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Geburt in der Pandemie: Maske Test Geburt


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ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 25.03.2021

Corona hat den Alltag auf den Geburtsstationen durcheinandergewirbelt. Was ist jetzt anders bei Geburten, welche Regeln gelten? Wir klären die wichtigsten Fragen.


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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 4/2021

7 A NTWORTEN: zur Geburt in der Pandemie

1 Wer darf bei der Geburt mit ins Krankenhaus – und wann?

Ob es der werdende Papa ist, die Partnerin, die beste Freundin oder die eigene Mutter: In der Regel ist eine Begleitperson während der Geburt erlaubt. Manche Länder – wie Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz – haben in den Verordnungen eine Ausnahme für Geburten von den sonst geltenden Besuchseinschränkungen explizit ...

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... festgehalten (Stand Redaktionsschluss). Die Begleitperson darf kürzlich keinen längeren Kontakt zu Covid-19-Erkrankten gehabt haben, selbst keine Symptome aufweisen und muss die ganze Zeit eine Maske tragen. Sie soll an der Seite der Frau bleiben, also nicht in andere Bereiche des Krankenhauses gehen, und darf nicht wechseln. Die Möglichkeit von Schnelltests hat die Situation in vielen Krankenhäusern entspannt. Trotzdem gibt es noch Einschränkungen: Leiten die Ärzte die Geburt ein, darf die Begleitperson manchmal erst zum eigentlichen Geburtsbeginn dazukommen. Wenn die Geburt natürlich losgeht, muss der werdende Papa oft vor dem Krankenhaus warten, bis klar ist, wie es weitergeht, also bis die Schwangere in den Kreißsaal darf. In einigen Krankenhäusern dürfen die Väter auch erst zu Beginn der Austreibungsphase in den Kreißsaal – also kurz bevor das Baby kommt. Mit der Folge, dass die Frauen während der Geburt lange ohne Vertrauensperson sind. Wenn die emotionale Unterstützung während der Geburt fehlt, kann das Folgen haben: etwa ein erhöhtes Risiko für Interventionen oder eine negative Geburtserfahrung, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft. Da sich die Regeln von Krankenhaus zu Krankenhaus unterscheiden und auch recht kurzfristig ändern können: Am besten vorab genau nachfragen.

2 Muss ich eine Maske tragen?

Außerhalb des Kreißsaals: ganz klar ja. Unter der Geburt sieht es anders aus. Die Regeln machen die Krankenhäuser. Es gibt welche, die die Frauen im Normalfall dazu auffordern, eine Maske im Kreißsaal zu tragen, solange es für sie tolerierbar ist. Unter starken Wehen ist es in der Regel aber erlaubt, die Maske abzunehmen. Eine Geburt ist körperlich und seelisch anstrengend für Frauen. Die richtige Atmung kann ihnen durch die Wehen helfen, dafür müssen sie gut Luft bekommen. Das rheinland- pfälzische Gesundheitsministerium hat deshalb auf seiner Internetseite klar festgehalten, dass in dem Bundesland keine Maskenpflicht für Frauen während der Geburt besteht. In allen anderen Bundesländern gilt: vorher nachfragen.

3 Darf ich nach der Geburt in der Klinik Besuch erhalten?

Teilweise herrscht in den Kliniken ein allgemeines Besuchsverbot – für die Zeit nach der Geburt sind aber oft Ausnahmen vorgesehen. Das heißt, dass etwa der Vater als einziger Besucher erlaubt sein kann – oder täglich für einen Zeitraum von beispielsweise einer Stunde ein Besucher. Mancherorts sind zusätzlich Geschwisterkinder unter 16 zugelassen. Besuche sind manchmal auch an den Nachweis eines negativen Tests geknüpft. Viele Mamas schätzen die neue Ruhe auf den Stationen – ohne den Besuch der Großfamilie.

4 Was ist, wenn ein Corona-Verdacht besteht oder ich tatsächlich erkrankt bin?

Es gibt Berichte, dass Ärzte Anfang 2020 an Covid-19-erkrankten Frauen aus Vorsicht zu Kaiserschnitten geraten haben. Wenn es die Gesundheit von Mutter und Kind zulässt, ist nach jetzigem Kenntnisstand eine vaginale Geburt empfohlen, informiert die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Eine Infektion oder eine Covid-19-Erkrankung allein ist auch kein Grund für eine Einleitung durch Medikamente. Als Geburtsort empfehlen Ärztinnen bei Corona-Verdacht eine Klinik, nicht das Geburtshaus oder eine Hausgeburt daheim. Das Personal im Krankenhaus trägt in solchen Fällen spezielle Schutzausrüstung, oft sind Isolationsräume vorgesehen. Von einer Wassergeburt wird abgeraten, genauso wie von Lachgas zur Schmerzminderung. Durch Lachgas könnte sich die Ausbreitung des Virus durch die Luft verstärken. Eine Periduralanästhesie (PDA) ist weiterhin möglich. Das Baby kann – so auch die Empfehlung der DGGG – nach der Geburt bei der erkrankten Mutter bleiben, wenn sie die Hygieneregeln einhält und gesundheitlich nichts dagegenspricht. Ganz wichtig: Bei einer Erkrankung oder längerem Kontakt mit Infizierten vorab das Krankenhaus kontaktieren.

5 Was ist sonst noch anders als früher?

Die Informationsveranstaltungen vor Ort fallen aus, manchmal finden sie digital statt oder als Beratung am Telefon. Geburtsanmeldungen gestalten die Krankenhäuser unterschiedlich: teilweise mit Termin, teilweise nur bei Problemen, teilweise auch mithilfe eines Onlineformulars. Finden diese Termine vor Ort statt, sollen die Schwangeren – genau wie zu Untersu chungen vorab – allein kommen. Für Frauen, die im Kreißsaal stationär aufgenommen werden, gibt es in der Regel einen Corona-Test.

6 Ist eine ambulante Geburt während Corona eine gute Lösung?

Will eine Frau ambulant im Krankenhaus entbinden, läuft die Geburt zunächst gleich ab. So als hätte sie sich für eine Aufnahme auf Station entschieden. Nach der Geburt bleibt die Familie noch ein paar Stunden vor Ort. Wenn es dem Baby und der Mutter gut geht, machen sie sich nach drei bis sechs Stunden auf den Heimweg. Wichtig ist, dass sie dann nach der Geburt auch sicher eine Hebamme haben, die die Familie im Frühwochenbett betreut. Und die Eltern sollten schon vor der Geburt klären, dass ihr Kinderarzt die U2-Untersuchung in den ersten Lebenstagen übernimmt. Denn diese macht üblicherweise noch das Personal in der Entbindungsklinik. Wie auch die Blutentnahme für das Neugeborenen-Screening, also für die Untersuchungen auf Stoffwechselstörungen und Mukoviszidose, sowie die Neugeborenen-Höruntersuchung. Nicht jede Kinderarztpraxis hat die Ausstattung für einen solchen Hörtest.
Auch ist es wichtig, dass die Mutter die ersten 24 Stunden zu Hause nicht allein ist – falls ihr schwindelig wird oder sie Nachblutungen bekommt.

7 Was ist, wenn mein Kind nach der Geburt auf die Neugeborenenstation muss?

Wenn Babys nach der Geburt medizinische Unterstützung benötigen, verlegt das medizinische Team sie auf eine Neugeborenenstation, manchmal sogar in eine andere Klinik. In solchen Fällen wollen Eltern bei ihrem Nachwuchs sein. In der Regel ist eine Begleitperson – also meist Mama oder Papa – für das Kind erlaubt. Die Kliniken verlangen vermehrt Tests. Auch darf die Begleitung keine Symptome wie Fieber oder trockenen Husten zeigen. Ob das andere Elternteil zusätzlich zu Besuch kommen darf, ist leider nicht sicher. Manche Länder haben aber in den Verordnungen Ausnahmen für Kinder von den sonst geltenden Besuchsbeschränkungen festgehalten.

Ohne Ärzte gebären: Diese Möglichkeiten gibt es

Geburtshäuser
Geburtshäuser sind Einrichtungen, die allein von Hebammen geleitet werden. Heißt: Bei der Geburt sind keine Ärztinnen oder Ärzte anwesend. Ziel der Geburtshäuser ist eine möglichst umfassende und individuelle Betreuung der Frauen schon während der Schwangerschaft. Die selbstbestimmte, natürliche Geburt hat hier einen höheren Stellenwert als in Kliniken. Schmerzmittel und Periduralanästhesie sind hier nicht gewollt und auch nicht möglich, weil Hebammen diese nicht geben dürfen. Die meisten Geburtshäuser setzen auf eine Wohlfühlatmosphäre und sind dementsprechend eingerichtet. In den allermeisten Fällen sind die Geburten ambulant, das heißt, dass die Frauen wenige Stunden nach der Geburt nach Hause gehen. Im Notfall müssen die Geburten abgebrochen und in eine Klinik verlegt werden. Die Kosten einer Entbindung im Geburtshaus übernehmen die Krankenkassen. Die 24-Stunden-Rufbereitschaft vor und nach dem errechneten Geburtstermin müssen, je nach Krankenkasse, viele Schwangere jedoch privat bezahlen. 2019 haben sich 8.021 Frauen für eine Entbindung in einer hebammengeleiteten Einrichtung entschieden.

Hausgeburten
Der Wunsch nach möglichst wenig medizinischer Intervention und gewohnter Atmosphäre lässt einige Frauen ihre Geburt in den eigenen vier Wänden planen. 2019 waren es rund 6.300 Frauen, die sich in Deutschland für eine geplante, hebammenbegleitete Hausgeburt entschieden. Finanziell gilt das Gleiche wie in den Geburtshäusern: Die Kosten für die Geburt übernehmen die Kassen, für die Rufbereitschaft rund um den Geburtstermin gibt es keine verbindliche Regelung.

Hebammenkreißsäle
In 21 Kliniken in Deutschland gibt es Hebammenkreißsäle. Das Besondere: Hier sind allein Hebammen für die Geburten verantwortlich; Ärztinnen und Ärzte greifen nur dann ein, wenn Komplikationen auftreten. Der Vorteil: Die Geburt kann zunächst ganz ohne medizinische Intervention beginnen. Wenn aber beispielsweise starke Blutungen auftreten oder die Sauerstoffversorgung des Kindes nicht gewährleistet ist, dann sind innerhalb kürzester Zeit Ärztinnen und Ärzte da. Im Grunde handelt es sich also um Geburtshäuser innerhalb einer Klinik. Die Kosten für die Geburt übernehmen die Krankenkassen. Eine Liste von Kliniken mit Hebammenkreißsälen gibt es auf der Seite hebammenverband.de


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Illustrationen: Tanya Antusenok/Shutterstock; iipekdesignn/Shutterstock