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Er war Maradona. Er war Diego. Er war der beste Fußballer aller Zeiten.


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Diego - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 18.12.2020

30. Oktober 2020

Diego Armando Maradona wird 60. Im Estadio Juan Carmelo Zerillo, der Heimat seines Arbeitgebers Gimnasia y Esgrima La Plata, wird Diego sichtlich geschwächt von einer Schar von Begleitern auf den Rasen geführt. „Wie eine Statue mit tönernen Füßen und zerstörten Knien“, kommentiert die Zeitung „La Nación“. Als Maradona die Ehrungen entgegen-genommen hat, verlässt er das Stadion umgehend wieder. Der Weltmeister von 1986 zählt zur Corona-Risikogruppe. Vor dem heimischen Fernseher sieht Diego später seine Mannschaft durch Tore von Johan Carbonero, Maximiliano Coronel und Eric Ramírez mit 3:0 gegen Club Atlético Patronato gewinnen.

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2. November 2020

Weil sein Gesundheitszustand immer schlechter wird, rät Maradonas Hausarzt Leopoldo Luque seinem Patienten, sich im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Diegos Reaktion: „Hör auf, mir die Eier aufzublasen!“ Trotzdem lässt er sich zum Check-up in ...

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... die Privatklinik Ipensa bringen. „Psychologisch geht es ihm schlecht“, erklärt Luque den Journalisten, „das schlägt sich auf seinen Körper nieder. Er ernährt sich schlecht, so was wirft dich aus der Bahn.“ Auch Diegos Biograf Daniel Arcucci wird zitiert: „Es war kein Notfall, aber es war notwendig, ihn jetzt ins Krankenhaus zu bringen.“ Die Öffentlichkeit erfährt: Neben den Folgen seiner langjährigen Kokainsucht leidet Diego unter Depressionen, trinkt zu viel Alkohol und nimmt reichli ch Antidepressiva. Vor dem Krankenhaus versammeln sich im Laufe des Abends immer mehr Maradona-Fans, sie schwenken Fahnen und singen Lieder.

3. November 2020

Die Sportzeitung „Olé“ widmet ihr Cover am Dienstagmorgen dem berühmtesten Sohn des Landes und zitiert dafür den Titel einer Ballade des Rocksängers Charly García: „Rezo por vos“. Zu Deutsch: Ich bete für Dich. Am späten Abend muss sich Maradona einer Operation unterziehen. Die Ärzte haben eine Blutung zwischen harter Hirnhaut und Gehirn entdeckt. Nach knapp 90 Minuten bangen Wartens tritt Leopoldo Luque vor die wartenden Medienvertreter und Fans: „Diego hat den Eingriff gut vertragen. Er ist wach. Es ist alles sehr gut.“ Lauter Jubel brandet auf. In der Menge ist ein Transparent zu erkennen, darauf steht: „Diego, wenn es dir gut geht, geht es uns gut.“ In den sozialen Medien melden sich Maradonas Töchter zu Wort. Dalma postet: „Danke an alle, die für ihn gebetet haben.“ Halbschwester Jana ergänzt: „Jetzt fühlt sich das Leben wieder leichter an.“

7. November 2020

Maradona muss sich einer Computertomographie unterziehen. Das Ergebnis gibt offenbar Anlass zur Entwarnung unter den anwesenden Medizinern. Diegos Hausarzt Luque: „Wir haben vor Freude getanzt.“ Gleichzeitig kündigt Luque an, dass sein Schützling – mal wieder – eine Entzugstherapie machen muss. Diesmal allerdings aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums. „Der Entzug wird ein paar Tage dauern.“

8. November 2020

Noch immer befindet sich Maradona im Krankenhaus. Die vergangenen Tage haben dem Ex-Fußballer offenbar doch schwer zugesetzt. Verzweifelt bittet er seinen Zimmergenossen um dessen Kleidung, damit er unerkannt aus der Klinik flüchten kann „Was würdest du tun, wenn du Maradona wärest?“, fragt Diego den Mann. Der antwortet: „Die Wahrheit, Zehner? Ich würde nicht eine Sekunde Maradona sein wollen.“ „So geht es mir auch“, sagt Diego, „ich würde gerne Urlaub von Diego Maradona nehmen …“ Am Abend tritt sein Hausarzt erneut vor die Presse: „Diego will gehen – aber er wird bleiben. Dies war eine gemeinsame Entscheidung.“ Ohne ihren Trainer spielt das Team von Gimnasia y Esgrima La Plata gegen Vélez Sarsfield 2:2.

11. November 2020

Schon wieder tritt Leopoldo Luque vor die Presse. „Er wird bald rauskommen“, verkündet der Mediziner und veröffentlicht kurz darauf ein Foto bei Instagram, das ihn neben einem lächelnden Maradona im Nachthemd und mit Kopfverband zeigt. Im Laufe des Tages verlässt Diego die Klinik.

18. November 2020

In seiner Wohnung stürzt Maradona und fällt dabei auf den frisch operierten Kopf. So jedenfalls behauptet es der Anwalt Rodolfo Baqué zwei Wochen später: „Es war nicht die Seite, auf der vorher ein Blutgerinnsel entfernt wurde. Trotzdem hätte man einen Arzt rufen sollen. Das ist nicht passiert. Man hat ihn einfach aufgehoben und ins Bett gelegt.“ Baqué, rechtlicher Vertreter einer der Diego zugeteilten Krankenschwestern, geht sogar noch weiter. Drei Tage habe Maradona anschließend in seinem Zimmer gelegen und noch nicht mal Fernsehen geschaut. „Er hatte einen Herzschlag von 115 pro Minute, am Tag vor seinem Tod waren es noch 109. Ein Mensch mit Herz-Problemen sollte auf keinen Fall mehr als 80 Schläge pro Minute haben. Aber er bekam keine Tabletten, wurde nicht behandelt. Er hätte die besten Ärzte der Welt haben können, aber sie haben ihn einfach liegen lassen … Hätte man ihn in eine Klinik gebracht, würde er heute noch leben.“

24. November 2020

Am späten Abend, gegen 23 Uhr, besucht Maradonas Neffe seinen Onkel in dessen Wohnung in San Andrés, einem Stadtteil von Tigre im Nordwesten von Buenos Aires. Diego spricht die mutmaßlich letzten Worte seines Lebens: „Me siento mal.“ Mir geht es nicht gut. Dann legt er sich hin und schläft ein …

25. November 2020

Am Morgen steht Diego kurz auf, muss sich aber erneut hinlegen und schließt die Augen. Er wird nie wieder aufwachen. Sein Neffe und sein Anwalt Matías Morla rufen einen Psychologen und eine Psychiaterin zu Hilfe, kurz darauf auch Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque. Der verständigt den Notarzt. Laut Morla erscheint der Rettungswagen erst nach 30 Minuten, andere Zeugen berichten von zwölf Minuten Wartezeit.

So oder so, die Sanitäter kommen zu spät:

Um 11:30 Uhr Ortszeit, exakt 15 Jahre nach dem Tod von George Best, genau fünf Jahre nach dem Ableben von Fidel Castro, wird Diego Maradona für tot erklärt. Um 13:04 Uhr vermeldet das argentinische Blatt „Clarín“ Diegos Tod, zehn Minuten später informiert der Südamerika-Korrespondent der „dpa“ seine Kollegen in Deutschland.

Im Krankenhaus San Fernando wird eine Autopsie durchgeführt. Das offizielle Ergebnis: akute Herzinsuffizienz, verursacht durch ein Lungenödem. Nach der Untersuchung wird Maradona zunächst zum Bestattungsunternehmen „Pinier“ gebracht und anschließend in den Präsidentenpalast „Casa Rosada“. Eigentlich hatte Diego nach seinem Tod einbalsamiert werden wollen, doch seine Familie entscheidet sich nun dagegen.

Im ganzen Land strömen die Menschen auf die Straßen, auf eine Hauswand an der Avenida 9 de Julio im Herzen von Buenos Aires werden legendäre Maradona-Videos projiziert: Diego 1986 gegen England, Diego tanzt zu „Live is Life“, Diego für Boca, Diego für Neapel, Diego für Argentinien. Diego für immer. In Villa Fiorito, Maradonas Geburtsort, kommen die Nachbarn auf der Straße zusammen und singen Lieder für ihren verstorbenen Held. Um 22 Uhr applaudiert Argentinien der berühmtesten Nummer 10 aller Zeiten. Der Präsident verordnet eine dreitägige Staatstrauer.

Während die gesamte Fußball-Welt kondoliert, konfrontiert André Villas-Boas, der portugiesische Trainer von Olympique Marseille, die FIFA mit einer besonderen Idee und regt an, die Rückennummer 10 nie wieder zu vergeben. Zeitgleich einigen sich die Klubverantwortlichen vom SSC Neapel und Napolis Bürgermeister Luigi de Magistris, das örtliche San-Paolo-Stadion in „Stadio Diego Armando Maradona“ umzubenennen. Zu Ehren von Diego leuchten die Flutlichter im San Paolo die ganze Nacht lang. Und nicht nur da: In vielen argentinischen Stadien brennt ebenfalls das Licht zum Abschied. Nur nicht in der Bombonera. In der dunklen Pralinenschachtel ist nur ein Raum beleuchtet – Diegos Loge.

Am Abend empfängt Ajax Amsterdam den FC Midtjylland in der Champions League. Beim Aufwärmen spielt die Stadionregie einen Klassiker: „Life is Live“ von Opus. Ajax-Profi Nicolas Tagliafico, ein Argentinier, nutzt den Moment für eine besondere Hommage – und tanzt zum Song wie ein einst Diego mit offenen Schuhen vor dem UEFA-Cup-Spiel gegen den FC Bayern.

Kurz vor Mitternacht kommen Maradonas Ex-Frau Claudia Villafañe und seine Töchter Dalma und Gianinna zur Totenwache in den Palast des argentinischen Staatspräsidenten.

26. November 2020

Um 1:30 Uhr findet eine private Totenwache statt. Anwesend sind neben Maradonas Familienmitgliedern der Präsident des argentinischen Fußballverbandes Claudio Tapia, einige Mitspieler der Weltmeisterelf von 1986, Boca-Legende Carlos Tévez, Maradonas früherer Manager Guillermo Coppola und Rafael Di Zeo, ehemaliger Boss von „La 12“, der mächtigsten Fangruppierung in Bocas Hardcore-Fanszene. Nicht aber Roció Oliva, Maradonas letzte Lebensgefährtin. Was wahrscheinlich mit Claudia Villafañe zu tun hat, die sich bis zuletzt einen Rosenkrieg mit hrem geschiedenen Mann lieferte. Vor dem Präsidentenpalast bricht die abgewiesene Roció Oliva in Tränen aus. Derweil legt Präsident Alberto Fernández ein Trikot von Diegos erstem Klub Argentinos Juniors auf den Sarg, dazu ein Kopftuch der Menschenrechtsgruppe „Asociación Civil Abuelas de Plaza de Mayo“ (Großmütter der Plaza de Mayo), eine NGO, die darum kämpft, während der argentinischen Militärdiktatur zwangsadoptierte Kinder wieder mit ihren Ursprungsfamilien zu vereinen. Hunderte Fans stehen bereits vor dem Gebäude Schlange, ab 6 Uhr morgens beginnt die öffentliche Totenwache, die von zunächst 48 auf zehn Stunden verkürzt wird. Auf Maradonas Sarg ist die argentinische Flagge ausgebreitet, darüber ein Trikot der

Boca Juniors und der argentinischen Nationalmannschaft, neben dem Sarg thront eine Replik des WM-Pokals. Medien sprechen von einer Million Menschen, die sich in die Schlange vor dem Präsidentenpalast eingereiht haben sollen – mitten in der Corona-Pandemie. Die Trauernden bekreuzigen sich, werfen gelbe Gladiolen, Schals und Trikots auf den Sarg, manche schmettern noch einen letzten Schlachtruf. Einige brechen danach außerhalb des Palastes zusammen. Obwohl die Totenwache um drei Stunden verlängert wird, drängen immer mehr Menschen in den Palast. Darunter offenbar auch aktive Fans von Gimnasia, die sich Zugang zu den nicht-öffentlichen Räumen des Palastes verschaffen. Maradonas Familie entscheidet daraufhin, die Trauerzeremonie abzubrechen. Als die Polizei den Eingang zum Palast versperren will, kommt es zu handfesten Auseinandersetzungen, Steine und Flaschen fliegen, Absperrgitter werden umgeschmissen, die Sicherheitskräfte setzen Tränengas und Gummigeschosse ein. Die Totenwache von Maradona endet stilecht im Chaos. Um 17:42 Uhr wird Diegos Leichnam zum Friedhof „Jardin de Paz“ (Garten des Friedens) der Gemeinde Bella Vista im Nordwesten von Buenos Aires gefahren. Die Fahrt dauert eine Stunde und 18 Minuten. Zehntausende stehen Spalier. In einem schlichten Grab, direkt neben seinen Eltern, wird Diego Armando Maradona schließlich beigesetzt.

Bereits am Nachmittag veröffentlicht der argentinische Fernsehsender Bilder, die drei Mitarbeiter des zuständigen Bestattungsunternehmens „Pinier“ dabei zeigen, wie sie mit dem toten Maradona posieren. Diegos Anwalt Matías Morla schreibt bei Twitter: „Ich werde mich persönlich darum kümmern, den Schurken zu finden, der das Foto gemacht hat. Alle, die für eine solche Feigheit verantwortlich sind, werden dafür zahlen.“ Die Mitarbeiter erhalten in den Tagen danach Morddrohungen, „Pinier“-Inhaber Matías Picón entschuldigt sich bei Diegos Ex-Frau.

Auch Neapel versinkt in Trauer. Zu Ehren des berühmten argentinischen Volkshelden hängen die Bewohner der Stadt Schals, Fahnen und Trikots aus den Fenstern und Balkonen, vor dem Europa-League-Spiel gegen den kroatischen Vertreter HNK Rijeka entzünden die Fans rund um das Stadion einen Ring aus bengalischen

Feuern. Als die Spieler von Neapel ins Stadion einlaufen, tragen sie alle ein Trikot mit der Nummer 10 auf dem Rücken. Bereits zuvor hat die Stadt einen offiziellen Trauertag ausgerufen.

27. November 2020

Diegos Anwalt Matías Morla fordert eine Untersuchung der genauen Todesumstände seines Klienten. Dass Maradona „zwölf Stunden lang“ nicht ärztlich kontrolliert worden sei und der angeforderte Rettungswagen 30 Minuten bis zu seinem Haus gebraucht habe, bezeichnet Morla als „kriminellen Irrsinn“.

28. November 2020

Am 5. Spieltag der Rugby Championship trifft Argentinien im Mc-Donald Jones Stadion im australischen Newcastle auf Neuseeland. Vor der Partie stellen sich die Neuseeländer für ihren Haka-Tanz auf. Doch bevor der Tanz beginnt, geht Kapitän Sam Cane zum Mittelkreis und legt ein schwarzes Trikot mit der 10 und Maradonas Namen auf den Rasen. „Es war einfach eine Geste, ein Zeichen des Respekts vor einer argentinischen Legende, vor einer Weltlegende in seinem Fach.“ Argentinien verliert die Partie 0:36.

In einer TV-Show fordert der 19-Jährige Santiago Lara, Maradonas Leiche wieder auszugraben – um in einem Vaterschaftstest endgültig zu beweisen, dass er der Sohn von Diego ist.

29. November 2020

Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque wird der fahrlässigen Tötung seines Patienten beschuldigt. Ermittler der Staatsanwaltschaft von San Isidro durchsuchen Luques Praxis und sein Haus nach Beweisen dafür, dass es in den vergangenen zwei Wochen Unregelmäßigkeiten bei der Behandlung Maradonas gegeben hat. Unter Tränen erklärt der Mediziner den wartenden Journalisten: „Ich fühle mich schrecklich, weil mein Freund gestorben ist. Ich bin für seinen Tod nicht verantwortlich. Ich weiß, was ich mit Diego gemacht habe und ich weiß auch, wie ich es gemacht habe. Ich bin mir absolut sicher, dass ich mein Bestes gegeben habe.“

In der fast leeren Bombonera trifft Boca auf Newell´s Old Boys, Maradonas Arbeitgeber im Winter 1993. In Diegos Loge sitzt seine älteste Tochter Dalma. Alle Spieler von Boca tragen ein Trikot mit der 10 und Maradonas Namen. Als Edwin Cardona nach zwölf Minuten das 1:0 per Freistoß gelingt, legen die Spieler ein Maradona-Jersey der argentinischen Nationalmannschaft auf den Rasen und winken Richtung Loge.

Dalma bricht in Tränen aus. Das Spiel endet mit 2:0. Nach dem Spiel läuft „Live is Life“ von Opus.

Auch die Begegnung zwischen dem SSC Neapel und dem AS Rom steht ganz im Zeichen von Maradona. Napoli-Kapitän Lorenzo Insigne legt vor dem Anpfiff einen großen Blumenkranz vor ein Bild von Diego nieder, auf seiner Kapitänsbinde steht: „Adios 10“. Die Partie beginnt mit einer Schweigeminute und wird in der 10. Minute für einen kollektiven Applaus unterbrochen. Der „Corriere dello Sport“ schreibt: „Diego erleuchtet Neapel.“

Noch magischer wird es an diesem Abend im Camp Nou zu Barcelona. In der 73. Minute steht es bereits 3:0 für Barça im Spiel gegen CA Osasuna, als Lionel Messi den Ball bekommt, vor dem Strafraum seinen Gegenspielern enteilt und den Ball aus 17 Metern in den Winkel zimmert. Anschließend lüftet der Superstar sein Trikot – und entblößt ein darunterliegendes Jersey der Newell´s Old Boys, dem Klub, für den sowohl Messi, als auch Maradona aufliefen. Kurz nach dem Schlusspfiff macht ein Video die Runde. Es zeigt Diego, wie er im Trikot der Old Boys 17 Jahre zuvor ein erstaunlich ähnliches Tor erzielt.