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Familienurlaub


Reisefieber - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 15.09.2021

REISEN IN ZEITEN DER PANDEMIE – endlich wieder Urlaub!

Artikelbild für den Artikel "Familienurlaub" aus der Ausgabe 1/2022 von Reisefieber. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reisefieber, Ausgabe 1/2022

1: Primetime im Sellraintal inklusive Tapetenwechsel mit der ganzen Familie ? ein Luxus, den wir während der Pandemie erst so richtig zu schätzen gelernt haben.

W fahrt ist plötzlich ein aufregendes Ereignis. Begegnungen mit Fremden können wieder stattfinden – zwar mit Vorsicht und Abstand, aber gemeinsam lächeln geht auch aus einem Meter Entfernung. Das ist nämlich der Mindestabstand, der in Zeiten der Pandemie in Österreich eingehalten werden musste. Im Hotel angekommen wird dann an der Rezeption zur Begrüßung erst einmal eine Runde „gefensterlt“, wie der Tiroler die Umsetzung der Kontaktbeschränkungen scherzhaft umschreibt. Die Plexiglasschutzwand in Form eines Fensters gibt sowohl mir als auch der Rezeptionistin ein sicheres Gefühl. Dabei spüre ich, dass die wenigen herzlichen Worte von Kerstin, der Empfangsdame, wie Öl an meiner nach Kontakt dürstenden Seele heruneil das Leben wieder Fahrt aufgenommen hat, hüpft mein Herz im Dreivierteltakt und ein herzliches Lächeln breitet sich auf meinem ...

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... Gesicht aus. Plötzlich wird das früher als leidig empfundene Kofferpacken zu einem symbolischen Akt für die Vorfreude auf das, was ich mir so lange verkneifen musste. Endlich wieder REISEfieber spüren, endlich wieder Aufbruchsstimmung genießen! Neues entdecken, statt den Lagerkoller zu ertragen. Ins Auto steigen und einfach losfahren – über die endlich wieder offene Grenze nach Österreich. Das war zu Zeiten der akuten Pandemie für eine lange Zeit undenkbar, ist aber nun wieder Realität. Unser Ziel ist das herrliche Mieminger Sonnenplateau in Tirol.

Corona hat die Menschen verändert

Es kommt mir so vor, als wären die Leute, die ich unterwegs treffe, freundlicher und gelöster als früher. Sogar auf der Autobahn. Nach dem wochenlangen Aufenthalt auf „Balkonien“ spüre ich das altvertraute Kribbeln im Bauch endlich wieder. Die Sehnsucht nach der Ferne, nach fremden Ländern, neuen Kulturen und faszinierenden Menschen darf nun wieder gelebt werden. Endlich! Sogar die Auto-terrinnen. Da sie ein transparentes Gesichtsvisier trägt, sehe ich auch ihr die Freude deutlich an. Ach, was tut das gut! Und ich habe das Gefühl, den anderen Gästen geht es ebenso wie mir. Beim Desinfektionsspender an der Rezeption wird ausgelassen gescherzt. Alle wirken dankbarer als noch vor ein paar Monaten. Dabei bin ich als Gast nur beim Betreten der Rezeption und des Restaurants sowie an den Büfetts, im Hotelshop, bei den Spa-Behandlungen und beim hoteleigenen Friseur angehalten, einen Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Was so eine Zeit des Reise- und Kontaktentzugs alles bewirken kann, wird mir erst jetzt so richtig bewusst, denn Dinge, die wir früher für selbstverständlich erachteten – wie zum Beispiel in einem Hotelrestaurant zu speisen –, sind für mich heute, an unserem ersten Abend im Hotel, nicht weniger als eine kleine Sensation. Einmal nicht selbst kochen zu müssen; den Kindern beim Schlemmen zuschauen zu können: Das alles erfüllt mich mit einer zufriedenen Gelassenheit, wie ich sie schon seit langer Zeit nicht mehr empfunden habe. Da macht es mir auch nichts aus, dass ich beim Betreten des Restaurants und am Büfett einen Mundschutz tragen muss, das Essen direkt an den Tisch serviert wird und das Büfett nur in eingeschränkter Form angeboten wird. Es schmeckt genauso gut wie früher und das À-la-carte-Frühstück erscheint mir fast noch appetitlicher.

Nach dem Lockdown durchatmen!

Auch das Schwimmen im Pool wird für mich zu einem besonderen Ereignis. Hatte Rückenschwimmen schon immer so etwas Meditatives? Warum ist mir das früher nicht aufgefallen? Die Sonne scheint und ich bin tatsächlich alleine in dem großen Pool. Plötzlich fühle ich mich locker und befreit – ganz so, als hätte das Wasser die Mühen von Homeschooling, Homeoffice, Kleinkindbespaßung und Haushalt von mir abgewaschen. Da bin ich auf einmal nur noch ich – das Wasser und der Himmel über mir. Dass gerade in den Pools darauf geachtet wird, die Abstandsregel einzuhalten, begrüße ich sehr. So heißt das Gebot der Stunde: Auch am Beckenrand oder beim Schwätzchen mit anderen Eltern im Kinderbecken den Mitbadenden bloß nicht zu dicht auf die Pelle rücken! Doch nicht nur die Pools locken mit einer willkommenen Erfrischung, sondern auch die beiden Badeseen des Hauses funkeln mich mit ihrem türkisfarbenen Wasser an. Allerdings sind beide Seen nicht gechlort, sodass ich sogar drei bis vier Meter Abstand zu anderen Badenden einhalten muss. Gut, dass die Seen so weitläufig sind, dass das problemlos möglich ist.

Einsames Schwitzen

Ich gebe es zu, dass ich vor meinem ersten Saunabesuch in Coronazeiten großen Respekt habe. Doch das Hygienekonzept des Fünf-Sterne-Alpenresorts Schwarz, das die Gastgeberfamilie Pirktl erarbeitet hat, ist so überzeugend, dass ich trotz meiner Bedenken das Saunadorf besuche und einen Gang in der 90 °C heißen „Tiroler Schwitzstube“ und einen in der 95 °C heißen „Weitblick-Sauna“ absolviere. Dabei achte ich darauf, dass ich in der Sauna alleine schwitze und vertraue auf die Reinigungs- und Desinfektionsstandards des Hotels sowie auf die medizinische Tatsache, dass das Virus bei diesen Temperaturen sowieso nicht überleben kann. Grundsätzlich sollte trotzdem in der Sauna ein Mindestabstand von einem Meter in alle Richtungen eingehalten werden. Und um Ansteckungen über die Aerosole zu verhindern, sind momentan Aufgüsse und Wedeleinlagen aus dem Saunarepertoire des Hotels gestrichen. Dass die meisten Hotelgäste aus Sicherheitsgründen trotz allem auf einen Besuch des Saunadorfs verzichten, kommt meiner Vorliebe, alleine zu saunieren, sehr entgegen. Leider sind die Dampfbäder aus Hygienegründen noch geschlossen.

Wenn Kinder wieder die Freiheit spüren

Dankbar für jeden unbeschwerten Moment bin nicht nur ich, sondern sind auch meine Kinder Tom und Louisa. Sie reiten auf Ponys, beobachten die Ziegen sowie Hängebauchschweine und streicheln süße kleine Kaninchen. Und kopfüber vom Klettergerüst zu baumeln ist viel lustiger als die schlechte Laune von Mama beim Homeschooling ertragen zu müssen! Schlechte Laune habe ich aus bekannten Gründen heute nicht und so ist ein beherzter Freudensprung auf dem Trampolin auf jeden Fall drin! Auch der Kinderclub ist geöffnet und punktet mit Naturerlebnissen im Freien. Bei schlechtem Wetter werden Kleingruppen in vier unterschiedlichen Räumen von den professionellen Betreuerinnen sicher umsorgt, sodass die Eltern nach der langen Zeit der Rundumkinderbetreuung zu Hause endlich wieder die lang herbeigesehnte „Zeit zu zweit für Erwachsene“ im Saunadorf, in den Relaxzonen, Pools und Badeseen des Hotels genießen können. Und nicht zuletzt kann man auch ein bisschen Zeit abknapsen, um einen vertrauten Plausch an der Bar bei einem Gläschen Weißwein zu führen. Oh Gott, wie haben wir das vermisst!

Neue Wertschätzung

Während mir in der auferlegten Isolation – ob ich wollte oder nicht – die Rolle des „Kümmerers und Seelentrösters” der Familie zuteil wurde, genieße ich es im Urlaub sehr, dass ich es jetzt bin, die während einer Pediküre maximal verwöhnt wird – und das nicht nur durch die wohltuende Fußmassage, sondern auch durch den Duft und die meditative leise Musik, die den Raum erfüllt. Überhaupt – in einem Zimmer zu sein, das keine Ähnlichkeit mit den Räumen unseres Hauses oder des heimischen Supermarkts hat, ist für mich, so skurril es klingen mag, ein großes Geschenk, das mich zudem auch demütig macht. Da ist es auch nicht der Rede wert, dass die Kosmetikerin Ingrid und ich einen Mundschutz tragen müssen. Man sagt ja, dass es nichts Schlechtes gibt, das nicht auch irgendwo etwas Gutes hat. Mir wird bewusst, dass diese Krise mir in gewisser Weise auch eine Lektion erteilt – zum Beispiel, dass das Reisen keine Selbstverständlichkeit, sondern ein großes Privileg ist.

Wenn der Berg ruft!

Die Möglichkeiten, sich frei zu bewegen, waren während der gesamten Zeit der Lockdowns und Reisebeschränkungen – je nach Bundesland und Region, in der man lebt – sehr eingeschränkt. Letztlich waren es doch die immer gleichen Wege, auf denen ich meine nachmittäglichen Runden drehte. Mit dem Auto in die Berge? Fehlanzeige! Man wollte ja nichts riskieren und seinen Beitrag zur Überwindung der Pandemie leisten. Umso befreiender ist nun die erste gemeinsame Mountainbiketour auf die Stöttlalm. Immer weiter und höher, der Aussicht hinterherjagen. Das Prickeln bei der Entdeckung des Unbekannten wieder spüren, das ist es, was mich glücklich macht und was mir so lange Zeit fehlte. Das merke ich erst jetzt so richtig. Auf dem Trampelpfad zwischen Küche, Bad und Schreibtisch war wenig bis gar kein Platz für Abenteuer oder Wow-Momente. Da war nur das ewig Gleiche, das mir schon am Morgen ein müdes Gähnen entlockte.

Das Leben ist wie eine Wundertüte

Bei unserem gemeinsamen Ausflug zu zweit habe ich das Gefühl, dass der Vorhang endlich wieder aufgeht und das unerwartet Schöne erneut auf die Lebensbühne tritt. So hält für mich die Tiroler Natur ein ganz besonderes Schauspiel parat: Der Stöttlbach rauscht bei strahlendem Sonnenschein an uns vorbei, wir atmen die frische Bergluft ein und genießen den Blick auf die Mitterspitze und ins Tal, während wir in die Pedale treten. Dass sich dann auch noch ein blauer Himmelsfalter während der Fahrt auf meiner Hand niederlässt und mich eine Zeit lang auf meinem ausgestreckten Finger begleitet, werte ich als ein glückliches Zeichen und Omen. Als einen Hinweis darauf, dass das Leben augenblicklich wieder einer Wundertüte gleicht, die einen verheißungsvoll anlacht. Denn eines ist sicher: So lange ich darf, werde ich beherzt hineingreifen. Und dabei wird meine Freude über die kleinen und großen Überraschungen, die die Welt für mich bereithält, größer sein als je zuvor. Wie im Flug verrinnt die Zeit und ehe ich mich versehe, steuern wir geradewegs auf die Stöttlalm zu, die auf 980 Höhenmetern am oberen Ende eines Golfplatzes in prächtiger Aussichtslage thront. Gerade rechtzeitig zur Mittagszeit genießen wir unsere Brotzeit und ein alkoholfreies Bier und vor allem die grandiose Aussicht, die sich uns bietet, in vollen Zügen.

Kinderfreundliche Wanderung mit Einkehr

Heute unternehmen wir einen Ausflug mit unseren noch kleinen Kindern Tom und Louisa – eine kindgerechte Wanderung vom Waldschwimmbad in Barwies zum Weiler Gschwent und über die Mooswiesen wieder zurück zur Moosalm. Den Tipp für diese herrliche und familienfreundliche Rundwanderung im wunderschönen Wandergebiet der Mooswiesen habe ich von meiner Kosmetikperle Ingrid während der Behandlung bekommen. Gleich zu Beginn führt der Weg durch einen kleinen Föhrenwald, danach geht es weiter auf schönen Feldwegen durch weite Felder zum idyllischen Weiler Gschwent. Wir sind echt erstaunt, denn die Kinder scheinen so wie wir die Wanderung zu genießen. Das hatten wir so nicht erwartet! Nach einer genüsslichen Einkehr im Gasthaus zum Lenz wandern wir wieder zurück über die weiten Mooswiesen bis zur Moosalm. Fantastische Ausblicke zu den Stubaiern und zur Mieminger Kette runden unsere kleine Wanderung ab.

Andrea Labonte hat einen außergewöhnlichen Beruf, um den sie viele beneiden: Sie ist seit über 14 Jahren als Hoteltesterin für den Wellnesshotelguide Wellness Heaven (Online-Wellnesshotel-Portal www.wellness-heaven.de) unterwegs. Über ihre Spa- Erlebnisse, außergewöhnlichen Destinationen und die skurrilsten Begebenheiten aus ihrem Berufsalltag schreibt sie regelmäßig in ihrer Kolumne „Aus dem Leben einer Hoteltesterin“. Mit über 300 getesteten Wellnesshotels besitzt Andrea Labonte eine breite Vergleichsbasis und weiß, worauf es dem anspruchsvollen Reisenden ankommt. Ihr beruflicher Hintergrund: Sie ist internationale Diplombetriebswirtin mit Doppeldiplom. Ihre Studien absolvierte sie an der Fachhochschule Mainz und an der Ecole Supérieure du Commerce Extérieur in Paris. Heute schreibt sie als Reiseexpertin für Focus Online, die Hamburger Morgenpost und Traveller-Magazine wie die REISEfieber.