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Dynamik im Heimbüro


ÖKO-TEST Spezial Wohnen und Leben - epaper ⋅ Ausgabe 13/2014 vom 21.11.2014

Arbeiten zu Hause ist mindestens genauso anspruchsvoll wie in der Firma. Wir zeigen, wie man den Arbeitsplatz möglichst gesund und ergonomisch einrichtet.


Artikelbild für den Artikel "Dynamik im Heimbüro" aus der Ausgabe 13/2014 von ÖKO-TEST Spezial Wohnen und Leben. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Paolo Capello/www.die-wohn-galerie.de

Foto: Erich Latzelsberger

Nicole Bicher

Dipl.-Ing. Innenarchitektur Bicher Home & Office, Marsberg www.bicher-home.de

„Eingehende Post oder Unterlagen sollte man nie direkt auf dem Schreibtisch ablegen, sonst wird das schnell unübersichtlich. Wenn ich dann erst mal meinen Arbeitsplatz aufräumen muss, bevor ich anfangen kann zu arbeiten, gewinnt der innere Schweinehund vielleicht doch öfter, als mir das lieb ist. ...

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... Besser ist eine feste Ablage, die dann bewusst abgearbeitet wird.“

Ganz gleich ob es nur ein paar EMails pro Tag sind oder ob der Vollzeitjob zu Hause stattfindet, ein eigener Arbeitsplatz sollte dafür vorhanden sein. „Schon allein, um sich dann gedanklich auch von der Arbeit trennen zu können, ist das wichtig“, erklärt die Diplom-Ingenieurin für Innenarchitektur Nicole Bicher aus Marsberg im Sauerland. Sie plant für Unternehmen, aber auch für Büromöbelhersteller professionelle Arbeits umgebungen. Vieles, was bei der Gestaltung professioneller Arbeitsplätze grundlegend ist, lässt sich auch auf den Arbeitsplatz zu Hause übertragen. Besonders wichtig ist die Lichtsituation. „Nur wer bei gutem Licht arbeitet, arbeitet auch effektiv“, erklärt Nicole Bicher. Tageslicht ist am besten, es darf natürlich nicht blenden. Auch wer abends oder nachts am Computer arbeitet, sollte genügend Hintergrundbeleuchtung haben. Sonst fixiert sich das Auge nur auf den Bildschirm und wird schnell müde.

Der Arbeitsplatz selbst sollte den eigenen Vorlieben und dem Arbeitsstil entsprechen. „Der eine braucht die perfekte Ordnung, der andere arbeitet besser im kreativen Chaos“, weiß Expertin Bicher aus leidvoller Beratererfahrung. Ablagefläche und Ordnungssysteme sind für jeden wichtig. Ob mal offene Regale oder geschlossene Schränke bevorzugt werden, ist eine Frage der Vorlieben und des persönlichen Geschmacks.

Ein zentraler Aspekt ist die Bewegung am Arbeitsplatz, die aktiv initiiert werden sollte. Den Drucker oder auch ein Regal mit wichtigen Ordnern kann man so aufstellen, dass man gezwungen ist, aufzustehen und sich zu bewegen. Das regt den Kreislauf an und verhindert fixe Dauerhaltungen. Auch ein guter Schreibtischstuhl, bei dem die Sitzfläche möglichst in alle Richtungen beweglich gelagert ist, unterstützt das aktive Sitzen und fördert die Rückenmuskulatur. „Die kosten natürlich einiges an Geld, aber das ist gut angelegt. Stattdessen kann man lieber beim Schreibtisch sparen. Da tut es am Anfang auch eine einfache Tischplatte auf Böcken“, gibt Nicole Bicher Kostenentwarnung.

Eine weitere Alternative sind gebrauchte Profistühle, deren Sitzfläche man austauscht. Diese werden von Büro möbelverwertern angeboten und kosten oft nur einen Bruchteil der Neuware. Vorher sollte man sich vergewis sern, ob und wo es Ersatzteile zu kaufen gibt. Wichtig ist auch genügend Fußraum. Wer unter dem Tisch vom Container über den PC bis hin zum Mülleimer den Platz zubaut, nimmt sich die Gelegenheit, auch mal andere Haltungen einzunehmen.

Ein guter, flexibel gelagerter Bürostuhl sowie bewusst fern des Schreibtischs platzierte Regale und Drucker animieren zur Bewegung. Ablageflächen für Unterlagen sollten nicht gleich Arbeitsfläche sein. Das macht mehr Lust aufs Arbeiten, als erst mal aufzuräumen.


Bewegung bewusst einplanen

Das gilt auch für das Arbeiten im Stehen. In immer mehr Firmen gibt es höhenverstellbare Arbeitstische. Solche beweglichen Profimöbel sind allerdings sehr teuer. Für den privaten Bereich tut es auch ein höheres Regalbrett oder ein Stehpult, auf das man zum Beispiel den Laptop platzieren kann, erklärt die Expertin. Oder man steht zum Telefonieren ganz bewusst auf.

Einen positiven Effekt haben Pflanzen im Heimbüro. Sie heben die Luftfeuchtigkeit, was sich positiv auf die Atemwege und Augen auswirkt, sie dämpfen Schall und sind Anlass, aufzustehen und sich für eine kreative Pause mit Blumengießen oder Blätterzupfen zu beschäftigen. Gleichzeitig machen sie den Arbeitsbereich wohnlicher.

Sich seinen Arbeitsplatz nach eigenen Vorlieben einrichten zu können, ist ein großer Vorteil des Heimbüros. Dabei sollte man jedoch auch die Außenwirkung beachten. „Viele Menschen, die mit Videokonferenzen von zu Hause aus arbeiten, achten nur wenig auf den Hintergrund, vor dem sie zu sehen sind. Da macht ein unaufgeräumtes Regal oder eine nackte weiße Wand einen schlechten Eindruck. „Besser ist ein nicht zu buntes Bild oder einfach eine Pflanze“, rät Nicole Bicher. Denn auch im Homeoffice gilt der Spruch „Du hast keine zweite Chance für den ersten Eindruck“.

Für gelegentliches Arbeiten oder die private Korrespondenz reicht ein schlanker Tisch. Wird es professionell, sollte es ein eigener, gern wohnlicher Raum sein.


Foto: Oliver Furniture/www.nubie.co.uk

Foto: Bel Ordina/www.belordinaire.com