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Essen & Trinken: TEST Kokosprodukte: Eine harte Nuss


ÖKO-TEST Jahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 10/2017 vom 19.10.2017

Im Lebensmittelhandel stehen sie Reihe an Reihe: Produkte aus der Kokosnuss. Man könnte glatt den Eindruck gewinnen, es gäbe nichts, was nicht aus der Tropenfrucht herzustellen wäre. Aber überzeugen die Produkte auch beim Schadstofftest?


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Foto: Iurii Kachkovskyi/Shutterstock

OKO-TEST rat

■ Sowohl bei der Kokosmilch als auch bei den Kokosraspeln haben wir drei „sehr gute“ Produkte im Test, die Sie bedenkenlos kaufen können. Bei den Kokosölen sind immerhin zwei „sehr gute“ dabei.

■ Wer den Geschmack von Kokosöl mag, kann es zur Verfeinerung der Speisen einsetzen. Es ersetzt aber nicht ernährungsphysiologisch ...

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... wertvollere Pflanzenöle wie zum Beispiel Rapsöl.

Kokosnussprodukte gelten als besonders gesund. So soll das Fett der Kokosnuss nicht nur vorbeugend gegen Alzheimer wirken, sondern auch vor Herzinfarkten schutzen.

Wissenschaftlich bewiesen sei keine dieser Behauptungen, sagt die Deutsche Gesellschaft fur Ernahrung (DGE) auf Nachfrage. Im Gegenteil: Aufgrund des hohen Anteils an gesattigten Fettsauren sei Kokosol nicht das Fett der Wahl fur den taglichen Gebrauch. „Als klassischen Allrounder in der Kuche empfehlen wir Rapsol. Es ist universell einsetzbar und hat ein sehr gunstiges Fettsauremuster“, urteilt die DGE.

Wer sich im Internet durchklickt, findet auch immer wieder die Aussage, Kokosol konne beim Abnehmen helfen.

Das fu.t vor allem darauf, dass Kokosnuss-Fursprecher die Laurinsaure, die am haufigsten vorkommende Fettsaure in der Kokosnuss, gerne als mittelkettige Fettsaure (MCT) bezeichnen. Diese MCT nehme der Korper schneller auf und sie wurden in der Leber direkt verstoffwechselt, wahrend die langkettigen Fettsauren (LCT) in der Regel in die Depots gehen, erklart Professor Dr. Gerhard Jahreis von der Universitat Jena. Ebenso wie Professor Dr. Bernhard Watzl vom Max-Rubner-Institut zahlt aber auch Jahreis die Laurinsaure keineswegs zu den MCT. Diese sei bereits langkettig.

Die Vielfalt bei Kokosprodukten ist gro. Wir haben bei Kokosmilch, -ol und -raspel ganz genau hingesehen.

Das Testergebnis

■ Von eins bis sechs haben wir alle Noten dabei. Die „sehr guten“ Produkte sind glucklicherweise am haufi gsten vertreten.
■ Und taglich gru.t … das Mineralol. Drei Ole im Test weisen sehr stark erhohte MOSH/ POSH-Gehalte auf. Das sind gesattigte Kohlenwasserstoffe, die sich im Korper anreichern konnen und in Tierversuchen zu Organschaden fuhrten. Auch Kokosraspel und Kokosmilch sind teilweise mit Mineralolbestandteilen belastet. In den Ja! Kokosraspel hat das Labor neben MOSH/POSH sogar besonders bedenkliche aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen.
■ Neben Kokosnussextrakt enthalt Kokosmilch auch bis zu 40 Prozent Wasser. Ob durch das Wasser oder bereits durch die Erzeugung und Verarbeitung der Kokosnusse: Kokosmilch kann Chlorat, ein mogliches Nebenprodukt in der Trinkwasserdesinfektion, enthalten. Erhohte Werte haben die Analytiker in vier Kokosmilchen gefunden. Das ist problematisch, da bei langerer Chlorataufnahme die Jodaufnahme in die Schilddruse gehemmt werden kann.
■ Weichmacher aus Kunststoffen konnen wahrend der Verarbeitung oder durch die Verpackung auf das Lebensmittel gelangen. Im Fall des Veganz Kokosols Premium haben wir Diethylhexylphthalat (DEHP) im Produkt gefunden. Der Wert uberschreitet das spezifi sche Migrationslimit. Die Europaische Union stuft den Weichmacher als reproduktionstoxisch ein. Das Bundesinstitut fur Risikobewertung (BfR) empfi ehlt, in Deckeldichtungen fur Lebensmittelverpackungen auf DEHP zu verzichten.
■ Kokosol enthalt typischerweise rund 50 Prozent Laurinsaure und ist bei Raumtemperatur fest. Nicht so das Danlee Cocofin aus kaltgepresstem Kokosol, flussig. Dieses kommt gerade mal auf rund zehn Prozent. Professor Dr. Gerhard Jahreis von der Universitat Jena hat sich die ungewohnliche Fettsaureverteilung angesehen. „Ein solches Produkt gibt es in der Natur nicht. Es ist eindeutig industriell hergestellt“, lautet sein Urteil.

Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 2) Mineralöl (MOSH/POSH) erhöht. 3) Mineralöl (MOSH/POSH) stark erhöht. Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 4) Mineralöl (MOSH/POSH) stark erhöht. Laut Anbietergutachten wurden in einer chargengleichen Probe keine MOSH gefunden. 5) Weichmacher. Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Laut Anbietergutachten wurden in einer chargengleichen Probe mit einer vergleichbaren Methode keine Weichmacher gefunden. 6) Mineralöl (MOSH/POSH) erhöht. Chlorat. Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 7) Mineralöl (MOSH/POSH) sehr stark erhöht. 8) Chlorat, der enthaltener Chloratwert schöpft die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von 180 μg für eine 60 kg schwere Person zu mehr als 50 Prozent aus. 9) Mineralöl (MOSH/ POSH) erhöht. Chlorat. 10) Mineralöl (MOSH/POSH) sehr stark erhöht, zudem MOAH. 11) Mineralöl (MOSH/POSH) stark erhöht. Fettsäureverteilung weicht stark von den Anforderungen für Kokosfett gemäß den Leitsätzen für Speisefette und -öle des Deutschen Lebensmittelbuchs vom November 2011 ab. Weiterer Mangel: Der Anbieter suggeriert, dass es sich bei dem Produkt um 100 Prozent kalt gepresstes natives Kokosöl handelt, das zudem kaum verarbeitet wurde. Die Laboranalyse ergab etwas anderes. Der Anbieter führt den Verbraucher somit in die Irre. 12) Weiterer Mangel: Auslobung „ohne Zusatzstoff e“ bei einem Produkt, das zu 100 % aus einer Zutat besteht.

Abkürzungen: MOSH = gesättigte Mineralöl-Kohlenwasserstoff e; POSH = gesättigte polyolefi ne oligomere Kohlenwasserstoff e; MOAH = aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoff e.

Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoff e führen zur Abwertung um vier Noten: ein Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoff en (MOSH/ POSH) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 4 mg/kg („sehr stark erhöht“). Zu einer Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoff en (MOSH/POSH) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 2 bis 4 mg/kg („stark erhöht“); b) der Nachweis von aromatischen Mineralölkohlenwasserstoff en (MOAH), sofern nicht bereits für gesättigte Mineralölkohlenwasserstoff e um vier Noten abgewertet wurde; c) Phthalatgehalt („Weichmacher“) über dem spezifi schen Migrationslimit (1,5 mg Diethylhexylphthalat [DEHP]/kg Lebensmittel bzw. Lebensmittelsimulanz); d) ein Chloratgehalt, der den vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Oktober 2014 für pfl anzliche Lebensmittel (außer Gemüse) festgelegten Aktionswert von 0,1 mg/kg überschreitet und/oder den TDI-Wert von 3 μg/kg Körpergewicht, herausgegeben von der EFSA im Juni 2015, zu mehr als 50 Prozent ausschöpft („Chlorat“). Als Körpergewicht haben wir 60 kg zugrunde gelegt, als Portionsgröße 30 ml; e) eine Fettsäureverteilung, die stark von den Anforderungen für Kokosfett gemäß den Leitsätzen für Speisefette und -öle des Deutschen Lebensmittelbuches vom November 2011 abweicht. Zur Abwertung um eine Note führt: ein Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoff en (MOSH/POSH) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 0,5 bis 2 mg/kg („erhöht“). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um vier Noten: eine Irreführung des Verbrauchers hinsichtlich des Verarbeitungsgrades des Produkts. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung; b) Auslobung „ohne Zusatzstoff e“ bei einem Produkt, das zu 100 % aus einer Zutat besteht. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoff e. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „mangelhaft“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Testmethoden: siehe oekotest.de → Suchen → „J1710“ eingeben.