halbes Jahr zurückliegen, damit du sicher sein kannst, dass die Entwickler:innen den Trendstürmen der Zeit standund ihre App aktuell halten. Wir haben für dich die besten Apps mit den essenziellen Funktionen für eine kompakte Bildbearbeitung ausgesucht.

Retusche

Die App TouchRetouch(gratis) hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, wird aber laufend aktuell gehalten. Mit ihr erhältst du ein intuitiv handhabbares Werkzeug, um störende Elemente aus deinen Bildern zu entfernen: Mit Pinsel, Radiergummi oder Lasso funktioniert dies hervorragend.

Bildbearbeitung

Afterlight(kostenfrei*, Pro-Version 36 Euro) ist ein Kind des App-Stores und hat sich dennoch bis heute gehalten, mehr noch, die App wurde sogar stark verbes sert. Diente Afterlight in früheren Zeiten vornehmlich als Filter-App, kannst du heute zudem Dutzende Feineinstellungen vornehmen, selektiv verändern und mit sogenannten Touch Tools einzelne Bereiche mit Wischbewegungen anpassen.

Ähnlich umfangreich und vielseitig istUltralight(kostenfrei*, Abo 15 Euro pro Jahr). Von der Bandbreite an Filtern, der Möglichkeit, eigene Presets zu kreieren, bis zu den neun Rubriken, hinter denen du zahllose Anpassungsoptionen findest, ist hier alles dabei. Erstaunlich, dass die Entwickler:innen es dennoch geschafft haben, Ordnung in der App zu halten.

Filter

Filter-Apps gibt es wie Sand am Meer.WildShot(kostenfrei*, Pro-Version 9 Euro) hat auf den ersten Blick kaum bessere zu bieten als Afterlight oder Snapshot. Doch die Qualität dieser Anwendung liegt im Detail. Die Filter sind intensiv, entfalten aber ihr volles Potenzial, wenn du deinem jeweiligen Foto das prozentual richtige Maß angedeihen lässt. Zusätzlich kannst du die üblichen Feineinstellungen vornehmen sowie Effekte auswählen.

Ein ganzes Bataillon an Filtern bietet dir dieVSCO-App,die du für 8 Euro monatlich oder für 30 Euro pro Jahr abonnieren kannst. Kein ganz günstiger Spaß, dafür verfügst du mit der App auch über zahlreiche weitere Einstellungsmöglichkeiten und Effekte, die du zudem einfach und übersichtlich organisieren und speichern kannst.

Schwarzweiß

Für nur einen Euro bietet dirBlackiedas womöglich nicht intuitivste, dafür aber das intensivste Schwarzweiß-Erlebnis. Von Filmauswahl bis Körnung kannst du hier eine Menge einstellen und gelangst mit einem Tippen auf das Foto immer wieder zurück. Am meisten Spaß bereitet aber die Shuffle-Funktion, die dir unglaubliche Presets anbietet, welche du dann sichern kannst.

Herkömmlicher, aber dafür mit einer sehr umfangreichen Auswahl an Einstellungsmöglichkeiten ausgestattet, ist die AppCarbon.In der Grundausstattung ist diese kostenfrei, alle durchaus empfehlenswerten In-App-Käufe in Form von Filtern und Texturen erhältst du für zusammen 20 Euro.

# Systemübergreifend

Sollte dir das geräteübergreifende Arbeiten wichtig sein, empfehlen sich drei Apps, die sowohl eine OS- als auch eine iOS-Version vorweisen können. Die Anwendungen Darkroom, PS Express (Photoshop) und Lightroom lassen sich in beiden Fassungen gut bedienen. Erwähnenswert ist, dass die Photoshop-App deutlich schlanker und besser zu nutzen ist als die Desktop-Version.

Interview mit Profi-Fotograf Peter Rigaud

»Das iPhone war sicher der größte und nachhaltigste Gamechanger der vergangenen Jahre“«

PETER RIGAUD

In welchem Verhältnis steht bei Ihnen die Vorbereitung zu einem Fotoshoot, das Schießen vor Ort und die Nachbearbeitung, und was machen Sie bei Letzterem genau?

Das Verhältnis dieser Variablen ist stark abhängig von dem individuellen Fotoshoot. Ich versuche, mich immer möglichst umfassend und gut auf jeden Fototermin vorzubereiten: Wie wurde die Person in der Vergangenheit abgelichtet, fühlt sie:er sich wohl vor der Kamera, auch die Location ist mir persönlich sehr wichtig, die Entscheidung Studio oder „on location“, ebenso das Styling – was trägt die Person?

Es sollte immer genug Freiraum für Improvisation und spontane Ideen vorhanden sein. Das hängt natürlich sehr stark davon ab, wie viel Zeit ich mit den Menschen vor der Kamera bekomme. Für mich ist die Postproduktion sehr wichtig, wobei ich gerne die Fotografie als Abbild der Realität sehe und in der Menschenfotografie weniger auf extreme Postproduktion zurückgreife. Für mich ist ein Foto auch immer ein Zeichen des aktuellen Zeitgeistes, ob bewusst oder unbewusst. Selbstverständlich kann die Postproduktion auch einer Mode unterliegen, mag Schwarz/Weiß nötig sein, besonders saturierte Bilder oder ein entsättigter Stil. Die finale Postproduktion übergebe ich vertrauensvoll an meinen langjährigen Mitarbeiter Florian Heske, der schon über zwanzig Jahre lang alle meine Bilder final bearbeitet, immer in gegenseitiger Absprache.

WelchedigitalenWerkzeugesetzenSiedabeiregelmäßigein?

Der erste Schritt nach dem Fototermin ist, die Bilder auf den Computer zu übertragen. Danach lege ich eine Auswahl in Bridge/Photoshop fest, in CameraRAW lege ich persönlich den ersten Look fest. Dies entspricht eher einer Skizze, die dann in low res (niedriger Auflösung) manchmal schon Kund:innen übermittelt wird. Die finale Auswahl wird immer in Photoshop bearbeitet. Mein iPhone habe ich immer dabei, aber dies sehe ich eher als digitalen Skizzenblock. Private Fotos mache ich nur mehr mit iPhone, vor allem liebe ich die Video-Funktion!

KommtdasiPhoneauchbeiAufträgenzumEinsatz,undgibtesApps,dieSiezumVerändernvonBildernbesondersgerneverwenden?

Noch nicht, aber die Betonung liegt auf noch. Die Bilder für die Erstellung von kurzen Social-Media-Beiträgen werden großteils mit dem iPhone fotografiert. Das iPhone war sicher der größte und nachhaltigste Gamechanger der vergangenen Jahre. Es hat unseren Alltag grundsätzlich beeinflusst, im Bereich der Fotografie aber wirklich Bahnbrechendes geleistet. Speziell bei der Pre-Postproduktion bei der Verwendung der Presets für Bildbearbeitung. Diesen Umstand hätte ich noch vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten. Auch, weil die klassischen Kamerahersteller diesen Trend total übersehen haben und erst ganz langsam mit Innovationen nachziehen, versuchen dagegenzuhalten. Apps, die ich gerne im Alltag verwende, sind Lightroom für Fotos und Inshot, Filmbox, Slowfast sowie Chromic für Kurzfilme und Reels.

AufwassolltenHobby-Fotograf:innenbeimFotografierenmitdemiPhonevorOrtbesondersachten,waskönnensieIhrerMeinungnachspäternoch„rausholen“?

Alle Nutzer:innen sollten sich bewusst sein, dass ein iPhone-Bild nicht dem realen RAW oder JPG-Bild einer konventionellen Fotokamera entspricht. Ich bin immer wieder überrascht und positiv beeindruckt, welchen Blendenumfang (hell/dunkel-Kontrast) ein iPhone automatisch korrigiert. Ich persönlich verwende mein iPhone als fotografisches Skizzenbuch, aber auch als Fun-Projekt. Alles ist erlaubt, es gibt keine Fehler, nahezu alles ist korrigierbar und das wichtigste: Die meisten Features sind intuitiv wahrnehmbar. Ich persönlich nehme alle Fotos oder Videos im normalen Modus auf. Die verschiedenen sinnvollen Fähigkeiten können später ganz einfach hinzugefügt werden, zum Beispiel bei Video-Aufnahmen Beschleunigung oder Verlangsamung, bei Fotos der Porträtmodus.

WaswarinIhrerKarrierederschlimmsteFehler,denSiespäternichtmehrkorrigierenkonnten

Als ich einmal vergaß, einen Film einzulegen.