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EXTRA Kinderzimmer · Das erste Kinderzimmer einrichten: Entspannter Nestbau


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 25.06.2020

Schön, sicher und schadstoffarm – wie sich das erste Kinderzimmer gesund einrichten lässt.


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Foto: imago images/Shotshop

Die Wickelkommode ist nicht nur ein Ort zum Wickeln, sondern auch zum Unterhalten und zusammen Lachen.


Foto: ozgurcankaya/getty images

Wann muss das Kinderzimmer fertig sein?

Hier gilt ganz klar: Kein Stress! Babys und kleine Kinder wollen da sein, wo der Rest der Familie ist, und noch nicht in einem eigenen Reich. Es ist gut, wenn es schon vor der Geburt einen Wickelplatz und einen Platz zum Schlafen für den Neuankömmling gibt. An einem echten Kinderzimmer mit Platz für Spielzeug und ...

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... hübscher Dekoration erfreuen sich am Anfang aber vor allem die Eltern. Wer also Raum, Zeit und Lust hat: ran an das perfekte Babyzimmer.

Was ist der beste Wickelplatz?

Je nach Raumangebot und Geschmack gibt es viele Möglichkeiten. Babys lassen sich auf einer einfachen Unterlage auf dem Fußboden oder auf dem Bett wickeln. Ein Wickeltisch oder eine Wickelkommode haben den Vorteil, dass Sie sich beim und nach dem Wickeln rückenschonend über Ihr Baby beugen können, um sich ausgiebig mit ihm zu unterhalten und Grimassen zu schneiden. Kommoden und Aufsätze müssen stabil sein und eine Umrandung haben. Praktisch ist es, die Kommode oder den Tisch in eine Zimmerecke zu stellen, sodass die Wand schon einmal auf einer Seite als Rausfallschutz dient.

Welches ist das beste erste Bett?

Babys schlafen am liebsten in der Nähe der Eltern. Besonders gemütlich sind höhenverstellbare Beistellbettchen, die sich am Elternbett befestigen lassen. Die Babys passen nur etwa sechs Monate lang in diese Bettchen. Die Chancen stehen also gut, dass eine andere Familie eines verleiht. Grundsätzlich eigenen sich auch klassische höhenverstellbare Kinderbettchen, also 140-mal-70-Zentimeter-Gitterbetten, als Beistellbetten. Dafür eine Gitterseite weglassen. Darauf achten, dass zwischen Beistellbett und Elternbett kein Spalt entsteht. Sobald das Baby sich drehen kann und es unbeaufsichtigt schläft, Gitter wieder anbringen.

Wichtig: Lampenkabel, Bänder und Schnüre außer Reichweite halten, die Babys können sich damit strangulieren.Nachttischlampen können sie zudem leicht umstoßen. Lampen, die Spielzeug ähneln, gehören nicht in Kinderhände. Sie könnten sonst möglicherweise als Spielkamerad ins Bett geholt werden und Brände verursachen.

Wie lassen sich Schadstoffe aus Möbeln vermeiden?

Vor allem wenn Möbel neu sind, können sie flüchtige organische Verbindungen (VOC) an die Raumluft abgeben, in den ersten Tagen und auch über längere Zeit. Zu den VOC gehören Lösungsmittel aus Klebern und Beschichtungen, aber auch von Natur aus in Holz vorkommende Stoffe wie Terpene. Manche dieser Verbindungen riechen, andere sind geruchlos. Auf Basis unserer Testergebnisse können wir weder für Massivholz- noch für Pressspan- oder mitteldichte Faserplatten (MDF) Entwarnung geben. So kann das krebserregende Formaldehyd aus allem ausgasen, muss aber nicht.
Etwas Orientierung bieten Siegel: So dürfen Möbel mit dem Ökocontrol-Siegel der Gesellschaft für Qualitätsstandards ökologischer Einrichtungshäuser keine Pestizide, Fungizide oder Klebstoffe mit Lösungsmitteln und Formaldehyd enthalten. Auch das Siegel des privaten Kölner
Eco-Instituts stellt umfangreiche Anforderungen hinsichtlich gesundheitsschädlicher Emissionen.
Wichtig bei allen neuen Einrichtungsteilen: Erst einmal einige Tage gründlich durchlüften, bevor das Kind in dem Raum spielt und schläft. Dabei die Türen und Schubladen der Möbel öffnen.


Mit gebrauchten Kinderzimmermöbeln lässt sich leicht viel Geld sparen, und sie belasten die Raumluft nicht mehr.


Ist es schädlich, während der Schwangerschaft das Kinderzimmer zu renovieren?

Eher ja. „Sind Mütter während der Schwangerschaft VOC-Belastungen ausgesetzt – zum Beispiel, wenn in der Wohnung renoviert oder saniert wird –, können Chemikalien über die Plazenta in den kindlichen Organismus gelangen und die Reifung von Immunsystem und Organen stören“, sagt Irina Lehmann, Professorin für Epigenetik und Lungenforschung an der Charité Berlin und am Berliner Institut für Gesundheitsforschung. Insbesondere neue Fußböden haben Forscher in Langzeitstudien mit Atemwegserkrankungen bei Babys in Verbindung gebracht. Wenn Schwangere sich langfristig in frisch renovierten oder neue eingerichteten Räumen aufhalten, gehe davon zudem eine Gefahr für die Kinder aus, an Allergien zu erkranken. Und auch wenn das Kind auf der Welt ist, reagiert es noch bis ins Kleinkindalter deutlich empfindlicher auf Chemikalien in der Atemluft. Wenn sich Nachwuchs ankündigt oder frisch eingetroffen ist, ist es daher auf jeden Fall eine Überlegung wert, den vorhandenen, fertig ausgelüfteten Fußboden einfach noch ein paar Jahre lang zu behalten und auch mit nagelneuen Möbeln sparsam zu sein.

INFO: Feinstaub im Kinderzimmer

In Innenräumen ist die Belastung durch Feinstaub oft größer als draußen. Um kleine wie große Lungen möglichst wenig damit zu belasten, lohnt es sich, oft zu lüften und einen Staubsauger mit gutem Hepafilter zu verwenden. Welcher Bodenbelag am besten – zum Beispiel auch für Allergiker – ist, darüber streiten Experten. Auf glatten Böden wird Staub leichter aufgewirbelt; in sehr langflorigen Teppichen sammelt sich wiederum viel an. Egal welcher Bodenbelag: Viel Wischen und Saugen bringt viel, nasses Staubwischen von Oberflächen auch.

Beistellbettchen müssen vor allem sicher und ohne Spalt am Elternbett verankert sein.


Fotos: Ekaterina Pokrovsky/Shutterstock; RUBEN RAMOS/getty images

Beim Wändestreichen ist laut der Expertin übrigens nicht entscheidend, ob die Schwangere selbst zum Farbpinsel greift oder nicht. Es geht um den Aufenthalt in frisch gestrichenen Räumen. Wenn der nicht vermeidbar ist, empfiehlt Lehmann, unbedingt mehrmals täglich zu lüften und für einen vollständigen Luftaustausch zu sorgen.

Welche Fußböden sind geeignet?

Wenn es aber doch ein neuer Fußboden sein soll, raten wir auf Basis unserer Testergebnisse von PVC-Fußböden ab. Fertigparkett, Kork und Linoleum sind weitgehend empfehlenswert. Auch an Laminatböden gab es in unseren Tests wenig auszusetzen. Die verbreitete Vorstellung, dass Babys einen möglichst gepolsterten Untergrund für ihre ersten Krabbelversuche brauchen, stimmt übrigens nicht. Die Kleinen mögen durchaus feste Böden, auf denen sie sich selbst spüren, mit Gegenständen klappern und das erste Spielzeug mit Rädern schieben können.

Teppiche machen ein Zimmer gemütlich und dämpfen Schall. In der Altbauwohnung – den Nachbarn zuliebe – großzügig kurzflorigen Teppich aufs Parkett im Kinderzimmer und die Lieblingsspielecke im Wohnzimmer legen und damit den Klapper- und Stampflärm etwas hinunterpegeln.

Wenn Sie das Kinderzimmer komplett mit Teppich auslegen möchten, ist die Wahl nicht ganz leicht. Kunstfaserteppiche laden sich schnell statisch auf; Wollteppi che sind leider häufig mit dem nervengiftigen Pyrethroid Permethrin gegen Mottenfraß ausgerüstet. Das kritisiert ÖKO-TEST schon in Produkten für Erwachsene – für krabbelnde Kleinkinder ist es umso bedenklicher. Andere Naturmaterialien für Teppich, die nicht anfällig für Motten sind, wären Sisal, Seegras, Jute oder Kokosfaser

Ein Hochbett eignet sich ab sechs Jahren. Es gibt hochwertige gebrauchte mit Rausfallschutz


Was ist wichtig in Sachen Sicherheit?

Sicherheit ist nicht nur im Kinderzimmer ein Thema, sondern in der kompletten Wohnung: Regale und Kommoden an der Wand befestigen, sodass sie auch bei wilden Kletteraktionen nicht umkippen können. Fenstergriffe gegen abschließbare austauschen. Wenn das Fenster oder die Balkontür geöffnet ist, nicht den Raum verlassen. Treppen mit einem Treppenschutzgitter absperren. Steckdosen sichern. Stürze vom Wickeltisch gehören zu den häufigsten Unfällen. Deshalb: beim Wickeln immer eine Hand am Kind lassen.

Ab wann geht ein Hochbett?

Auch wenn die Versuchung groß wegen der Platzersparnis im Kinderzimmer ist: Experten warnen davor, Kinder unter sechs Jahren schon im Hochbett schlafen zu lassen. Vielen Kindern wird das 1,4 Meter lange Kinderbett aber vorher schon zu klein. Eine Alternative sind Hochbettmodelle, bei denen sich der Lattenrost erst einmal unten anbringen lässt.

INFO: Sichere Qualität finden

Kinderbetten, Kindermatratzen, Babyschlafsäcke, Hochstühle und viele andere Babyprodukte waren in unseren Tests nicht immer sicher und schadstoffarm. Unter oekotest.de/babyprodukte finden Sie die Tests für die ersten Lebensjahre.