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Energieberatung: Den Lecks auf der Spur


ÖKO-TEST Spezial Umwelt & Energie - epaper ⋅ Ausgabe 12/2008 vom 17.12.2008

Bevor man wie wild drauflos saniert, sollte man sich lieber an einen professionellen Energieberater wenden. Das zahlt sich aus: 50 Prozent Kosten lassen sich auf jeden Fall einsparen.


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Foto: irisblende.de

Wenn Ulrich Fröhner ins Haus kommt, findet er immer etwas. Der Stuttgarter Energieberater ist auf der Suche nach Schwachstellen in der Gebäudehülle, checkt die Heizungsanlage und lokalisiert teure Stromfresser. Das Sparpotenzial ist enorm: „Die Hälfte seiner Energiekosten kann man mindestens sparen, je nach Aufwand auch deutlich mehr”, verspricht Fröhner, der seit 15 Jahren in Sachen Energieeinsparung ...

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Wenn Ulrich Fröhner ins Haus kommt, findet er immer etwas. Der Stuttgarter Energieberater ist auf der Suche nach Schwachstellen in der Gebäudehülle, checkt die Heizungsanlage und lokalisiert teure Stromfresser. Das Sparpotenzial ist enorm: „Die Hälfte seiner Energiekosten kann man mindestens sparen, je nach Aufwand auch deutlich mehr”, verspricht Fröhner, der seit 15 Jahren in Sachen Energieeinsparung berät.

Seinen Rundgang durchs Haus beginnt er im Keller – und gibt gleich praktische Tipps: Die Kellerdecke kann man mit aufgeklebten Platten aus Holzfaser oder Polystyrol ohne großen Aufwand selbst dämmen, auch Heizungsrohre lassen sich problemlos in Dämmschalen einpacken. Den Austausch der Heizung sowie der Heizund Warmwasserpumpen überlässt man hingegen lieber Fachleuten. Ist der Heizkessel älter als 15 Jahre, kann sich der Kauf eines neuen Kessels lohnen. „Neben einen neuen Kessel stellt man am besten gleich einen Solarspeicher und führt wenn möglich auch die Leitungen für die Kollektoren zum Dach, das spart bei der späteren Integration von Solarenergie Geld und Aufwand”, empfiehlt Fröhner.

Der alte Grundsatz „Erst dämmen, dann Heizung erneuern” ist zumindest bei einer Gasheizung nicht zwingend.

Moderne Brennwertkessel passen ihre Leistung stufenlos dem Wärmebedarf an. Etwas anders sieht es bei einer Öl-oder Pelletheizung aus. Hier sollte man klären, welche Leistungsstufe die Anforderungen optimal erfüllt.

Soll der Keller ganz oder teilweise bewohnt werden, sorgt eine Innendämmung der Außenwände für warme Oberflächen. Noch besser ist eine Dämmung des Kellers von außen, dafür muss aber das Haus rundum ausgegraben werden. Der hohe Aufwand lohnt meist nur, wenn die Kellerwand wegen eindringender Feuchtigkeit ohnehin saniert werden muss. Dann verursacht die Dämmung nur geringe zusätzliche Kosten.

Besonders effektiv ist es, alle Außenwände des Hauses zu dämmen, Mindeststärke zwölf Zentimeter, je mehr, desto besser. Dabei sollten auch gleich die Fenster erneuert werden. Denn nach träglich eingebaut, macht der fugendichte An schluss der Fensterrahmen an die Dämmplatten Probleme. Ähnlich große Erfolge bringt eine Dachdämmung. Mindestens 20 Zentimeter Dämmstoff sollten zwischen, auf oder unter die Dachsparren gepackt werden, auch hier lohnt jeder zusätzliche Zentimeter.

Wenn der Dachboden nicht genutzt wird, kann man dort Dämmmatten oder eine Schüttung leicht in Eigenarbeit auslegen. Wichtig: Ab 1.1.2009 tritt die neue Energieeinsparverordnung in Kraft, die auch für Umbauten deutlich höhere Dämmwerte vorsieht. Wie viel Dämmstoff man auf oder in ein Bauteil packen muss, hängt auch vom Material ab. Dünne Vollziegelwände brauchen zum Beispiel eine dickere Dämmschicht als solche mit Hochlochziegeln. Die Details rechnen auf Wunsch der Energieberater, ein Architekt oder andere berechtigte Experten aus.

Wird ein Haus umfassend modernisiert und damit luftdichter, empfiehlt Ulrich Fröhner dringend den Einbau einer Lüftungsanlage: „Eine Anlage mit Wärmerückgewinnung ist natürlich am effektivsten, lässt sich in Altbauten wegen der vielen Rohre aber nicht immer realisieren.” Nicht zuletzt sollte man auf vermeintliche Kleinigkeiten achten. Eine alte Aluhaustür mit Einfachverglasung ist ebenso problematisch wie ein Mauerschlitz als Briefkasten, durch den der Wind pfeift. Wichtig ist auch der richtige Zeitpunkt der Sanierung: Muss etwa das Dach neu gedeckt werden oder steht ein Dachausbau an, verursacht die Dämmung relativ geringe Zusatzkosten. Die ausführliche Analyse des Energieberaters wird durch den Staat gefördert.

Die Antragsstellung erledigt der Energieberater. Er muss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zugelassen sein. Weitere Details und Adressen siehe Seiten 74.

Kompakt

Sparplan Energie

1. Überblick gewinnen

■ Aus den Heizkostenrechnungen der letzten drei bis fünf Jahre den durchschnittlichen Verbrauch ermitteln und in Kilowattstunden umrechnen: Ein Liter Heizöl sind zehn Kilowattstunden, ebenso zirka ein Kubikmeter Gas.
■ Durchschnittlichen Verbrauch in Kilowattstunden durch die Zahl der beheizten Quadratmeter Wohnfläche teilen. Ergebnis ist der Energiekennwert in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, kurz kWh/(m² a).
■ Ergebnis vergleichen: Unter 100 kWh/(m² a): Gut, kann aber noch besser werden. 100–180 kWh/(m² a): Dämmung einzelner Bauteile; neue Heizung ist überlegenswert, wenn ein Austausch ohnehin ansteht.
Über 180 kWh/(m² a): Das Haus ist energetisch schlecht. Maßnahmen sind sinnvoll und nach mehreren Jahren rentabel.

Foto: Hessische Energiespar Aktion

2. Experten hinzuziehen

Wo sich eine Sanierung lohnt, welche Dämmstärken sinnvoll sind und ob und welches neue Heizsystem das Beste ist, wissen Energieberater, Architekten oder gute Handwerker.

3. Sparvorschläge umsetzen

Prioritätenliste aufstellen und abarbeiten. Besonders sinnvoll sind Maßnahmen, wenn sowieso saniert werden muss. Für jeden Vorschlag mindestens drei Angebote einholen. In der Regel ist es sinnvoller, erst zu dämmen und dann das Heizsystem auszuwählen.