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„Diese Mannschaft kann um den WM-Titel mitspielen“


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Sport Bild Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 09.11.2022

SPANIEN

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Bildquelle: Sport Bild Sonderheft, Ausgabe 1/2022

VERBAND

„Real Federación Española de Fútbol“ (RFEF). Gegründet: 1913. Fifa-Beitritt: 1913. Uefa-Gründungsmitglied 1954.

FIFA-WELTRANGLISTE

Platz: 7.

BILANZ

Erstes Länderspiel: 1:0 gegen Dänemark (1920). Höchster Sieg: 13:0 gegen Bulgarien (1933). Höchste Niederlagen: 1:7 gegen Italien (1928) und England (1931).

NATIONALTEAM

Spitzname: „La Furia Roja“ („Die rote Furie“).

HÖCHSTE SPIELKLASSE„Primera División“ (20 Teams).

BESTEFUSSBALLERRaúl(Sturm; 102 Länderspiele, 1996 – 2006), Xavi(Mittelfeld; 133 LS, 2000 – 2014), IkerCasillas(Tor; 167 LS, 2000 – 2016), AndrésIniesta(Mittelfeld; 131 LS, 2006 – 2018), SergioRamos(Abwehr; Rekordnationalspieler mit 180 LS, seit 2005), DavidVilla(Sturm; Rekordtorschütze mit 59 Treffern in 98 LS von 2005-2017).

SPORT BILD: Señor Iniesta, in Ihrer kürzlich veröffentlichten Doku „La Decisión“ (seit 1. November auf Rakuten TV) erzählen Sie von Ihrem Kampf ...

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... gegen das Karriereende nach einer schweren Oberschenkelverletzung 2021. Haben Sie doch noch aufs Überraschungs-Comeback für Spanien bei der WM in Katar gehofft?

ANDRÉS INIESTA (38): Nicht wirklich(lacht). Ich werde oft gefragt, wieso ich noch so große Opfer bringe, um weiter Fußball zu spielen – trotz meines Alters und obwohl ich schon alle möglichen großen Titel gewonnen habe. Die Antwort ist meine Leidenschaft fürs Spiel, die mit den Jahren sogar noch größer geworden ist. Die Freude am Training, die Wut nach jeder Niederlage – solange mir der Fußball noch diese besonderen Gefühle gibt, will ich weitermachen.

DAS TEAM

In der spanischen Nationalelf fühlen Sie sich aber würdig abgelöst? Die Top-Talente Pedri und Gavi werden oft mit dem legendären Mittelfeld-Duo verglichen, das Sie mit Xavi Hernández gebildet haben.

„Deutschland sehe ich auf Augenhöhe, in einer ähnlichen Situation wie Spanien“

Der spanische Fußball ist bei den beiden in guten Händen. Natürlich sind sie noch sehr jung und müssen weiter wachsen. Aber die Verantwortung, die beide in so jungen Jahren schon bei einem Topklub wie dem FC Barcelona und im Nationalteam tragen, zeigt: Gavi und Pedri sind auf einem Niveau, das nur Spielern mit überdurchschnittlichem Talent vorbehalten ist. Ich hoffe, dass sie sich zu echten Größen für ihren Verein und für Spanien entwickeln können.

Der Iniesta-Vergleich bedeutet großen Druck ...

Denke ich gar nicht. Sie spielen einfach liebend gerne – ganz egal, in welchem Stadion und gegen welchen großen Gegner.

Die Vergleiche mit meiner Generation, das Lob, aber auch die Kritiken werden sie natürlich genauso begleiten wie mich in ihrem Alter. Doch der Spaß muss über allem stehen.

Wie stark schätzen Sie Spanien vor dem WM-Start denn generell ein?

Mir gefällt dieses Projekt sehr! Luis Enrique als Trainer, seine Spieler und wie diese seinen Fußball auf den Platz bringen. Bei einem Turnier kommt es natürlich auf Details an, da entscheiden oft einzelne Momente zwischen einem enttäuschenden und einem hervorragenden Abschneiden. Aber ich denke, diese Mannschaft kann um den WM-Titel mitspielen!

Und Gruppengegner Deutschland?

Deutschland sehe ich auf Augenhöhe und in einer ähnlichen Situation wie Spanien: Erfahrene Spieler sind gegangen, neue Hoffnungsträger wie Musiala gekommen ...

Weltstars wie Sie, Carles Puyol oder Iker Casillas hat Spanien allerdings kaum mehr.

Vor 2008 waren wir auch noch keine Stars! Einzelne Namen werden auch erst in einem starken Team groß. Das Kollektiv muss funktionieren, das ist auch Luis Enriques zentrale Idee: Die funktionierende Gruppe steht über den großen Namen.

Trainer Enrique, unter dem Sie zwischen 2014 und 2017 bei Barça gespielt haben, ist trotz des Einzugs ins EM-Halbfinale 2021 und in die Endrunde der Nations League 2022 umstritten.

Das passiert in Spanien vielen Trainern(lacht).Am Ende zählen die Ergebnisse. Ein Tor kann laute Kritik in Lob verwandeln und umgekehrt.

Wie stehen Sie zu Enriques unpopulären Entscheidungen wie zum Beispiel der Ausbootung von Sergio Ramos?

Ich sehe all das inzwischen auch nur noch von außen und denke: Der Trainer hat nach seinen Analysen die meisten Informationen und wählt die Spieler demnach aus. Enrique würde doch nie jemanden zu Hause lassen, der aus seiner Sicht die Erfolgschancen erhöht! Das ist doch unvorstellbar, selbst für Fans, die nicht jede seiner Entscheidungen gut finden.

Wie tickt Luis Enrique wirklich? Er wirkt auf die Öffentlichkeit oft stur und streitlustig.

Man kann dem Coach sicher nicht vorwerfen, sich nicht seit seiner Geburt treu geblieben zu sein. Seine absolute Priorität ist der Erfolg der Nationalelf. Auf dem Weg dahin hat jeder seine eigene Art. Luis Enrique eben seine. Er weiß ganz genau, wie er spielen lassen will und was er dafür von den Spielern verlangt. Davon lässt er sich nicht abbringen. Dazu kommt noch ein unerschöpflicher Siegeswille.

Manche erinnert Enrique wegen seiner störrischen Art und der lauten Kritik an seinen Entscheidungen an Spaniens legendären Europameister-Trainer von 2008, Luis Aragonés.

Kann schon sein, dass es da in Sachen Charakter Ähnlichkeiten gibt. Solche Persönlichkeiten haben einen speziellen Zugang zu uns Spielern und wissen, wie sie mit ihrer Message das Beste aus dem Team herausholen. Und: Wie Aragonés damals, weiß Enrique mit Störgeräuschen von außen umzugehen, stellt sich als Leader vor das Team und formt eine Einheit.

Was kann sich das Spanien von heute denn von der „Furia Roja“ abschauen, die ab 2008 bis 2012 die Fußballwelt dominiert hat?

Neben dem Zusammenhalt und dem Festhalten an einer klaren Spielidee würde ich vor allem die Stabilität in allen Facetten unseres Spiels hervorheben. Meine Generation hatte sicher großes spielerisches Talent. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass wir in der K.o.-Phase zum WM-Titel 2010 kein einziges Gegentor kassiert haben. Wir haben als Team funktioniert, alle Puzzleteile haben zusammengepasst. Das war für unser Selbstvertrauen und unseren Erfolg das Wichtigste.

WM-REKORDE

DER WEG ZUR WM

Europa-Gruppe B: Platz 1, 8 Spiele, 19 Punkte.Spanien erwischte einen schlechten Start und ließ im ersten Spiel beim 1:1 gegen Griechenland schon Punkte liegen. lm vierten Spiel in Schweden verlor die Mannschaft 1:2. Alle weiteren Begegnungen wurden gewonnen, und im letzten Spiel siegten die Iberer gegen den Zweitplatzierten Schweden mit 1:0.

BILANZ GEGEN VORRUNDEN-GEGNER

COSTA RICADrei Spiele: zwei Siege, ein Remis, 9:3 Tore; letztes Spiel 5:0 (2017, Testspiel).

JAPANEin Spiel: 1:0 (2001, Testspiel).

DEUTSCHLANDDFB: 25 Spiele: acht Siege, acht Remis, neun Niederlagen, 31:30 Tore; darunter vier WM-Spiele; letztes Spiel 6:0 (2020, Nations League). DFV: Drei Spiele: zwei Remis, eine Niederlage, 0:1 Tore; letztes Spiel 0:0 (1988, Testspiel).

Der Spanier Enrique, geboren am 8. Mai 1970 in Gijón, war als Spieler für beide Primera-División-Giganten aktiv: fünf Jahre für Real Madrid, acht Jahre für Barça, mit beiden Klubs wurde er spanischer Meister. Der 62-malige Nationalspieler bestritt drei Weltmeisterschaften: 1994, 1998 und 2002. Nach Trainerstationen in Barcelona (B-Team), bei der AS Rom und bei Celta Vigo wechselte „Lucho“, so sein Spitzname, zum FC Barcelona – und holte 2015 als nur einer von bisher zehn Trainern das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. Im Juli 2018 übernahm Enrique die spanische Nationalmannschaft, trat im März 2019 zunächst vorübergehend, dann im Juni vollständig zurück. Erst Ende August erfuhr die Öffentlichkeit die traurige Wahrheit: Seine neunjährige Tochter Xana war an Knochenkrebs gestorben. Am 19. November 2019 übernahm Enrique Spanien erneut.

DIE WM-BILANZ

16. Endrunden-Teilnahme. Spanienfeierte 2010 durch ein 1:0 n. V. gegen die Niederlande seinen ersten und bisher einzigen Weltmeistertitel. 1950 wurde man in der Finalrunde Vierter. 1934, 1986, 1994 und 2002 scheiterten die Iberer im Viertelfinale, 1990, 2006 und 2018 in Russland eine Runde früher. 1962, 1966, 1998 und 2014 kam das Aus in der Vorrunde, 1978 in der ersten und 1982 in der zweiten Finalrunde.

TRAINER LUIS ENRIQUE (52)

Tragödie zwang ihn zur Auszeit

DIE TRIKOTS

Das Heimtrikot ist in den spanischen Nationalfarben Rot und Gelb gehalten. Das Auswärtstrikots ist überwiegend in Himmelblau gestaltet, mit drei Streifen in den Farben der spanischen Flagge auf beiden Schultern

HISTORISCHE WM-TRIKOTS

USA 1994

SÜDAFRIKA 2010