Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 8 Min.

Energieberatung und Energiepass: Wegweiser in Sachen Energie


ÖKO-TEST Spezial Wohnen und Leben - epaper ⋅ Ausgabe 9/2012 vom 14.09.2012

Verbraucht mein Haus viel oder wenig? Lohnen sich der neue Kessel und die Wärmedämmung? Energieberater sollen den richtigen Weg zeigen und helfen oft, bis zur Hälfte der Energie kosten zu sparen. Dagegen ist der obligatorische Energiepass bei Kauf und Verkauf nur bedingt aussagekräftig.


Artikelbild für den Artikel "Energieberatung und Energiepass: Wegweiser in Sachen Energie" aus der Ausgabe 9/2012 von ÖKO-TEST Spezial Wohnen und Leben. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: MEV

Obwohl wir alle warme Wohnungen und angenehm temperiertes Duschwasser brauchen, ist das Thema Energieverbrauch für viele Eigentümer und Mieter ein Buch mit sieben Siegeln. Schon allein den Zustand eines Gebäudes hinsichtlich seines Energieverbrauchs zu beurteilen, ist für Laien schwierig. Denn so paradox es ...

Weiterlesen
Artikel 0,76€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Spezial Wohnen und Leben. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 9/2012 von Dem Licht entgegen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Dem Licht entgegen
Titelbild der Ausgabe 9/2012 von Energieeffiziente Hauskonzepte: Ein Ziel, zwei Wege. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Energieeffiziente Hauskonzepte: Ein Ziel, zwei Wege
Titelbild der Ausgabe 9/2012 von Gesetze und Verordnungen: Energieeffizienz – höchste Pflicht. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Gesetze und Verordnungen: Energieeffizienz – höchste Pflicht
Titelbild der Ausgabe 9/2012 von Photovoltaikanlagen: Sorgfalt geht vor Niedrigpreis. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Photovoltaikanlagen: Sorgfalt geht vor Niedrigpreis
Titelbild der Ausgabe 9/2012 von Photovoltaikmodule: Mit der Sonne durch dick oder dünn?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Photovoltaikmodule: Mit der Sonne durch dick oder dünn?
Titelbild der Ausgabe 9/2012 von Integrierte Photovoltaikanlagen: Dem Dachschaden vorbeugen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Integrierte Photovoltaikanlagen: Dem Dachschaden vorbeugen
Vorheriger Artikel
Unter den Dächern der Stadt
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Gebäudedämmung: Der Mantel fürs Haus
aus dieser Ausgabe

... klingt, ein kleines Haus mit einem absolut gesehen geringem Verbrauch kann vergleichsweise mehr Energie verschleudern als ein besser ausgestattetes, großes Gebäude.

Letztendlich zählen Fakten, und die kann am besten ein Fachmann bereitstellen. Gute Energieberater sind darauf spezialisiert, Gebäude zu analysieren und Vorschläge für Verbesserungen zu machen, die wirtschaftlich optimal und zukunftssicher sind und gleichzeitig die geltenden Vorschriften, zum Beispiel der Energieeinsparverordnung, einhalten.

Soweit die lobenswerte Absicht. Doch gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Denn die Realität sah in den vergangenen Jahren leider nicht immer ideal aus. Energieberater ist keine geschützte Berufsbezeichnung und so begutachteten auch wenig qualifizierte „Berater“ im Schnellverfahren Gebäude, vergaßen wichtige Details und lieferten unverständliche, zu dünne oder zu umfangreiche Standardberichte ab. Auch die notwendigen Handlungsempfehlungen fehlten hin und wieder oder entsprachen nicht den Voraussetzungen des Gebäudes. Keineswegs sind deshalb alle Energieberater schlecht oder schlampig. Bislang gab es aber auch schwarze Schafe, die dem guten Ruf der Branche schadeten.

Die Ursache dafür muss man nicht lange suchen. Trotz entsprechender Warnungen wurde bei der Einführung der staatlich geförderten Vor-Ort-Beratung der Kreis der „Experten“ auf Druck mächtiger Verbände sehr weit gezogen und die Qualifikationsanforderungen ge- senkt. Das hat sich gerächt und führte nun zu einer einheitlichen Liste mit genau definierten Zulassungsbedingungen. Energie effizienz-Experten, so die neue wohlklingende Bezeichnung, findet man ab sofort nicht mehr bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau sondern in einem gleichnamigen Verzeichnis der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Damit verbunden sind eine Überprüfung der Qualifikation und die Pflicht für Nachschulungen und Fortbildungen. Schließlich ist Energieberater ein anspruchsvoller und verantwortungsvoller Job. Gefragt sind nicht nur Kenntnisse über Heizungstechnik, Dämmung und erneuerbare Energien sondern auch über Bauphysik, rechtliche Aspekte und die aktuelle Fördersituation. Die Beratungsempfänger investieren auf die Auskunft des Experten hin nicht selten fünfstellige Summen, deren Sinn sich oft erst nach Jahren erweist. Da sollte ein Energieberater Wissen und Erfahrung mitbringen. Im neuen Internetauftritt sieht man auch gleich, für welche staatlichen Förderprogramme der Berater zugelassen ist.

Wenn der Berater ins Haus kommt, findet er eigentlich immer Einsparmöglichkeiten: Schwachstellen in der Gebäudehülle, unnötige Verluste der Heizungsanlage oder teure Stromfresser. Das Sparpotenzial ist enorm: Rund die Hälfte der eigenen Energiekosten kann man sparen, je nach Aufwand auch deutlich mehr. Den Rundgang durchs Haus beginnen viele Berater im Keller – und geben gleich praktische Tipps: Die Kellerdecke kann man mit aufgeklebten Platten zum Beispiel aus Holz- oder Mineralfaser oder Polystyrol ohne großen Aufwand selbst dämmen; auch Heizungsrohre lassen sich problemlos in Eigenleistung mit Dämmschalen einpacken, das ist in vielen Häusern ohnehin Pflicht. Den Austausch der Heizung sowie der Heiz- und Warmwasserpumpen überlässt man hingegen lieber Fachleuten. Ist der Heizkessel älter als 15 Jahre, kann sich der Kauf eines neuen Kessels lohnen. Neben einen neuen Kessel stellt man am besten einen Solarspeicher und führt wenn möglich auch die Leitungen für die Kollektoren zum Dach. Das spart bei der späteren Integration von Solarenergie Geld und Aufwand.

Energieberater: Was der Profi leistet

Der alte Grundsatz „Erst dämmen, dann Heizung erneuern“ ist zumindest bei einer Gasheizung nicht zwingend. Moderne Brennwertkessel passen ihre Leistung stufenlos dem Wärmebedarf an. Anders sieht es bei einer Wärmepumpe und einer Öl- oder Pelletheizung aus. Hier sollte man klären, welche Leistungsstufe den Wärmebedarf optimal erfüllt. Und eine Wärmepumpe muss auf Haus und Heizsystem abgestimmt sein, um effizient arbeiten zu können.

Wenn der Keller ganz oder teilweise bewohnt werden soll, sorgt eine Innendämmung der Außenwände für warme Oberflächen. Noch besser ist eine Dämmung des Kellers von außen; dafür muss aber das Haus rundum ausgegraben werden. Der hohe Aufwand lohnt meist nur, wenn die Kellerwand wegen eindringender Feuchtigkeit ohnehin saniert werden muss. Dann verursacht die Dämmung nur geringe zusätzliche Kosten.

Besonders effektiv ist es, alle Außenwände des Hauses zu dämmen – Mindeststärke 14 bis 16 Zentimeter, je mehr, desto besser. Dabei sollten wenn nötig am besten auch gleich die Fenster erneuert werden. Denn nachträglich eingebaut, bereitet der fugendichte Anschluss der Fensterrahmen an die Dämmplatten Probleme. Ähnlich große Erfolge bringt eine Dachdämmung. Mindestens 20 Zentimeter Dämmstoff sollten insgesamt zwischen, auf oder unter den Dachsparren stecken. Wird der Dachboden nicht zum Wohnen genutzt, kann man dort Dämmmatten oder eine Dämmschüttung leicht in Eigenarbeit auslegen. Pauschallösungen gibt es keine: Art, Material, Position und Dicke der Dämmung hängen immer von den Gegebenheiten ab; da ist die Er- fahrung des Fachmanns hilfreich. Die Details rechnen Energieberater, Architekt oder andere berechtigte Experten aus.

Den richtigen Energieberater finden

■ Unter der Adresse www.energie-effizienz-experten.de findet sich die neue Vor-Ort-Beraterliste der Dena. Ende Juli 2012 waren etwa 1.800 Berater gelistet, ständig kommen weitere hinzu. Für Kredite der KfW zum Effizienzhaus 55 und 40 sowie für die Förderung zum Effizienzhaus Denkmal ist die Einschaltung eines zugelassenen Energieberaters Pflicht, ebenso für einen Zuschuss zur Beratung. Die Liste gibt auch einen Überblick über die Qualifikation des Beraters und die Zulassung zu verschiedenen Förderprogrammen.
■ Um die Energieberatung zu beschleunigen, lohnt es sich, im Vorfeld wichtige Unterlagen herauszusuchen: Grundrisspläne, Baubeschreibungen und Rechnungen – auch über spätere Sanierungen –, Messprotokolle des Schornsteinfegers und Rechnungen über die Brennstoffkosten. Das gilt auch für die Ausstellung eines Energieausweises. Eine entsprechende Checkliste hat die Dena unter www.zukunft-haus.info/de/verbraucher/energieausweis veröffentlicht.
■ Man sollte sich Angebote von drei Energieberatern einholen und nach Referenzen fragen. Bei manchen Beratern sind Referenzen auch auf der oben genannten Website hinterlegt.
■ Auch für die Ausstellung eines Energieausweises sollte man auf einem schriftlichen Vertrag bestehen. Die Dena stellt einen Mustervertragstext zur Verfügung, der für die Vertragsgestaltung als Grundlage genommen wer den kann. Dieser ist kostenlos verfügbar unter www.zukunft-haus.info/energieausweis. Telefonisch kann man sich bei der Dena unter Tel. 0800 / 0 73 67 34 beraten lassen.

Wird ein Haus umfassend modernisiert und damit luftdichter, empfiehlt sich häufig der Einbau einer Lüftungsanlage: Eine Anlage mit Wärmerückgewinnung ist natürlich am effektivsten, lässt sich in Altbauten wegen der vielen Rohre aber nicht immer realisieren. Nicht zuletzt sollte man auf vermeintliche Kleinigkeiten achten. Eine alte Alu-Haustür mit Einfachverglasung ist ebenso problematisch wie ein Mauerschlitz als Briefkasten, durch den der Wind pfeift. Wichtig ist auch der richtige Zeitpunkt der Sanierung: Muss zum Beispiel das Dach neu gedeckt werden oder steht ein Dachausbau an, verursacht die Dämmung relativ geringe Zusatzkosten. Die ausführliche Analyse des Energieberaters wird durch den Staat gefördert.

Die Antragsstellung erledigt der Energieberater. Er muss nach wie vor vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zugelassen sein und wickelt die Antragsformalitäten ab. Ziel der Beratung sollte sein, dass man als Hausbesitzer einen konkreten Überblick über den Energiestandard des Gebäudes bekommt und klare Handlungsempfehlungen erhält, welche Maßnahmen wie viel Energie einsparen. Mit diesem Fahrplan können Eigentümer dann zum Beispiel bei notwendigen Sanierungen das Thema Energieeffizienz mit berücksichtigen.

Energieausweis: nicht immer hilfreich

Im Gegensatz zur freiwilligen Vor-Ort-Beratung, die meist im Vorfeld einer größeren Sanierung durchgeführt wird, ist ein gültiger Energieausweis Pflicht, wenn ein Haus oder eine Wohnung verkauft oder vermietet wird. Den Ausweis gibt es in zwei Ausführungen: Zum einen den bedarfsorientierten Energieausweis, der das Gebäude aufgrund seiner Substanz weitgehend unabhängig vom Verhalten der aktuellen Bewohner beurteilt und anhand von Rechenmodellen den Energieverbrauch für eine durchschnittliche Nutzung bestimmt. Er ist für Gebäude mit bis zu vier Wohnungen Pflicht, deren Bauantrag vor dem 1.11.1977 gestellt wurde. Für alle anderen Gebäude – und wenn kleinere Altbauten nachträglich gedämmt wurden – kann auch ein verbrauchsorientierter Ausweis ausgestellt werden. Er zeigt den durchschnittlichen Energieverbrauch der letzten Jahre, der anhand der Heizkostenabrechnungen der bisherigen Nutzer ermittelt wird. Alternativ kann der Vermieter oder Verkäufer aber auch die am Heizenergiebedarf orientierte Variante wählen.

Für einen detaillierten Sanierungsplan ist selbst ein Qualitäts-Energieausweis zu ungenau. Hier empfiehlt sich eine Vor-Ort-Energieberatung.


Foto: digital vision

Für beide Varianten konnten bislang Hauseigentümer die Angaben selbst bereitstellen und bekommen über das Internet von zugelassenen Ausstellern einen offiziellen Pass zugesandt. Zum Teil kann man die Energieausweise sogar selbst ausdrucken. Für Gebäude ab dem Baujahr 2002 sind allerdings ausführliche Wärmeschutznachweise Vorschrift, die nach den Vorgaben der jeweiligen Energieeinsparverordnung erstellt wurden. Ob der Energieverbrauch im Ausweis mit der Realität übereinstimmt, hängt vor allem bei billigen Verbrauchsausweisen von der Sorgfalt und der Ehrlichkeit des Eigentümers ab. Möglichkeiten für Fehler und Manipulationen gibt es viele: Wer weiß schon, wie sich bei einer Gasrechnung die Angaben von Kubikmetern und Kilowattstunden unterscheiden? Sie tun es: um den Faktor 10. Kontrollieren kann man das als Mieter oder Kaufinteressent bei der verbrauchsorientierten Variante noch relativ einfach: Dazu kann man sich die Verbrauchsabrechnungen der vergangenen drei Jahre und die Berechnung der Wohnfläche zeigen lassen und die einfache Gleichung Durchschnittsverbrauch in Litern oder Kubikmetern durch Quadratmeter mal zehn (bei Öloder Gasheizung) selbst vornehmen. Wozu der Gesetzgeber dann aber einen Ausweis vorschreibt, bleibt fraglich.

Zu pauschal und ungenau

Selbst wenn die Angaben korrekt sind, hat der Verbrauchsausweis weitere Nachteile: Er bildet über einen relativ kurzen Zeitraum die persönlichen Heizgewohnheiten der bisherigen Nutzer ab. Unterscheiden sich diese von denen des Mieters oder Käufers, ist das Papier reif für die Tonne. Eine alleinstehende, sparsame Rentnerin, die nur wenige Räume heizt, verbraucht nun mal weniger Energie als eine vierköpfige Familie.

Auch bei Mehrfamilienhäusern sind Verbrauchsausweise mit Vorsicht zu genießen. Zwar mitteln sich unterschiedliche Heizgewohnheiten bei vielen Wohnungen im Haus meist heraus. Da aber fürs ganze Haus nur ein Ausweis erstellt wird, sollte man trotzdem nachfragen, wie hoch der Energieverbrauch der konkreten Wohnung in den letzten Jahren war. So vermeidet man böse Überraschungen, weil der Kauf- oder Mietentscheidung vielleicht ein besonders warmes Jahr mit niedrigen Heizkosten zugrunde lag. Und nicht zuletzt verbraucht eine Wohnung an einer Hausecke unter dem Dach wegen der größeren Außenfläche viel mehr Heizwärme als eine mitten im Haus liegende Wohnung, die nur eine einzige Außenwand hat.

Auch für den Bedarfsausweis kann man sich im Internet die Angaben zu seinem Haus aus umfangreichen Menüs zusammenklicken. Ob diese der Wahrheit entsprechen oder ob der Besteller zwischen den Details unterscheiden kann, ist zweifelhaft – wer weiß schon, ob er einen „Niedertemperaturkessel mit zentraler Warmwasserbereitung und Zirkulation bis 1986“ besitzt. So sind Modernisierungsempfehlungen für ein Haus, das der Berater nie gesehen hat, entweder zu pauschal oder im Zweifelsfall blanker Unsinn. Aussagekräftiger, aber auch teurer, sind Ausweise, die von erfahrenen Energieberatern nach kontrollierten Verfahren ausgestellt werden. Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) hat dazu ein Gütesiegel entwickelt, mit dem sich unabhängige Aussteller mit Zusatzqualifikation vom gesetzlich vorgeschriebenen Minimalangebot abheben können. Zulässig sind hier nur Bedarfsausweise, deren Daten der Aussteller vor Ort erhoben hat. Zudem muss der Ausweis zwei Varianten mit Modernisierungsempfehlungen enthalten – eine mit rasch umsetzbaren Energiesparmaßnahmen sowie die Berechnung einer umfassenden Sanierung. Für jede Variante wird die Einsparung von Primärenergie, tatsächlich verbrauchter Energie (Endenergie) sowie von CO2 angegeben. Der Aussteller muss Ergebnisse und Empfehlungen dem Eigentümer vor Ort erläutern. Die Dena kontrolliert mit Stichproben und Plausibiliätskontrollen die Berechnungen der Aussteller. Im Zuge der Überarbeitungen zur Energieeinsparverordnung 2013 könnten hier zusätzliche Anforderungen auf die Aussteller von Energieausweisen zukommen.

Kompakt

Sparplan Energie

1. Überblick gewinnen Aus den Heizkostenrechnungen der letzten drei bis fünf Jahre den durchschnittlichen Verbrauch ermitteln und in Kilowattstunden umrechnen: Ein Liter Heizöl sind zehn Kilowattstunden, ebenso circa ein Kubikmeter Gas. Den durchschnittlichen Verbrauch in Kilowattstunden durch die Zahl der beheizten Quadratmeter Wohnfläche teilen. Ergebnis ist der Energiekennwert in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, kurz kWh/(m²a). Ergebnis vergleichen: Unter 100 kWh/(m²a): Gut, kann aber noch besser werden. 100 bis 180 kWh/(m²a): Dämmung einzelner Bauteile; neue Heizung ist sinnvoll, wenn ein Austausch ohnehin ansteht. Über 180 kWh/(m²a): Das Haus ist energetisch schlecht. Maßnahmen sind sinnvoll und nach mehreren Jahren rentabel.
2. Experten hinzuziehen Wo sich eine Sanierung lohnt, welche Dämmstärken vorgeschrieben und machbar sind und ob und welches neue Heizsystem das beste ist, wissen Energieberater, Architekten oder gute Handwerker. Adresslisten siehe unter „Den richtigen Energieberater finden“.
3. Sparvorschläge umsetzen Prioritätenliste aufstellen und abarbeiten. Besonders sinnvoll sind Maßnahmen dann, wenn sowieso saniert werden muss. Für jeden Vorschlag mindestens drei Angebote einholen. In der Regel ist es sinnvoller, erst zu dämmen und dann das Heizsystem auszuwählen.
Energieausweis – Kosten und Gültigkeit Den Preis eines Energieausweises handeln Eigentümer und Berater frei aus. Für den Bedarfsausweis mit Dena-Gütesiegel beträgt das Honorar rund 300 bis 400 Euro, bei großen Gebäuden oder hohem Aufwand auch mehr. Die Verbrauchsvariante ist bei gewissenhafter Bearbeitung günstiger, etwa 50 bis 100 Euro je Gebäude. Der Ausweis gilt zehn Jahre für alle Wohnungen eines Hauses. Der Eigentümer darf die Kosten für den Energieausweis nicht auf die Mieter umlegen. Auch für Käufer ist die Einsichtnahme kostenlos.