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Familienplanung


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auto motor und sport Edition - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 20.09.2022

T3 Bus 2.0 | 1983

Artikelbild für den Artikel "Familienplanung" aus der Ausgabe 4/2022 von auto motor und sport Edition. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Der VW Bus bietet acht Personen mitsamt Gepäck ausreichend Platz

Die Ansichten über jenes Auto, das im Modellstammbaum des Volkswagenwerks als Typ 2 hinter dem Käfer rangiert, sind unterschiedlich. „Ein Lastwagen mit Formel-1-Technik“, spotten die einen, „der beste Volkswagen überhaupt“, loben die anderen.

Ein bisschen recht haben beide Parteien. Die Fahrwerkskonstruktion des VW Transporters ist kaum minder aufwendig als die eines Porsche 911, sie würde manch anderem Sportwagen durchaus zur Zierde gereichen. Bester aller Volkswagen zu sein, ist für den Typ 2 in gewisser Beziehung sogar eine Verpf lichtung. In seiner zivilen Version als VW Bus ist er in Basisausführung das teuerste Auto im Personenwagen-Programm des Volks- wagenwerks. Nur der durch und durch kommerzielle LT 28 kostet noch mehr.

Diese Spitzenposition auf der Preisskala hat der V. A. G.-Organisation den Verkauf von VW Bussen in den letzten Jahren nicht eben leicht gemacht. Der im ...

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... VW-Werk Hannover gefertigte Edel-Laster hat es inzwischen nicht mehr ganz leicht, sich gegen ausländische Konkurrenten durchzusetzen, die das gleiche praktische Fahrzeugkonzept mit primitiveren Mitteln realisieren und zum Teil ganz erheblich preisgünstiger anbieten.

Dieser Herausforderung begegnet das Volkswagenwerk nun verblüffenderweise durch eine entschlossene Flucht nach vorn. Die jüngste Version des VW Bus wurde nicht etwa einfacher und billiger, sondern aufwendiger, besser und teurer. Dafür sorgen neue, wassergekühlte Vierzylinder-Boxermotoren, welche die antiquierten, luftgekühlten Erbstücke aus dem Käfer und aus dem VW 411 ablösen. Die sehr rührige Werbung des Volkswagenwerks preist die neue Boxer-Generation als leiser, stärker und sparsamer; und gerade diese Eigenschaften vertiefen beim VW Bus eine Besonderheit, deren Tradition bis in das Geburtsjahr 1949 zurückreicht. Der als Raumfahrzeug auf Käfer-Basis konzipierte Wagen war von Anfang an nie ausschließlich Nutzfahrzeug, sondern wurde sofort auch als Großraum-Personenauto akzeptiert.

Viele 100 000 Käufer haben den Bus seither als Alternative zum normalen Auto gekauft und seine vielfältige Transportkapazität privat genutzt. Ganz ohne Zweifel ist der VW Typ 2 Urvater und Wegbereiter aller Wohnmobile. Mehr als 250 000 dieser Autos wurden gewerblich zu Schlaf-, Koch- und Reisewagen verwandelt. Die Zahl der privaten Umbauten bleibt Dunkelziffer.

VW verspricht mehr Haltbarkeit

Mit den neuen Motoren kann für die VW Busse jetzt eine zweite, noch erfolgreichere Karriere mit auf Raum erpichten Familien beginnen. Denn seit es Wasserboxer gibt, sollen die Umsteiger von bürgerlichen Limousinen ja nun nicht mehr durch laute, gefräßige und etwas träge, luftgekühlte Maschinen behelligt werden.

Und noch eine frohe Botschaft kommt unter dem Wassermantel der Verschwiegenheit aus der Wolfsburger Konzernzentrale: Die neuen Motoren sollen sehr viel länger halten, von bis zu achtmal größerem Standvermögen ist da die Rede.

Dieser Zuwachs an Langlebigkeit passt gut zu jenen traditionell großzügigen Dimensionen, mit denen der VW Bus gerade die privaten Käufer fasziniert, verlockt und verwöhnt. Auf der Grundf läche eines herkömmlichen Mittelklasseautos bietet die Karosserie des Typs 2 nicht weniger als acht Personen ein mindestens ebenso bequemes Unterkommen wie in einer geräumigen Limousine. Und die brauchen nicht einmal mit Gepäckstücken zu knausern, denn mehr als ein Kubikmeter freier Raum steht selbst bei voller Besetzung für Koffer und Taschen zur Verfügung. Für die wenigsten Bus-Familien freilich ist dieses Raumangebot ein zwingender Anlass, sechs Kinder in die Welt zu setzen. Was die meisten privaten Käufer neben der Campingtauglichkeit an diesem Auto schätzen, ist jene Unabhängigkeit, die aus vorhandener Transportkapazität erwächst. Schließlich kann man in diesem Auto nicht nur viele Leute mitnehmen, sondern auch die hinteren Bänke entfernen und umfangreiche persönliche Speditionsaufgaben lösen: einen günstig gekauften Flipper heimbringen oder eine defekte Waschmaschine zur Reparatur schaffen.

Die neuen wassergekühlten Boxermotoren sollen leiser, sparsamer und stärker als ihre luftgekühlten Vorgänger sein

Natürlich ist die Anschaffung eines VW Bus nicht die kostengünstigste Lösung solcher Probleme, aber es ist ein schönes Stück Unabhängigkeit, sie ohne großen Aufwand und Wartezeiten selbst erledigen zu können. Bei allem Platz zeigt ein VW Bus wenig lasterhaftes Wesen. Es geht im Inneren nicht weniger gediegen zu als in einem ordentlich ausgestatteten Personenwagen. Auf dem Boden liegt Teppich, die Seitenverkleidungen sind adrett mit Kunststoff bezogen und die Sitze unterscheiden sich weder in ihrer Polsterung noch durch ihre Bezugsstoffe von dem, was in herkömmlichen Autos üblich ist. Auch der Arbeitsplatz des Fahrers lässt in dieser Beziehung nichts zu wünschen übrig. Es ist eigentlich alles ziemlich genau so wie in einem Golf oder in einem Passat. Nur das Lenkrad ist deutlich größer und die Position aufrechter.

Folglich fährt man so einen Bus von oben herab. Doch kaum dass der Schreck über die ungewohnte Höhe überwunden ist, stellt sich ein feines Gefühl der Souveränität ein. Die vom Hochsitz aus genossene Übersicht vermittelt Sicherheit.

Für eine weitere angenehme Überraschung unterwegs sorgt auch die Federung der VW Busse aus der dritten Generation. Wer hier Lastwagenartiges vermutet hat, muss feststellen, dass die vier einzeln gefederten Räder selbst grobe Unebenheiten größtenteils für sich behalten. Es geht in diesen aufwendig gebauten Nutzfahrzeugen so komfortabel zu wie in einem wirklich gut abgestimmten Auto der Mittelklasse.

Zumindest etwas ausgeprägtere Eigenart zeigt so ein VW Bus beim Kurvenfahren. Da ist zunächst einmal die Lenkung. Sie muss ohne Servounterstützung auskommen, obwohl 825 kg von insgesamt fast 1,6 Tonnen die Vorderräder belasten. Dank eines recht großen Lenkrades (Durchmesser 430 mm) und einer indirekten Lenkübersetzung lässt sich der Bus zwar unter normalen Bedingungen mit annehmbarem Kraftaufwand dirigieren, aber in engen Ecken oder gar beim Rangieren wird die Sache schon ein bisschen anstrengend.

Typisch: Bus-Fahreigenschaften

Die arttypisch hohe Bauweise des VW Bus bleibt natürlich nicht ganz ohne Einf luss auf die Lage des Schwerpunktes. Und diese Gegebenheiten vermag auch ein aufwendiges Fahrwerk nicht ganz zu kompensieren. Dies gilt es bei zügiger Kurvenfahrt zu berücksichtigen. Der VW Bus kann da nicht so schnell sein wie eine herkömmliche Limousine. Dennoch, der Unterschied ist kleiner, als der erste Eindruck vermuten lässt.

Unbedingten Respekt aber sollte jeder, der vom Personenwagen auf einen kleinen Bus steigt, dem Seitenwind zollen. Denn in Anbetracht der gegebenen Segelf läche macht dieser dem Großraum-Volkswagen trotz deutlich vergrößerter Last auf der Vorderachse immer noch mächtig zu schaffen. Wie aber fügen sich nun die neuen Motoren in das gewohnte Bild der noblen Nutzfahrzeuge von VW? Vor allem das Werbeargument „leiser“ wird sehr überzeugend in die Tat umgesetzt. Während so ein Bus mit Wasserboxer von außen immer noch einen kleinen Rest des typischen VW-Sounds an den Tag legt, herrscht innen ganz einfach Ruhe. Mehr als ein dezentes Rauschen dringt vom Motor her kaum noch in die Gehörgänge der Insassen.

TECHNISCHE DATEN UND MESSWERTE

MOTORWassergekühlter Vierzylinder-Boxermotor hinten längs, dreifach gelagerte Kurbelwelle, zentrale Nockenwelle (Zahnradantrieb), Ventile über Stoßstangen und Kipphebel betätigt, 60-PS-Motor: Fallstromvergaser Pierburg PICT, 78-PS-Motor: Fallstrom-Registervergaser Pierburg 2E. 60-PS-Motor: Leistung 44 kW (60 PS) bei 3700/min, spezifische Leistung 23,0 kW/l (31,4 PS/l), Hubraum 1913 cm 3, Bohrung x Hub 94,0 x 68,9 mm, Verdichtungsverhältnis 8,6 :1, maximales Drehmoment 140 Nm bei 2200/min, mittlere Kolbengeschwindigkeit bei Nenndrehzahl 8,5 m/s, Ölinhalt Motor 4,5 l, Kühlsysteminhalt 17,5 l, Batterie 12 V 45 Ah. Drehstromlichtmaschine 910 Watt. 78-PS-Motor: Leistung 57 kW (78 PS)

bei 4600/min, spezifische Leistung 29,8 kW/l (40,8 PS/l), Hubraum 1913 cm3, Bohrung x Hub 94,0 x 68,9 mm, Verdichtungsverhältnis 8,6 :1. maximales Drehmoment 141 Nm bei 2600/min, mittlere Kolbengeschwindigkeit bei Nenndrehzahl 10,6 m/s, Ölinhalt Motor 4,5 l, Kühlsysteminhalt 17,5 l, Batterie 12 V 45 Ah, Drehstromlichtmaschine 910 Watt.

KRAFTÜBERTRAGUNGHinterradantrieb, 60-PS-Version: vollsynchronisiertes Vierganggetriebe, 78-PS-Version: vollsynchronisiertes Fünfganggetriebe. Übersetzungen

Vierganggetriebe: I. 3,78, II. 2,06, III. 1,26, IV. 0,85, R. 3,67, Achsantrieb 4,57:1, Geschwindigkeit bei 1000/min im IV. Gang 30 km/h. Übersetzungen Fünfganggetriebe: I. 4,11, II. 2,33, III. 1,48, IV. 1,02, V. 0,77, R. 3,67, Achsantrieb 4,86 :1, Geschwindigkeit bei 1000/min im V. Gang 31,6 km/h.

KAROSSERIE UND FAHRWERKAchtsitziger Kleinbus mit Heckklappe, zwei Türen und seitlicher Schiebetür, selbsttragende Karosserie, Luftwiderstandsindex (cw x A) 1,40. Vorn Einzelradaufhängung mit doppelten Querlenkern, Schraubenfedern, Stabilisator, hinten Einzelradaufhängung mit Schräglenkern und Schraubenfedern, vorn und hinten hydraulische Teleskopstoßdämpfer, Zahnstangenlenkung, Lenkübersetzung 22,5 :1, hydraulische Zweikreisbremse, Bremskraftregler, Scheibenbremsen vorn, Trommelbremsen hinten, Feststellbremse auf die Hinterräder wirkend. Felgengröße 5,5 J x14, Reifengröße 185 SR 14.

ABMESSUNGEN UND GEWICHTE

Außenmaße L xBxH4570 x 1845 x 1950 mm, Radstand 2460 mm, Spur vorn/hinten 1585/ 570 mm, Innenbreite vorn/Mitte/hinten 1570/1630/1625 mm, Innenhöhe vorn/Mitte/hinten 1000/1095/ 1070 mm, Sitztiefe vorn/Mitte/ hinten 455/460/475 mm, Wendekreis rechts/links 10,9/10,9 m,

KOSTEN

PREISE UND AUSSTATTUNGGrundpreis (1983) VW Bus L 44 kW (60 PS) DM 24 869,– VW Bus L 57 kW (78 PS) DM 25 474,–

Serienausstattung: abblendbarer Innenspiegel,

Automatik-Sicherheitsgurte vorn, Tageskilometerzähler, Tankdeckel abschließbar, Zeituhr, zwei Außenspiegel, zwei Rückfahrscheinwerfer

Zusatzausstattung: Anhängerkupplung 505,– Halogenscheinwerfer 155,– Heckscheibenwischer 314,–

4,25 Lenkradumdrehungen, Lenkraddurchmesser 430 mm, Tankinhalt 60 l. 60-PS-Version: Leergewicht 1528 kg, Gewichtsverteilung vorn/ hinten 52,9/47,1 %, zulässiges Gesamtgewicht 2310 kg, Zuladung 782 kg, zulässige Anhängelast gebremst 1500 kg, ungebremst 600 kg, Dachlast 100 kg. 78-PS-Version: Leergewicht 1592 kg, Gewichtsverteilung vorn/hinten 51,8/48,2 %, zulässiges Gesamtgewicht 2390 kg, Zuladung 798 kg, zulässige Anhängelast gebremst 1500 kg, ungebremst 600 kg, Dachlast 100 kg.

heizbare Heckscheibe 213,– Nebelschlussleuchte 53,– Schiebedach 1201,– Sperrdifferenzial 927,– Trennwand hinter Fahrerraum 490,– Verbundglas-Frontscheibe 194,– Zusatzheizung 1544,– Zweite Schiebetür 700,–

Schuld an dieser Beruhigung ist nicht nur der schallschluckende Wasser- und Leichtmetallmantel rund um die Zylinder. Auch das geringe Drehzahlniveau der Wasserboxer trägt ganz zwangsläufig zur Beruhigung bei. Immerhin benötigt die schwächere Version mit 60 PS (44 kW) nur 3700/ min, um die höchste Leistung zu entfalten. Und auch die kräftigere Ausführung mit 78 PS (57 kW) lässt es mit 4600/min bewenden.

Spürbar mehr Druck mit 78 PS

Was der Motor im Fahrbetrieb wirklich dreht, teilt sich dem Fahrer infolge der geringen Geräuschentfaltung kaum mit. So war das Volkswagenwerk gut beraten, das Drehvermögen der nassen Boxer durch einen Drehzahlbegrenzer zu zügeln. Diese stille und unauffällige Arbeitsweise bleibt allerdings nicht ganz ohne Einf luss auf das subjektive Leistungsempfinden des Fahrers. Denn wo man nichts hört, da drängt sich zunächst der Eindruck auf, es gehe auch nicht voran.

Einigermaßen angebracht ist diese Annahme allenfalls bei der Maschine mit 60 PS, die den Bus zwar etwas rascher vorantreibt als der luftgekühlte Vorgänger mit 50 PS, die aber mit einer Beschleunigungszeit von 36,3 Sekunden für den Standard-Sprint von 0 bis 100 km/h nicht gerade ein Ausbund an Temperament ist.

Die stärkere Variante kommt zügiger zur Sache, echte 100 km/h lassen sich damit in 22,9 Sekunden erreichen. Und während sich der 60-PS-Bus zu 123 km/h Höchstgeschwindigkeit herbeilässt, bringt es der starke Kollege auf 136 km/h. Diese Messwerte allein aber geben nur eine Seite der Leistungscharakteristik wieder, die auf keinen Fall ausschließlich eine Kaufentscheidung herbeiführen sollte. Im alltäglichen Fahrbetrieb zeigen die beiden Motoren ein noch auf andere Weise unterschiedliches Gebaren. Der Basismotor mit 140 Nm Drehmoment schon bei 2200/min ist ein ausgesprochen zugkräftiger und geschmeidiger Partner, der nicht dauernd mit dem Schalthebel zu höherer Drehzahl und f lotterer Gangart ermuntert werden will.

Der jüngste VW Bus mit Wasserboxer kommt dem Ideal des Großraum-Personenwagens ein Stück näher

Die leistungsfähigere Version mit 78 PS lässt solche Tugenden arg vermissen. Stärker als die Werksangabe – 141 Nm bei 2600/min – vermuten lässt, entsteht hier der Eindruck, da sei unten nichts drin. Fleißiges Schalten ist bei diesem Motor angesagt. Und so spricht unter dem Strich manches dafür, auf verbrauchsfördernde Fahrleistungen zu verzichten und die zwar schwächere, aber insgesamt harmonischere 60-PS-Maschine zu wählen. Wer den VW Bus alter Machart kennt, der neigt üblicherweise zum Frösteln bei dem Gedanken an die Heizleistung der luftgekühlten Triebwerke. Die Wasserkühlung der Neuen lässt da auf Besserung hoffen, doch es dauert recht lange, bis sich die Erwartungen erfüllen. Bevor es wintertags in diesem Auto richtig warm wird, müssen offenbar alle 17,5 Liter Kühlwasser erhitzt werden. Und das dauert gut und gerne zehn Kilometer. Also hält sich hier der Fortschritt wie bei den Fahrleistungen in Grenzen.

Das dritte Versprechen der VW-Werbung lautet: „sparsamer“. Die Voraussetzungen dazu sind durch den theoretisch besseren Wirkungsgrad des wassergekühlten Motors und auch durch eine Reihe von Maßnahmen zur Senkung der Reibungsverluste innerhalb des Motors gegeben. Auch die mit 8,6 :1 recht hoch angesetzte Verdichtung der Normalbenzin verarbeitenden Motoren ist zweifellos ein Schritt in diese Richtung.

Hoher Verbrauch

Im Testbetrieb von auto motor und sport war allerdings kein ausgesprochenes Verbrauchswunder zu beobachten. Mit Durchschnittswerten von 14,2 l/100 km (60 PS) und 13,8 l/100 km (78 PS) beträgt der Appetit gegenüber dem Luftgekühlten auf keinen Fall mehr als 1,5 l/100 km, also etwa zehn Prozent.

Mit der neuen Motoren-Generation hielt auch ein neues Getriebe im VW Bus Einzug. Neben der bisher gebräuchlichen Ausführung mit vier Gängen ist nun ein Fünfganggetriebe zu haben. Diese Zutat lässt in ihrer gegenwärtigen Form noch stark zu wünschen übrig. Das Schaltschema mit dem ersten Gang links hinten weicht von der üblichen Form ab, was den Fahrer zum Umdenken nötigt und damit nicht so recht in das Konzept eines Großraum-Personenwagens passt.

Die Schaltmechanik ist überdies sehr nachgiebig und wenig exakt, und mithin weit von dem bei VW üblichen Standard entfernt. Der fünfte Gang dieser Getriebevariante ist zudem nicht wie heute üblich lang übersetzt, sondern entspricht dem vierten des Vierganggetriebes. VW verzichtete beim Bus nicht ohne Grund auf ein Spargangkonzept, das sich mit dem hohen Luftwiderstand dieser Autos in der Praxis nicht vereinbaren lässt. Besonders lebhaft ist der VW Bus im höchsten Gang trotzdem nicht.

Ganz ohne Zweifel ist der jüngste VW Bus durch seinen leisen, wassergekühlten Boxermotor dem Ideal eines Großraum-Personenwagens wieder ein beträchtliches Stück näher gekommen. In puncto Fahrleistungen und Verbrauch fiel der Fortschritt jedoch vergleichsweise bescheiden aus. Nach 33 Jahren Modellpf lege am Typ 2 bleibt also für die VW-Entwickler auch in der Zukunft noch etwas zu tun.