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Erholsame Schlafstatt


ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit - epaper ⋅ Ausgabe 10/2013 vom 18.10.2013
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Bildquelle: ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit, Ausgabe 10/2013

Was macht ein gutes Bett aus? Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Entscheidend ist, dass sich Schlafende entspannen und ihren Rücken entlasten können. Ob man besser auf Feder kern oder Latex, auf Lattenrost oder Tellerrahmen schlummert, muss jeder selbst herausfinden. Ratsam ist: erst Probe liegen, dann kaufen.

Das kennen viele: Nach der Nacht im Hotelbett fühlt man sich am Morgen wie gerädert. Das Bett war vielleicht zu kurz, die Matratze durchgelegen, die Decke zu warm und das Kissen konnte nicht wie gewohnt nackengerecht geknautscht werden. Für ein paar Nächte lässt sich mäßiger Schlaf ...

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... verschmerzen. Beim eigenen Bett aber sind Kompromisse auf Dauer ungesund. Besonders der Rücken verzeiht mit den Jahren ein schlechtes Bett immer weniger.

Was aber ist ein gutes Bett? Wichtig ist vor allem, dass sich der Körper auf der Schlafstatt erholen kann. Sie muss auf Gewicht, Körperbau und Liegegewohnheiten individuell zugeschnitten sein. Nacht für Nacht wechseln wir bis zu 60-mal die Schlafposition. Matratzen und Lattenrost sollten den Körper in jeder Lage stützen. So entspannen sich müde Muskeln, die den Körper tagsüber aufrecht gehalten haben. Der Körper kann dann besser Sauerstoff aufnehmen und regenerieren. Auch die Bandscheiben erholen sich. Sie werden tagsüber durch die aufrechte Haltung um rund zehn Prozent gestaucht. Im Liegen saugen sie sich wie ein Schwamm wieder mit Nährflüssigkeit voll.

Das gelingt am besten, wenn die Wirbelsäule in Rücken- und Seitenlage in ihrer natürlichen Form bleibt. Schultern und Hüfte müssen einsinken können, die Wirbelsäule darf aber nicht durchhängen. Ist die Unterlage zu nachgiebig, kann es zu Überdehnungen kommen. Ist sie zu hart, muss die Muskulatur den Druck ausgleichen, was zu zusätzlichen Verspannungen führt. Vor allem für Menschen, die schon Rückenprobleme haben, ist eine hochwertige Schlafunterlage unerlässlich. Bekommt die lädierte Wirbelsäule nicht genug Unterstützung durch Matratze und Lattenrost, löst jede Drehbewegung im Schlaf kurze Schmerzreize aus. Der Betroffene erwacht, weiß aber häufig gar nicht warum.

Nicht zuletzt spielt auch das Wärmeempfinden des Schläfers bei der Wahl der Bettausstattung eine Rolle. Menschen, die leicht schwitzen, brauchen zum Beispiel Matratzen, die den Nachtschweiß gut weiterleiten. Es lohnt sich, Bett, Matratze und Unterlage sorgfältig auszuwählen. Immerhin verbringen wir jährlich rund 3.000 Stunden im Bett. Wer einen Kauf plant, sollte sich zuvor im Fachgeschäft beraten lassen und ausgiebig Probe liegen.

Bettgestelle: der richtige Rahmen

Lang und breit genug: Ein Bett muss auch die richtigen Maße haben.


Maße: Als Faustregel für die Länge eines Bettes gilt: Körpergröße plus 20 bis 30 Zentimeter. Standardbetten sind 200 Zentimeter lang. Das ist für große Menschen schon knapp. Ein Einzelbett sollte mindestens 100 Zentimeter breit sein. Beim Doppelbett sollte man jedem Partner mindestens 90 Zentimeter gönnen, denn jeder sollte sich ungestört drehen und bewegen können. Sondergrößen bieten mehr Liegekomfort, haben aber ihren Preis: Nicht nur das Gestell wird teurer, auch bei Lattenrost und Matratze zahlt man bei unüblichen Größen kräftig dazu. Üblicherweise sind Betten 45 Zentimeter hoch. Wer sich nicht mehr so gut bewegen kann oder Rückenprobleme hat, ist besser bedient, wenn die Bettkante 50 oder sogar 55 Zentimeter hoch ist.
Material: Bettgestelle aus Spanplatten sind zwar billiger als Modelle aus Massivholz. Aber sie enthalten vergleichs weise viel Leim, sodass man sich Schadstoffe wie Formaldehyd ins Schlafzimmer holen kann. Zudem sind Spanplattenmöbel oft nicht besonders stabil und schlecht zu reparieren. Massivholz ist deshalb die bessere Wahl: Es ist robust und leicht zu pflegen. Für Betten eignen sich weiches Kiefern- oder Fichtenholz ebenso wie die harten, teureren Laubhölzer Buche, Erle und Kirsche.
Konventionelle Holzgestelle sind oft mit Lack behandelt. Eine solche Versiegelung kann nicht nur Schadstoffe enthalten, sie lädt sich auch elektrostatisch auf. Bei starken Temperaturschwankungen kann Lack zudem Risse bekommen. Wird Massivholz dagegen mit natürlichen Ölen und Wachsen behandelt, ist das nicht nur fürs Raumklima besser. Kleine Kratzer lassen sich auch einfach entfernen, indem man das Holz anschleift und erneut wachst oder ölt. Vollholzbetten gibt es auch aus ökologischer Produktion.
Rattan- und Polsterbetten nimmt man besser gründlich unter die Lupe. Denn unter dem Geflecht oder Stoffbezug verbergen sich meist Spanplattenteile. Wer sich für ein Polsterbett entscheidet, sollte zudem darauf achten, dass der Bezug luftdurchlässig ist und dass man ihn abnehmen und waschen kann. Insbeson dere im Kopfbereich sollte das Material pflegeleicht sein. Flechtmöbel kauft man am besten bei Herstellern, die das Geflecht reparieren können, wenn es einmal reißen sollte.
Verarbeitung: Nichts ist störender als ein Bett, das bei jeder Bewegung knarrt oder quietscht. Es darf auch nicht gleich aus dem Leim gehen, wenn zum Beispiel Kinder da rauf herumtollen. Dennoch muss man das Gestell bei einem Umzug leicht zerlegen und später wieder gut zusammenbauen können. Besonders komfor tabel sind Modelle, bei denen die Seiten-, Kopf- und Fußteile nicht mit Metallschrauben, sondern mit klassischen Verbindungen wie Keilen, Fingerzinken und Holzdübeln oder Schlitz und Zapfen zusammengehalten werden. Diese altbewährten Holzverbindungstechniken sind nicht nur sehr stabil. Sie lassen dem Natur material auch genügend Spielraum, damit es sich je nach Luftfeuchtigkeit ausdehnen und zusammenziehen kann. Bei einem Umzug werden die Teile einfach auseinandergenommen und wieder zusammengesteckt.

Es lohnt sich, auf die Verarbeitung des Bettes zu achten, damit es stabil genug ist und auch mögliche Umzüge übersteht.


Innenleben: Eine stabile Auflagefläche für den Lattenrost ist besonders wichtig. Haltbarer als Modelle, bei denen der Rost lediglich auf Trägern oder Halterungen aufliegt, sind Gestelle mit durchgehenden Auflageleisten aus Massivholz. Ist das Gestell breiter als 140 Zentimeter, empfiehlt sich ein zusätzlicher Mittelträger. Höhenverstellbare Auflage leisten kann man problemlos anpassen, wenn man später einmal ein anderes Rost- und Matratzensystem einlegen will.
Betthaupt: Kopfteile schirmen den Kopf von kalten Wänden ab, und man kann sich bequem daran anlehnen, um zum Beispiel im Bett zu lesen. Auf gepolsterten Kopfteilen kann man sich noch genüsslicher zurücklehnen. Allerdings sollte man den Bezug abnehmen und waschen können.
Bettkasten: Vor allem in kleinen Wohnungen sind Bettkästen, in denen man zum Beispiel die Bettwäsche verstauen kann, sehr beliebt. Allerdings erschweren sie die Belüftung der Matratze. Wer einen Bettkasten braucht, sollte darauf achten, dass er das Bett nicht komplett abdichtet, und lässt ihn ab und zu tagsüber ausgezogen. Bettkästen mit Führungsschienen erleichtern das Herausziehen.

Gütesiegel für rückenfreundliche Betten

Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) vergibt ein Gütesiegel für Produkte, die Wirbelsäule und Bewegungsapparat optimal unterstützen. Das Siegel wird nach dem Gutachten unabhängiger Prüfer aus Medizin und Wissenschaft verliehen, unter anderem auch für Betten. Weitere Infor mationen im Internet unter www.agrev. de


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